Wisst ihr, was mich an diesem ganzen "früher hat ein Gehalt zum Leben gereicht" Gefasel so nervt? Also außer dass das Patriarchat einen Harten kriegt? Das es so bodenlos unehrlich ist. Wenn die Leute leben würden wie früher, ginge das sicher auch von einem Gehalt.
Auto? Nein. Urlaub? Wandern im Wald. Fleisch? Sonntags. Wurst und Käse? Nur auf Papas Schichtenbrot. Essen gehen? Nope. Also das, was heute als arm gilt.
@Giliell Dem kann ich nur zustimmen. Heute will jeder alles haben und dann wundert man sich, dass man mit dem Geld nicht auskommt. Meine Großeltern (Kriegsgeneration) haben sehr bescheiden gelebt. Und meine Oma sagte am Lebensende trotzdem: Wir haben alles gehabt im Leben.

@Giliell
@isotopp

Sorry, Nein.

Und wenn sie so leben würden wie im frühen Neolithikum müßten sie garnicht arbeiten.

Der Punkt ist:
Damals reichte ein Einkommen um einer Familie ein durchschnittliches Leben entsprechend dem damaligem Standard zu ermöglichen.
Heute reicht ein Einkommen nicht um einer Familie ein durchschnittliches Leben entsprechend dem heutigem Standard zu ermöglichen.

@m_berberich Und mMn liegt das daran, dass das erwirtschaftete Ergebnisses erheblich mehr zu denen (weit) über dem Durchschnitt wandert als früher.

@Giliell @isotopp

@wonka Ich glaub da braucht man nicht von Meinung reden, das ist doch wohl hinreichend belegt.

@m_berberich @Giliell @isotopp

@Giliell Öhm nein - meine Wahrnehmung aus dem näheren Umfeld: Wenn Du Mitte in den 70ern/80ern gutgedienter Vorarbeiter, Angestellter, Ingenieur in gut laufenden Unternehmen warst war 4-5 Köpfige Familie durchfüttern, Mutti bleibt zuhause, 1xReihenhaus, 1xMittelklasseauto, 1xUrlaub am/im Mittelmeer drin. Das geht heute üblicherweise ab Unterste Managementebene, Senior/Principle los. Arbeiter nur wenn Haus geerbt. Proof me wrong 😏
@zipferlak Auch in deiner 70er/80er Rechnung redest du von oberer Mittelschicht.
@Giliell Ok, dann meine direkte Kernfamilie: Papa montiert in der Zeit im Gruppenakkord Getriebekupplungen für Großmaschinen. Mama schraubt Steckdosen zusammen. 1x 80qm Wohnung in Siedlunsgenossenschaft, 1xUrlaub auf dem Balkon, 1x gebrauchter Seelenverkäufer als Vehikel. Die die heute den gleichen Job wie einst Papa machen müssen teilweise aufstocken. Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders und das Aufstiegsversprechen nichts mehr Wert. #Kaufkraftverlust

@Giliell In Kurzform: Es ist nicht zu vergleichen. Es ist nicht der Urlaub oder das eigene Auto oder 4-mal in der Woche Fleisch - es sind die Mietpreise, und die Lohndrückerei (die Durchschnittslöhne sind komplett vom Wirtschaftswachstum (hihi, wenn's denn eins gibt) abgekoppelt).

Es hat mal funktioniert, bis ca. vor 50 Jahren und dann kamen Thatcher und Reagan über uns.

Wirklich jammern auf hohem Niveau von @Giliell in meiner Timeline. 24h vorher wäre das ja ein Beitrag zum Vatertag gewesen, aber so sind diese Gedanken schwerlich einzuordnen, Fragen über Fragen.

Auto, welches Auto? Urlaub, welcher Urlaub? Wandern im Wald? Welcher Wald ist den noch ohne Auto zu erreichen? Fleisch? Oft das billigste was man sich im Supermarkt noch erlauben kann, damit Sonntags überhaupt was da ist. Wurst und Käse? Schichtenbrot? Essen gehen? Ist das ein Euphemisms fürs Tafeln? Da scheint es ja eine richtig krachen zu lassen. "Aber man wird doch noch mal von der Armut genervt sein dürfen wenn das eigene Unrechtsempfinden gestört ist."

@hakre Schatzi, dir mangelt es an Leseverständnis. Ich bin nicht genervt von Armut. Ich habe klar benannt, dass diese Zustände als arm gelten. Ich wende mich gegen die Romantisierung dieser Verhältnisse. Aber das willst du nicht verstehen.
@Giliell Wer Romantisiert den diese Verhältnisse? Hilf mir doch zu verstehen, wer dich nervt. Und gerne einfallsreichere Diminutive wenn Du mich necken willst.
@hakre Wenn du ernsthaft Interesse hättest, hättest du gefragt, statt bei deinen Follower*innen über mich herzuziehen.

