Hey #pnpde, ich bräuchte mal ne zweite Meinung zu einem gruppendynamischem Konflikt.

In der Session 0 einigt sich die Gruppe auf einen erzählerischen Spielstil, in dem Werte nur unterstützend sein sollen und nicht im Fokus des Spiels stehen sollten. Bei der Generierung der SC bittet Spieler A, seinen SC allein mit dem SL generieren zu dürfen. Er plane eine intellektuelle Figur mit ein paar Twists, die die Gruppe noch nicht kennen soll. Dem stimmt die Gruppe (leicht zähneknirschend) zu.

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Die Gruppe nimmt aber die SL in die Verantwortung, dass sie auf eine gute Zusammensetzung der SC achtet.

Spieler B baut eine primär kämpferische Figur, der er aber ein paar schurkische Nebenaspekte gibt. Der Rest der Gruppe füllt andere Aspekte.

Drei Sitzungen tief im Hauptspiel stellt sich heraus, dass Spieler A eigentlich primär einen Schurken gebaut hat, der die "intellektuelle" Figur als Tarnidentität nutzt.

Jetzt ist Spieler B auf dem Baum, vor allem gegenüber der SL.

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#pnpde

Spieler B sagt, dass er seinen Charakter ganz anders gestaltet hätte, wenn er von einem anderen Schurken in der Gruppe gewusst hätte, und ist wütend wegen der "verschwendeten Ressourcen" für die schurkischen Fertigkeiten.

Die SL sagt, sie hätte da nicht eingegriffen, weil Spieler B ja nur sekundär als Schurke auftreten wollte und die Werte gemäß Session 0 eh nicht so wichtig sein sollten.

Wie kommt man da wieder raus?

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#pnpde

(Geht btw um eine andere Gruppe als die von gestern.)

@moonmoth @SimonHain
@Morgunin

Danke für Eure Antworten!
Ich gehe etwas ins Detail (auch um die Position der SL zu verdeutlichen) und verwende dazu DSA-Lingo. Es geht Spieler B nicht um klassische Diebestalente wie Falschspiel oder Taschendiebstahl, sondern um Schleichen & Sich Verstecken.
Die SL sagt, das wären individuelle Fertigkeiten, die jeder bräuchte, und kein schurkischer Fokus.

Spieler B sagt dazu, dass die Gruppe als ganzes mit Magierin und Priester eh nicht schleichen wird.

#pnpde

@alexanderondu @moonmoth @Morgunin gibt es keine Möglichkeit, Schleichen für die ganze Gruppe zu ermöglichen, wie zB https://2e.aonprd.com/Feats.aspx?ID=5202&Redirected=1 - und wenn nicht, einfach erfinden!
Finde so Dinge, die nur Einzelaktionen ermöglichen, sowie völlig kontraproduktiv - bin da von Shadowrun und der Matrix-Umsetzung immer wieder hart genervt, und ein Schurke der alleine rumschleicht fällt für mich in die gleiche Kategorie.
Kann man bei DSA nicht umlernen oder so?
Für mich klingt es ziemlich unwichtig, dass jetzt zwei Leute schleichen können, aber wenn jemand erst mal beleidigt ist, kommt man damit ja auch nicht weiter.
Quiet Allies - Feats - Archives of Nethys: Pathfinder 2nd Edition Database

You’re skilled at moving with a group. When you are Avoiding Notice and your allies Follow the Expert, you and those allies can roll a single Stealth check, using the lowest modifier, instead of rolling separately. This doesn’t apply for initiative rolls.

@alexanderondu @moonmoth @SimonHain @Morgunin hm gerade bei DSA haben wir oft Fähigkeiten etwas höher, die nicht direkt etwas mit dem Char zu tun haben. Da kann ich die SL dann eigentlich verstehen. Nur weil ein Spieler Schleichen und Sich verstecken etwas höher hat, heißt das noch lange nicht, dass der Schurkenslot "verbrannt" ist.
Und bei einer größtenteils erzählerischen Runde jetzt ein paar Hundert AP (oder bei DSA5 ein paar dutzend) nachzuweinen ist auch etwas naja.
@alexanderondu @moonmoth @SimonHain @Morgunin also ich denke SL und Spieler A sollten sich entschuldigen und sollten tatsächlich Gefühle verletzt sein sollte es entweder die Möglichkeit zum umlernen geben oder einen kleinen AP Bonus an die gesamte Gruppe.
(darf aber nicht zur Gewohnheit werden. Je nach Gruppe kann das ausarten, dass die Gruppe die ganze Zeit versucht der SL bonus AP aus den Rippen zu ziehen)

@Jaguar @alexanderondu @moonmoth @SimonHain

Ferndiagnose ist schwierig.

Ich schließe mich den anderen beiden an.

Bei DSA mit dem vergleichsweise offenen Skill system sollte das doch aber funktionieren. Schleichen muss irgendwie jeder, und wenn Spieler B Späher der Truppe sein mag, ist es ja vielleicht zuträglich, wenn der Rest weiß wie’s geht.

Entschuldigen ist nie verkehrt. Vielleicht danach auf Sachebene noch mal drüber reden, wenn die Gemüter sich beruhigt haben?

@alexanderondu @moonmoth @SimonHain @Morgunin Kommt mir jetzt nicht ganz unbekannt vor. DSA hat oft so den Anschein von "wir spielen kultur- und setting-orientiert", aber spätestens seit DSA4 auch üble Minmaxing-Möglichkeiten. Das ist eine Spannung die durch pauschales "Wir spielen erzählerisch" nicht per überwunden wird.

