@Thumas Danke! Lese ich mir durch. Die Berichte im Buch sind nicht beschönigend. Es sind auch Berichte von Vertragsarbeiter*innen im Buch.
Die Autor*innen sind meistens politisch engagierte Menschen, die in Migrationsverbänden organisiert sind. Also nicht irgendwelches Wischiwaschi. Die wissen schon, wovon sie reden. Eine Frau hat das erste vietnamesische Restaurant eröffnet. In Freital. Sie berichtet von einem Besuch von Skinheads und wie sie das überstanden hat.
Ein Mann aus Mali hat Bauingenieur studiert und sich selbstständig gemacht. Er schreibt, dass er sich entschieden hat, nicht als Bauleiter zu arbeiten, weil das mit den Bauarbeitern nicht gegangen wäre.
Yasser Muhammad schreibt über sein Leben in #Weimar: „In der DDR herrschte eine große Sicherheit. Man konnte überall hingehen, wurde weder beleidigt noch blöd angemacht. Mit der großen Freiheit kamen die Neonazis, die ihre Freiheit bereits für sich gefunden zu haben schienen.“
Text hängt an. Da ist beschrieben, wie sie mit den Nazis fertig geworden sind.
Im Buch sind mehrere Texte vietnamesischer Vertragsarbeiter bzw. von vietnamesischen Dolmetscher*innen, die geholfen haben und für die Vertragsarbeiter*innen übersetzt haben. Es steht mehrfach drin, dass die Vietnames*innen die Normen in den Betrieben doppelt übererfüllt haben, weil sie so fleißig und motiviert waren. Für die Arbeiter*innen aus der DDR war das aber ein Problem, weil das zeigte, das man durchaus sehr viel mehr leisten konnte als sie. Und dann bestand die Gefahr der Normerhöhung.
Es hätte auch gekracht, wenn die Normbrecher*innen nicht aus einem anderen Land gekommen wären.
Auch der Aktivist Adolf Hennecke war als Normbrecher nicht beliebt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hennecke
Dazu kam das Problem, dass die vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen nicht richtig Deutsch gelernt hatten. Das war bei den Menschen, die zum Studium herkamen, anders. Die hatten ein Jahr Sprachunterricht. Steht auch im Buch.
#Migration #Osten #DDR #Thüringen