cem özdemir war der kandidat, der den leuten glaubhafter die illusion von zukunft als verlängerter gegenwart verkaufen konnte (der alte merkeltrick)

sowas ist kein grund zu feiern und vor allem kein modell für irgendwas, sondern ein letztes aufbäumen der verdrängungsgesellschaft vor dem kollaps.

@mspro Wobei man auch bedenken muss das viele SPD und Grüne nicht wählen weil sie so geil sind oder ihnen glauben sondern weil sie hoffen dadurch AfD Politik zu verhindern, was mehr als dumm ist da beide Parteien seit geraumer Zeit nach Rechts rücken und vor allem Leute wie Özdemir sich kaum von einer Petry oder Meuthen unterscheiden und sich auch Perfekt in der AfD wohlfühlen würden. <.<
@mspro Der Mensch ist halt ein Herdentier und läuft immer der Masse hinterher. Kann man auch im Fediverse beobachten. 🕵️‍♂️
@mspro Ich verstehe auch nicht, warum offenbar eine Zukunft so grausam klingt, in der immer mehr Dinge elektrisch betrieben werden - aus Solar und Wind. Weniger Autos und trotzdem kommt man überall hin. Gesünderes Essen - und vor allem: überhaupt eine Zukunft mit möglichst wenig Klimakatastrophe... Ich stell mir eine klimaneutrale Gesellschaft eigentlich ganz cool vor.
Vermutlich wird Trump mit seinem Iran-Krieg und den steigenden Öl- und Gaspreisen mehr für die Klimawende im Kopf tun als der grüne Ministerpräsident.
@kaffeeringe @mspro Wobei das Klima auch egal ist wenn wir dafür unsere Menschlichkeit aufgeben, was mit SPD und Grüne der Fall ist. <.<

@kaffeeringe @mspro

Schöne These: "Die nichtintentionalen Folgen intentionalen Handelns", ein Klassiker, zudem eine schöne Dialektik-Übung. Das Problem ist nur, dass sich die Wendung ins Gute lange hinziehen kann, weil die politische Reaktion, man denke an die Drecksarbeit erledigende Frau Reiche, zu stark ist und insofern mit viel weiterer Zerstörung zu rechnen ist. Sowohl die Philosophin vRedecker als auch der Soziologe Nassehi setzen auf kleine Schritte, nicht "große Geste"

@MartinRost @mspro Man muss die Pläne in der Schublade haben, damit man sie herausholen kann, wenn die Zeit reif ist. Bisher schaffen es nur die Reaktionäre ihre neoliberalen Kleinrevolutionen durchzusetzen, wenn sich historische Fenster öffnen. ("Schock-Doktrin", Naomi Klein)

@kaffeeringe @mspro

Kairos, die Kunst den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben, des ermöglichenden Augenblicks.

Man kann sich an die wichtigen Datingsituationen im bisherigen Leben erinnern, in denen man es vermasselt oder aber hinbekommen hat, man vor allem sich selber nicht im Wege steht. In den gelungenen Situationen ist nachher das gesamte Leben ein vollkommen anderes, auch ohne gutes Vorausplanen. Es wird mit einem Mal alles leicht, selbst Planung.

@MartinRost @kaffeeringe auf „den richtigen zeitpunkt“ kann man nur hoffen, nicht darauf warten. wenn man darauf spekuliert betreibt man ponzi finance. aber ja, es hilft pläne in den schubladen zu haben für den fall.
@mspro @MartinRost So ist es. Sicher ist nur eines: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." 😉

@mspro @kaffeeringe

Ich würde neben Hoffnung noch etwas anderes stark machen. Kairos ist zu einem großen Anteil mit "Spontaneität" verbunden, im Doing: Improvisation, jede Musikerin weiss darum, wann die Wahrnehmung von Wohlgeformtheit in Glück umschlägt.

Es ist so frappierend, wie sich die Themen wiederholen: Für Rosa Luxemburg waren Spontaneität und Organisation unterschiedliche Kairos-Momente derselben Handlungsstrategie, sie waren jedenfalls nicht getrennte Sphären.

@MartinRost @kaffeeringe ich stimme zu, aber jede „intuition“ und jedes „improvisieren“ basiert auf der übung mit dem, was man vorsich hat, einen pfad zu bauen.

aber in einer kollapssitutionen sind viele unserer eingeübten „moves“ nicht mehr funktionabel, teils kontraproduktiv. d.h. du musst wissen, welcher move „hält“ und welcher verlernt werden muss. in solches situationen überschätzt man das eigene wissen und können ständig.

@mspro @MartinRost Ja. Weil so unsicher ist, was bei Revolutionen herauskommt, waren sie in der Arbeiterbewegung immer umstritten. Es gab immer die Revolutionäre und die Reformer. Pläne hatten beide.

