In einem Forum haben wir über das Fediverse diskutiert. Da gab es auch eine Anmerkung, dass ein größeres #Fediverse gar nicht möglich sei.

An die technisch Versierten. Was sagt ihr zu folgender Aussage:

"Stell‘ Dir vor, Du hast einen einzigen User, der ein erfolgreicher Influencer ist, und der hat 1 Mio Follower und postet jeden Tag ein Video. Jeder Miniserver, auf dem auch nur ein Fan dieses Influencers sitzt, muss den gesamten Traffic abwickeln, nicht nur die Videos, auch die Replies, die Likes, was auch immer. Da entsteht ein völlig aufgeblasener Traffic (und der blockiert auch viel lokalen Speicherplatz auf jedem einzelnen Server), der sich durch das ganze Netzwerk multipliziert. Hättest Du einen zentralen Server, hast immer noch den Datenverkehr Deiner User, aber keine Vervielfachung von Traffic und Speicherplatz. Das Fediverse kann einfach nur funktionieren, wenn es klein ist. Das Konzept hatte im Fidonet seine Berechtigung, weil es damals um die Telefonkosten ging. Aber heutzutage ist das viel zu aufwändig, fehleranfällig und ressourcenintensiv."

@roblen Das Video wird imho direkt vom Server desjenigen gestreamt, der es gepostet hat und geht direkt zum Browser desjenigen, der es anschaut. Da sollte der eigene Server - bis auf das Vorschaubild - recht wenig mit zutun haben.

Kommentare sind überschaubar, das ist in der Regel nur Text.

Sowas hier macht mir viel mehr Sorgen:
* Webseite der New York Times öffnen
* 166 Anfragen
* 42,03 MB / 32,02 MB übertragen

@gideonstar Danke für die Hinweise 👍
@roblen Ist das so? Ich hab mir das noch nie im Detail angeschaut, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, das jeder Fedi-Server ein Datenmirror der anderen Server ist.... sehr, sehr schwer.

@sequundi @roblen So verstehe ich das auch. Bei allen Videos, die ich bis jetzt im Fediversum gesehen habe, wurde effektiv nur der Link verschickt. (Auch bei Peertube? Ich weiß es nicht, kann es mir aber nicht anders vorstellen.) Wer weiß mehr?

#PeerTube #AskFedi #Fediverse #SomeoneIsWrongInTheInternet

@sequundi @roblen das ist schon grundsätzlich richtig, aber nicht alle Instanzen mirrorn, sondern nur die, auf denen ein User der Berühmtheit folgt.

Skalieren nach oben wird tatsächlich immer teurer. Das ist aber auch keine harte Grenze wo es plötzlich gar nicht mehr geht. Likes nehmen jetzt nicht furchtbar viele Ressourcen in Anspruch, der Großteil sind Medien. In der Praxis werden Medien von externen Instanzen daher nur X Wochen vorgehalten. Dadurch wird das sehr gut abgefangen.

Wenn also eine Berühmtheit jeden Tag ein Video postet und alle Menschen im Ferdi ihr folgen, würde das Video auf jeder Instanz ein mal vorgehalten, für ein paar Wochen. Wie lange genau, ist Konfigurationssache. Danach müssen die User den Originalpost auf der Instanz der Berühmtheit aufrufen, um es zu schauen.

@tofuwabohu @sequundi @roblen da hier das protokoll ja in der 'öffentlichen' hand ist, wäre es doch vermutlich nicht soo schwer, dass die videos nicht gemirrored/-cached werden, sondern nur der link zur originalquelle verteilt und von dort geladen wird.
eigentlich bin ich bisher sogar davon ausgegangen, dass tatsachlich nur der textinhalt mit dem mediaindentifier geteilt wird … bin hier aber auch nur nutzer, sry.

@speckmantel @sequundi @roblen das könnte natürlich grundsätzlich gemacht werden, eröffnet aber neue Probleme: sämtlicher traffic für das Video würde über die originale Instanz gehen. Ist die überfordert oder mal down, wäre es nicht mehr erreichbar.

Das ist schon so gedacht, wie es jetzt ist. Instanzen können besonders große Mediendateien auch ablehnen, wenn sie nicht so viele Ressourcen haben.

