Ich will bereit sein, dem Autofahrer, der #Natenom tötete, zu vergeben. Ja, ihn trifft auch Schuld und gegen ihn wird nun ermittelt. Er verhielt sich erwartbar so, wie viele andere vor ihm, ebenso wie es Straßenverkehrsbehörden und Polizei für richtig und duldenswert hielten.

Was ich nicht bereit bin zu vergeben, ist die Überzeugung mit der deutsche Behörden die gefährlichen Bedinungen und das Sterben auf unseren Straßen aktiv beibehalten wollen.

@thijs_lucas, vielen Dank für den Beitrag. Alles auf den Punkt gebracht. Danke.

@thijs_lucas

gut, daß Du diesen Punkt ansprichst. Mich persönlich beschäftigt diese Frage auch und ich stimme Dir voll und ganz zu, daß die deutschen Behörden hier in der Verantwortung stehen, die wir einfordern dürfen und müssen.

Trotzdem verzweifle ich momentan daran, daß aus meiner Sicht ein großer Teil der Autofahrenden die Verantwortung nicht übernehmen will und sie auf die Behörden und Institutionen abschiebt.

Das kann ich ihnen nicht vergeben oder verzeihen.

1/2

@thijs_lucas

Ich hoffe, ich löse keinen Shitstorm aus, wenn ich das hier schreibe:

ich bin schockiert, tieftraurig, hilflos und wütend über den Tod von #natenom .
Aber gleichzeitig sehe ich die Gefahr, daß der eine Autofahrer, der nun #natenom tötete, stellvertretend für all die anderen, die sich ebenso verhalten wie er, von einer Welle überflutet wird, die nicht nur ihn treffen darf und soll.

Aus diesem Grund finde ich so gut, was Du oben geschrieben hast.

@thijs_lucas
danke! Er verhielt sich so, wie sozialer Druck der anderen Autofahrer, Medien usw. erwarteten. Wer einmal versucht hat, wetterangepasst zu fahren oder einen Radfahrer nicht zu überholen, weiß, dass das vom Druck der Straße nicht begrüßt wird. Diese Stimmung hat unser aller Bewertung von Verkehrssituationen mit beeinflusst.

@thijs_lucas Ich mache mir ja auch mega Gedanken wie man sowas verhindern oder verbessern kann!

Was konnte ich bisher sehen? Ein Foto vom Auto das nach einem Frontalaufprall aussieht, eine Landstraße mit 1 Fahrspur pro Richtung im Wald ohne Beleuchtung und ohne Radweg.

... (1 von 3)

@thijs_lucas ... Beide Fahrzeuge fahren in die selbe Richtung, es ist dunkel und nieselt der Radfahrer mit 20 der Autofahrer mit 80-100 Sachen, was auch immer die Straße maximal erlaubt hat, das war offenbar nicht mehr im kontrollierbaren Bereich (Anhalten in Sichtweite)

... (2 von 3)

@thijs_lucas aber da liegt doch genau das Problem während du Dinge wie Geschwindigkeit, Seitenabstände und Alkohol super messen kannst, ist das bei anderen Gefahren wie Müdigkeit, den aktuellen Witterungs- und Verkehrsverhältnissen angepasster Geschwindigkeit nur schwer mechanisiert umsetzbar. Deutsche Behörden haben eben auch die Aufgabe nicht nach nicht nach Gutdünken zu handeln.

Ich sehe da jetzt vor allem den Gesetzgeber und die Kommune in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen. (3 von 3)

@zem ich halte die Gesetzeslage für ausreichend, um zu handeln, wenn die verantwortlichen Stellen handeln wollen. Ich halte die Gesetzeslage noch für zu kompliziert, um die verantwortlichen Stellen rechtzeitig zum Handeln zu zwingen, bevor Menschen getötet werden.

Der Ablauf, in dem #Natenom getötet war, entspricht - wenn man seine Anzeigen und Beschwerden kennt und diesen nachginge - einem erwartbaren Szenario, für das das Verkehrsrecht wirksame Maßnahmen zulässt.

@zem
natürlich kann man Wetterdaten-Messung und Blitzer koppeln.

Und die bestehenden Gesetze zu kontrollieren ware ein Anfang.

Außerdem die Art ser Berichterstattung: Helm und Warnweste uns Licht waren schon wieder wichtiger in der Meldung als Wetter angepasste Fahrweise. Das ist Teil des Problems.
@thijs_lucas

@jakob_thoboell Warnweste und Helm stehen bei der Polizei Pforzheim ganz oben auf der Agenda. Deutlicher weiter oben als Verkehrssicherheit und ihren Job machen.
Das ist dann halt auch, was in den Nachrichten ankommt, wenn die das nicht hinterfragen.

