4/ Karl-Heinz Hoffmann ging dann irgendwann ins Gefängnis.
„Im September 1983 wurde Hoffmann als Auftraggeber des Erlanger Doppelmords angeklagt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth begann die Hauptverhandlung erst im September 1984. Es verurteilte Hoffmann am 30. Juni 1986 wegen Geldfälschung, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung sowie Vergehen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu neuneinhalb Jahren Freiheitsstrafe, sprach ihn aber vom Verdacht einer Mordbeteiligung frei.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Hoffmann_(Rechtsextremist)
Rechtzeitig 1989 wurde er wegen guter Führung und günstiger Sozialprognose vorzeitig entlassen:
„Im November 1988 versuchte Hoffmann, mit einem Hungerstreik Hafterleichterungen zu erzwingen. Am 14. April 1989 lehnte das Landgericht Bayreuth seine vorzeitige Freilassung ab, weil eine „günstige Sozialprognose“ fehle. Zu befürchten sei, dass er sich danach wieder in die rechtsextreme Gemeinschaft einordnen werde. Der Hungerstreik gleiche einer Nötigung, also jener Handlungsweise, für die er unter anderem verurteilt worden war. Im Juli 1989 bescheinigte die Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth Hoffmann jedoch eine „beanstandungsfreie Führung“ und einen „zuverlässigen und fleißigen Arbeitseinsatz“ in der Haft. Nach Hoffmanns Anhörung entschied das Oberlandesgericht Bamberg, ihn auf vierjährige Bewährung vorzeitig zu entlassen. Sein Hungerstreik sei nur Ausdruck der „Verzweiflung“ über nicht gewährte Erleichterungen gewesen. Er habe geäußert, dass er „keine Uniformen mehr sehen“ könne, „in Ruhe zusammen mit seiner Frau leben“ wolle und sich seine Interessenlage genauso geändert habe wie „die seiner früheren Kameraden“. Somit habe er „glaubhaft zu erkennen gegeben“, dass er sich von seiner Vergangenheit losgesagt und eine günstige Sozialprognose habe. Er erhielt keine gerichtlichen Auflagen und musste keinen festen Wohnsitz nachweisen. Zwei Tage vor dem festgesetzten Termin ließ die Justizvollzugsanstalt ihn frei. Er wohnte zunächst wieder auf Schloss Ermreuth.“
1989 ging er zurück nach #Kahla in #Thüringen, kaufte die halbe Stadt auf und stellte Nazis Räume zur Verfügung und half beim Aufbau von Strukturen:
„Parallel zu seinen Geschäften nahm Hoffmann wieder Kontakt zu früheren WSG-Mitgliedern auf, darunter Bernd Grett und Anton Pfahler, die nun zur NPD gehörten. Pfahler war der frühere WSG-Waffenlieferant; auf seinem Privatgelände fand man 1998 Maschinenpistolen, Handgranaten, Munition und NS-Propaganda für einen politischen Umsturz. Ferner hatte Hoffmann Kontakt zum „Stahlhelm“-Mitglied Klaus Kämpf, der seine handsignierte Biografie „Verrat und Treue“ vertrieb.[4] In Hoffmanns „Gerberstube“ trafen sich junge Neonazis, darunter Ralf Wohlleben vom „Thüringer Heimatschutz“, aus dem die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (#NSU) hervorging.“
Niemand hat was gemerkt, keiner wollte was sehen. In Kahla wusste man aber, wer die Wohnungen vermietet, wem die Häuser gehören.