(Hinzu kommt ja, dass das Ausspielen einer "Nische" ja auch grundlegend eher eine erzählerische Motivation hat)

Und "mein Charakter ist eigentlich …" ist auch so eine DSA-Krankheit.

Für mich wäre hier die ideale Lösung eine "Session 0K", also wirklich bei Null anfangen. Spielstile und bevorzugtes interagieren in einer Gruppe richtig abfragen.

Ich hatte auch schon richtig positive Erfahrung was die Talent-Orientierung betrifft, wo eben der Professions/Kultur-Ansatz von DSA dazu geführt hat dass zwei, drei Spieler die fast identische Werte in manchen (abenteuer-relevanteren) Bereichen keine Probleme hatten, während sie das vielleicht bei D&D gehabt hätten weil das dann alles "Rogue 1" gewesen wäre. Aber das hatte halt auch sehr viel Buy-In was eher theatralisches Setting-Spiel betraf. Ein mehr "Abenteuer"-orientierter Fokus (z.B. ich will der sein der schleichend kundschaftet) geht dagegen.

Als SL würde ich halt ein bisschen auf Mea Culpa gehen, wie oben gesagt neuer besprechend und meinen Kampagnen-Ansatz dementsprechend ändern. Denn wenn Leute so eifrig auf ihre Skill-Nischen sind, sind die auch nicht zufrieden wenn die nicht häufig genug zur Geltung kommen.

@alexanderondu ich denke auch, dass es auf der Sachebene eigentlich besser ist, wenn 2 Spieler schleichen können. Die Frage ist, was auf der menschlichen Ebene das Problem ist. Vielleicht hatte nur jemand einen schlechten Tag, oder der Spieler fühlt sich grundsätzlich hintergangen oder...

Ich würde aber auch mal sehen, ob Spieler B einfach ein schwieriger Charakter ist. Mit manchen Leuten würde ich einfach nicht mehr spielen wollen. Dafür ist meine Zeit zu knapp

@HeyHoLetsFlow @alexanderondu @SimonHain @Morgunin Könntet ihr mich aus den Mentions nehmen?
@alexanderondu Spieler B kann ich total verstehen. Aber auch gegenüber der SL und dem Rest der Gruppe: Das ist so ein massiver Vertrauensbruch - ihr hattet vorher gemeinsam die Gruppenzusammensetzung besprochen (!) - dass ich da respektvoll aussteigen würde.
@moonmoth @alexanderondu Das sehe ich ganz genau so. Kommunikation ist mit das wichtigste innerhalb der Gruppe. Aus ähnlichen Gründen bin ich auch mal aus einer Runde ausgestiegen.
@alexanderondu Ich wäre da bei Spieler B - aber ich mag es auch nicht wenn die Leute am Tisch ihre Charaktere nicht gemeinsam zumindest besprechen und abstimmen. Da ist Spieler A mit seiner geheimniskrämerei genauso der arsch wie die Spielleitung

@alexanderondu Schritt 1: SL erkennt ihren Fehler an, bei beiden SC nicht genauer über die zukünftige Charakterentwicklung nachgefragt zu haben (sieht mir nämlich ganz danach aus) und bittet um Entschuldigung.

Schritt 2: Ist die Schurkenklasse im verwendeten System groß genug für zwei Spezialisierungen? Wenn ja, zusammensetzen und die Charakterentwicklung (bzgl. Crunch) gemeinsam besprechen. Falls nein: dann muss die SL halt schauen, dass sie encounter so baut, dass 2 Schurken Sinn finden.

@alexanderondu

Wenn die Werte nicht so wichtig sind, geht es ja erst mal um das erzählerische und die screentime der mitspieler. Zwei Schurken stehlen sich da ja unter Umständen die Show.

Zuerst würde ich ein Gespräch in der Gruppe oder unter den Spielern empfehlen. Spieler A erklären lassen warum er quertreibt

Dann stellt sich die Frage kann man beide Charactere so divers gestalten dass sie nicht konkurieren? Wäre es in eurem Spiel denkbar dass einer der charactere den Heldentod stirbt?

@alexanderondu

So richtig sauber kommen SL und Spieler A da nicht raus. SL hat eine klare Absprache gebrochen und Spieler A hat stehenden Auges Spieler B das Spotlight genommen und die Abmachung bewusst unterwandert. Da sind Entschuldigungen geboten.

Wenn die Bereitschaft weiterzuspielen überhaupt noch besteht, müsste man vermutlich irgendwo einen retcon einbauen. Einer der Spieler (logischerweise eher Spieler A) baut seine Figur neu, baut eine neue Figur oder man startet die Kampagne neu.

@alexanderondu Besagte "verschwendete Resourcen" einfach neu verteilen. Werte sind ja zweitrangig.
Oder halt das zugrunde liegende soziale Geflecht zwischen den Spielern beleuchten ;)

@alexanderondu wir hatten ein ähnliches Thema bzgl Diplomatie und Heilfertigkeiten. Unser Kleriker wollte beides ausschließlich für sich selbst beanspruchen mit dem Ergebnis, dass wir nach drei Runden tot gewesen wären wegen Würfelpech und fehlender Heilfertigkeiten anderer Charas. Hat die SL auch so schon kommuniziert.

Man muss sich halt drauf einlassen, dass sich Fähigkeiten decken.

Für mich klingt das einfach nach einem Spieler B Problem. PnP ist ein Gemeinschaftsspiel.

@alexanderondu

Am Einfachsten dürfte sein, dass Spieler B seinen Charakter nochmal anpasst, wenn das für ihn ok ist.

Ich kann aber nicht einschätzen, ob es da keine menschlichen Probleme gibt. Klingt zumindest sehr dramatisch.