Merz erweckt hier mal wieder den falschen Eindruck, dass in Deutschland Steuern von fast 50 % aufs Einkommen bezahlt werden. Aber das ist ja nur der Grenzsteuersatz, der auf den letzten Euro bezahlt wird. Der durchschnittliche Steuersatz liegt auch bei hohen Einkommen weitaus niedriger. (1/5)
Tatsächlich liegt der reale Steuersatz im ungünstigsten Fall (kinderloser Single, GKV, höchste Kirchensteuer) bei einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro gerade mal bei 24 Prozent. Bei 200.000 Euro sind es rund 35 Prozent und selbst bei einer Million noch unter 45 Prozent. (2/5)
Aus diesem Grund ist das Argument, dass man diese Einkommen nicht durch einen noch höheren Spitzensteuersatz belasten darf, irrführend. Denn wenn der Betrag, ab dem der Spitzensteuersatz greift, nach oben verschoben wird, sinkt damit auch der durchschnittliche Steuersatz von Spitzenverdienern. (3/5)
Sofern es wirklich darum geht, kleinere und mittlere Einkommen zu entlasten, ist es darum zwingend erforderlich, gleichzeitig den Spitzensteuersatz etwas anzuheben - denn sonst profitieren hohe Einkommen von der Verschiebung am stärksten. (4/5)
Wer die realen Steuersätze für unterschidliche Einkommen und Konstellationen selbst ermitteln will, kann das zum Beispiel hier tun: (5/5)
https://www.test.de/Brutto-Netto-Rechner-So-viel-Netto-bleibt-uebrig-5557780-0/
Brutto-Netto-Rechner: So viel bleibt 2026 vom Gehalt übrig

Wie viel bleibt 2026 nach Steuern und Abgaben vom Gehalt übrig? Das verrät der Brutto-Netto-Rechner von Stiftung Warentest.

P.S. Neben dieser irreführenden weil verkürzten Aussage findet sich im Podcast übrigens auch noch ein echter Fehler: Merz sagt dort: "Der Spitzensteuersatz wird heute schon bei 68.000 Euro Jahreseinkommen gezahlt." Tatsächlich bezieht sich dieser Wert aber auf das zu versteuernde Einkommen. (6/7)
Und das liegt weitaus niedriger als das Jahresbruttoeinkommen, weil u.a. ein großer Teil der Sozialversicherungsbeiträge abgezogen wird.
Um auf ein zu versteuerndes Einkommen von 68.000 Euro (und damit einen Grenzsteuersatz in Höhe des Spitzensteuersatzes von 42 %) zu kommen, muss das Jahreseinkommen knapp 85.000 € betragen. (7/7)

@mkreutzfeldt Das ganze ist doch eine komplette Scheindebatte, um von der (Nicht-)Besteuerung von Vermögen abzulenken.

Und es ist bedenklich, wie viele Leute hier jedes mal drauf reinfallen.

@mkreutzfeldt Die praktische monatliche Rechnung (bei mir): Vom Brutto bleiben nach Abzug von Lohnsteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Solidaritätszuschlag 61%. Im nächsten Schritt werden dann Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen und damit ist der Auszahlungsbetrag 51,4% vom Brutto. Ich glaube so rechnen viele und das bedient Merz. (ich liege über 100K im Jahr und bin Steuerklasse 1, weil geschieden).
@jwildeboer @mkreutzfeldt "zu versteuernde Einkommen", Jahresbruttoeinkommen, Sozialversicherungsbeiträge. Da gibt es zu viele unterschiedliche Begrifflichkeiten. Das muss einfacher gehen. Im Prinzip nur Brutto (den Betrag habe ich mit meinem Arbeitgeber vereinbart) und Netto (alles abgezogen, über das ich nicht selbst verfügen kann).
@mkreutzfeldt mir war schon so. Hätte mich arg überrascht, wenn ich schon im Spitzensteuersatz wäre, das kam mir fürs Brutto bisschen niedrig vor, die 68k.
@mkreutzfeldt
Vor allem täuschen die hohen prozentualen Zahlen darüber hinweg, was am Ende übrig bleibt. Wer wie Merz auf ein Jahreseinkommen von geschätzt 1.000.000 € kommt (sein Vermögen wird auf 12 Mio geschätzt; mit Zinserträgen, Bezügen und "Nebeneinkünften" dürfte 1 Mio eher konservativ geschätzt sein), behält, selbst wenn er 50% zahlen würde, 500.000 € im Jahr zum Leben. Das sind 41.666,67 € pro Monat (gerundet).
Netto.
Davon lässt sich noch ganz gut leben.
Und Merz ist nicht superreich
@mkreutzfeldt Gut aufgedröselt! Wichtig zu weiteren Einordnung: von einem zu versteuernden Einkommen von 68.000 € bleibt nach Abzug der ESt ein Nettoeinkommen von 50.570 €. Das erreichen nur 5% aller Einzel-Haushalte, nicht gerade Mittelstand. Bei 2 Personen mit nur 1 Einkommen entspricht das einem „bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen“ von 33.700 €, was immerhin 26% aller Haushalte erreichen... https://idw-einkommen.netlify.app
Wie wohlhabend bin ich im Vergleich?