@Giliell Autsch, lerne ich doch gerne dazu. Meine Wenigkeit betrachtet Folgende auch nicht so. So ist der Schluss den Du soeben zogst ganz schön krass in meinen Augen und erfordert eine sofortige Entschuldigung von meiner Seite. Möge die Flamme meines gerade geweckten Interesses an unserem Austausch nicht gleich wieder erlöschen in diesem Sturm in dem wir aneinander geraten sind und lass uns die Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit eine Brücke zur Harmonie sein. Das stelle ich auch gerne bei den mir Folgenden noch mal ausdrücklich fest, und zwar so oft es nötig sein sollte. Du musst es mir auch nicht verraten, deswegen ziehe ich weder Ernsthaftigkeit noch solidarischen Umgang mit den Armen und anderen Unterdrückten in Zweifel und ich möchte auch niemals, das dieser Eindruck bei den mir Folgenden, gleich jedweden Geschlechts oder sexueller Präferenz, entsteht. Lass uns die Kraft der Worte huldigen und nachdem wir unsere Wunden geleckt haben zum gemeinsamen Leseverständnis beitragen.

Das war mir wichtig zu antworten noch bevor ich das Handbuch zu Rate ziehe wie private(?) Nachrichten verteilt werden. Den Schuh ziehe ich mir gerne an. Romantisierungen bezeugen wenig Wissen über die gemeinsame Geschichte des Widerstands, sind selten tauglich. Da gehe ich sehr gerne mit.

@Giliell Ich bin in den 70ern aufgewachsen und bei uns war nur mein Vater berufstätig. Als Handwerker beim städtischen Bauhof. In der Schule gehörte meine Familie definitiv zu den ärmeren Familien.
Wir hatten immer ein Auto. Fleisch gabs mehrmals pro Woche, zum Abendessen immer Wurst und Käse (natürlich einlagig auf dem Brot). Sommerurlaub waren ein paar Tagesausflüge. Essen gehen alle 1-2 Monate.

Man muss bei so Betrachtungen von früher auch immer berücksichtigen, wann etwas normal war. 1950 gab es gerade mal 700.000 Autos in Deutschland. 1960 waren es 8,9 Mio, 1970 dann 15,1 Mio.

Ähnliches beim Telefon, Fernsehern usw.

@Giliell hm...bei uns haben beide Eltern gearbeitet. Mindestens einmal jährlich Auslandsreise, alle zwei Jahre ein neues Auto, eigentlich jeden Tag Fleisch und auch gerne mal auswärts essen.
Wüsste nicht, wie wir das heute trotz Doppelverdienerhaushalt finanzieren sollten.
@SpreewalderleR Meine Eltern haben auch beide gearbeitet. Der Lebensstil den du beschreibst ist weit über dem, was ich als Kind kenne.
@SpreewalderleR @Giliell schreib' mal eine Jahreszahl dazu, bitte
@Reinald @SpreewalderleR 80er, Westdeutschland. Vorteil: fast mietfrei im Haus der Großeltern gelebt. In Urlaub sind wir gefahren, aber Camping
@Giliell @SpreewalderleR Vater Ingenieur FH, Einfamilienhaus mit Förderkredit gebaut (und nie richtig fertig geworden, weil Geld und Kraft für Eigenleistung ausging), Mutter hat Nachhilfe gegeben. Ferien bei Oma im Bergischen. Außer Haus Essen waren wir nie. Vater hatte einen gebrauchten Fiat 126. Mutter hat sparsam gekocht und eingekauft. Meine Schwestern haben in den Ferien an der Nordsee im Hotel gejobbed, um mal ans Meer zu kommen.
Nach heutigen Maßstäben: arm.
@Reinald @SpreewalderleR Und das bei einem deutlich überdurchschnittlichen Gehalt und einem Nebenverdienst. Das zeigt doch genau, was ich gesagt habe: diese Zustände werden idealisiert. Meine Schwiegereltern waren übrigens eine ähnliche Konstellation, außer dass Schwiegerpapa eben Handwerker war. Haus bauen war da nicht drin und ein Jahr gab es zu Weihnachten eine neue Waschmaschine. Ja, auch für die Kinder.
@Giliell Das sollte man schon etwas differenzierter betrachten. Manche Dinge, die früher als Luxus galten, haben sich extrem verbilligt (beispielsweise Fleisch und TV). Hier gibt es eine Übersicht von der USA, denke das ist hier bei den meisten Dingen ähnlich. Hier die Quelle, auch interessant für das ganze Thema: https://blog.codinghorror.com/stay-gold-america/
"There's someone wrong on the Internet"

du hast ja durchaus einen Punkt… ohne Eigenheim, Fernurlaub und PKW können sich die meistenschon relativ gut über Wasser halten.

