In der Familie sprechen wir relativ intensiv über #ZeroGrowth und überlegen, was wir davon halten und was sinnvolle Schlussfolgerungen sind.

Habt Ihr persönliche Erfahrungen mit #ZeroGrowth oder gar #DeGrowth? Praktiziert ihr etwas konkretes?

Edit: und seht ihr #ZeroGrowth als #Solarpunk ?

@AwetTesfaiesus

Meine persönliche und noch lange nicht abgeschlossene Entwicklung hin zu #degrowth begann vor vielen Jahren im Kopf mit dem allgemeinen Wunsch, sich auf das Wesentliche™ zu besinnen, dabei rücksichtsvoll zu sein, um letztlich freier zu leben.

Verzicht ist keiner, wenn man den Überfluss ablehnt.

Der "alltägliche Konsum" ist kein Naturgesetz. Kleidung kann länger als 6 Monate halten. Ich brauche keine Erdbeeren im Dezember, oder jedes Jahr die neueste Unterhaltungselektronik zu billigsten Preisen.

Praktikabel für uns ist Konsumverzicht, mit wachsender Wertschätzung dessen, was man hat. Wann immer möglich beschaffen wir Waren aus n-ter Hand und der Region, und reparieren was geht, besonders Elektronik.

Attraktiv daran: Das sind alles uns betreffende Entscheidungen, keine "spinnerte Ökodiktatur". #degrowth kann IMHO nicht angeordnet werden.

Und ja; Rücksicht, Kooperation, und Besonnenheit halte ich für #solarpunk AF. Viel mehr gegen den aktuellen Mainstream geht gerade gefühlt nicht.

@AwetTesfaiesus
Nachdem ich den Kommentar von @Gyroplast gelesen habe, wird mir etwas klarer, was du mit praktischen Erfahrungen meinst.

Ich bin seit ca. 2012 konsumkritisch eingestellt und habe zu diesem Thema auch einen gratis Ratgeber in PDF Form auf meiner Webseite.
Das sieht bei mir so aus, dass ich wenig und möglichst bewusst (auch z.B. vegan) konsumiere.
Konkret bedeutet das, ich mache keine Konsumtrends mit.
Ich trage Kleidung gern so lange, bis sie nicht mehr zu reparieren ist.
1/x

@AwetTesfaiesus
Ich gestalte meine Wohnräume nicht alle paar Jahre um, meine Möbel besitze ich zu einem Großteil seit über 28 Jahren, darunter auch einen Schreibtisch, der über 30 Jahre alt ist. Klar, er ist alt und abgenutzt, erfüllt aber immer noch seine Funktion.
Ich war einige Jahre in der Steampunk-Community aktiv, da gibt es viele Maker, die alte Geräte demontieren/umbauen, umfunktionieren und da sehr kreativ werden. Und allgemein wird dort gern mit alten Dingen Upcycling gemacht.

2/x

@AwetTesfaiesus
Upcycling mache ich auch gern, z.B. aus alten Wachsresten Kerzen gießen, in recycelten Gläsern.
Wenn ich etwas neu kaufe, überlege ich mir oft drei Mal, ob ich das wirklich brauche.
Ich fliege auch nicht (mehr) in den Urlaub oder so etwas.

Viele technische Dinge und Gadgets will ich gar nicht haben, z.B. Smarthome-Lösungen, KI-Systeme lehne ich in der Kunst ab.
Und ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben in Sachen Konsumreduzierung.

3/4

@AwetTesfaiesus
Und zu der Frage, ob das alles bzw. Degrowth Solarpunk ist, das würde ich auch so sehen - wie @Gyroplast auch schrieb - weil es eben im Solarpunk nicht um (Über-)Konsum geht, weil mittlerweile klar ist, wie schädlich der in so vieler Hinsicht ist, für die Umwelt, bis hin zu Ausbeutung von Arbeiter*innen, und darüber hinaus.

Und weil in der Solarpunk-Bewegung nach meinem Wissensstand der Kapitalismus, wie er aktuell ist, von vielen eher kritisch betrachtet wird.

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