Einkommensverteilung der Gesamtbevölkerung in Deutschland und in ausgewählten Teilgruppen

@mkreutzfeldt

Wenn ich nur die Einkommen betrachte, ist das etwas zu kurz gedacht. Es geht auch darum, die #Vermögenssteuer zu re- aktivieren.

@IngridAusOL @mkreutzfeldt
Und um eine Erbschaftssteuer.

Außerdem wurde der Spitzensteuersatz in den letzten Jahren nur weiter gesenkt - von daher weiss ich nicht was da "ausgequetscht" sein soll.
Ausgequetscht sind nicht die oberen 10% sondern die unteren und mittleren Einkommensklassen.

@mkreutzfeldt
Vielen Dank für Ihre Einordnung!
@mkreutzfeldt Tja, die alte Lüge von den 50% zu zahlenden Steuern. Die wird man seit Jahrzehnten nicht los...
@mkreutzfeldt aber genau das wird doch das Ziel sein? Höhere Entlastung für oben

@mkreutzfeldt Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch, dass die CDU/CSU mal wieder lügt.

https://www.surplusmagazin.de/ki-vermogen-obergrenze-vermogenssteuer-zucman

"Lange Zeig haben Länder wie die #USA oder das Vereinigte Königreich Steuern auf sehr hohe Einkommen erhoben, die faktisch einer Konfiszierung dieser Einkommmen gleichkamen: Zwischen den 1930er und 1970er Jahren lagen die Steuersätze bei über 90%." via @surplusmagazin

»Ich halte eine Obergrenze für Vermögen für vertretbar«

Im Interview schlägt der Wirtschaftsprofessor Gabriel Zucman als ersten Schritt gegen Ungleichheit eine Vermögenssteuer von mindestens zwei Prozent vor.

Surplus – Das Wirtschaftsmagazin
@mkreutzfeldt
Man fragt sich, ob er's nicht besser weiß oder ob er absichtlich täuscht. Und ich bin nicht sicher, was ich schlimmer fände.
Ich bin mir sicher, er täuscht absichtlich!
Sein Einkommen war auch in der Vergangenheit hoch genug. Falls er den Bezug zur Realität verloren hat, genügt eine Nachfrage bei seinem Steuerberater
@gnaddrig @mkreutzfeldt
@gnaddrig @mkreutzfeldt
So blöd kann er nicht sein, das nicht zu wissen.
Er täuscht ganz klar absichtlich.
@gnaddrig @mkreutzfeldt Merz ist Lobbyist durch und durch. Der lügt, nichts anderes. Er verbreitet halt das was ihm von BlackRock und den 1029581287518 anderen Unternehmen wo er "angestellt ist" in den Mund gelegt wird. <.<

@mkreutzfeldt

Und mit geschickten Investitionen kommt man ganz easy zu Brutto = Netto (rein steuertechnisch gesehen). Hab ich jahrelang in meinem Berufsleben mit einem Vermögensberater so hinbekommen.

Das eine ist der Steuersatz, der anfallen würde und das andere sind die wirklich gezahlten Steuern ...

