2/ Mit Berichten von Menschen aus

Afgahnistan,
Chile,
Libanon,
Mali,
Mosambik,
Palästina,
Senegal,
Sowjetunion,
Tschtschenien und
Vietnam.

Sehr oft wird angemerkt, dass die Personen in der #DDR 1989 bei den Kommunalwahlen wählen durften, in der #BRD aber nicht.

Wusste ich bis gestern nicht, dass die DDR da schon weiter war. Passt auch nicht zu der Idee von staatlichem #Rassismus.

Außerdem interessant: Es gibt mitunter sehr verschiedene migrantische Communities in Ost und West. Die Vietnames*innen in West-Deutschland sind #Boatpeople, die vor den Kommunisten geflohen waren, und die im Osten, sind Menschen, die zum Studium oder für die Berufsausbildung im Osten ausgewählt worden waren. Irgendwie klar, dass die sich nicht lieben.

@stefanmuelller Zumindest für Vietnamesen kenne ich Berichte aus erster Hand, die eher ein Bild zeichnen, wie es in diesem BPB-Artikel beschrieben wird: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/548449/vertragsarbeiterinnen-in-der-ddr/ - wirtschaftliche Ausbeutung und staatlich verordnete Segregation.
Vertragsarbeiterinnen in der DDR

Die Wechselwirkungen von Migration, Frausein und Arbeit sind in der Aufarbeitung der DDR-Geschichte ein besonderes Themenfeld. Im Beitrag geht es um die Lage vietnamesischer Vertragsarbeiterinnen.

bpb.de

@Thumas Danke! Lese ich mir durch. Die Berichte im Buch sind nicht beschönigend. Es sind auch Berichte von Vertragsarbeiter*innen im Buch.

Die Autor*innen sind meistens politisch engagierte Menschen, die in Migrationsverbänden organisiert sind. Also nicht irgendwelches Wischiwaschi. Die wissen schon, wovon sie reden. Eine Frau hat das erste vietnamesische Restaurant eröffnet. In Freital. Sie berichtet von einem Besuch von Skinheads und wie sie das überstanden hat.

Ein Mann aus Mali hat Bauingenieur studiert und sich selbstständig gemacht. Er schreibt, dass er sich entschieden hat, nicht als Bauleiter zu arbeiten, weil das mit den Bauarbeitern nicht gegangen wäre.

Yasser Muhammad schreibt über sein Leben in #Weimar: „In der DDR herrschte eine große Sicherheit. Man konnte überall hingehen, wurde weder beleidigt noch blöd angemacht. Mit der großen Freiheit kamen die Neonazis, die ihre Freiheit bereits für sich gefunden zu haben schienen.“

Text hängt an. Da ist beschrieben, wie sie mit den Nazis fertig geworden sind.

Im Buch sind mehrere Texte vietnamesischer Vertragsarbeiter bzw. von vietnamesischen Dolmetscher*innen, die geholfen haben und für die Vertragsarbeiter*innen übersetzt haben. Es steht mehrfach drin, dass die Vietnames*innen die Normen in den Betrieben doppelt übererfüllt haben, weil sie so fleißig und motiviert waren. Für die Arbeiter*innen aus der DDR war das aber ein Problem, weil das zeigte, das man durchaus sehr viel mehr leisten konnte als sie. Und dann bestand die Gefahr der Normerhöhung.

Es hätte auch gekracht, wenn die Normbrecher*innen nicht aus einem anderen Land gekommen wären.

Auch der Aktivist Adolf Hennecke war als Normbrecher nicht beliebt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hennecke

Dazu kam das Problem, dass die vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen nicht richtig Deutsch gelernt hatten. Das war bei den Menschen, die zum Studium herkamen, anders. Die hatten ein Jahr Sprachunterricht. Steht auch im Buch.

#Migration #Osten #DDR #Thüringen

@stefanmuelller Ich hab noch mal eine Freundin gefragt, die zu dem Thema wissenschaftlich gearbeitet hat. Sie schreibt: "Politisch gesehen war keine Integration gewollt und auch sozial gab es viele Vorbehalte." Die Motive seien aber nicht so klar gewesen, es ginge vor allem vom vietnamesischen Staat aus, der seine Leute zurückhaben wollte. Aus Sicht der Vertragsarbeiter:innen habe es auch viele positive Aspekte gegeben, wie andere Freiheiten als in VN und einen guten Zusammenhalt untereinander.
@Thumas Danke! Das ist toll. Ich hatte nur die Papierversion. Lag ewig auf meinem Schrank, bis ich es jetzt in den Urlaub mitgenommen habe. Mit PDFs kann man viel besser arbeiten. Man hat sie immer dabei und sie sind durchsuchbar.