@zem

@zem
maximal erlaubt ist Sichtfahrgebot. Die 80 bis 100 sind in der STVO als 'selbst unter den günstigsten Umständen' formuliert. DAS müssen wir erst mal wieder kN die Kopfe kriegen: Die Höchstgeschwindigkeit ist die, unter der man das Fahrzeug unter sen gegebenen Bedingungen sicher beherrscht. Die fixen Zahlen sind nur eine Obergrenze.
@thijs_lucas
@jakob_thoboell
Ja, danke, das hat nicht mehr in den post gepasst!
Trotzdem bleibt noch das Problem das du sinnvoll ohne das du willkürlich wirst nur den Bruch der Obergrenze strafrechtlich verfolgen kannst!
Die Frage ist also vor allem wie wir das mit der angepassten Fahrweise in die Köpfe reinbekommen sollen!
@zem @jakob_thoboell Zumal man ja bereits von anderen Automobilisten teils massiv bedrängt wird, wenn man mal nicht "Obergrenze plus Zehn" fährt.

@zem
medial thematisieren. Mehr Ideen hab ich gerade nixht. Ein Punkt: 'Schlechte Sicht' und 'Übersehen' und 'tiefstehende Sonne' usw. nicht mehr entschuldigend in den Artikel schreiben. 'Offen blieb, warum der Fahrer so schnell fuhr, dass er den Radler bei tiefstehender Sonne nicht rechtzeitig sah' wäre ne andere Aussage als 'vermutlich wegen der tiefstehenden Sonne nicht mehr gesehen'.

Solange 'konnte nicht mehr Bremsen' als Entschuldigung gilt, haben wir noch was vor uns.

@jakob_thoboell
Konnte nicht mehr bremsen wahr genaugenommen noch nie eine Entschuldigung, und hat auch nie als solche gegolten.
Ich glaube als Autofahrer kann man so einen Unfall einfach nicht entschuldigen!
@zem
ich meine nicht vom Fahrer selber, sondern in den Artikeln.

@thijs_lucas ich halte mich da an @JessieSinger ("There Are No Accidents"), die feststellt, dass die Individualisierung der Verantwortung nicht nur das Problem nicht löst, sondern die notwendige Lösung auf der Systemebene *aktiv verhindert*.

Das sehen wir btw nicht nur bei Verkehrs"unfällen", sondern auch in anderen Kontexten, z.B. der Klimakrise und ihrer Nicht-Bekämpfung.

@thijs_lucas
Da kann ich mitgehen und bin froh, dass du es mal formuliert hast.
@thijs_lucas Vergeben kann nur die Familie von Natenom, nicht wir. Schuld ist immer auch individuell. Ein System kann Fehler begünstigen, Ignoranz der Polizei und Staatsanwaltschaft, fehlende Radinfra usw, aber die Entscheidung, genau so zu fahren wie der Fahrer fuhr war seine Entscheidung. Er hätte sich auch anders in dieser Situation verhalten können.
@thijs_lucas ...bei aller berechtigten Wut, Trauer und Verzweiflung:
Ich finde dieses "Autofahrer töten" was gerade oft im Zusammenhang mit #natenom kursiert ehrlich gesagt ziemlich unangebracht und nicht gerade zielführend, was eine sachliche Diskussion zur Verbesserung der Sicherheit von radfahrenden und Fußgängern angeht. Ich glaube es gibt keinen autofahrenden, der täglich mit einem Tötungsvorsatz das Haus verlässt.
@KuMiKoe wenn man jemanden ohne Vorsatz tötet, tötet man trotzdem jemanden. Dann spricht man von Fahrlässigkeit oder grober Fahrlässigkeit.
@thijs_lucas und trotzdem ist das für jeden Fall einzel neu zu untersuchen.
@KuMiKoe das passiert ja auch. Ich sehe aber nicht, dass die Untersuchung am Ende dazu führt, dass Natenom aufersteht und er doch nicht getötet wurde.
@thijs_lucas nein, natürlich nicht. Aber es ist eben nicht immer die Schuld des Autofahrers. Und o.g. Formulierung verkürzt den Sachverhalt und impliziert in jedem Fall Vorsatz.

@KuMiKoe nein.

Der Vorsatz ist dort in keinem Fall impliziert. Käme mir auch nicht in den Sinn. Aber warum kommt das bei Dir auf?

@thijs_lucas ganz einfach: wenn man die bekannten Tatsachen: "Radfahrer stirbt bei Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Pkw" verkürzt auf: "Autofahrer töten" Dann unterstellt das eine Tötungsabsicht. Dabei ist es zum jetzigen Zeitpunkt soweit mir bekannt noch nicht einmal klar, ob ein Tötungsdelikt vorliegt oder es ein tragischer Unfall war. Bei aller Tragik.

@KuMiKoe wird mir zu abgedreht hier. Das Auto wurde gefahren und war nicht allein unterwegs, keine Ahnung, warum Du so tun willst. Spielt aber auch keine Rolle. Ich habe nicht von mehrern Autofahrern gesprochen, das kommt von Dir. Und wenn Du kein Tötungsdelikt erkennst, wenn ein Mensch getötet wurde, dann ist deutsche Sprache nicht das Problem.

Ich glaube, wir kommen hier nicht zusammen.