@tofuwabohu @sequundi @roblen hab' dich auch so verstanden, lokales caching.
evtl. dann (also, FALLS das oben genannte problem zu einem echten wird) erst, wenn mindestens n nutzer auf der jeweiligen instanz abo haben und nicht bei einer.
meinte nur, so grundsätzlich, sollte sich da ja was machen lassen, bevor es da dran scheitert. und wenn es crowdfunded mediacaches werden.
denke nicht, dass fed wegen der videos zum scheitern verurteilt ist :)
@speckmantel @sequundi @roblen verteilte Mediencaches wurden schonmal irgendwo diskutiert, hab leider nicht mehr in Kopf, was genau und wo. Aber ich denke auch nicht, dass das so ein KO-Nachteil ist, wie im OP Zitat geschildert. Das kriegen wir schon hin.
@roblen Und zum Speicherplatz: auf meiner Single-User-Instanz mit etwas über 200 gefolgten Accounts hat sich der Speicherplatz auf etwa 60gb eingependelt. Ein Worker im Hintergrund räumt da automatisch Dinge weg, was beim Mastodon-Server Standard ist. Größere Instanzen sollten natürlich mehr Platz einplanen, aber für kleine Instanzen ist das überschaubar und bleibt es in der Regel auch.
@roblen
Hochgejazzte Influenzer wird es bei uns hier nicht geben, da die Algorithmen dazu fehlen. Technisch ist das Blödsinn. Das Fediverse hat jetzt schon Millionen Nutzer weltweit und funktioniert immer noch. Es hat sich von seinen Anfänger her sehr langsam entwickelt. Die Entwickler hatten genug Zeit, über Skalierbarkeit nachzudenken. Technisch kann ich dazu aber nichts sagen. Vielleicht jemand anderes?
cc: !helpers
@roblen @BrauchC Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Replies nicht an alle Follower gesendet werden. Diese werden abgerufen sobald jmd. versucht die Replies zu lesen. Wenn ein zweiter Follower das gleiche tut sind die Daten bereits vorhanden. Das Caching wird üblicherweise auch nicht ewig vorgehalten.
Klar skaliert das Ganze nicht so wie bei einem zentralen Server aber da sollte viel Luft nach oben sein.
@roblen Server mit nur 4 aktiven Usern. Das wird natürlich weiter hochgehen, aber auch der Speicherbedarf pro User wird sinken - weil manche ja den selben Accounts folgen.
@gg Danke für den Einblick.

@roblen

Das ist im Wesentlichen korrekt so, wobei einiges durchaus veränderbare Designentscheidungen sind, anderes systemimmanent.

Geht übrigens auch bei Manpower so. Hat dieser Influencende noch eine kontroverse Followerschaft, die sich gegenseitig mit mehr oder weniger gerechtfertigten Meldungen überzieht, darf sich auch jede beteiligte bis erwähnte Instanz mit den Meldungen herum schlagen.

@roblen wenn das stimmen würde, dann dürfte https://loops.video/ nicht existieren ..
Loops.video

The flagship Loops server, a new creative community for sharing videos and going viral.

@Genera1Klaus Hmm. Ich hätte jetzt den Eindruck, dass die Apps im Fediverse auch unterschiedlich mit Anhängen umgehen.

@roblen ja, natürlich gibt es da Unterschiede zwischen Diensten im #Fediverse.

Der Punkt ist aber: dezentrale Dienste funktionieren obwohl nicht nur kleine Datenmengen übertragen werden.
Natürlich haben größere Datenmengen einen Einfluss (und es gibt Menschen, die z.B. #pixelfed als 'schnarch-Langsam' bezeichnen)- aber das ist ein lösbares Problem, das System bricht nicht zusammen

@Genera1Klaus Das ist fein.
Ich bin noch auf der Suche nach etwas Material, wo das vielleicht ein wenig beschrieben wird um es weiterreichen zu können.

@roblen

Apps im Fediverse


Was meinst Du mit "Apps"? Smartphone-Apps, die als Clients die Inhalte unterschiedlich darstellen oder die unterschiedliche Serversoftware (Mastodon, Misskey…)?

Beides hat ja Einfluss auf die Darstellung aber nur Letztere auf die Serverlast. Wobei man die besser nicht als Apps sondern besser "Plattformen" bezeichnen sollte, weil sehr missverständlich und eigentlich auch inhaltlich falsch.

@wolf Habe ich das Wort "Apps" erwähnt. Deine Antwort erscheint bei meinem Ausgangsposting und da finde ich das nicht. Oder meintest du etwas anderes?

Die Terminogie ist im Fediverse immer iweder ein bisschen anders, je nachdem wen man fragt.

Ist GoToSocial an sich jetzt eine Plattform und social.micrblog.at eine Instanz/Server? Und mein Ivory for Mac dann eine App (im Apple Jargon wohl schon - siehe App Store) oder ein Client?

Ich versuche beim benennen besser zu werden.

@roblen Das Fediverse ist ja ein Verbund unterschiedlicher Server für mehr oder weniger unterschiedliche Zwecke. Peertube ist für Videos gedacht. Da wird das Video nur auf der "Heimatinstanz" des Posters gespeichert, und je nach Konfiguration auch zwischen Clients ausgetauscht (peer-to-peer, daher Peertube), wenn es gleichzeitig zahlreiche Zuschauer gibt, um den Server zu entlasten.

Wenn ein Video an einem Mastodon-Post hängt, stimmt die Aussage, es wird repliziert. (1/2) (via @StefanMuenz )

@roblen das liegt daran, dass Mastodon "privacy first" designt wurde: nur die eigene Instanz soll merken, was du liest, nicht die ursprüngliche (außer du teilst/favost).
Das Anhängen von Medien ist eigentlich nur für Bilder und kurze, kleine Videoschnipsel gedacht. PR-Menschen haben dafür leider oft kein Gespür. im Server kann man aber konfigurieren, bis zu welcher Größe er Medien überhaupt zieht, und wie lange er sie vorhält (default nur wenige Tage).

Als Einwand gegen das Fediverse taugt dieses Szenario mMn nicht. (2/2)

@StefanMuenz