Hallo Erik, interessiert durch Deine eingängig ästhetische Fotografie und durch Deinen Profiltext, bin ich hier auf Dich und Deinen Podcast aufmerksam geworden. Beim Durchscrollen der Folgen sprang mich direkt "die Rehabilitation des JPEG" an. Sehr interessant und für mich impulsgebend. Das Thema Entscheidungsmüdigkeit durch die Optionsvielfalt der RAW Bearbeitung, beschäftigt mich gerade sehr und ich dürste nach Vereinfachung und nach dem Fokus auf das Fotografieren an sich. Ich bin auf der Reise von Analog nach Digital irgendwann "falsch" abgebogen. Kosmetische Entwicklung versus fotografische Genmanipulation. Was will ich sagen? Klasse Podcast in Art, Form, Inhalt. Hast einen neuen Hörer. Erwähnte Folge gibt mir den Impuls mich für meine Zf und R6 mit Picture Control und Picture Style auseinanderzusetzen um JPEG und SOOC mal wieder eine Chance zu geben. Werde interessiert alte Podcastfolgen hören und freue mich auf Neue. Gruss aus Hessen. eric
Danke, das freut mich tatsächlich sehr, wenn der Podcast als so hilfreich und inspirierend wahrgenommen wird.

Ich müsste mich tatsächlich irgendwann noch mal tiefer mit den Nikon-Kameras auseinandersetzen und was damit inzwischen möglich ist. Ich glaube, dass es aber tatsächlich nicht so weitgreifend und finegetuned ist wie bei Fujifilm. Aber wenn Du da selbst mal neue Erkenntnisse zu gefunden hast, dann lass mich es gern wissen :-).
Vorab Trollalarm-Entwarnung. Möchte diese Gedanken bloß noch loswerden, ohne trollige Gesprächsverwicklung.

So finegetuned wie bei Fuji ist es bei Nikon sehr sicher nicht. Über das Generieren und Importieren individueller JPEG-Profile geht es wohl nicht hinaus (https://nikonpc.com/). Farbfilter können nicht vorm Import im Profil geändert werden, aber wenn es dann in der Kamera abgespeichert ist.

Schade dass Nikon, mit der Veröffentlichung der Z f, die Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart nicht noch ein bisschen mehr in die Dunkelkammer hineingedacht haben und/oder bzgl. zu individualisierenden JPEG-Profile marketingmäßig sehr zurückhaltend sind. Die Gefahr als trittbrettfahrender Möchtegern-Clone der scheinbar perfektionierten Fuji-Möglichkeiten am Markt müde belächelt zu werden, war vielleicht zu groß. Um diesen Aspekt des kreativen Workflows bewerben zu können, müsste Nikon oder wer auch immer, mindestens genauso viel richtig gut machen wie offensichtlich Fuji.

Ich werde mich mal an JPEG herantrauen und kann für mich gerade noch gar nicht einschätzen, wie groß die Möglichkeiten aktueller JPEGs, aktueller Programme und meine aktuellen Fotografie-Skills sind. Die letzten JPEGs habe ich wahrscheinlich zu Zeiten der EOS 350D grobschlächtig kaputt manipuliert und Tonwertabrisse, Ausgebranntes, Abgesoffenes noch als kreatives Highlight abgefeiert.
Nikon Picture Control Editor

Nikon picture control editor. The web application lets you view and edit nikon camera styles directly in a web browser. Follow picture control parameters can be modified: custom curve, gamma, sharpness, saturation, hue, etc

Folge 40 mit Peter Müller habe ich zum Thema ebenso interessiert verschlungen und auch eigene Gedanken wiedergefunden. Gerade der Punkt "manch einer der die digitale Entwicklung/Bearbeitung verteufelt, um sich mit out of cam zu rühmen, weiß u.U. nicht, welche Bearbeitung auch zu analogen Zeiten in der Dunkelkammer Standard waren/sind." Ich habe zwar nur 2-3 Jahre in einer zuhause improvisierten Dunkelkammer panschend staubig selbst entwickelt, kann aber sagen, dass mein Verständnis des kreativen Prozesses in der Fotografie dadurch einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. "Huch. Das selbstentwickelte Positiv kann ja ganz anders wirken als das suppig flache Grau-Weiß-Bild aus dem Großlabor."

Nun gespannt, welche Erkenntnisse und neues Verständnis mich beim Experiment JPEG erwartet.

Sorry nochmal für den Roman und besten Dank für Dein "wenn Du neue Erkenntnisse zu gefunden hast, lass es mich wissen." Behalte ich im Hinterkopf.