Wisst ihr, was mich an diesem ganzen "früher hat ein Gehalt zum Leben gereicht" Gefasel so nervt? Also außer dass das Patriarchat einen Harten kriegt? Das es so bodenlos unehrlich ist. Wenn die Leute leben würden wie früher, ginge das sicher auch von einem Gehalt.
Auto? Nein. Urlaub? Wandern im Wald. Fleisch? Sonntags. Wurst und Käse? Nur auf Papas Schichtenbrot. Essen gehen? Nope. Also das, was heute als arm gilt.
@Giliell hm...bei uns haben beide Eltern gearbeitet. Mindestens einmal jährlich Auslandsreise, alle zwei Jahre ein neues Auto, eigentlich jeden Tag Fleisch und auch gerne mal auswärts essen.
Wüsste nicht, wie wir das heute trotz Doppelverdienerhaushalt finanzieren sollten.
@SpreewalderleR Meine Eltern haben auch beide gearbeitet. Der Lebensstil den du beschreibst ist weit über dem, was ich als Kind kenne.
@SpreewalderleR @Giliell schreib' mal eine Jahreszahl dazu, bitte
@Reinald @SpreewalderleR 80er, Westdeutschland. Vorteil: fast mietfrei im Haus der Großeltern gelebt. In Urlaub sind wir gefahren, aber Camping
@Giliell @SpreewalderleR Vater Ingenieur FH, Einfamilienhaus mit Förderkredit gebaut (und nie richtig fertig geworden, weil Geld und Kraft für Eigenleistung ausging), Mutter hat Nachhilfe gegeben. Ferien bei Oma im Bergischen. Außer Haus Essen waren wir nie. Vater hatte einen gebrauchten Fiat 126. Mutter hat sparsam gekocht und eingekauft. Meine Schwestern haben in den Ferien an der Nordsee im Hotel gejobbed, um mal ans Meer zu kommen.
Nach heutigen Maßstäben: arm.
@Reinald @SpreewalderleR Und das bei einem deutlich überdurchschnittlichen Gehalt und einem Nebenverdienst. Das zeigt doch genau, was ich gesagt habe: diese Zustände werden idealisiert. Meine Schwiegereltern waren übrigens eine ähnliche Konstellation, außer dass Schwiegerpapa eben Handwerker war. Haus bauen war da nicht drin und ein Jahr gab es zu Weihnachten eine neue Waschmaschine. Ja, auch für die Kinder.