Kinder zu Hause unterrichten ist halt ein Vollzeitjob. Das geht nicht neben der anstrengenden Schichtarbeit, dem intensiven Bürojob, der Unternehmensgründung...

Es kann funktionieren, bedarf dann aber trotzdem regelmäßigen Leistungsnachweisen und einer Begleitung durch irgendeine Art von Sozialarbeit: Was Home-Schooling-Freunde vergessen: Zuerst geht es um Wohl und Zukunftschancen der Kinder und eigentlich überhaupt nicht um die Selbstbestätigungsphantasien der Eltern.

@lerothas @IZirkler

Und da kommt dann schon der Casus Knackus: Wo um alles in der Welt sollen diese zusätzlichen Sozialarbeiter*innen, die Home-Schooling-Familien begleiten, denn herkommen? Die Jugendämter sind doch jetzt schon komplett unterbesetzt und schaffen nur die dringensten Fälle.

@lerothas @IZirkler

@taschenorakel @lerothas

1. Beim #Unschooling und auch bei den freien aktiven und demokratischen Schulen ( @freieschulen , #Sudbury) finde ich spannend, dass die informelle und nonformale Bildung ein starker Faktor ist. Es wird gelernt, auch wenn keine Belehrung in Form von Unterricht stattfindet. Eltern müssen beim #Freilernen nicht die Rolle der Lehrer*innen übernehmen, aber dabei unterstützen, dass die jungen Menschen ihrer Neugierde und ihren Interessen folgen können.

2. Junge Menschen brauchen ein unterstütztendes Umfeld. Für einige ist das innerhalb der #Schule leider nicht gegeben. #Mobbing ist in vielen Klassen ein Thema. Bildungserfolge hängen innerhalb der Schulen nach wie vor wesentlich vom Bildungsstand der Eltern ab. Ein Bildungssystem, das als Wettbewerb organisiert ist und Zugang zu weiterer Bildung nach Leistung verteilt, gleicht Privilegien offensichtlich nicht aus, sondern verstärkt sie möglicherweise sogar.

@taschenorakel @lerothas

3. Für wirkliche #Inklusion und #Partizipation fehlen im real existierenden Schulsystem die Ressourcen. Familien, die beim #Freilernen landen, haben oft eine längere Leidensgeschichte innerhalb des Schulsystems hinter sich.

@taschenorakel @lerothas

4. Junge Menschen zu Hause zu betreuen und zu begleiten ist aufwändig. Viele der Familien im #Freilernen oder #Homeschooling haben durch diese #Carearbeit und den Verzicht auf ein Einkommen wenig Geld zur Verfügung. Dass sie das überhaupt leisten können, setzt Privilegien vorraus. Aber Familien, die für das Wohl ihres Kindes keine andere Lösung mehr sehen, werden damit teilweise auch in prekäre Situationen gebracht.

@taschenorakel @lerothas

5. Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens #bGE würde mehr zur #Bildungsgerechtigkeit beitragen, als es die #Schulpflicht in Deutschland derzeit tut.

@taschenorakel @lerothas

6. Von den Repressionen zur Durchsetzung der #Schulpflicht sind junge Menschen ohne Unterstützung ihrer Eltern stärker betroffen. z. B. landen in #Niedersachsen jährlich im Schnitt 400 junge Menschen wegen Verletzung der Schulpflicht im #Jugendarrest.
https://taz.de/Jugendarrest-fuer-Schulvermeider/!6067826/

@taschenorakel @lerothas

Jugendarrest für Schul­ver­mei­de­r: Niedersachsen bleibt Wegsperrmeister

Auch wenn's viel kostet und niemand weiß, ob es jemandem nutzt: In Niedersachsen landen Schulvermeider oft im Arrest. Anders als in Schleswig-Holstein.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

7. Projekte für Schulverweiger*innen und selbst therapeutische Angebote zielen primär darauf ab, dass die #Schulpflicht wieder erfüllt wird. Nicht zur Schule zu gehen wird oft als Defizit und Versagen kommuniziert und erlebt. Ich bin sicher es wäre hilfreicher, wenn diese Projekte darauf fokussieren könnten, mit den jungen Menschen heraus zu finden, was sie wirklich interessiert und begeistert. Und wenn sie dann dabei unterstützen, dem nachzugehen.

@taschenorakel @lerothas #Schulverweigerung

@IZirkler @taschenorakel
Da musst du mir jetzt helfen: meinst du "junge Menschen ohne Unterstützung der Eltern" genau so, dass diese keine Unterstützung durch die Eltern erhalten?

