23/ Le Duc Kiên, Vietnam
„Im Wohnheim lebten wir zu fünft in einer Drei-Raum-Wohnung. Es war angenehm – einmal in der Woche wurden unsere Zimmer gereinigt und es gab regelmäßig frische Bettwäsche. Wurde jemand krank, begleitete der Dolmetscher uns zum Arzt.“
Hab mir gerade sagen lassen, dass es in Studentenwohnheimen auch frische Bettwäsche gab. Aber es waren Dreibettzimmer. In Leipzig waren es wohl auch Viererzimmer. Manche haben dann in Eigenregie dünne Pappwände eingebaut.
Bei der @bpb findet man Folgendes:
https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/548449/vertragsarbeiterinnen-in-der-ddr/
„Jeder Person stand eine Wohnfläche von fünf Quadratmetern zu, die nicht nur zum Schlafen, sondern zum Teil auch zum gemeinsamen Kochen, Waschen, aber auch als Warenlager genutzt wurde. Jedes Zimmer wurde von bis zu vier Mitbewohner*innen bezogen, die entweder in Doppel- oder Einzelbetten schliefen. Teilweise waren die Wohnheime aber auch überbelegt. Besonders in den Jahren 1987/88, in denen viele vietnamesische Vertragsarbeiter*innen gleichzeitig ankamen, waren die Behörden mit der Unterbringung überfordert.“
Was sich jetzt vielleicht schrecklich anhört, war für Deutsche aber ganz genau so. Es gab in der DDR ein Wohnungsproblem. Die Altstädte waren marode und kurz vor dem Zusammenbruch oder sogar wirklich baulich gesperrt. (Was aber manche Student*innen nicht daran hinderte, trotzdem dort zu wohnen).
Vu Thi Hoang Ha schreibt S. 35
„Bei der damaligen Wohnungsnot, die bereits in der DDR geherrscht hatte, war es so schwer, eine Wohnung zu finden. Wir sind in heruntergekommene Wohnungen gezogen, in Häuser mit der Toilette im Treppenhaus, Hauptsache, wir hatten ein Dach über dem Kopf.“
Ja. So war das. Aber für alle. Meine erste Wohnung hatte in der Küche eine Kochmaschine, keine Dusche, nur kaltes Wasser, Ofenheizung und an der Decke waren noch die Gasleitungen von der Gasbeleuchtung. Um eine Duschkabine und eine Gasheizung für die Küche habe ich mich dann erst gekümmert.