Da ist er auch schon, der Markt.
Gleich hinter Hirschfelde fließt die Neiße. Und gleich dahinter steht das Braunkohlewerk Turów, das mitsamt seiner gigantischen in das Vorgebirge hineingebrochenen Grube 8% des polnischen Strombedarfs deckt. Es schaut hier überall in die Fenster und Gärten hinein und hinunter.
Wenn sonst kaum noch etwas da ist, hat man in der
#Oberlausitz immer noch seine Geschichte. Ich kenne diese Wandzeitungsausstellungen in toten Ladenlokalen auch aus Görlitz.
Die Kohle, dies- und jenseits der Friedensgrenze.
Woran man untrüglich merkt, dass etwas nicht stimmt: Wenn das letzte verbliebene Geschäft am Markt die Apotheke ist.
Spuren am Markt von Hirschfelde.
Nur weil shrinking cities als Begriff durch ist, heißt das nicht, dass auch die Sache durch ist.
#HirschfeldeOb mal wieder wer ein Tier zum Verkauf aus den Dörfern oben auf dem Hochland herunter bringt und hier anbindet?
Die große Kirche, die mal eine Stadtkirche werden wollte, steht da und hofft auf Sonntag. Wie jede Woche.
Ich bin dann am Sonnabendmorgen-Bäckerladen vorbei, wo eine Traube Menschen im Brotduft stand, den Weg hinauf auf die Hänge überm Ort gegangen, wo sie mir aus der Ex-Bergarbeitersiedlung mit Beuteln für die Semmeln entgegen kamen.
Ob hier oben in der prallen Sonne und im Wind noch Leute mit Bergbau-Renten wohnen? Oder doch ihre Kinder und Enkel, für die es dafür nicht mehr gereicht hat?
Voraus liegt Dittelsdorf.
Sofort schlägt das Idyll über einem zusammen.
Die Manufakturlinien der
#Oberlausitz, deren jahrhundertetiefes Gewebe hier alles durchzieht.
Jeder gestaltet wie er kann in Dittelsdorf. Hinten wird das ganze große Stalldach 1917 beschriftet. Und vorn organisiert Papa in den 1980ern beim Ringtausch drei Farbgläser für die Fassade.
Nichts darf ungestaltet bleiben.
#OberlausitzOben überm Dorf und seinen Feldern dann vor der Bergwand der Sudeten Kraftwerk und Tagebau Turów in all ihrer Dominanz.
Keine Ahnung ob es in Europa noch einmal ein derart schön gelegenes Kohlekraftwerk gibt. Ich selbst kenne keins. Aber mir graut jetzt schon vor dem Eisenocker, das die
#Neiße aus diesem Loch künftig mit flussabwärts schwemmen wird. Es wird zuviel für das Flüsschen sein.
Oben Acker und die Granithuckel der
#Oberlausitz. Früh abgeerntet in diesem trocknen Jahr.
Am Buchberg hatten sie etwas Bauernwald stehen lassen, aber der Borkenkäfer war zu Besuch und nun muss man erst einmal sehen, was wird.
Auch sonst geht in diesem kleinen Bergzug nicht allzu oft jemand, Wanderzeichen gelber Strich auf weißem Grund hin oder her.
Aber inmitten des Waldes gibt es eine Wegkreuzung mit ein paar markanten Basaltsäulen.
Daneben ein drolliges Wanderhüttchen.
Und im Gästebuch des Wanderhüttchens die Zeitgeschichte.
#Europa #Oberlausitz #Ukraine"... den Ahorn-Eschenwäldern der Schatthänge und Schluchten ..."
So etwas Schönes habe ich schon lange nicht mehr gelesen. #Gebrauchslyrik
Da möchte Schönbrunn selbst nicht hintenanstehn. Hallo, Idyll.
#OberlausitzGleich beim Passweg am Großen Berg könntet ihr euch noch entfalten, wenn er mit dem Hollunder eine Einigung erzielt.
Hier unter diesem Wegkreuzungs-Baum könntet ihr dann euer Abendbierchen trinken.
Es besteht die Möglichkeit, dass auf diesem Hügelweg beim Großen Berg in der
#Oberlausitz kurz nach 10 am Sonnabend ein einsam da Dahingehender kurz im Glück seines schieren Daseins ein bisschen aufgejuchzt hat. Aber man weiß aufgrund fehlender anderer nichts genaues.
Die Bauerngüter von Großhennersdorf kommen in Sicht. Dahinter füllt der Kottmar den Horizont aus, was er hier in der Gegend recht ausgiebig um nicht zu sagen penetrant tut. Bei soviel Attitüde könnte man von der dort entspringenden Spree eigentlich erwarten, dass sie bei Spandau die Havel kassiert. Pff.
Auch in Großhennersdorf darf nichts ungestaltet bleiben.
Die Borkenkäfer haben auch den Granitbuckel des Sonnenhübel im Königsholz besucht. Seither blickt man hier zum Sudetenkamm des Lausitzer Gebirges hinüber.
Meint ihr, diesen sanften Feldfluren in der Talwanne von Oderwitz fehlt etwas? Nein, denke ich auch. Sie werden hier trotzdem in einigen Jahren die Umgehungsstraße nach Zittau mitten durch schneiden. Dieses Land ist leider so.
Ein paar Kilometer weiter kann man sie vor dem Königsholz schon warten sehen.
Ich wende mich ab. Hallo Spitzberg von Oderwitz, oben auf dir mache ich gleich Mittag.
Die Umgehungsstraßen kommen. Die Nebenbahnen gehen. Diese hier ging bis 1998 von Oderwitz über Herrnhut/Ochranow hinunter nach Löbau/Lubij. Traurig, traurig. Einmal mehr.
#BahnzeitAm Waldrand des Spitzbergs geht der Blick noch einmal zurück auf den Bogen des bisherigen Tages.
Mittag auf dem Spitzberg. Zeit wars.
Man neigt ja dazu, bei jedem der vielen wunderbaren Berggipfel-Panoramen der
#Oberlausitz die Krone verleihen zu wollen. Aber im südöstlichen Teil ist sie dem Spitzberg mit seinem Basaltdoppel-Felsen oben drauf wohl wirklich zuzusprechen.