Mir scheint, bei der derzeitigen #Antisemitismus - Debatte um die #Linke Niedersachsen haben viele, leider auch #Journalist:innen , den beschlossenen Text selbst gar nicht gelesen. Es sind nur knapp zwei Seiten, siehe hier: https://www.dielinke-nds.de/fileadmin/user_upload/A01_geaendert.pdf
Es werden ausdrücklich "eine
gemeinsame Zukunft in Frieden für alle Menschen in der Region" unterstützt, und die Vernichtungsfantasien sowohl der #Hamas als auch der israelischen Regierung verurteilt.
Wer hier lieber doppelte Maßstäbe anlegen will und ein Problem mit einer gemeinsamen Zukunft in Frieden hat, der sollte sich m. E. erklären müssen, nicht die Linke #Niedersachsen.

#Israel #Palästina #Gaza

@leamusi Genau das ist das fatale. Es wird Hamas und Israel gegeneinander gestellt. Es wird nicht Palästina gegen Israel oder Hamas gegen Likud gestellt. Auf der einen Seite soll das Böse eine bestimmte kleine Gruppe, auf der anderen Seite ein kompletter Staat sein. Zwei Seiten reine Propaganda.
@KaBKaBKa Aber der Unterschied ist real. #Israel ist ein demokratischer Staat; wenn die Bevölkerung mehrheitlich etwas gegen den Genozid gehabt hätte, hätte sie Likud jederzeit absetzen können. Sie könnte es auch heute noch, ohne Gefahr für sich selbst. #Gaza ist kein Staat, und kaum noch bewohnbar. Allein schon deswegen kann man Palästina und Israel nicht direkt vergleichen. Die #Hamas regiert in Gaza autokratisch, und sämtliche Bewohner:innen wissen, was eine Auflehnung gegen sie bedeuten würde. Und am Ende gleibt der Fakt: Die Hamas würde vielleicht gerne einen #Genozid begehen, und hat am 7. Oktober gezeigt zu was für einer Brutalität sie fähig ist. Aber das Ausmaß des Massakers ist, furchtbarerweise, gering im Vergleich zu dem Genozid, der von Israel (als international anerkannter Staat mit einer gut ausgestatteten Armee) in den letzten Jahren real ausgeführt wurde. Man darf die Hamas und ihre Absichten nicht verharmlosen, aber ich hoffe du stimmst mir zu, dass ein real geschehener Genozid schlimmer ist als ein beabsichtigter.
@leamusi 1/2 Die Hamas wurde demokratisch gewählt, obwohl sie die Auslöschung Israels im Programm haben. Nachwievor stehen über 50% der Bevölkerung hinter der Hamas. Die Menschen Gazas haben gejubelt als die ersten Bilder des Angriffes ihrer Regierung auf Israel gezeigt wurden. Jährlich findet (fand) ein Nakba Fest statt in dem gemeinsam die Rückabwicklung Israels gefeiert wurde. Der Gedanke Israel zu vernichten ist weitaus verbreiteter als der Gedanke zweier Staaten, bei den Palästinensern.
@leamusi 2/2 Der Gedanke Hamas und Gaza Palästinenser als zwei unterschiedliche Entitäten zu betrachten findet sich so auch nur bei den westlichen Linken. Selbst Francesca Albanese erklärt die Hamas als politisch gewollten Willen der Palästinenser. Die Palästinenser ständig als Opfer ohne Verantwortung an der Situation zu betrachten wird der Situation nicht ansatzweise gerecht. Nach PLO und Hamas werden die Palästinenser bei nächstbester Chance erneut den Terror gegen ihren Nachbarn wählen.
@leamusi PS: Gibt es mittlerweile eine Bestätigung des internationalen Gerichtshofes bzgl der Genozid Klage? Ich sehe aktuell nur eine Vertreibung, keine Auslöschung.
@KaBKaBKa Es braucht keine komplette Auslöschung, um die Kriterien eines Völkermords zu erfüllen. Ich hoffe wir sind uns einig, dass auch der Holocaust ein #Völkermord war, obwohl das Ziel der Nazis, das Judentum komplett auszulöschen, zum Glück nicht erreicht wurde.
Der #IGH wird wohl noch eine Weile brauchen, auch dank der aktiven Behinderung seiner Arbeit durch die USA. Aber die weltweit größte Organisation von Genozidforschern hat schon letzten September festgestellt, dass die Kriterien für einen Völkermord in #Gaza erfüllt sind. https://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_schoene_woche/_/genozid-forscher-sehen-belege-fuer-voelkermord-in-gaza.html
Abgesehen davon sprechen die Opferzahlen und die wiederholte laut bekundete Absicht diverser israelischer Politiker wohl für sich selbst.
Genozid-Forscher sehen Belege für Völkermord in Gaza

In dieser Woche haben sich renommierte Völkerrechtler und Konfliktforscher zu einer politisch sensiblen und juristisch umstrittenen Frage positioniert: begeht das israelische Militär im Gazastreifen einen Völkermord an den Palästinensern? Ja, sagt die "International Association of Genocide Scholars" (IAGS), die weltweit größte Vereinigung von Genozid-Forschern.

