1/ Hab mit einer Freundin aus #Israel gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass es Eltern von einer Geisel gab, die fanden, dass es wichtiger sei, #Gaza platt zu machen, damit man da wieder siedeln könne, als dass ihr Kind nach Hause käme.

Nun ist das Kind frei und zurück. Man kann sich ausmalen, wie das Kind zu seinen Eltern sagt: I love you too.

2/ Meine israelische Freundin. Sie sieht überall in der Stadt diese Losungen. Sone und solche. Ich blende die meistens aus.

Das hier ist aber lustig.

Blau: „Demokratie in Israel verteidigen“
Rot: „Islamisch linken Faschismus bekämpfen“
Blau: „islamisch“ und „linken“ durchgestrichen.
Weiß: „Hat noch jemand eine Sprühdose?
Kein Internet?“

Diese Brücke ist sehr lang. Da geht noch was.

3/ Ich weiß nicht, in welchen Thread ich das tun soll. Es gibt Bezüge zu #Obdachlosigkeit und zu #Israel.

Obdachloser im Zelt vor Plakatwand an Straßenkreuzung. Auf der Plakatwand steht: „Angst“ und „#Gewohnheit ist der schlimmste Mensch der Welt“. Mit Spray wurde ergänzt: „& #Nethanjahu“. Berlin, 18.02.2024

Vornweg: Meine Freundin ist gegen den Krieg. Wie viele Israelis hat sie immer wieder gegen den Krieg demonstriert. Jede Woche! Ihre Nichte wurde durch die Hamas ermordet. Sie war auf dem Festival und hat getanzt.

Hier ein Protest:

https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/likud-mk-tells-family-member-of-oct-7-vicitm-to-get-out-of-my-sight-during-knesset-protest/

Zum Thema Angst: Meine Freundin hat mir erzählt, dass sie vor den Raketen der #Huthi keine Angst haben, die Wochen der Angriffe aus dem #Iran waren schlimm, da der Iran stärkere Raketen hat.

Einmal kamen Drohnen aus dem Iran. Die brauchen sechs bis sieben Stunden bis Israel. Ganz Israel war alarmiert. Sie wussten, dass die Drohnen kommen. Aber sie konnten nur warten.

4/ Hier die Quelle zu 1/

„Forty-seven-year-old Tzvika Mor is from the West Bank settlement of Kiryat Arba, near Hebron. His son, Eitan, was kidnapped from the Nova Festival, where he had been working as a security guard. In fact, Eitan was only kidnapped in the afternoon of October 7th, after spending nearly nine hours evacuating injured party-goers to safe locations nearby. During that whole time Eitan heroically returned to the festival grounds again and again, under fire, to save complete strangers. At around 15:30 he was himself taken by terrorists and driven into Gaza, where he’s remained ever since.

Tzvika, is an outlier among the families of the hostages. As campaigns across the country and throughout the world call upon the leaders of Israel and the Hamas to reach a deal that would release the hostages, Tzvika believes that the Israeli government should keep on fighting, and reject any offer that includes a ceasefire, even if it comes at the cost of his son’s freedom, perhaps even his life. He established a small group of like-minded relatives of hostages called Forum Tikvah, or the Hope Forum. They stress the importance of the nation and the state over the life of any individual, even if that individual happens to be your loved one. And in that, ironically, their right wing position echoes the left wing socialist and collectivist sentiments that were dominant in the early days of the state.“

https://www.israelstory.org/episode/tzvika-mor/

Die ganze Sache erinnerte mich an 1989. In der #DDR gab es die politische Zeitschrift „Neue Zeit“ aus der Sowjetunion, die auf Deutsch erschien. Zum Schluss waren deutliche Einflüsse von #Glasnost & #Perestroika zu erkennen und einige Hefte wurden dann auch nicht ausgeliefert (zensiert). Ich erinnere mich sehr deutlich an einen Diskussionsbeitrag, in dem diskutiert wurde, ob ein Familienmitglied andere Familienmitglieder anzeigen sollte. Ich glaube, es ging um Drogenanbau oder so etwas. Der Autor kam zu dem Schluss, dass die Familie wichtiger sei als die Ideologie. Das war neu und ungehört. Im 1000jährigen Reich verpfiffen BdM-Mädels ihre Eltern, weil die Radio London gehört hatten und genauso wurde das auch im Osten von staatstreuen Menschen erwartet. Mein Chef fand in seiner Stasi-Akte Einschätzungen seiner Mutter.

