Weil ich oft zum Verhältnis von #Union und #Grüns gefragte werde, möchte ich (als progressive Grüne) mal versuchen zu femsplainen :

Durch die Brille des Rechts-Links-Spektrums/progressive versus konservativ ist nicht viel Gemeinsames zu sehen.

Aber die Überschneidungen zwischen „wir sind Bewahrer dessen, was uns hinterlassen wurde“ und „wir sind Treuhänder:innen dessen, was unsern Kindern bleiben soll“ ist nicht so klein, wie viele denken.

Oft hört man bei #Grüns auch die Aussage:

„Die Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten gelingt auf der Sachebene und scheitert am Personal; bei der Zusammenarbeit mit der Union ist es umgekehrt.“

Ich bin mir persönlich nicht sicher, ob ich das so mitgehen würde, aber es könnte eine Erklärung sein, warum S-H eher gut läuft und die Ampel unter Scholz ein Trainwreck war.

@AwetTesfaiesus Außer die Grünen fressen dem Partner (CDU oder SPD) die Wähloj weg. Siehe die Redaktion der CDU in BW.

@lgehr das kann wohl passieren, aber es ist mE zwangsläufig dann die Folgen eines lang anhalten Zersetzungsprozesses im dortigen Lager.

Du musst schon inhaltlich ganz schön bankrott sein, um an eine Partei zu verlieren, die eigentlich keine Volkspartei sein will sondern sich als ein Häuflein der Randgruppen versteht (aber strittig: es gibt viele bei GRÜNS, die eine Volkspartei sein wollen).

Deshalb fühlen Grüns in unterschiedlichen Bundesländern evtl. auch so unterschiedlich an.

@AwetTesfaiesus @lgehr

Weiss nicht so recht, was ich davon halten soll, wenn sich für eine Partei die Frage stellt, sich bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden, ob sie eine Volkspartei sein will.

In meinen Augen sollte eine Partei ein Programm haben, in welchem sich die Überzeugungen der Mitglieder ausdrückt. Also eine Vorstellung davon, wie die Gesellschaft zu gestalten ist. Ob dann das "Volk" davon überzeugt werden kann, stellt sich ja dann raus.

Aber eine bewusste Entscheidung, eine Volkspartei sein zu wollen? Was soll denn das heissen? Ich kann mir darunter nur vorstellen, nach der Wählergunst zu schielen, sein Programm so auszugestalten, dass es (vermeintlich) am meisten Leute anspricht. Das ist für mich die pure Verleugnung einer eigenen Überzeugung.

Oder sehe ich da etwas falsch?

#Politik #Parteipolitik #Wählergunst #Volkspartei #Populismus

@heri @lgehr

Das ist damit gemeint (auch Big Tent Party genannt) :
https://de.wikipedia.org/wiki/Catch-all-Partei

Catch-all-Partei – Wikipedia

@AwetTesfaiesus @lgehr

Aber was soll den daran positiv sein? Das ist m.E. genau der Grund, warum wir soviele farblose Politikant*innen haben, die ihre Fahne je nach Windrichtung drehen. Ohne Profil.

@heri @lgehr es klingt vielleicht nach: wir trauen uns 40+% zu

@AwetTesfaiesus @lgehr

40% ohne Profil? Und dann? Dann seid ihr auch nicht mehr anders als die andern grossen Parteien.

@Awet Tesfaiesus, MdB für scholz waren die grünen der wahre gegner. die spd war heilfroh, dass die fpd die aufgabe übernommen hatte, der politik der grünen steine in den weg zu legen. da fiel die animosität nicht so auf und sie konnten sich unbeteiligt geben. ich vermute, das ist bei der spd auch heute noch so.
@jabgoe2089 das würde ich unterschreiben. Von Angstbeißerei war die Rede
@AwetTesfaiesus @jabgoe2089 So hat sich das auch angefühlt von außen – es war pure Machtpolitik innerhalb der Koalition und null gemeinsames Regierungsprojekt von sowohl SPD und vor allem FDP. Vertane Chance für beide Parteien, eine positive Erzählung ihrer selbst zu präsentieren.

@AwetTesfaiesus

In der Ampel gab es ja erschwerend noch den neoliberalen Stimmenzwerg, der alle nach seiner Pfeife tanzen lassen wollte. Das war dann auch das Ende der Ampel.