Ich glaube, "Hoffnung" oder "Optimismus" sind die falschen Kategorien. "Es rettet uns kein höhres Wesen. Kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun..."

Und noch so ein Zitat: "Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, damit es besser wird."

@kaffeeringe @MartinRost ja, aber wer ist dieses „wir“? wer ist die revolutionäre klasse?

wer hat nichts zu verlieren als seine ketten?

die meisten von uns haben was zu verlieren. glauben sie jedenfalls.

@mspro @MartinRost Da hast Du recht. Wir haben zumindest den Status Quo zu verlieren. Den kenne ich. Ich weiß, wie ich wohne, wie ich heize, wo ich arbeite, wie ich da hin komme. Eine klimaneutrale Zukunft wird an all dem rütteln. Meine Arbeit könnte sich verändern und überflüssig werden. Ich müsste zu einem neuen Job anders hinkommen. Eventuell müsste ich dafür umziehen.

Aber leider könnte man all das besser beantworten, wenn man früher damit anfängt.

@kaffeeringe @MartinRost ich rede von mehr als der energiewende.

wir müssen den kapitalismus stoppen.

@mspro @MartinRost Es ist leichter sich eine Welt ohne Menschen als eine Welt ohne Kapitalismus vorzustellen.

Beim Digitalen sehen wir, dass sich viele Menschen nicht einmal eine Welt ohne Monokapitalismus vorstellen können. Vielleicht könnte man ja ein paar Gesetze machen, damit die netter zu uns sein müssen!?

@kaffeeringe @mspro

Ich muss Euch nicht drauf aufmerksam machen, dass dieses "Zivilisieren entfesselt auftretender Organisationen" im Privaten wie im Öffentlichen DIE Funktion des Datenschutzes ist? Anders formuliert: Datenschutz ist DER Indikator für den Grad der Zivilisation einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Ich vermute, dass auch in einer post-kapitalistischen Welt Ökologie, Feminismus und Datenschutz wichtige Konfliktfelder bleiben.

@MartinRost @mspro "Datenschutz beobachtet die Machtasymmetrie zwischen Organisationen und Personen." -- Martin Rost

Seither verstehe ich, dass Datenschutz nicht nur eine Sammlung von Regeln ist, die ohnehin niemand alle kennen kann. 😉

@kaffeeringe @MartinRost also ich fänd das ja schön, wenn martin recht hätte, aber das sehe ich nicht. datenschutz war bisher machtblind und hat durch dsgvo das machtfulcrum der großen techgiganten noch gehärtet.

der geburtsfehler des datenschutz, ist, dass er dem indivudualistischem persönlichkeitsrecht entspringt, das einfach machtblind ist.

@kaffeeringe @MartinRost
und auch datensicherheit hat diesen fehler. wir können jetzt alle e2everschlüsselt kommunizieren, aber unsere chatgruppe ist halt auch nicht nicht so wichtig, aber die tatsache, dass sich hegseth, rubio und co in signalgruppen absprechen, nimmt uns allen mehr freiheit, als e2e uns je geben könnte.

@mspro @MartinRost Das ist ja bei "Sicherheit" immer die Frage: "Sicherheit wovor?" Der Gurt im Auto schützt uns auch nicht vor Hautkrebs.

Du hast ja Recht: Die Frage ist, "Wie verhindern wir den Missbrauch von Macht?" Aber nicht jede Antwort ist eine Antwort auf diese Frage.

@mspro @MartinRost Ich verstehe Deinen Ansatz so: die DSGVO hat Regeln geschaffen, die die großen tendenziell besser umsetzen können. Kleine schließen ihr Angebot. So, oder?

Das ist natürlich oft das Regulierungsparadox: Es trifft die Falschen, wenn die Regeln für die Giganten gemacht werden.

Du überforderst den Datenschutz. Mit Datenschutz alleine können wir die Macht der Plattformen nicht einhegen. Das ginge am effektivsten darüber, die Plattformen zu verkleinern.

Kleinere Machtasymetrie -> Datenschutz ist weniger gefordert.

@kaffeeringe @mspro

Doch, es ist Datenschutz, es gibt aktuell kein besseres Instrument. Er teilt das Schickdal des Umweltschutzes und die Wirkungslosigkeit des Umweltrechts.

@mspro @kaffeeringe
Michael, das ist eine bedrückend schlicht falsche Sicht auf Datenschutz. Was Du andeutungsweisle formulierst ist das amerikanische Privacynarrativ. Datenschutz thematisert Machtasymmetrien, und ist strukturell kontextiert. Und auch die DSGVO hat diese Kontextierung nicht begraben, auch wenn sich die liberalen libertären DS-Juristen zu Gunsten der Organisationen alle Mühe geben.

