Es kotzt mich an, wie sehr auch bei der Teilzeit-Debatte viele die Verwertungslogik reproduzieren. Es ist scheißegal, warum jemand Teilzeit macht. Es ist scheißegal, ob die Person dadurch produktiver ist oder nicht. Lasst euch mit den Brandstiftern doch gar nicht erst auf solche Diskussionen ein 🙄

"Dank Teilzeit bin ich produktiver als vorher!" - super, du bist ein ganz toller Arbeitnehmer.

"Nur mit Teilzeit kann ich all meine anderen Verpflichtungen erfüllen." - und das hältst du für einen guten Zustand?

Spart euch solche Verwertungsargumente, es geht den Brandstiftern um Brandstiftung, denen sind Argumente sowieso völlig egal.

@blogwart Wenn jemand sagt "Ich arbeite Teilzeit, weil ich lieber faul auf der Couch rumlümmle als zu schaffen", dann ist das völlig OK. Wir leben doch nicht in einem Zwangsarbeitssystem. Zumindest sollte es nicht so sein, die Wirklichkeit hat schon solche Elemente.

@lupusalex @blogwart

Wenn Jemand lieber was Anderes macht, dann ist sogar Teilzeit schon Zwang.

So lange die "Grundsicherung" nicht zu leben reicht, wird das auch so bleiben.
Menschen werden immer gezwungen, etwas zu machen, allein, um ueberleben zu koennen.

Das ist halt nun mal die Sklaverei vom Kapitalismus. Wer ja zum Kapitalismus sagt, sagt auch ja zur Sklaverei.
Aber das Grundgesetz ist ja in dieser Hinsicht nicht so wichtig.

@cmister26 @blogwart Vom Grundtenor bin ich bei dir.
Aber wer als weißer Europäer davon redet in Sklaverei zu leben, der verharmlost die Verbrechen die Europäer verübt haben als sie Menschen als Sklaven gehandelt haben. Als Nachfahren der Täter sollten wir mit diesem Begriff vorsichtiger umgehen.

@lupusalex @blogwart

Ich finde, man sollte es beim Namen nennen.
Gut, Sklaverei geht auch noch viel uebler, aber es bleibt Sklaverei.
Es gab sicher auch Sklaven, die viel besser gelebt haben, als es heutige Menschen haben.

@cmister26 @blogwart Ich kann dir nur empfehlen dich mal mit dem Kolonialismus auseinanderzusetzen. Was du da sagst ist unerträglich.
Kann dein Arbeitgeber dich verkaufen? Dich straffrei vergewaltigen? Oder dich einfach töten, weil du ja nur eine Sache bist?
Dieser Vergleich hinkt nicht nur, er verhöhnt alle die wirklich Opfer von Sklaverei waren.

@lupusalex @blogwart

Also ich beantworte das mal Punkt fuer Punkt:
Ja, Arbeitgeber werden gewinnbringend verkauft. Nennt sich Arbeitsagentur.
Ja, Arbeitnehmerinnen werden sexuell genoetigt und sie zeigen das nicht an, damit sie weiterhin arbeiten koennen.
Ja, es gibt sogar einen Preis fuer Arbeiter, die beim arbeiten ums Leben kommen.

Aber wie geschrieben, es geht immer schlimmer.

Das Schöne an Mastodon ist, dass man manchmal Menschen trifft, die es einsehen, wenn man sie auf ihre Irrtümer aufmerksam macht.

@ cmister26 @mastodon.social

gehört da leider nicht dazu. Derlei unfruchtbaren Gesprächen mit diesem Account wird von mir ab jetzt vorgebeugt.

@lupusalex @blogwart

@blogwart das Wirtschaftswachstum will und will nicht steigen, 'trotz' unseres Wirtschaftskompetenzkanzler! Und damit ihm das nicht auf die Füße fällt, muss es einen Schuldigen geben - in diesem Fall sind es Menschen in Teilzeit!
Die Schuld für bankrotte Kommunen liegt bei Flüchtlinge und die Schuld für leere Sozialkassen sind Menschen, die Bürgergeld bekommen! Es sind immer die anderen, es liegt niemals an der Regierung!
@blogwart Ich haue solchen Leuten einfach mal um die Ohren, daß wir alle viel, viel fauler werden müssen, weil die Wirtschaft schrumpfen muß, weil sie schon viel zu groß ist für den Planeten Erde. Und wenn es nicht genug für die kleinen Leute gibt, dann muß man es eben bei den Reichen wegnehmen, bis die nicht mehr reich sind, sondern genauso kleine unbedeutende Ärsche wie alle anderen.
ein kleines z (@[email protected])