@leamusi Holocaust, ganz klar Genozid. Das wurde auch juristisch geklärt und die Völkermord Definition angepasst. Israel Gaza, wird schwieriger. Wieviel hätten denn in dem Krieg sterben dürfen, damit es in euren Augen kein Genozid ist? Wieviel Gebiet hätte Israel denn militärisch besetzen dürfen? Hätte Israel sich überhaupt nach dem 7.10. wehren dürfen?
@KaBKaBKa "Wehren" ist hier an sich schon das falsche Wort. Die Terroristen vom israelischen Gebiet zu vertreiben, das war Gegenwehr. Danach #Gaza als ganzes anzugreifen, das war an sich schon ähnlich problematisch wie der Angriff Afghanistans durch die USA nach 9/11. Und selbst wenn die Bombardierung und Invasion des Gazastreifens gerechtfertigt wäre, gibt es hierfür klare völkerrechtliche Vorgaben, wie Zivilist:innen zu schützen sind. Die ewige Ausrede "aber hinter jedem palästinensischen Kind versteckt sich ein Hamas-Kämpfer" zieht völkerrechtlich nicht, aus gutem Grund. Und schon rein strategisch: Aus jedem traumatisierten Kind wird eher ein künftiger Terrorist als aus einem gesunden, glücklichen Kind. Allein das wäre schon ein Grund, ganz anders mit den Palästinenser:innen umzugehen. Wenn Israel es mit dem Frieden ernst meinen würde. Ich hoffe du meinst die Frage "wieviele hätten denn sterben dürfen" nicht ernst. Meine Antwort ist, natürlich, "kein Zivilist, niemals". Was die Besatzung angeht, ist die Frage absurd: Gaza ist seit Jahrzehnten militärisch abgeriegelt und wird regelmäßig bombardiert. Das hat offensichtlich (und psychologisch völlig vorhersehbar) nicht zu einer Befriedung geführt. Also: Was ist deine Lösung für die Zukunft?
@leamusi Diese Gedankenkette funktioniert nur, wenn man die Hamas als separate Terroristen und nicht als integralen Bestandteil der Gaza Bevölkerung begreift. Remember: Nicht die Nazis haben 1939 Polen angegriffen, sondern die Deutschen. Das ist auch so ein Webfehler bei uns selber: Über jahrzehnte hieß es, es gab die Nazis und es gab die normalen Deutschen. Diese Trennung gab es so nie, genauso wenig wie bei Hamas und Gaza Palästinensern.
@KaBKaBKa Das stelle ich auch gar nicht so dar. Aber lass uns mal konstruktiv denken, finde es gut dass du Nazideutschland ansprichst. Deutschland hatte Verbrechen begangen, mit denen die der #Hamas (oder der Palästinenser:innen, wenn du magst) nicht mal ansatzweise vergleichbar sind. Es hatte die halbe Welt attackiert, im Gegensatz zu #Gaza mit einer ernst zu nehmenden Armee. Deutschland wurde besiegt, mit verhältnismäßig wenig zivilen Opfern, gemessen an seiner Bevölkerung und seinen Verbrechen. Und Deutschland hat sich, durch eine sehr wohlmeinende Politik der Alliierten, zu einem Ort entwickelt, an dem es der #Demokratie im internationalen Vergleich sehr gut geht, und an dem Menschen jeder Couleur so sicher sind wie an wenigen Orten der Welt. Unsere Groß- und Urgroßeltern hatten diese gute Behandlung nicht verdient, aber sie hat zweifellos zu sehr guten Ergebnissen geführt. Daraus sollten wir lernen, und mindestens dieselbe Menschlichkeit den Palästinenser:innen entgegenbringen.
@leamusi Was wäre denn dein Lösungsvorschlag für die Region? Bitte einen konkreten, nicht 'die sollen lernen friedlich miteinander aus zu kommen'.
@leamusi Es hat keinen Sinn. In jedem Absatz befinden sich zwar diskussionswürdige Punkte. Aber da ich, wie schon erwähnt, eine Vertreibung bzw. den Versuch einer Vertreibung sehe und keine Auslöschung oder versuchte Auslöschung, schließt du ein weiteres Gespräch aus. Danke zumindest für den Ansatz eines Gespräches.
@KaBKaBKa Gut, ich kann und will dir nicht vorschreiben was du siehst. Ich halte mich an die Meinung der Expert:innen, und die offensichtlichen Fakten. Indem du diese absichtlich ignorierst, schließt du ein weiteres Gespräch aus.