@mkreutzfeldt

Ein sehr wichtiger Punkt, hier haben viele komplett falsche Vorstellungen und verbreiten Unwahrheiten. 👍

@mkreutzfeldt
Kurze Frage wie man auf 24% kommt? Weil wenn ich bei mir auf die Jahresabrechnung gucke liege ich da etwas drüber. Und ich bin schon noch unter 100k. Und ohne Kirchensteuer.
@diabhoil Welche Jahresabrechnung meinen Sie?
@mkreutzfeldt
Ich habe das glaube ich falsch verstanden. Sie meinten vermutlich die reine Lohnsteuer ohne die GKV. Ich hatte ihren Satz so verstanden, dass es inklusive GKV bei 24% sein sollte. Das würde natürlich nicht passen. Mein Fehler.

@mkreutzfeldt

Ich weiß genau, wo die Zitronen in Deutschland sitzen, Herr Bundeskanzler: am unteren Ende der Einkommen der arbeitenden Bevölkerung. Punkt.

@mkreutzfeldt
Was ist das für eine Reichensteuer von der er da faselt?

@musevg @mkreutzfeldt
Eine nicht existierende Steuer - unser Kanzler suggeriert etwas, was nicht vorhanden ist.

Man kann ihn ja gern mal fragen, wie hoch denn die Reichensteuer ist. Und vor allem, warum er sie zahlt, wenn er doch nur gehobener Mittelstand ist?

@albrecht @musevg @mkreutzfeldt Ich mag mich täuschen, aber unser Kanzler ist meines Wissens mehrfacher Millonär.

@Chris @musevg @mkreutzfeldt
Gehobener Mittelstand - so hat sich unser Kanzler selber eingruppiert. Hätte ich als Zitat mit "" kenntlich machen sollen.

Edit: "Gehobene Mittelschicht" - das waren seine Worte.

@albrecht @musevg @mkreutzfeldt Ich wäre auch gerne gehobener Mittelstand.
@Chris @musevg @mkreutzfeldt
Nach der Skala würde mir schon Mittelschicht vollkommen zum Leben ausreichen.
Reichensteuer | bpb.de

umgangssprachliche Bezeichnung für den seit 1. 1. 2007 geltenden Zuschlag von 3 % zur Einkommensteuer für die Bezieher hoher Einkommen. Private Einkommen von über 250 731 € bei Ledigen und 501 462 € bei gemeinsam veranlagten Eheleuten werden mit eine

bpb.de

@mkreutzfeldt
Heute lernte ich. Danke!

Warum wird eine Steuer auf *Einkommen* mit *Reichtum* geframet? 2007 war schon Merkel, oder?

@mkreutzfeldt Wegen solchen Medien hat Rotrotgrün in Deutschland keine Chance auf Erfolg.
@mkreutzfeldt Streichen wir halt die Kirchensteuer.
Bild.de.
Als nächstes folgt wieder Beamten-Bashing
@mkreutzfeldt
@mkreutzfeldt der durchschnittliche Steuersatz liegt gerade bei richtig hohen Einkommen deutlich niedriger als bei normalen Einkommen
@mkreutzfeldt
Auf der Grundlage der (streitbaren) Aussage "Hohe EINKOMMEN werden bereits sehr hoch besteuert" ein Argument gegen VERMÖGENsteuern bzw Erbschaftsteuern zu machen, ist auch ein... interessanter Move.
Denn Vermögen und Erbschaften können ja auch unabhängig von Einkommen sein und auch komplett unabhängig von Leistung.
@mkreutzfeldt Das ist richtig, der tatsächliche Steuersatz ist bedeutend niedriger. Aber kommt es darauf an?
Viel wichtiger ist doch die sog. Staatsquote, die Summe aller Steuern und Abgaben auf das Einkommen. Und die liegt bei rund 50 %.
Und Vermögende, Parlamentarier, Beamte und sonstige Begünstigte dürfen sich aus der solidarischen Finanzierung unseres Gemeinwesens verabschieden und sich die Rosinen der sozialen Sicherheit herauspicken und ungeniert die Früchte unserer Leistungen nehmen.
@mkreutzfeldt Gibt's einen speziellen Grund, warum du der Bild Zeitung hier Reichweite ermöglichst, oder hast nicht darüber nachgedacht?
@lobingera @mkreutzfeldt das ist doch nur n Screenshot, kein Link whatsoever. Ich find das jetzt nicht so wild
Und am Ende ist es ja durchaus richtig, ne Quelle für Merz' Aussagen anzugeben.
@SoziAufTour @mkreutzfeldt Die Quelle wäre der erwähnte Podcast.

