Kleiner Tipp fĂŒr alle progressiven Lehrys und Forschys im reaktionĂ€ren #Bayern:

Das Entgendern nach #Phettberg ist vom gerade beschlossenen Verbot von #Genderzeichen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht betroffen. Denn genderneutrale Sprache wird damit nicht etwa komplizierter, sondern deutlich einfacher - und eine solche Einfachheit ist ja das angebliche Ziel des strunzdummen Verbots.

**Edit: Video in datenschutzfreundlich (danke, @ilanti!) https://tube.fediverse.at/w/qZWyA1qvYy1qPnj8grf4nF

Genderneutrale Sprache? So einfach geht's (Thomas KronschlĂ€ger – Science Slam)

PeerTube

@kernpanik zum Thema Einfachheit: Das Entgendern erfĂŒllt dieses Kriterium tatsĂ€chlich. Als aber nicht zu unterschĂ€tzende HĂŒrde verbleibt die fehlende RĂŒckwĂ€rtskompatibiliĂ€t mit dem vorhandenen Sprachschatz. Entgendern stellt einen harten Bruch dar: Ich sehe keine Möglichkeit, das allmĂ€hlich, organisch zu verĂ€ndern. Wer das auch noch will, könnte auf ein markiertes Maskulinum ausweichen. »GrĂŒĂŸ Gott Herr MinisterprĂ€sidenterich  « – falls das Geschlecht des solcherart angesprochenen AmtstrĂ€gers relevant sei sollte. Andernfalls einfach »MinisterprĂ€sident« – da sind AmtstrĂ€ger jeglichen Geschlechts dann gleichermaßen mitgemeint.

https://ingo.lantschner.name/gendern/

#gendern

Gendern 2.0 - geschlechtergerechter Sprachgebrauch

Sprache beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen – und wer in ihr sichtbar ist. Das generische Maskulinum, das angeblich alle Geschlechter umfasst, ist nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Doch typographische Lösungen wie das Gender­sternchen oder Doppelnennungen sind letztendlich nur Scheinlösungen, die das zu Grunde liegende grammatische Problem nicht lösen. Das Konzept des »markierten Maskulinums« bietet durch Erweiterungen eine neue Möglichkeit, geschlechter­gerechte Sprache klar und einfach zu gestalten. ⊕ UnabhĂ€ngig von mir sind auch andere auf Ă€hnliche bis gleiche Lösungen gekommen fĂŒr die sich der Oberbegriff Gendern 2.

@ilanti @kernpanik Ich bezweifle, dass sich das durchsetzen wird. Es werden wahrscheinlich alle weiterhin einfach das generische Maskulinum benutzen und es weiterhin als primÀr mÀnnlich wahrnehmen.

@shaedrich


 da bin ich mir nicht so sicher. Wenn wir uns die Entwicklung des Begriffs »GĂ€stin« ansehen, so hat sich innert (m)einer Lebensspanne durchaus einiges verĂ€ndert 


https://ingo.lantschner.name/post/2023-02-18-femisprech/

Es fĂ€ngt oftmals lustig an: Der Herr MinisterprĂ€sidenterich  â€Š sprich das 10 mal laut aus und das Lustige ist futsch – ĂŒbrig bleibt ein markiert maskuliner Begriff.

@kernpanik

Femisprech einst und jetzt

Die Karriere der »GÀstin« von einer Albernheit zum terminus technicus beruhte auf Tradition.

@ilanti @kernpanik Bei "GĂ€stin" wurde das Wort ja verĂ€ndert. Das sollte die angesprochene VerĂ€nderung des Denkens herbeifĂŒhren.
@ilanti @kernpanik Dass die "-ich"-Form an "Enterich" erinnert, muss vielleicht nicht mehr schreiend komisch sein, hat aber den schalen Beigeschmack, dass man mit Absicht was lĂ€cherlich machen will – versteh mich nicht falsch, ich bin immer dabei, toxischer MĂ€nnlichkeit einen DĂ€mpfer zu verpassen – aber wenn man fĂŒr etwas Akzeptanz finden will, sollte man sich vielleicht nicht unnötig Steine in den Weg legen.

@shaedrich

Das Problem, dass geschlechtergerechte Begriffe »lĂ€cherlich« klingen, ist glaube ich so alt, wie das Gendern selbst. Da steckt viel Gewöhnung drin. Ich sehe bei Gender-* und Ă€hnlichen AnsĂ€tzen aber die viel grĂ¶ĂŸeren Steine: Sie verkomplizieren die Sprache faktisch oder werden inkonsistent und damit verwirrend. Obendrein tendieren sie dazu heteronormativ zu wirken.
@kernpanik

@ilanti @kernpanik Na ja, die Sternform erinnert bspw. an den Stern bei "LGBT*", was es ja schon ein StĂŒck weit inklusiv macht.