Aber leider übersiehst du Details wie z.B. dass sich halt die Preisstrukturen stark verschoben haben. Frühere Luxusgüter (Elektronik, Fahrzeug, Urlaub, Unterhaltung, …) sind heute spottbillig geworden. Ja, das kann man sich noch immer sparen, aber es macht nicht so viel Unterschied wie es früher gemacht hätte.

Wohnraum ist dramatisch teurer geworden, gleichzeitig "will" heute keiner mehr mit 8 Personen auf 60m² und mit Außenklo leben.

Löhne/Gehälter sind für Otto Normal eher die letzten Jahrzehnte gesunken (inflationsbereinigt) und man hat's nur nicht so gemerkt weil lange Dinge biliger wurden. Jetzt merkt man es halt hart.

Und dann das ganze Wahrnehmungs-Ding… klar geht es dir heute besser als vor 100 Jahren, aber das ist nicht dein Vergleichswert. Verbesserungen werden immer sofort als gegeben akzeptiert, verschlechterungen ("Meine Eltern konnten Haus bauen, ich nicht") hingegen deutlich wahrgenommen.

Du müsstest mindestens definieren welches "Früher" du meinst, würdest du sinnvoll argumentieren wollen.
@dat Wo lebst du, dass Auto und Urlaub spottbillig sind? Aber ja, Preisstrukturen haben sich auch verändert, aber du erwähnst doch genau das, was ich anmerkte: mach verklärt die "guten Seiten" und ignoriert die Negativen.
Ich wiederhole: du musst aber halt angeben welches "Früher" du als Vergleich meinst.

Im Vergleich zu vor 100 Jahren? Sicher… vieles besser heute!

Zu vor 50 Jahren? Auch noch.

20 oder 10 Jahre? Könnte knapp werden?
@dat Auch vor 10 Jahren konnte niemand komfortabel von einem durchschnittlichen Einkommen eine Familie ernähren. Ich sage gar nicht, dass man Missstände nicht benennen soll. Es geht um diese Verklärung und Romantisierung. Stichwort Tradwives
von 3500€ brutto ging das nicht? Für Niemanden? Soso…

https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/tabII7.pdf

"durchschnittliches Einkommen" ist halt auch schon schlecht definiert. Gegenbeispiel: 4.659€ Brutto mag jetzt eine Art Durchschnitt sein… ist aber halt nicht die Größenordnung derer bei denen wir jetzt über Probleme reden.
@dat Ok, wo konntest du vor 10 Jahren für 3.500 brutto, aka ca. 2.000 netto komfortabel 4 Personen versorgen? Inklusive Urlaub und Auto?
Ich sag mal… Zwickau. ziemlich niedrige Mieten, kein Bedarf für Zweitwagen, weil städtisch, relativ niedrige Lebenshaltungskosten.

(ist eine dumme Frage, verdient eine dumme Antwort)
@dat Ahja, Zwickau, der bundesdeutsche Durchschnitt... Ich sehe, du bist am "gotcha " interessiert, nicht an Dialog. Ich nicht. Bye.
@Giliell du fragtest "Wo", ich gab dir eine Antwort

Beschwer dich nicht dass Leute auf Dinge antworten die du real fragst, statt auf viel sinnvollere Dinge die du nicht fragst!

Weder verdienen Bewohner Zwickaus bundes-durchschnittlich, noch sollte man den Durchschnitt überhaupt beachten (wie bereits geschrieben ist der nur verzerrend und liegt viel zu hoch um relevante Problem daran zu messen), noch sind 10 Jahre imho eine sinnvolle Vergleichszeit.

Du hast nur kein sinnvolles Argument dargelegt. Du hast nur ein "alles nicht so wild" in die Gegend gerülpst, das faktisch noch schlechter durchdacht war als der Standpunkt gegen den du argumentierst.

Und ich widerspreche dir nicht mal! Ich bin zu grossen Teilen deiner Meinung, aber glaube dass das nicht ganz so einfach ist.
@dat Du bist absolut nicht in der Lage, eine Diskussion zu führen. Oder sinnentnehmend zu lesen. Bye.

@Giliell Ja und Nein.

Ja: Man ist heute sicher verwöhnter und sparen kennen viele der Mittelschicht kaum. Bin oft baff. Besonders wieviel Geld für Urlaube und Autos da ist.

Nein: Vieles, was früher im Verhältnis sehr teuer und Luxus war, ist heute sehr günstig geworden. Insbesondere Telekommunikation und Unterhaltungselektronik - und teilweise Dienstleistungen rund ums Essen (gehen).

Man sollte schauen, welchen Konsum man heute mit der Brille von "damals" betrachtet und vice versa.