@mspro @kaffeeringe

Oh ja, selbstverständlich ist von mehr als der Energiewende die Rede.

@mspro @kaffeeringe @MartinRost in den Industriemetropolen sehe ich die aktuelle revolutionäre Klasse in der Mieter*innenschaft. Also die besitzlosen. Weltweit gesehen sind es halt immer noch die ausgebeutet Arbeitenden.
@kaffeeringe @mspro @MartinRost Die Reformer haben gerade noch ganz knapp die 5% Hürde geschafft...
@Giliell @mspro @MartinRost Die Revolutionäre sind an der 5 %-Hürde gescheitert.
ich würde die Grünen aber auch zu den Reformern in der Gesellschaft zählen. Ich glaube, bei denen gab es in den 1980ern auch stärkere Auseinandersetzungen darüber, ob man die Umwelt im Kapitalismus retten kann, oder ob man die Umwelt vor dem Kapitalismus retten muss.
@kaffeeringe @mspro @MartinRost Die "Revolutionäre" stellten nicht den letzten Bundeskanzler. Das ist ziemliches Äpfel mit Birnen vergleichen. Abgesehen davon, dass es Blödsinn ist, die Linke als "Revolutionäre" zu bezeichnen. Aber so ist das halt: wehe es hat jemand einen Reformvorschlag, der ewtas ändern könnte, schon ist er ein Revoluzzer.
@Giliell @mspro @MartinRost Ich habe nicht die Linkspartei gemeint. Das ist ja auch weitestgehend eine Reform-Partei. Ich hab gerade erst gesehen, dass bspw. die DKP offenbar gar nicht angetreten ist.
@MartinRost @mspro So ist es. Die Novemberrevolution 1918 war gleichzeitig spontan UND seit 1848 vorbereitet.
@mspro
Stimmt. Hagel wäre bestimmt viel besser gewesen?

@logorok @mspro Komischer Reflex, das wird ja nicht mal ansatzweise impliziert :D

Ich denke, es geht eher um das demokratische Dilemma, dass man in krisenhaften Zeiten konservativer wählt, obwohl genau dieses Verhalten erst in die Krise geführt hat.

@RDogPinK @mspro
Wieso Reflex? Auf was ich raus will: wir können uns was wünschen, aber zum jetzigen Zeitpunkt dieser Wahl wäre Hagel die einzig realistische Alternative.
Eine 180 Grad Wende gibt es derzeit nicht, und irgendwen muss man ja wählen.
Und wenn wir Cem nicht wählen gewinnt Hagel.
@logorok @RDogPinK @mspro als wenn Cem andere Politik machen würde als Hagel. Die beiden machen jetzt gemeinsam das schlimmste aus beiden Welten. Andernfalls sagt Hagel, „ich könnte auch jederzeit mit den Blauen weitermachen"
@logorok @mspro Nein, identisch.
@fabio @logorok oder auch schlimmer. darum gehts nicht. wir brauchen eine sofortige 180 gradwende auf allen ebenen. alles andere werden rundungsfehler gewesen sein.
@mspro dass ist richtig, aber es ist jetzt auch nicht so, dass es einen aussichtsreichen Kandidaten gegeben hätte, welcher eine realistischere Sicht auf die Zukunft hätte

@mspro 💯 Und weil gerade das Merkel-Narrativ bedient wurde, das von Merz & Co. weiterfabuliert wird, darf man sich auch mal die Funktion dieses Tricks anschauen: als ein kulturelles Trostangebot, in dem Politiker als „Verlustunternehmer“ auftreten.

https://heinerm.substack.com/p/hocheffiziente-verbrenner-my-ass

Sorry, der Artikel ist n'büsschen verslopt, streift aber einige wichtige Punkte, wie ich finde. Ist bei mir aufgepoppt, als du von der „Illusion von Zukunft als verlängerte Gegenwart“ gesprochen hast. Merci!

Hocheffiziente Verbrenner, my ass: Physik, Ökonomie und das kulturelle Trostangebot

Warum Friedrich Merz‘ Verbrenner-Rettung an Sadi Carnot scheitert – und warum er sie uns trotzdem verkauft.

Heiner's Substack
@mspro Die Welt wird immer komplexer - die Menschen wählen die Politiker, die die einfachen Lösungen versprechen.
@mspro Das kleinere Übel halt…
@mspro
Vielleicht ist er als MP trotzdem besser als „Mr. Rehäuglein“🙏🤷🏻
@mspro Bei der Wahl ging es nicht um Inhalte, sondern um Gefühle.
@mspro Aber er ist doch von den Grüüünen!