@shaedrich

Bei LGBT* steht das wenigstens am Ende, was den Schluss nahelegt: Alles was wir jetzt noch nicht aufgezĂ€hlt haben, meinen wir halt mit. Bei Fahrer*in haben wir den Stern in der Mitte. Da Fahrer bei dieser Schreibweise dediziert mĂ€nnlich bleibt, ist alles zwischen Mann und Frau halt "mitgemeint". Finde ich suboptimal. Dazu kommt jetzt aber noch, dass Umlautungen Gast*in, Arzt*in nicht funktionieren. Und das wirkliche Problem stellen bei der Gender-* Variante die Pronomen dar: der/die, einer/eine, 
 Ohne eine dediziert generische Form, die nicht ĂŒber AufzĂ€hlung hergestellt wird, wird's immer kompliziert. Wir können es auch so herum betrachten: Dass generische Maskulinum ist ein grammtischer Fehler, der durch typographische Interventionen , nicht behoben werden kann. Es braucht dazu eine verĂ€nderte Grammatik.
@kernpanik

#gendern

@ilanti @kernpanik Ob jetzt am Ende oder der Mitte, der Unterschied ist fĂŒr mich marginal. Dann sind es eben, anders als bei queeren Personen nicht "mĂ€nnlich, weiblich, nicht-binĂ€r und diverse andere", sondern halt "mĂ€nnlich, nicht-binĂ€r, diverse andere und weiblich". Immer noch unschön, dass "mĂ€nnlich" an erster Stelle steht, aber dennoch ein Schritt in die richtige Richtung mMn.

@ilanti @kernpanik Interessant ist auch, dass fĂŒr beim Entgendern via Stern nur mitgemeint ist, bei LGBT* ist es aber auf einmal inklusiv? Misst du hier nicht mit zweierlei Maß?

Aber interessant ist ja: Wie man es auch dreht und wendet, scheint es unmöglich:
– eine Form zu finden, die keine Probleme hat
– von nahezu allen akzeptiert wird

@ilanti @kernpanik

Was wir aber nicht vergessen dĂŒrfen, ist, allerdings:
– Jedes Entgendern ist besser als nicht zu entgendern und ein Schritt in die richtige Richtung zu gendergerechterer Sprache
– Dennoch mĂŒssen wir das Entgendern irgendwie "an den Menschen" bekommen, damit wir nicht die einzigen in unserem Umfeld bleiben, die es tun
– Wir mĂŒssen uns auch immer fragen, wie wir das große Ganze verĂ€ndern mĂŒssen (Umdenken, Geschlechtergerechtigkeit, Abbau von Marginalisierung, etc.)

@shaedrich

Zum Stern bei LGBT* und Fahrer*in: Ersteres ist von Anfang an als AufzĂ€hlung gedacht gewesen, da finde ich einen Stern im Sinne von »und Ă€hnliche« folgerichtig und nahezu alternativlos. Bei Zweiteren, dem Stern in bspw. »Fahrer*in« leiten wir von einem – traditionell gelesen! – mĂ€nnlichen Fahrer ĂŒber den Stern zu einer weiblichen Fahrerin ĂŒber. So hat sich das auch historisch entwickelt: »FahrerIn« war noch klar heteronormativ. Der Stern versucht das zu reparieren ordnet aber die bei FahrerIn noch nicht eingeschlossenen zwischen die traditionellen Pole Mann/Frau. Zum Zweiten wollte mensch ja eigentlich den vermeintlich mĂ€nnlichen gemeinten »Fahrer« ausdrĂŒcklich auf Fahrer jeglichen Geschlechts erweitern. Das ĂŒber eine AufzĂ€hlung zu erreichen muss scheitern – auch dann, wenn diese mittels eines Joker-Zeichens wie dem Stern abgekĂŒrzt wird. (Das Problem mit den Pronomen – »Ein*e Fahrer*in, der*ie sich schuldig gemacht hat  « – hab ich ja schon erwĂ€hnt.)

@kernpanik

@ilanti @kernpanik Aber man kann ja wohl kaum behaupten, dass »FahrerIn« exakt dasselbe wie »Fahrer*in« ist.