Keine Ahnung ob es in Europa noch einmal ein derart schön gelegenes Kohlekraftwerk gibt. Ich selbst kenne keins. Aber mir graut jetzt schon vor dem Eisenocker, das die #Neiße aus diesem Loch künftig mit flussabwärts schwemmen wird. Es wird zuviel für das Flüsschen sein.
Ich wende mich ab.
Oben Acker und die Granithuckel der #Oberlausitz. Früh abgeerntet in diesem trocknen Jahr.
Am Buchberg hatten sie etwas Bauernwald stehen lassen, aber der Borkenkäfer war zu Besuch und nun muss man erst einmal sehen, was wird.
Auch sonst geht in diesem kleinen Bergzug nicht allzu oft jemand, Wanderzeichen gelber Strich auf weißem Grund hin oder her.
Aber inmitten des Waldes gibt es eine Wegkreuzung mit ein paar markanten Basaltsäulen.
Daneben ein drolliges Wanderhüttchen.
Und im Gästebuch des Wanderhüttchens die Zeitgeschichte. #Europa #Oberlausitz #Ukraine

"... den Ahorn-Eschenwäldern der Schatthänge und Schluchten ..."

So etwas Schönes habe ich schon lange nicht mehr gelesen. #Gebrauchslyrik

Da möchte Schönbrunn selbst nicht hintenanstehn. Hallo, Idyll. #Oberlausitz
Gleich beim Passweg am Großen Berg könntet ihr euch noch entfalten, wenn er mit dem Hollunder eine Einigung erzielt.
Hier unter diesem Wegkreuzungs-Baum könntet ihr dann euer Abendbierchen trinken.
Es besteht die Möglichkeit, dass auf diesem Hügelweg beim Großen Berg in der #Oberlausitz kurz nach 10 am Sonnabend ein einsam da Dahingehender kurz im Glück seines schieren Daseins ein bisschen aufgejuchzt hat. Aber man weiß aufgrund fehlender anderer nichts genaues.
Die Bauerngüter von Großhennersdorf kommen in Sicht. Dahinter füllt der Kottmar den Horizont aus, was er hier in der Gegend recht ausgiebig um nicht zu sagen penetrant tut. Bei soviel Attitüde könnte man von der dort entspringenden Spree eigentlich erwarten, dass sie bei Spandau die Havel kassiert. Pff.
Auch in Großhennersdorf darf nichts ungestaltet bleiben.
Die Borkenkäfer haben auch den Granitbuckel des Sonnenhübel im Königsholz besucht. Seither blickt man hier zum Sudetenkamm des Lausitzer Gebirges hinüber.
Meint ihr, diesen sanften Feldfluren in der Talwanne von Oderwitz fehlt etwas? Nein, denke ich auch. Sie werden hier trotzdem in einigen Jahren die Umgehungsstraße nach Zittau mitten durch schneiden. Dieses Land ist leider so.
Ein paar Kilometer weiter kann man sie vor dem Königsholz schon warten sehen.
Ich wende mich ab. Hallo Spitzberg von Oderwitz, oben auf dir mache ich gleich Mittag.
Die Umgehungsstraßen kommen. Die Nebenbahnen gehen. Diese hier ging bis 1998 von Oderwitz über Herrnhut/Ochranow hinunter nach Löbau/Lubij. Traurig, traurig. Einmal mehr. #Bahnzeit
Am Waldrand des Spitzbergs geht der Blick noch einmal zurück auf den Bogen des bisherigen Tages.
Mittag auf dem Spitzberg. Zeit wars.
Man neigt ja dazu, bei jedem der vielen wunderbaren Berggipfel-Panoramen der #Oberlausitz die Krone verleihen zu wollen. Aber im südöstlichen Teil ist sie dem Spitzberg mit seinem Basaltdoppel-Felsen oben drauf wohl wirklich zuzusprechen.
Neugersdorf.
Südwärts durch den Mais. Böhmen ist nahe und bis Hainewalde sind es noch drei Stunden.
#Böhmen ist sogar viel näher als ich dachte! Niederleutersdorf, wieder was gelernt. Verflechtungslandschaft #Oberlausitz.
Ich fand es ja besser, als sich die Leute hier noch Wachhunde hielten.
Bei Leutersdorf gibt es gleich noch einen Bergbuckel mit einem Felsen drauf, den Großen Stein. Hatte mir bisher auch noch gefehlt. Also hinauf, liegt eh am Weg.
Auf dem Großen Stein liegt außerdem noch wer, nämlich #Goethe im Seitenprofil. Nein wirklich, das ist den Leuten hier touristisch wichtig.
So wichtig, dass sie den Felsen konturwahrend repariert haben, als ein Blitz dem Geheimrat einmal die Nase weggesprengt hatte.

#SlavaUkrainii!

Nein, ist die Fahne der #Oberlausitz. Wo denkt ihr hin!

Das Kreuz im Gebirge vor den #Sudeten.
Nach Nordwesten blickend sehen ich immerhin weiter hinten oberlausitzer Berge, die auch einen sorbischen Namen besitzen. So hält sich jeder in der Verflechtungslandschaft fest, woran er kann und möchte. #Mitteleuropa
Und noch einmal der Bogen des Tages, nun beinahe schon komplett auch mit dem Spitzberg dabei.
Durch einen Hügelwald geht es aber noch, nämlich den des Forstenbergs von Spitzkunnersdorf.
Niemand von uns macht sich eine Vorstellung davon, wie hart es manchmal ist, Vanessa Mai zu sein.
Die Webereien von Spitzkunnersdorf haben hingegen bereits im dritten Jahrzehnt alles hinter sich.
Drüben senken sich Weg und Nachmittag nach Hainewalde hinab.
Nach #Hainewalde müsst ihr unbedingt mal fahren! Es ist dort sagenhaft idyllisch. Und es gibt die Limonadenfirma von Menschels! Waldmeister und Himbeere wie tief aus der Kindheit.
Außerdem gibt es die Hinterlassenschaften der Adelsfamilien von Kanitz und von Kyaw, zum Beispiel ihr teilruinöses Schloss (mit schlimmer NS-Vergangenheit). Oder ihre sagenhafte barocke Gruft, die man auf diesem Niveau nicht in der #Oberlausitz sondern in #Böhmen erwarten würde! Ganz großes Theater!
Doch ein angemessenes Verweilen ist uns heute leider nicht vergönnt, denn in einer Minute kommt hier gleich der Zug von Varnsdorf her nach Zittau hinunter. Danke fürs Mitschauen und Mitlesen! Dobru nóc! #Draußen
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