Leute sagen unironisch Dinge wie "an den Rollstuhl gefesselt", verteidigen Abhängigkeit vom Auto aber als "Freiheit".

@afelia Ich kannte ja JerryRigsEverything erst nur für die Videos gekannt wo er Geräte quält. Dann habe ich gesehen was er mit dem Geld macht was er verdient und was für Fahrzeuge er baut um Menschen wieder mehr Freiheiten zu geben. Einfach nur WOW.

"Mountain Bike" für Rollstuhlfahrer war glaube sein erstes.

@afelia aufs Auto angewiesen sein (=abhängig) und es als Befreiung wahrnehmen. Die haben nie ein anderes Leben gelebt.
@afelia Und das auch, wenn sie ein Viertel des Tages im Stau stecken.
@afelia Ein Bekannter im Rollstuhl sagte mal, der Rollstuhl bedeute Freiheit für ihn. Ohne wäre er in der Wohnung eingesperrt oder gar ans Bett gefesselt.

@afelia Leute sind dumm und das war für Wirtschaft und Politik gut so, so langsam bricht es ihnen aber das den Hals.

Nur sie sind selber dumm und wissen nicht wie es anders gehen sollte, als mit Leuten deren selektive Intelligenz und Dummheit man fördert.

Intelligenz macht Leute nicht einfacher.

Und Leute von denen ich in einer Dimension Intelligenzleistungen brauche, kann ich nicht in der gleichen Dimension dumm halten.

@afelia ich würde Abhängigkeit und Freiheit hier nicht als Gegensatz sehen. Nicht, solange Alternativen fehlen, um ohne immensen Zeitaufwand und/oder Vorplanung Einkaufen, Arztbesuche oder auch nur den täglichen Weg zur Arbeit bestreiten zu können.

Vermutlich ist es einfach schon falsch, die beiden Begriffe als absolut zu betrachten.

@gorobar
Überspitzt gesagt, wenn ich zur Diktatur keine Alternative mehr angeboten bekomme, wäre diese auf einmal ok?

Die Abwesenheit von Alternativen zum Auto schließt knapp 30 Mio. Menschen in D von Selbstbestimmung aus!
@afelia

@jkruse_de zum ersten Teil: nein, OK ist da gar nichts. Aber wenn z.B. im Iran das Kopftuchverbot fiele, wäre das eine Verbesserung in der persönlichen Freiheit vieler. Aber es bliebe eine Diktatur, die niemand insgesamt als "Freiheit" bezeichnen würde ("Freiheit" ist übrigens in meinen Augen nie absolut, aber das wird mir jetzt selbst zu philosophisch...)
Zum zweiten Teil: ja, genau. Die Abwesenheit von Alternativen ist natürlich nicht gut. Genau deswegen wird dann ja das Auto als (ggf. fehlende) Freiheit empfunden.
Wie gesagt: ich finde das nicht gut. Aber das Abschaffen der Option ohne existierende Alternativen macht es für niemand besser.
@afelia
"ans Auto gefesselt" muss ich mal in Unterhaltungen testen 😂
@afelia Wahrscheinlich kommt das aus alten Galeerenzeiten. Die Dinger wurden ja von an die Bank "gefesselten" Gefangenen angetrieben. In "Freiheit" lebten die Leute oben. So wie im Auto, das ist der Antrieb an die Karosserie gefesselt und die Insassen fühlen sich frei, auch wenn sie in Wirklichkeit in eine (Fahrgast-)Zelle gesperrt sind.
@agitatra
An etwas gefesselt zu sein ist schlicht eine Umschreibung für "auf etwas angewiesen/gezwungen sein". Wenn du ein Projekt abgeben musst und deshalb nicht ins Freibad kannst, bist du an den Schreibtisch gefesselt.
@afelia meint es gut, aber hier wird mangelndes Sprachverständnis zum politischen Argument gemacht.

@afelia
Leute versuchen halt meist ihre Abhängigkeiten als Freiheit zu interpretieren, weil sonst ... kognitive Dissonanz.

Ich war mal unfallbedingt eine Zeit lang "ans Bett gefesselt". Jede Art von Mobilität ist dagegen (für mich) keine Fessel sondern eine Art von Freiheit. Nichtsdestotrotz versuche ich auf gewisse (für uns und die Umwelt schädliche) Fortbewegungsmöglichkeiten immer mehr zu verzichten.

@afelia

Wenn man nicht in der Stadt wohnt, sichert einem ein Auto tatsächlich einen gewissen Grad an Freiheit.

@afelia Einfach umdrehen. "Die armen, die sind an ihr Auto gefesselt".
@afelia Leute sagen auch Hitler wäre eigentlich links gewesen 🙃🤯
Leute dumm.
@afelia klingt ehrlich gesagt nach nem geilen Kink.
@afelia Das ist ein guter Vergleich! Muss ich mir merken 👍
@afelia Es hätte schon etwas Tolles, wenn wir „ans Auto gefesselt“ etablieren.
@afelia ich muss morgen mal gucken, ob ich irgend wo im Mobilitätsausschuss den Spruch "ans Auto gefesselt" unterbringen kann.
@afelia ist da ein Widerspruch zwischen Freiheit und Abhängigkeit? Wenn du auf dem Dorf lebst, ist deine Freiheit abhängig vom Auto 🤔
@olafke Same mit Rollstuhl und Gehbehinderung.
@afelia Also wenn Rollstuhlfahrer gar nicht an den Rollstuhl gefesselt sind, dann sollten wir vielleicht mal ne Sitzblockade vorm Altersheim machen? STEHT AUF WENN IHR FÜR FREIHEIT SEID
@afelia "ans auto gefesselt" wird gnadenlos geklaut
@afelia macht es nicht ein unterschied ob man etwas benutzen kann oder eben muss?
@Sven "Abhängigkeit" impliziert Müssen.
@afelia genau. Beim Auto gibt es im der Regel aber auch Alternativen. Die meisten wollen das Auto nutzen. Nicht zuletzt weil manche Autos mittlerweile mehr Komfort bieten als das eigene Wohnzimmer.
@Sven Mein Problem ist exakt eine Politik, die Alternativen abbaut. Darum geht es hier.
@afelia ok. Das war jetzt auf den ersten Blick eher nicht zu erkennen.
@Sven @afelia pfft... mitunter gibt es für ein auto schlicht aber auch keine alternative... und dabei rege ich nicht mal von ballungszentren, wo der öpnv besser ausgebaut ist als irgendwo auf dem land... aber wenn z.b. eine reise mit öpnv wegen dutzenden umstiegen, und einzuplahnenden pufferzeiten doppelt so lange dauert als mit ner direktfahrt mit nem auto, dann ist auch dort der öpnv, selbst wenn er gut ausgebaut ist, keine alternative...d
@meerschweinchen83 @afelia zum einen sind das aber auch nicht die Leute die hier alles unter Freiheit verromantisieren, sondern wirklich drauf angewiesen sind und zum anderen sind wir (teilweise) auch wieder beim Komfort weil es einfach um Längen komfortabler ist 30 Minuten mit dem Auto zu fahren als 3 1/2 Stunden mit dem ÖPNV (mein Arbeitsweg wäre hier ein praktisches Beispiel)
@afelia
Der Gedankengang gefällt mir. Ich werde versuchen, "an's Auto gefesselt" in meinen festen Sprachgebrauch zu integrieren ☺️