Ich würde mir ja eine App wie bei #Meshtastic / #Meshcore für #APRS wünschen.

Also eine Möglichkeit, einfach und komfortabel über Bluetooth am Smartphone Nachrichten zu schreiben und zu lesen, die dann durch den #Amateurfunk-Transceiver ausgesandt und zwischengespeichert werden.

Ich denke, eigentlich müsste man dafür nur einen ESP32 so programmieren, dass er das Meshtastic/Meshcore-Bluetooth-Protokoll spricht, das ganze Knotenmanagement macht und dann über normales #AX25-#KISS-#PacketRadio mit einem Transceiver spricht. Zumindest Meshtastic hat bereits einen #HamRadio-Mode, in dem die Verschlüsselung deaktiviert wird, somit sollte auch regulatorisch dem nichts entgegen stehen.

Denn, ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen, am Spruch "Life is too short for QRP" ist schon was dran. Nachrichtenaustausch mit Signalen knapp über der Grasnarbe kann unglaublich frustrierend sein.

@ls
Sorry, dass ich dich die ganze Zeit nerve, aber was ist denn APRS? Ist das sowas wie Meshtastic für den Amateurfunkbereich?

@Sherlock_Homeless Du nervst nicht, frag was Du wissen möchtest... 😀

APRS (https://de.wikipedia.org/wiki/Automatic_Packet_Reporting_System) hat Ähnlichkeiten zu Meshtastic, ist aber schon deutlich älter.

Man kann darüber seine eigene GPS-Position verschicken (unter https://aprs.fi/ kannst Du auf einer Karte schauen, wer bei Dir in der Gegend so unterwegs ist), Textnachrichten versenden und empfangen, aber auch virtuelle Wegweiser und Positionsmarken setzen, z.B. für Repeater oder zu einem Fieldday.

Fieldday nennt man, wenn sich Funkamateure auf einem Acker (meistens eher Campingplatz) treffen, um in der Natur, entfernt von den Funkstörungen der Großstadt, zusammen zu funken (manchmal auch um an Wettbewerben telizunehmen).

Ich habe z.B. mein Funkgerät so eingestellt, dass es alle 10min einen Hinweis sendet, auf welcher Frequenz ich mich gerade befinde. Wenn mich jemand sucht, kann derjenige dann einfach auf diese Frequenz wechseln und eine Sprechfunkverbindung aufbauen.

Ein großer Vorteil von APRS ist, dass man theoretisch die volle legale Leistung der Amateurfunk-Station verwenden darf (in Deutschland bis zu 750 Watt - eine Sendeleistung, die Nicht-Funkamateure nur von ihrer Mikrowelle kennen 😀). In der Praxis kommt man mit deutlich weniger aus, ich sende eigentlich nie mit mehr als 5 Watt. Die Verbindungen mit APRS sind also deutlich stabiler und weitreichender als normales Meshtastic & Co.

Wobei im Amateurfunk auch zunehmend LoRa verwendet wird, sowohl mit Systemen wie MeshCom als auch im Sinne von APRS-über-LoRa.

Ist ein weites und spannendes Feld. 😀

Automatic Packet Reporting System – Wikipedia

@ls
Okay, hört sich spannend an. Gibt's das auf allen Amateurfunkbändern oder nur für ausgewählte? Und braucht man dafür extra Hardware? Plane nämlich bald Klasse N zu machen und fände sowas spannend, wenn ich schon etwas Erfahrung gesammelt habe.

@Sherlock_Homeless Die übliche Frequenz ist 144.8 MHz, das ist das Zentrum, das z.B. auch über aprs.fi auf der Karte sichtbar wird. Aber im Prinzip geht APRS auf jeder Frequenz mit genügend Bandbreite (für Kurzwelle ist klassisches APRS nicht geeignet, dafür gibt es optimierte Verfahren).

Es gibt Funkgeräte, die APRS inkl. GPS direkt eingebaut haben, die funktionieren dann auch komplett ohne PC. Klassisches APRS ist sehr simpel und funktioniert im Grunde mit jedem FM-Funkgerät (es werden immer nur 2 Töne gesendet - AFSK nennt sich das).

Früher hat man dafür einen TNC (https://de.wikipedia.org/wiki/Terminal_Node_Controller) verwendet, das kann man sich wie ein Modem zwischen PC und Funkgerät vorstellen. Heutzutage kann man das auch alles in Software lösen und das Funkgerät einfach an die Soundkarte anschließen.

Mit Apps wie APRSdroid (https://aprsdroid.org/) geht das auch mobil ohne PC über ein Android-Gerät. Ebenso gibt es Standalone-GPS-Tracker, die ein sendefertiges NF-Signal rausgeben. Das kommt immer ein wenig drauf an, welche Features man nutzen möchte, insbesondere ob man nur senden oder auch empfangen (für Textnachrichten wichtig) möchte.

Es gibt im Internet Web-SDR, also Webseiten mit denen man Frequenzen empfangen kann. Damit solltest Du auch ohne Hardware Signale empfangen und mit passender Software dekodieren können.

Terminal Node Controller – Wikipedia