@sinistrerOptimismus die zeitweise den Kanzler stellte 😉
@AwetTesfaiesus Wir machen im kommunalen die Erfahrung, auch wenn das jetzt der Wahrnehmung der Flitzpiepen in Berlin widerspricht, die CDU der verlässlichere Partner war/ist. Wenn man da eine Zusage hat, gilt die. So kann jeder "seine Themen" voranbringen, auch wenn es mal schmerzlich für den anderen ist.
Bei der SPD gibt es Ausschüsse in denen man sich einigen soll, alles in Frage gestellt wird, und nichts passiert.
@andreas_tengicki habe ich selten gegenteilig gehört. Die Union ist vertragstreu. Die SPD verspürt quasi wöchentlich den Drang zu Machtspielchen und „Beinfreiheit“. Deshalb ist bei der Union die detaillierte und exakte Vorbereitung entscheidend. Jede Ungenauigkeit werden GRÜNS dann bedauern.
@AwetTesfaiesus Bei uns wird nach der Kommunalwahl eine "GroKo" vermutlich einfach so weitermachen. Stillstand. D.h. für uns wenig Arbeit, viel Frust.
@andreas_tengicki wo bist Du?
@AwetTesfaiesus
Die kleine "Stadt" Griesheim neben Darmstadt. Bei uns wohnen die ganzen Wohlstandsverwahrlosten aus Suburbia jammern und machen weiter so wie bisher. Seit 20 Jahren das gleiche Personal. Zum Gruseln.
@andreas_tengicki Durchhalten! Ich denke, das kann auch dort besser werden.
@AwetTesfaiesus Wir machen hier nichts als Durchhalten, als ich vor 22 Jahren angefangen habe, waren wir ca. 3-4 im OV, sind jetzt wir ca 50. Von 3% auf so um die 20. Diesmal werden wir 19-20 haben, ca 3% und zwei Sitze verloren, dafür sind 3 Linke neu in der SVV.
Aber man würde gerne anfangen die Zukunft zu betreten, aber vorher müsste man ja öffentliche Parkplätze abschaffen. Und wo soll dann der dritte SUV und der vierte RS8 stehen? Echte Probleme hier. Bzw. die echten werden ignoriert.

@AwetTesfaiesus @andreas_tengicki

Ist das so?
Ich bin gerade beim Investitionssondervermögen und insbesondere dem KTF geneigt zu behaupten, dass die CDU auch nicht alles einhält. Auch Kohls Ehrenworte im widerspruch zu dem Amtseid würde ich nicht loben. Keine Zusammenarbeit mit der AfD und dann die Abstimmung im Februar und jetzt die EVP im EU-Parlament. Vielleicht in direkter Zusammenarbeit, aber gegenüber dem Souverän scheint mir diese Ehrlichkeit sehr verwässert.

@Gormfull @AwetTesfaiesus Nur im im kommunalen und ggf noch auf Landesebene. Im Bund kannst Du die CDU spätestens seit Kohl vergessen. Bimbes halt. Da setzen sich die Korrupten durch und nicht die Anständigen.
@andreas_tengicki @Gormfull es gewinnt immer der Hund den weiter füttern
@AwetTesfaiesus
ich habe den Eindruck, dass das sehr daran liegt, welcher Flügel der Union im jeweiligen Bundesland dominiert. Und ich wünsche mir mehr schwarz-grune Erfolge, weil eine Transformation, die nicht von den 'Bewahrern' mitgetragen wird, nach der nächsten Wahl einen. Jojo-Effekt erlebt, wie aktuell an den fossilen Energien sichtbar.
@jakob_thoboell da ist verführerisch zu denken, aber da bin ich nicht sicher
@AwetTesfaiesus
ich glaub nicht, das es ein Automatismus ist, dass das dann bleibt. Aber ich glaube, dass es recht wahrscheinlich ist, das Plane, die nicht Anschlussfähig fur die Union sind, als Wahlkampf-Hebel genutzt werden und dann in der nächsten Legislatur eingerissen.
@AwetTesfaiesus deswegen sage ich guten Leuten, dass sie super gerne in die SPD gehen sollen. Der Fisch stinkt aber leider vom Kopf.
@AwetTesfaiesus Die Ampel mit Scholz litt massiv an Scholz und der FDP

@AlienJay da will ich fast etwas die FDP in Schutz nehmen. Die waren IMHO oft ein Sündenbock für Ideen, von denen Scholz wusste, dass sie unbeliebt sind. Den Schuh hat sich die FDP natürlich auch angezogen und über das Ende der Ampel will ich gar nicht reden, aber ich bin überzeugt, die FDP wäre da mit einem anderen Kanzler auch besser raus gekommen.

@AwetTesfaiesus korrigiere mich gerne, wenn ich das falsch sehe.

@AwetTesfaiesus die zitierte Aussage kann ich aus sechs Jahren Kommunalpolitik bestätigen: Mit der CSU gibt es kaum inhaltliche Übereinstimmung, aber auf Absprachen kann man sich verlassen. Und bei der SPD sind die inhaltlichen Übereinstimmungen eine Glücksfrage (gewinnt gerade der innere Seeheimer oder das soziale Gewissen?) und Absprachen platzen öfter als dass sie halten.