@[email protected] Merz anglifiziert einfach den Begriff "persönliche Lebensentscheidung", damit es klingt wie so neumodischer, abgehobener Firlefanz, den die fleißigen Boomer früher ja schließlich auch nicht gebraucht hätten, und nicht wie der Unterschied zwischen grundsätzlichen Freiheiten, die Menschen in einer Demokratie normalerweise haben, und extrem fremdbestimmter, unterdrückerischer Ausbeutung, in der Menschen nicht mehr erwarten dürfen, irgendwas über sich und ihr Leben entscheiden zu können. Wir müssen ganz dringend aufpassen, dass wir in unserer Kritik an dieser Scheiße nicht aus Versehen auf den Zug aufspringen, dass Menschen nur das Recht auf das haben sollen, was sie müssen (Eltern pflegen müssen, Kinder erziehen müssen, den Haushalt bewältigen müssen...). Dieses Wort "Freiheit", was sich ja auch CDUler*innen gerne auf die Fahnen schreiben, bezeichnet nämlich eigentlich das, was Menschen WOLLEN, ohne zu müssen. Wir sollten jeden Tag 3x so öffentlich wie möglich betonen, dass es absolut legitim und selbstverständlich ist, dass Menschen in einem Staat, der keine Autokratie oder Diktatur ist, das verdammte Recht darauf haben, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es WOLLEN. Und deshalb wäre es ein f*cking riesiger, inakzeptabler Skandal, wenn "Ich will einfach nicht Vollzeit arbeiten" kein legitimer Grund mehr wäre, in Teilzeit zu arbeiten. Auch wenn es in einem Gesetz für jedes auch nur erdenkliche "Müssen" eine Ausnahmeregelung gäbe, müssten wir mit Krallen und Zähnen das Recht auf Lebensentscheidungen nach dem persönlichen Willen verteidigen. #LifestyleTeilzeit

queer and comfy cuddle group
@blogwart mein Gedanke bei der Thematik ist, warum jemand anderes als ich entscheiden soll, wie viel Geld ich verdienen/Stunden ich arbeiten will. Übergriffig af.
@fbeirau @blogwart jain. Solange du denn anderen dadurch nicht auf der Tasche liegst, bin ich bei dir. Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss ;-)
@K_Man @blogwart hüh :)!
Aber bitte erzähle mir mehr. Mein Einkommen besteht aus meinem Gehalt. Auf wessen Tasche könnte ich da liegen?
@fbeirau @blogwart wenn du mit deinem Teilzeit Gehalt auskommst, ist doch alles super. Wenn du aber mit dem Gehalt nicht auskommst und Aufstockung/Unterstützung brauchst, nicht mehr so super.
@blogwart Ich hab schon öfter von Menschen gehört, die ihr Leben lang gearbeitet haben, um es sich dann in der Rente gut gehen zu lassen (was inzwischen auch privilegiert ist). Und dann sind sie entweder vorher gestorben oder hatten nicht mehr viel Lebenszeit in der Rente.
Man sollte im hier und jetzt leben. Und wenn man es sich finanziell leisten kann weniger zu arbeiten und mehr zu leben, dann ist das gut.
Und wenn man einfach nicht Vollzeit arbeiten kann, dann sollte es Unterstützung geben.

@thewhite969 @blogwart

Dann steht auf dem Grabstein "Hat immer hart gearbeitet" 🥹

@blogwart sehr richtig, pommes!

„they say jump, you say how high“

Absolut richtig. Jeder sollte so wenig arbeiten dürfen, wie er will.

Aber nur, wenn er akzeptiert:
Das er weniger verdient
Das er weniger Rente beziehen wird
Das er ggf. bei Beförderungen übergangen wird
Das die die mehr haben, ihn nicht alimentieren werden.

Und über wie viel Menschen reden wir hier überhaupt? Lohnt die Debatte überhaupt?

@stefanborchertnienwohlde ja, lohnt sich. Recht auf Teilzeit bei vollem Lohnausgleich, wir sind schließlich im Jahr 2026.
@stefanborchertnienwohlde sorry, ich weiß nicht, wovon du redest.
Für alle unter 40 ist die ges. Rente ein gigantisches Minusgeschäft.
Für mich als Akademiker macht es beim Netto kaum einen Unterschied, ob ich 2 oder 4 Tage arbeite.
Und wenn ich mich aus diesen und anderen Gründen irgendwann nicht mehr selbst versorgen kann, möchte ich gerne von einer solidarischen Gesellschaft alimentiert werden
@Thore wenn wir alle als Homo Oekonomicus durchgehen wollen, hab ich unter dem Strich ein Problem, ein gewisses Maß an Wohlstand für alle zu finanzieren.
Wir reden hier doch uber eine wirklich geringe Menge an Menschen, die einfach weniger arbeiten, um wirkliche alimentiere Freizeit haben zu wollen. Das ist eine Merz Nebelkerze um den Fokus auf die Schwächsten zu lenken. Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, unsere Millionärserben, Fondsbesitzer beim Nichtstun zu stören.

