Auto? Nein. Urlaub? Wandern im Wald. Fleisch? Sonntags. Wurst und Käse? Nur auf Papas Schichtenbrot. Essen gehen? Nope. Also das, was heute als arm gilt.
Sorry, Nein.
Und wenn sie so leben würden wie im frühen Neolithikum müßten sie garnicht arbeiten.
Der Punkt ist:
Damals reichte ein Einkommen um einer Familie ein durchschnittliches Leben entsprechend dem damaligem Standard zu ermöglichen.
Heute reicht ein Einkommen nicht um einer Familie ein durchschnittliches Leben entsprechend dem heutigem Standard zu ermöglichen.
@m_berberich Und mMn liegt das daran, dass das erwirtschaftete Ergebnisses erheblich mehr zu denen (weit) über dem Durchschnitt wandert als früher.
@wonka Ich glaub da braucht man nicht von Meinung reden, das ist doch wohl hinreichend belegt.
@Giliell In Kurzform: Es ist nicht zu vergleichen. Es ist nicht der Urlaub oder das eigene Auto oder 4-mal in der Woche Fleisch - es sind die Mietpreise, und die Lohndrückerei (die Durchschnittslöhne sind komplett vom Wirtschaftswachstum (hihi, wenn's denn eins gibt) abgekoppelt).
Es hat mal funktioniert, bis ca. vor 50 Jahren und dann kamen Thatcher und Reagan über uns.
Wirklich jammern auf hohem Niveau von @Giliell in meiner Timeline. 24h vorher wäre das ja ein Beitrag zum Vatertag gewesen, aber so sind diese Gedanken schwerlich einzuordnen, Fragen über Fragen.
Auto, welches Auto? Urlaub, welcher Urlaub? Wandern im Wald? Welcher Wald ist den noch ohne Auto zu erreichen? Fleisch? Oft das billigste was man sich im Supermarkt noch erlauben kann, damit Sonntags überhaupt was da ist. Wurst und Käse? Schichtenbrot? Essen gehen? Ist das ein Euphemisms fürs Tafeln? Da scheint es ja eine richtig krachen zu lassen. "Aber man wird doch noch mal von der Armut genervt sein dürfen wenn das eigene Unrechtsempfinden gestört ist."
@Giliell Autsch, lerne ich doch gerne dazu. Meine Wenigkeit betrachtet Folgende auch nicht so. So ist der Schluss den Du soeben zogst ganz schön krass in meinen Augen und erfordert eine sofortige Entschuldigung von meiner Seite. Möge die Flamme meines gerade geweckten Interesses an unserem Austausch nicht gleich wieder erlöschen in diesem Sturm in dem wir aneinander geraten sind und lass uns die Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit eine Brücke zur Harmonie sein. Das stelle ich auch gerne bei den mir Folgenden noch mal ausdrücklich fest, und zwar so oft es nötig sein sollte. Du musst es mir auch nicht verraten, deswegen ziehe ich weder Ernsthaftigkeit noch solidarischen Umgang mit den Armen und anderen Unterdrückten in Zweifel und ich möchte auch niemals, das dieser Eindruck bei den mir Folgenden, gleich jedweden Geschlechts oder sexueller Präferenz, entsteht. Lass uns die Kraft der Worte huldigen und nachdem wir unsere Wunden geleckt haben zum gemeinsamen Leseverständnis beitragen.
Das war mir wichtig zu antworten noch bevor ich das Handbuch zu Rate ziehe wie private(?) Nachrichten verteilt werden. Den Schuh ziehe ich mir gerne an. Romantisierungen bezeugen wenig Wissen über die gemeinsame Geschichte des Widerstands, sind selten tauglich. Da gehe ich sehr gerne mit.
@Giliell Ich bin in den 70ern aufgewachsen und bei uns war nur mein Vater berufstätig. Als Handwerker beim städtischen Bauhof. In der Schule gehörte meine Familie definitiv zu den ärmeren Familien.
Wir hatten immer ein Auto. Fleisch gabs mehrmals pro Woche, zum Abendessen immer Wurst und Käse (natürlich einlagig auf dem Brot). Sommerurlaub waren ein paar Tagesausflüge. Essen gehen alle 1-2 Monate.
Man muss bei so Betrachtungen von früher auch immer berücksichtigen, wann etwas normal war. 1950 gab es gerade mal 700.000 Autos in Deutschland. 1960 waren es 8,9 Mio, 1970 dann 15,1 Mio.
Ähnliches beim Telefon, Fernsehern usw.
@Giliell Ja und Nein.
Ja: Man ist heute sicher verwöhnter und sparen kennen viele der Mittelschicht kaum. Bin oft baff. Besonders wieviel Geld für Urlaube und Autos da ist.
Nein: Vieles, was früher im Verhältnis sehr teuer und Luxus war, ist heute sehr günstig geworden. Insbesondere Telekommunikation und Unterhaltungselektronik - und teilweise Dienstleistungen rund ums Essen (gehen).
Man sollte schauen, welchen Konsum man heute mit der Brille von "damals" betrachtet und vice versa.