Weil da muss ich zustimmen, dass viel genau davon abhängt. Muss ja nicht mal intellektuelle Unterstützung sein, hauptsächlich die psychologische und organisatorische ist von Bedeutung. War bei mir so.
(Helikopter oder Rasenmäher Eltern sind auf der anderen Seite aber ebenso kontraproduktiv.)

Aber da hilft Homeschooling nicht, sondern würde solche Menschen nur der Verwahrlosung aussetzen.

Und auch da sind wir wieder bei der Privilegierung. 😰😭

@IZirkler @taschenorakel
Dem ersten Teil unterschreibe ich so. Aber Homeschooling wird den Mangel an Ressourcen nicht beheben, sondern verlagert ihn in die eh schon überforderten Familien. Ist das ein Gewinn? 🤔

Was es braucht: Geld. Aber Bildung darf auch 2025 so wenig wie möglich kosten, soll auf der anderen Seite aber hochqualifizierte und gebildete Menschen erzeugen. Hauptsache der Ölkonzern bekommt Geld. 🤦‍♂️

@IZirkler @taschenorakel
Jetzt Überlege dir mal, wie der Unterschied ist, wenn es keine Schulpflicht gibt.
Arme Kinder werden dumm, weil sie nicht zur Schule gehen, sondern arbeiten. Reiche Kinder werden klug, weil die Eltern die Privatschule bezahlen. Über Indoktrination will ich garnicht erst reden. Siehe USA.

Mobbing ist ein Problem, da sind wir uns einig. Aber zum einen ist es Aufgabe der Pädagogen, da zu wirken, und gute und gut ausgebildete Pädagogen machen das auch (wenn es die Ausbildung gibt, oft nicht),
zum zweiten zieht sich Mobbing durch alle Gesellschaftsschichten und Altersstufen,
zum dritten wird das sicherlich nicht besser, wenn Kinder nicht sozialisiert werden, und dafür besteht eine große Gefahr.

@IZirkler @taschenorakel
PS: nein, ich als Lehrkraft indoktriniere meine Schüler:innen nicht oder zumindest schaffe ich es nicht. Sonst würden die regelmäßig duschen, Deo verwenden, sich nicht Tonnen an Schminke mit der Kelle drauf schippen, sich ordentlich anziehen und alle begeistert sein für Naturwissenschaften, Umwelt, Gesellschaft, politischer Teilhabe, Pokémon,... 😜

In fast allen anderen europäischen Ländern ist häuslicher Unterricht auf Antrag der Familien legal möglich. Gleichzeitig ist im internationalen Vergleich laut PISA der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor überdurchschnittlich stark ausgeprägt.

Sehr groß kann der Einfluss der restriktiven deutschen #Schulpflicht auf die #Bildungsgerechtigkeit wohl nicht sein.

@lerothas @taschenorakel

"Die Analyse zeigt auf, dass häuslicher Unterricht auf Antrag der Familien in den meisten Bildungssystemen möglich ist."

(Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: https://op.europa.eu/de/publication-detail/-/publication/ea077239-e244-11e8-b690-01aa75ed71a1 )

"Der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg ist im internationalen Vergleich in Deutschland nach wie vor überdurchschnittlich stark ausgeprägt."
(Das BMBF zur PISA-Studie: https://www.bmbf.de/DE/Forschung/Bildungsforschung/InternationaleVergleichsstudien/internationalevergleichsstudien_node.html)

@lerothas @taschenorakel

Richtlinien für häuslichen Unterricht in Europa - Publications Office of the EU

Der vorliegende Bericht liefert Informationen über die Richtlinien im Bereich häuslicher Unterricht für den Primarbereich und den Sekundarbereich I. Er ist in zwei Teile gegliedert: eine vergleichende Übersicht, der sich Länderbeschreibungen anschließen. Die Analyse zeigt auf, dass häuslicher Unterricht auf Antrag der Familien in den meisten Bildungssystemen möglich ist. In vielen Fällen müssen die Eltern bei den obersten oder den lokalen Behörden eine Genehmigung beantragen. Die Qualifikation bzw. das Mindestbildungsniveau der Lehrkräfte ist in der Hälfte der Länder festgelegt. Die Fortschritte der Schüler werden in fast allen Ländern überwacht und in vielen Ländern werden Prüfungen abgehalten. Der Bericht enthält Informationen zu allen am Eurydice-Netzwerk teilnehmenden Ländern.