@mkreutzfeldt

Ich finde ja, wenn er denkt dass es so ist, dann soll er auch genau danach selbst seine Steuern bezahlen müssen...

@mkreutzfeldt Mein Screen hat eben beinahe den Geist aufgegeben, weil BILD eingeblendet wurde.
@mkreutzfeldt und was bitte haben mitgliederbeiträge für religionsvereine in der Aufzählung verloren?!

@mkreutzfeldt
Dumme Einlassung von Merz u. subtil von der Bild.
Nicht Steuerlast, es geht um Steuergerechtigkeit!

Reale Steuerlast vs. nominelle Steuerlast.
Wenn wir nur die Lohn- u. Einkommensteuer betrachten, sieht es so aus, als ob die "obersten 10 %" alles tragen.
Schaut man jedoch hinter die Kulissen der Vermögensverwaltung u. der Unternehmensstrukturen, verändert sich das Bild massiv.
Da die obersten 1 % den Großteil ihres Einkommens aus Kapital u. nicht aus abhängiger Arbeit beziehen.

@mkreutzfeldt Das man sich überhaupt auf die Nebelkerze einlässt...
Doch, Herr Merz. Bei 100 Millionen sind auch mehr als 50% locker möglich - ohne dass der Besitzer mehr bemerkt, als dass sich eine Zahl verändert. Auf die Lebensrealität hat das keinen Einfluss.
@mkreutzfeldt
Naja, bei einem Vermögen von 12 Millionen Euro und einem Jahreseinkommen von ca. 360.000 Euro könnte man seinen Standpunkt vielleicht verstehen 🫤 🤷... 🤔
@mkreutzfeldt Es ist auch nicht seriös, die Kirchensteuer mit zu betrachten, denn die ist ein Mitgliedsbeitrag für eine freiwillige optionale Mitgliedschaft.
@mkreutzfeldt Mit Reichensteuer…. boah, wenn ich die mal in den Genuss kommen darf sie zu zahlen , werde ich mich nie mehr über zu hohe Steuern beklagen. Ehrenwort. 🤦
@mkreutzfeldt ich finde es ok, keine neue Steuer einzuführen, dafür sollten wir aber dann auch wieder die ausgesetzte Vermögenssteuer wieder nicht aussetzen.

@mkreutzfeldt

Der Kanzler der es mit der Wahrheit nicht so hat, braucht für seine Storys den Lautsprecher der Republk!

@mkreutzfeldt Danke für den Thread. Die Union kramt diesen Mythos immer dann wieder raus, wenn es um höhrere Beteiligung von sehr Vermögenden u. Beziehern von hohen Einkommen an gesellschaftlichen Ausgaben geht.
Kaum kommt die sPD mal zaghaftem Aufschlag daher, wird mit diesem nonsens alles im Keim erstickt.🙄
Perfide, die Kirchensteuer mitzuzählen, es gibt keine Pflicht in der Kirche zu sein.
Anders die MwSt auf Lebensmittel, die besonders Ärmere belastet.

@mkreutzfeldt

Ich oute mich hier mal: Ich habe grössere Teile meines Lebens so viel verdient, dass ich den Spitzesteuersatz zahlen musste.

Und ich hatte hinterher trotzdem noch genug für ein angenehmes Leben ohne Geldsorgen (was ich nach einer Kindheit in echter Armut besonders zu schätzen wusste)

Angenehmes Leben beinhaltet auch Krankenhaus, Strasse, Bahn, Feuerwehr und die Gewissheit, dass ich auch wenn alles schief geht noch Geld bekomme.
Von Menschen mit weniger Glück ganz zu schweigen.