Sie reden ständig über das Gendern und wollen dir vorschreiben, wie du zu reden hast: Die AfD. Man muss Gendern nicht mögen, um die Freiheit zu verteidigen, zu sprechen, wie man will. Hier die Liste aller (r)echten Sprechverbote in Deutschland.
Pandemie-Leugner denken, wenn sie ein Zitat nur weit genug entstellen, dass es skandalös klingt, hätte das was mit "Fakten" zu tun. Dabei ist es dreist gelogen - und sie vertrauen darauf, dass ihre unkritischen Anhänger es einfach glauben.
Leider falsch. Gegenbeweis: Ich. Mich stört nicht gendern, sondern sprachwidrige Formen. Aber das meint ihr vermutlich. Also "Liebe männliche, weibliche und diverse Mitbürger" ist gegendert und okay. Partizipwendungen sind es übrigens nicht, da i. d. R. semantisch falsch. Natürlich gibt es noch weitere Kritikpunkte.
Leider höre ich in Diskussionen immer das Totschlagargument, dass sprachliche Argumente nur vorgeschoben seien. Ich denke auch die Genderseite ist unaufrichtig.
@Underfaker Wenn ich da mal kurz einhaken darf: Falls du dich auf amtliche Geschlechtseinträge beziehst[1], es gibt vier Optionen. Die vierte, Streichung, sogar ein paar Jahre länger als „divers“.
Ich kenne nur eine Anrede, die alle vier abbildet: Jan Böhmermanns „Damen und Herren und alle dazwischen und ausserhalb“.
Ist möglich, klingt nett, hilft aber nicht weiter, sobald es um Pronomen und Artikel geht.
Und natürlich ist „Liebe Kollegen“ auch gegendert. Nur eben rein maskulin.
"Liebe Anwesende“ bedarf keiner genderspezifischen Variante. Und klar sind die Partizipformen semantisch okay. Bestes Beispiel: Die Vorstandsvorsitzende, die auch Vorsitzende ist, wenn sie gerade nicht vorsitzt.
Sprachwidrig? Gibt es nicht. Wenn irgendwer etwas spricht oder schreibt, dann ist das so. Lyrik lebt davon, Sprache künstlerisch zu verformen und jede Menge gut gepflegte Dia- und Regiolekte gehen sehr kreativ mit Grammatik um. Ik weet dat tomindst för Plattdüütsch und Badisch.
Es gibt ein paar Kataloge, die aus vergangenen Gewohnheiten, daraus abgeleiteten Regeln und aktuellen Beobachtungen eine mögliche Sprache kodifizieren. Die sind aber für uns im Alltag nur Vorschläge.
Der wichtigste Punkt aber, den alle im Rechtschreibrat geflissentlich ignorieren und der bei auf Formalien Rumreitende auch ausgeblendet wird; bei Söder & Co vermutlich absichtlich: Respekt und Teilhabe.
Ich bin so ein „diverses“ Sternchen, also nichtbinär. Menschen wie ich, so ungefähr ein Prozent der Bevölkerung, kommen sprachlich nur in absichtlich inklusiver Sprache (Sternchen) vor. Partizipien haben nicht den gleichen Effekt.
Zweinennung und Binnen-I schliessen mich nicht ein, und damit bin ich aus den Augen und aus dem Sinn, obwohl mir die gleichen Grundrechte zustehen. Dank Bundesverfassungsgericht.
Also: Welche Möglichkeiten bietet die “reine Lehre“ des Rechtschreibrats, Nichtbinäre gleichberechtigt sprachlich zu repräsentieren?
Dabei geht es nicht primär um Sprache. Die ist Ausdruck und Erinnerung. Das wichtige ist das mitdenken und dann mithandeln, so dass ich nicht ständig vor zwei Türen stehe und mich für’s kleinere bzw ungefährlichere Übel entscheiden muss - oder gar nicht reinkomme. Hallo Schwimmbad.
Das sind tatsächlich belegt die Folgen sprachlicher Ausgrenzung bzw Unsichtbarmachung.
Und deshalb finde ich formale Grammatik keine ausreichende Begründung.
Wenn ich bereits sprachlich nicht vorkomme, bzw Menschen sich mit sprachlichen Formalien entschuldigen, weshalb sie mich leider nicht einbeziehen können, wie soll das dann im Alltag funktionieren, wo ich ständig ge-Herrt oder ge-Fraut werde und „Sie sind hier falsch“ zu hören kriege?
Menschen wie Söder oder noch weiter rechts starten diese Kampagnen, um sich zum einen ein paar populistische Wahlstimmen zu holen. Das eigentliche Ziel ist aber die Festschreibung des alldurchdringenden, - sorry - patriarchalen Zweigeschlechtersystems, in dem alle, die nicht cis, binär und hetero sind ohne Not ausgegrenzt werden.
Sprache ist dazu ein Vehikel und es frustriert mich, wenn eigentlich kluge Menschen sich auf formale Grammatik und Orthografie zurückziehen, ohne diese Aspekte einzubeziehen. Eigentlich grundlegender Respekt und Anstand.
[1] Wenn du möchtest, tüddel ich dir gerne auseinander, dass der amtliche Eintrag mit Anrede und Pronomen real nichts zu tun hat
@Volksverpetzer
Unpopular Opinion:
Würden alle, die sich über Jahre für oder gegen Gender-Sprach/Rechtschreibregeln einsetzen, mit gleicher Vehemenz am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft gegen die Diskriminierung von Frauen oder Minderheiten eintreten, hätten wir das zugrunde liegende Problem lange gelöst.
Weniger reden, mehr echte, handfeste Solidarität!
Alles andere ist Kindergarten.
@weit_im_westen @Volksverpetzer Es ist analog zur Fraktion "wir retten die Welt, indem wir Mal mehr und mal weniger passiv aggressiv Bildbeschreibungen einfordern".
Im Grunde genommen gut, in der Ausführung aber oftmals kontraproduktiv, wenn es herablassend, bevormundend oder einfach nur unsympathisch ankommt.
Geschlechtsneutral schreiben ist auch möglich, ohne explizit zu gendern. Mit etwas Kreativität sollten das alle hinbekommen. Obendrein ist es auch noch inklusiver.
@weit_im_westen @NewCoadtRadio @Volksverpetzer Die Blaupause mit dem inneren Widerspruch hat Söder geliefert. Das war nur die konsequente Fortsetzung.
Oder kurz: ja, war Absicht.
@weit_im_westen @Volksverpetzer
„Kindergarten“ ist es, Beleidigungen/Abwertungen zu benutzen, die man offensichtlich nicht versteht.
@MichaelB
Nee. Sorry, den Typen entgender ich nicht.
Mir ist immer wieder schleierhaft, wie Menschen so Typen bzw deren Parteien wählen. Aber dann fällt mir wieder ein, wie bei uns Bildung funktioniert...
(Ja, das ist nicht das einzige Problem...)
@Volksverpetzer
Söder singt, was der Stammtisch hören möchte.