Publications Office of the EU

Selbstverständlich braucht es beim häuslichen Unterricht Regelungen und Maßnahmen zum Schutz vor #Isolation und #Indoktrination. Die pauschale Kriminalisierung durch die #Schulpflicht schadet dabei mehr, als sie nützt.
https://gruene.social/@IZirkler/109451250860132521

@lerothas @taschenorakel

Immanuel Zirkler (@[email protected])

#Homeschooling & #Freilernen gibt es trotz Schulpflicht auch in Deutschland. Die meisten Familien machen das heimlich. Diese Familien kommen so in ein distanziertes Verhältnis zum Staat, müssen sich im Alltag ständig überlegen, wem was erzählt werden kann um keine Entdeckung zu riskieren. Wenn sie nach Unterstützung suchen, können sie auch an sehr fragwürdige Akteure geraten, z. B. aus dem Kontext von #Anastasia/ #Schetinin. Enge #Schulpflicht trägt so zu Radikalisierung bei.

gruene.social

Es sind gerade wieder weniger privilegierte und überforderte Familien, die durch die Kriminalisierung bei teilweise sehr problematischen Zusammenhängen Unterstützung suchen und bekommen. Die mitunter Behördenpost einfach ignorieren, panisch flüchten, wenn sich das #Jugendamt ankündigt und sich schlimmstenfalls bei einer Polizeikontrolle eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei liefern...

@lerothas @taschenorakel

Ich hoffe für meine Kinder auf eine freie Schule in unserer Gegend. Im Zweifelsfall würde ich mir aber auch die Auseinandersetzung mit Behörden und Gerichten zutrauen. Eine Legalisierung des Freilernens bräuchte es für mich nicht. Aber ich sehe, welche Verwerfungen die Schulpflicht für manche Familien mit sich bringt.

@lerothas @taschenorakel

Innerhalb der #Freilernen-Szene sehen manche Familien Bestrebungen zur Legalisierung auch eher kritisch. Sie haben ihre Nische gefunden und befürchten, dass Regelungen dazu führen könnten, dass die Schulämter nicht mehr nur noch versuchen würden, die #Schulpflicht durchzusetzen, sondern anfangen könnten darauf zu schauen, wie in den Familien gelernt wird.

@lerothas @taschenorakel

@IZirkler @taschenorakel
Du gibst also selbst zu bedenken, dass dort nicht alles gut verläuft. Zeugt von vernünftiger Selbstreflexion, aber bestätigt nur die Probleme, die ein Homeschooling bringt.

In den meisten Familien läuft es überwiegend gut. Aber wenn die Schulpflicht heimlich umgangen wird, geraten auch diejenigen aus dem Blick, bei denen es nicht gut läuft.

@lerothas @taschenorakel

@IZirkler @taschenorakel
Ich sehe halt nur meine Cousin, der seine Kinder als in Bulgarien an einer Schule angemeldet angibt, faktisch aber damit die Schulpflicht umgeht. Und da spielen einige Verschwörungstheorien und mehr mit rein.

Da wird faktisch die Zukunft der Kinder verbaut, weil diese keinen Abschluss und damit keine Chancen haben. Zwar garantiert ein Abschluss noch lange keine Fähigkeiten, aber ist in Deutschland und vielen anderen Ländern die Voraussetzung, um einen Beruf erlernen zu dürfen. Darf man kritisieren, wie man will, so ist es.

Genau um solche Familien geht es mir auch. Ich fände es besser, wenn sie hier mit Auflagen Homeschooling betreiben, an Vereine angebunden sind, vielleicht auch als Flexischooling an bestimmten Schulfächern teilnehmen. Als heimlich die Schulpflicht umgehen, offiziell in Bulgarien oder sonst wo gemeldet sind und immer tiefer in die verschwörungsideologische Bubble abtauchen...
@lerothas @taschenorakel
@IZirkler @taschenorakel
Was sind die Gründe dafür?

Es ist ungünstig, wenn Familien auf eine vermeintlich einfache Lösung wie die Anmeldung ins Ausland setzen, sich aber keine Gedanken darüber machen, wie sie damit umgehen wollen, wenn die Behörden doch auf sie aufmerksam werden. Wenn sie kene Vorstellung von den Abläufen haben und dann vielleicht noch ein paar wilde Gerüchte über das Jugendamt als "Kinderklaubehörde" gehört haben, kann es zu Panikreaktionen kommen.