Das passt zum letzten Satz im Artikel.

Tzvika Mor - Israel Story

Forty-seven-year-old Tzvika Mor is from the West Bank settlement of Kiryat Arba, near Hebron. His son, Eitan, was kidnapped from...

Israel Story

5/ Wir haben hin und her überlegt, was wir machen sollen. Ich hatte die Idee, in des Schloss „Ohne Sorgen“ zu gehen. Die Welt ist kompliziert genug.

Meine Eltern waren zu DDR-Zeiten mit unserem amerikanischen Gast und uns nach Sanssouci gefahren. Dieser Austausch war für die Ostler sehr wichtig, genauso finde ich es richtig, nicht absolut jeden Austausch mit Israelis abzubrechen. Vor allem nicht mit denen, die gegen die Regierung demonstrieren.

Naja, Nurit hat vorgeschlagen, dass wir zu #HelgaParis gehen. Großartige Idee. Sie hat mir gezeigt, wo die Ausstellung ist, aber ich habe nicht geschnallt, dass das im #Tacheles ist.

6/ Das #Tacheles war eine Ruine, aber es war unsere Ruine. Großartig. Kunstaktionen, Kino, Kneipe mit einfach Sand im Innenhof. Dann wurden die Ostdeutschen Anarchisten langsam durch Wessis verdrängt, die da Geld verdienen wollten. Das Tacheles blieb dennoch lange, lange als Kulturort erhalten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kunsthaus_Tacheles

Hier ist der Eintrag im Wiki von Lutz Schramm, der den gesamten Ostuntergrund katalogisiert hat:

https://parocktikum.de/wiki/index.php/Tacheles

Kunsthaus Tacheles – Wikipedia

7/ So sieht es heute aus. Purer Kommerz. Auch das, was übrig gelassen wurde und integriert wurde, sieht aus wie von Colani gestaltet.

#Tacheles

8/ Schlimm.

9/ Die Bilder sind jedenfalls einfach großartig. Geht da mal hin.

Auf den Bildern ist meine Jugend zu sehen. Ich kenne alle Abgebildeten, obwohl ich ihnen nie begegnet bin.

Die Bilder sind so gut.

Als wir aus dem Raum mit einem Film über Helga Paris rauskamen, waren da noch andere schwarz-weiß-Bilder und wir waren uns sofort einig, dass die von einer anderen Qualität waren. Sie waren perfekt ausgearbeitet, aber wirklich auf einem ganz anderen Level. Ich hatte erst Angst, dass die auch von Helga Paris waren, aber sie waren nicht von ihr. Wahnsinn, dieser Unterschied.

Also, geht mal ins Tacheles, auch wenn das Haus traurig ist. Diese Ausstellung lohnt sich auf alle Fälle.

#Fotografie

10/ Und weil ich ja als Tourist da unterwegs war, habe ich mir auch das #Banksy-Bild an der Rückwand des #Tacheles angeguckt. Nurit wusste davon. Es ist ein bisschen versteckt. In einer Pizzeria! 🤮

Das Original war sowieso in #Hannover und nicht hier.

11/ Das Original war an einem Baumhaus in der #Leinemasch in #Tümpeltown in #Hannover. #FlowerThrower #Banksy

12/ Na, das passt ja wie die Faust auf's Auge (zu dem, was ich noch schreiben werde). Menschen aus linkem Cafe schmeißen Menschen raus, weil bei ihnen was auf #Hebräisch auf dem T-Shirt steht.

https://taz.de/Rausschmiss-aus-Cafe-wegen-T-Shirt/!6123973/

Bei Demos frage ich Menschen manchmal, was sie mit dem meinen, das auf ihrem Plakat steht. Sie erklären es mir dann und meistens ist es lustig. Erst hauen und dann fragen wäre die falsche Reihenfolge. Also nicht, dass ich hauen würde, wenn mir die Antwort nicht passt, aber die Cafe-Besetzung hat die T-Shirt-Menschen einfach rausgeschmissen. Und zwar für ein T-Shirt mit arabischer, lateinischer und hebräischer Schrift. Man könnte ja vermuten, dass sie nicht bis zu Ende gelesen hatten, aber Hebräisch war das letzte Wort. Das T-Shirt war von einer Israelischen Friedensinitiative: #WomenWagePeace. Das Wort in den drei Sprachen war #Falafel. Etwas, das Menschen mit Sprachen in allen drei Schriften essen. Eigentlich sehr schön.