@stefanborchertnienwohlde bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe, aber ich denke, du übersiehst, dass es Umverteilungseffekte in alle möglichen Richtungen gibt, und wir uns alle irgendwie gegenseitig alimentieren.
Die Grundsicherung geht von oben nach unten, aber Rente und Gesundheit verteilen eindeutig von unten nach oben um.
Wir leben ja nicht allein auf einer einsamen Insel, und wollen eine solidarische Gesellschaft sein

1/3

@stefanborchertnienwohlde
Wenn (plakativ) Thore sich unter völliger Missachtung seiner Rechte als Arbeitnehmer zu unmöglichsten Tageszeiten für 13,50 den Buckel krumm ackert, finanziert er damit auch Stefans Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale, Steuerabsetzungen, Gesundheitssystem, usw.
Privilegien, zu denen er selbst keinen Zugang hat.
Ohne seine billige Arbeitskraft wären auch für Stefan Hotel, Restaurant etc. zu teuer

2/3

@stefanborchertnienwohlde
Bitte nicht falsch verstehen:
Ich weiß nichts über dich und deine Lebensumstände.
Ich erwähne unsere Namen nur zur Veranschaulichung.

Beste Grüße!

3/3

@Thore alles im Ordnung.
Ich denke aber, wir sind grundsätzlich nicht weit auseinander.

Ich bin der Meinung, dass Probleme nicht gelöst werden, wenn man immer auf andere zeigt, weil die das ja genauso machen. Diebstahl an der Allgemeinheit wird nicht legal, weil es alle tun. Man sollte jeden Diebstahl einzeln betrachten.

Aber Deutschland hat Black Rock Merz gewählt, weil es Scholz nicht mehr wollte, und es nun bereut.
Viele Grüße

@stefanborchertnienwohlde
Wo hört Solidarität auf, wo fängt Diebstahl an?
Es ist doch eine gute Sache, dass Menschen sich gegenseitig stützen, es Versicherungen gibt und grundsätzlich eigentlich niemand allein gelassen wird, der/die sich in einer Notsituation befindet. Der Mensch lebt in Gemeinschaften weil er so stärker ist. Wer Gutes tut, dem widerfährt Gutes.
Funktioniert natürlich nur ohne Blackrock-Gierschlunde, die den ganzen Kuchen für sich haben müssen, und da finden wir wohl zueinander

@stefanborchertnienwohlde Wer ist "er" und warum sollte er das akzeptieren?

Vollzeitarbeit ist ein Relikt aus den 70ern des letzten Jahrhunderts. Seitdem gab es eine krasse Steigerung der Produktivität, die nicht bei den Arbeitenden angekommen ist.

@nusse
Wer "er" ist?
Vielleicht der, dessen Wohlstand, Gesundheitsversorgung, Möglichkeiten und Sicherheit seit den 70ern erheblich gewachsen ist.
Aber ja, der Wohlstand ist ohne Zweifel ungerecht zugunsten der Besitzenden verschoben worden. Aber das ist ein anderes Thema.

@stefanborchertnienwohlde @nusse

Eigentlich ist das kein anderes Thema, weil es ja genau miteinander zu tun hat.

@stefanborchertnienwohlde @nusse

Wenn der statistisch über die Dekaden deutlich gestiegene Wohlstand gerecht verteilt wäre, könnten wir von deutlich geringeren "Normalarbeitszeiten" reden.

@Pommes Jefferson wer diskutiert denn mit denen?

@blogwart was auch schlimm ist: dieser Fetisch auf " hat arbeitende" Leute. Es scheint es l gar so wer nicht bis zum umfallen arbeitet, darf hat keine Ansprüche stellen. Und so ist das ja auch immer gemeint.

Klar es gibt Leute die reißen krass was weg, will sie keine Wahl haben. Aber die meisten würden dich lieber "normal" arbeiten.

Und wenn ich meine Arbeit schaffe ohne daran kaputt zu gehen, ist es dann nix wert?

@rhold @blogwart

Und es wird nebenbei total ausgeblendet, wer wirklich "hart" arbeitet.

Carearbeit. Oder wer trotz Behinderung/chronischer Krankheit arbeitet, nur weil es sonst keine ausreichende Absicherung gibt. Usw.

@rhold @blogwart Ich habe mich kaputt gearbeitet, bin dadurch jetzt chronisch krank, und als Dankeschön dafür bekomme ich medizinische Vernachlässingung und von seite der Politiker Verachtung.

Es ist als ob man in deren Augen nichts taugen würde, egal was man tut.

@blogwart Sie wollen Spalten UND von eigentlichen Problemen ablenken. Mehr ist es nicht. Die ganze Bande schädigt D mit ihrer Art der Staatsführung.

@blogwart

Das einzige, wo das Argument aus meiner Sicht vielleicht relevant wäre, wäre Teilzeitkräfte entsprechend besser zu bezahlen.

@blogwart

4*4 Stunden mit vollem Lohnausgleich wäre doch eine Forderung :)