@lerothas @taschenorakel

Offene Auseinandersetzungen mit Behörden und Gerichten sind wenige attraktiv. Die meisten Familien landen beim heimlichen umgehen der Schulpflicht. Ein Antrag auf Ausnahme von der Schulpflicht und Dialog, Begleitung und Auflagen durch die Schulbehörden sollten die naheliegendste Lösung für die Familien sein.
https://freilerner.de/unentschlossen-und-die-geheimnisvolle-zauberloesung

@lerothas @taschenorakel

UNENTSCHLOSSEN und die geheimnisvolle Zauberlösung - die freilerner

UNENTSCHLOSSEN, mit einem bald schulpflichtigen Sohn, ist zum ersten Mal auf einem größeren Freilerner-Treffen. Schilderung eines fiktiven Gesprächs.

die freilerner

@IZirkler @taschenorakel
Was wir meiner Meinung nach eher brauchen:

Mehr Geld für Bildung und damit meine ich auch Sozialarbeit, Gebäude, Gelegenheiten, kleinere Klassen, mehr echte Interaktion.

Mehr Mut in der Bildungspolitik. Themen anders anpacken. Stunden anders gestalten.

In der einer Region in Frankreich bspw müssen alle Schulkinder in einen Verein bzw Kurs gehen. Welcher ist ihnen freigestellt, Karate, Fußball, Klavier,... und es wird alles an Ausrüstung etc durch den Staat bezahlt. Das ist echte Ermöglichung.

Kein "wir nehmen Problemschüler aus der Schule raus, damit ist das Problem gelöst", sondern "wir begegnen diesen und suchen nach einer passenden, individuellen Lösung, die vielleicht erst mal ungewöhnlich ist".

@IZirkler @taschenorakel
Ich hatte selbst in der 10. Klasse einen Mathe Lehrer, vor dem ich und die gesamte Klasse Angst hatten. Er hat v.a. die Mädels zur Abfrage an die Tafel geholt, bis sie quasi geweint haben. Damals hatte ich eine 5 in Mathematik.

Zum Halbjahr ist der in Pension gegangen und wir hatten jemand anderem, bei dem ich direkt eine 3 hatte.

Mittlerweile habe ich Mathematik Lehramt studiert und möchte vieles in meinem Unterricht haben: Respekt, Aufmerksamkeit, Interesse, aber auch Probleme ansprechen, Fragen klären, weiterhelfen. Für mich sind Fehler ein Grund, aufmerksam zu werden, und nicht zu verdammen.
Was ich nicht haben will: Angst. Damit ist jede Lernmethode zum Scheitern verurteilt.

@lerothas
Lehrkräfte haben im Unterricht eine große Macht. Wenn sie dieser Verantwortung nicht gerecht werden, sind die Schüler*innen ihnen ein Stück weit ausgeliefert.

Ich fände es gut, wenn Schulen statt in Klassen mehr wie ein Open Space als flexibles offenes Kurssystem organisiert wären. Lehrkräfte müssten ihre Angebote so gestalten, dass sie auch begeistern. Und schlechte Lehrkräfte könnten gemieden werden.

@taschenorakel

@IZirkler @taschenorakel
Und wie sähe so eine Regelung, Maßnahmen und v.a. Schutz der Kinder vor Verwahrlosung, Indoktrination und Missbrauch aus? Ganz konkret bitte.

Wie gesagt, in fast allen anderen europäischen Ländern gibt es entsprechende Regelungen, auf die man für eine Legalisierung zurück greifen könnte. Drüben bei Facebook gibt es einen ausführlichen Beitrag zu den Regelungen in #Österreich. Er ist auch ohne Login lesbar: https://www.facebook.com/share/p/1DgrJ39wfA/

@lerothas @taschenorakel

Schule hat Pause (Homeschooling, Freilernen und häuslicher Unterricht) | WAS IST HÄUSLICHER UNTERRICHT UND WIE FUNKTIONIERT ER | Facebook

WAS IST HÄUSLICHER UNTERRICHT UND WIE FUNKTIONIERT ER? Der häusliche Unterricht ist die österreichische legale Bildungsvariante ohne Schulbesuch. Kinder besuchen keine Schule, erhalten aber...

Regelmäßige Leistungüberprüfungen sehe ich eher kritisch. Doch fände ich es sinnvoll, wenn es Ausnahmen von der Schulpflicht auf Antrag gäbe und die Familien dazu ein pädagogisches Konzept einreichen müssen. Es bräuchte regelmäßig Präsentationen, in denen auch soziale Kontakte und sonstige Aktivitäten dargestellt werden. Und bei Hinweisen auf Isolation und Indoktrination braucht es im Zweifelsfall auch Hausbesuche durch das Jugendamt.