Dann hinterher noch eine gebastelte Erklärung. #KFetisch hat einfach komplett versagt, denn diese Israelis brauchen unsere Solidarität.

Aus dem Artikel:
„In alledem hat die große Masse der gesellschaftlichen Linken seit dem 7. Oktober 2023 versagt. Das Statement des Café-Kollektivs zeigt das einmal mehr. Es gibt keine gemeinsamen roten Linien, keine Leitplanken, keinen „common ground“ oder „common sense“. Weder auf vermeintlich linken Demos noch in linken Kneipen, noch in linken Medien.“

#Antisemitismus #Antizionismus #Rassismus #Israel #Gaza

Café schmeißt Israeli und Partnerin raus: Lehrstück über linken Antisemitismus

Zwei Personen werden aus der linken Berliner Kneipe „K-Fetisch“ geworfen. Auf ihrem T-Shirt stand das Wort „Falafel“ – unter anderem in hebräischer Schrift.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

13/ „There are no rules in photography, it's art!“

Dieses Zitat steht in einem absoluten Touri-Hotspot. Alle können sich in dieser Tür fotografieren. Als gute Tourist*innen haben wir das auch getan. Hab mich gewundert, dass ich noch nie in #fotografiska war, aber jemand sagte mir, dass das unter Künstler*innen nicht so ernst genommen wird. Nun ja.

Zu den Regeln: Klar muss man sich nicht dran halten. Dann kommt #Jazz raus. (siehe Bild, das ich unter diesem Hashtag gepostet hatte). Je mehr man von den Regeln versteht, desto besser ist es aber. Dann merkt man, dass man Effekte erzielen kann, wenn man sie bricht.

14/ Aber das ist hier eigentlich nicht das Thema. Das Thema ist #Israel bzw. der Besuch von Nurit. Nurit spricht und erforscht auch Hebräisch.

Ihre Nichte wurde am 7.10.2023 von der #Hamas ermordet. Sie war 17 und auf einem Festival in der Wüste tanzen. Unter den Verwandten der Geiseln gab es drei Gruppen. Einige wenige waren so wie in 1/ bzw. 4/ beschrieben: Keinen Austausch, denn die Freigelassenen sind nur potentielle Mörder. Eher sollten die eigenen Verwandten sterben.
Die zweite Gruppe wollte Austausch von Gefangenen nur, wenn diese nicht an den Morden von 2023 beteiligt waren.
Die dritte Gruppe war auch mit dem Austausch von Gefangenen einverstanden, die an den Morden beteiligt waren.

Nurit gehört zu der dritten Gruppe.

Ich finde, dass das wichtige und schwierige Fragen sind und ich finde es großartig, dass Nurit und Verwandte den dritten Ansatz verfolgen.

Dieser ewige Kreislauf des Tötens, der Rache muss durchbrochen werden.

Es war gut, dass Nurit hier war. Für sie bestimmt auch.

Wenn Ihr jemanden trefft, der zu einer bestimmten Gruppe gehört, denkt darüber nach, dass er ein guter Mensch sein kann. Denkt daran, dass er oder sie vielleicht völlig Eurer Meinung ist. Denkt daran, dass die Einordnung von Menschen nach ihren Äußerlichkeiten ein #ultimativerAttributionsfehler wäre.
Denkt, bevor Ihr jemanden aus dem Cafe werft. Denkt!

#KFetisch

15/ Und weil das alles so unerträglich ernst ist, hier ein bisschen Quatsch von #Knorkator.

Das Lied #SiegDerVernunft ist von 2022, als von vor dem Überfall der #Hamas. Aber natürlich gibt es diesen Konflikt schon seit 100 Jahren und das Muster ist ja nicht nur für diese Region typisch. So handeln wir seit Jahrtausenden.

Und wahrscheinlich kommt man nur mit Nurits Einstellung daraus. Bzw. mit dem freundlichen Gesang von Stumpen. Die Alternative ist gegenseitige Vernichtung.

https://www.youtube.com/watch?v=k-NkbYeIB_A&list=RDk-NkbYeIB_A&start_radio=1

KNORKATOR - Sieg der Vernunft (OFFICIAL VIDEO)

YouTube
@stefanmuelller Mich stört daran vor allem der Ton. Es klingt nicht so, als würde der Autor sich beim Versagen selbst mitmeinen, wodurch seine Position hochgradig arrogant ist.