Jeder gestaltet wie er kann in Dittelsdorf. Hinten wird das ganze große Stalldach 1917 beschriftet. Und vorn organisiert Papa in den 1980ern beim Ringtausch drei Farbgläser für die Fassade.
Keine Ahnung ob es in Europa noch einmal ein derart schön gelegenes Kohlekraftwerk gibt. Ich selbst kenne keins. Aber mir graut jetzt schon vor dem Eisenocker, das die #Neiße aus diesem Loch künftig mit flussabwärts schwemmen wird. Es wird zuviel für das Flüsschen sein.
Es besteht die Möglichkeit, dass auf diesem Hügelweg beim Großen Berg in der #Oberlausitz kurz nach 10 am Sonnabend ein einsam da Dahingehender kurz im Glück seines schieren Daseins ein bisschen aufgejuchzt hat. Aber man weiß aufgrund fehlender anderer nichts genaues.
Die Bauerngüter von Großhennersdorf kommen in Sicht. Dahinter füllt der Kottmar den Horizont aus, was er hier in der Gegend recht ausgiebig um nicht zu sagen penetrant tut. Bei soviel Attitüde könnte man von der dort entspringenden Spree eigentlich erwarten, dass sie bei Spandau die Havel kassiert. Pff.
Die Borkenkäfer haben auch den Granitbuckel des Sonnenhübel im Königsholz besucht. Seither blickt man hier zum Sudetenkamm des Lausitzer Gebirges hinüber.
Meint ihr, diesen sanften Feldfluren in der Talwanne von Oderwitz fehlt etwas? Nein, denke ich auch. Sie werden hier trotzdem in einigen Jahren die Umgehungsstraße nach Zittau mitten durch schneiden. Dieses Land ist leider so.
Die Umgehungsstraßen kommen. Die Nebenbahnen gehen. Diese hier ging bis 1998 von Oderwitz über Herrnhut/Ochranow hinunter nach Löbau/Lubij. Traurig, traurig. Einmal mehr. #Bahnzeit
Man neigt ja dazu, bei jedem der vielen wunderbaren Berggipfel-Panoramen der #Oberlausitz die Krone verleihen zu wollen. Aber im südöstlichen Teil ist sie dem Spitzberg mit seinem Basaltdoppel-Felsen oben drauf wohl wirklich zuzusprechen.
Bei Leutersdorf gibt es gleich noch einen Bergbuckel mit einem Felsen drauf, den Großen Stein. Hatte mir bisher auch noch gefehlt. Also hinauf, liegt eh am Weg.
Nach Nordwesten blickend sehen ich immerhin weiter hinten oberlausitzer Berge, die auch einen sorbischen Namen besitzen. So hält sich jeder in der Verflechtungslandschaft fest, woran er kann und möchte. #Mitteleuropa
Nach #Hainewalde müsst ihr unbedingt mal fahren! Es ist dort sagenhaft idyllisch. Und es gibt die Limonadenfirma von Menschels! Waldmeister und Himbeere wie tief aus der Kindheit.
Außerdem gibt es die Hinterlassenschaften der Adelsfamilien von Kanitz und von Kyaw, zum Beispiel ihr teilruinöses Schloss (mit schlimmer NS-Vergangenheit). Oder ihre sagenhafte barocke Gruft, die man auf diesem Niveau nicht in der #Oberlausitz sondern in #Böhmen erwarten würde! Ganz großes Theater!
Doch ein angemessenes Verweilen ist uns heute leider nicht vergönnt, denn in einer Minute kommt hier gleich der Zug von Varnsdorf her nach Zittau hinunter. Danke fürs Mitschauen und Mitlesen! Dobru nóc! #Draußen