@lerothas @taschenorakel

@IZirkler @taschenorakel
Und wie soll das bei sowieso schon unterbesetzten Jugendämtern funktionieren? Das System krebst ja eh schon...
Für die Anträge wäre das Schulamt zuständig. Für die Zweifelsfälle, bzw. bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdungen ist es auch jetzt schon das Jugendamt. Es gibt viele Familien, bei denen das Jugendamt nicht eingeschaltet wird oder bei denen es bei einem Besuch bleibt, es den Kindern offensichtlich gut geht und die Auseinandersetzung zur Schulpflicht dann weiter nur mit den Schulbehörden geführt wird.
@lerothas @taschenorakel
@IZirkler @taschenorakel
Dann wird für einen Tag heile Welt gespielt und den Rest der Zeit das Kind im Keller gehalten. Ich übertreibe bewusst, aber hat es alles schon gegeben.

Die Schulpflicht greift erst ab dem 6. Lebensjahr. Bräuchte es nach deiner Argumentation schon ab der Geburt die verpflichtende Betreuung in einer Institution, um Kinder davor zu bewahren im Keller eingesperrt zu werden?

@lerothas @taschenorakel

@IZirkler @taschenorakel
Ja, das bräuchte es.

Um wirkliche Chancengleichheit zu schaffen, müsste man jedes Kind nach der Geburt den Eltern wegnehmen und in einem Heim nach einheitlichen Maßstäben aufziehen.
Das ist nicht sinnvoll, das ist mir klar. Ich will nur die Dimension klar machen.

Vergleiche:
Wenn ich ein Kind adoptieren will, muss ich so viel vorzeigen und nachweisen, dann noch viele Jahre warten, dass man das eigentlich nicht will. Und dann kommt auch das Jugendamt regelmäßig vorbei.
Eine Frau schwängern geht in wenigen Minuten und passiert auch mal ungeplant, wenn das Kondom platzt. Da schaut keiner hinterher nach, da fragt keiner, da prüft keiner. Erst bei der Einschulung wird noch mal geschaut, aber dann ist vieles an Grundlagen schon möglicherweise verhunzt.

Die teilweise auch sehen, dass Bildung stattfindet, die aber aus Prinzip weiter versuchen müssen, die Schulpflicht durchzusetzen. Bei meinen beiden jüngsten Brüdern gab es ein Bußgeldverfahren und ein Zwangsgeldverfahren, das sich bis zum Ende der Grundschulzeit verzögern ließ. Dann ist die Akte wohl irgendwie weggerutscht und inzwischen sind beide aus dem schulpflichtige Alter raus...

Stillschweigende Duldung. Legale Lösungen fände ich besser. Auch für Die Behörden.

@lerothas @taschenorakel

In einer Gesellschaft, die Mobbing toleriert und fördert. Ich halte es für sinnvoller, wenn Abwehrmechanismen in einem geschützten Umfeld erlernt werden, statt dass mal irgendwann erwachsen diesen Mechanismen ausgesetzt ist, ohne eine Strategie erlernt zu haben.

Nein finde ich als Vater von Kindern, die gemobbt wurden nicht gut. Aber es gibt einfach viel zu viele Arschlöcher in unsere Gesellschaft, als dass man Mobbing verschweigen könnte.

@IZirkler @lerothas

Nach diesen Zahlen von Statista sind 12 % der Schüler*innen mehrmals im Monat Opfer von Mobbing. 26 % der von Mobbing Betroffenen haben deshalb Suizidgedanken, steht weiter unten.

Dagegen gaben 4,4 % der abhängig Beschäftigten an, im letzten halben Jahr Mobbing durch Kolleg*innen ausgesetzt gewesen zu sein. So wie ich das lese, ist das deutlich weniger als im schulischen Kontext.

https://de.statista.com/themen/132/mobbing/#editorsPicks

@taschenorakel @lerothas

Themenseite: Mobbing

Mobbing: Statistiken zum Thema Mobbing in Schule und Beruf

Statista

Mobbing ausgesetzt zu sein, schafft noch keine Abwehrmechanismen. Da muss mehr passieren und muss Schule in Verantwortung gehen. Super, wenn das bei euch geklappt hat und Schule für deine Kinder ein geschützter Rahmen ist!

@taschenorakel @lerothas

Mobbing gibt es natürlich auch außerhalb der Schule und kann z. B. im Verein, der Jugendfreizeit oder später bei der Arbeit begegnen. Aber dann übernehmen Menschen die Verantwortung und brechen das Mobbing auf oder es gibt immer auch die Möglichkeit, zu gehen und sich ein Umfeld zu suchen, das nicht so toxisch ist.

@taschenorakel @lerothas