Und da ist dann auch unser Sonderzug heute, verspätet durch Bauarbeiten bei El Berron. Fährt auch verspätet ab, weil man in Madrid noch für die Zugfreigabe anrufen musste 😂 #PajaresXMas
Zunächst geht es auf der regulär Richtung El Berron befahrenen Strecke bis Sotiello. Man beachte das metallerne Schild am Bahnhof aus der Francoära, dass das Fluchen untersagt, denn das mochte der Diktator nicht. Ein regulärer FEVE-Zug kommt durch, dann machen wir Kopf und nehmen diesmal das linke Gleis, das sonst nur vom Güterverkehr befahren wird. #PajaresXMas
Unter der Autobahnbrücke der A-8 geht es am ArcelorMittal-Stahlwerk vorbei, das immer noch in Betrieb ist, es brannte auch eine Fackel... #PajaresXMas
...zum Knoten Abaño, wo Breitspur, Schmalspur und Straße ein wechselseitiges Liebesspiel vollführen (Was hätte der denn im Tee? -Die Red.). Hier kommt die regulär befahrene Strecke von Gijón hinzu und zweigt der Anschluss zum Hafen El Musel ab, den wir leider nicht befahren dürfen. Früher gab es hier außerdem Anschluss zu einer Verbindung über Tabasa nach Tresona zu einem weiteren ArcelorMittal-Stahlwerk, das unsere Strecke später aber auch noch passiert. #PajaresXMas
Was jetzt folgt, hatte ich dieses Jahr bei #PajaresYMas schon vertrötet: das Meer! Eine willkommene Abwechslung von der ganzen Industrie, vorallem wenn sie begleitet wird von... einem verfallenden Bungalowpark. #PajaresXMas
Generell wechselt sich hier bis Avilés gerne Hübsch und Hässlich ab: Hórreos, asturische Hochspeicher vs. hässliche Bahnhofsgebäude, die Obdachlosen überlassen wurden und Stahlwerke. Auch das hatte ich exakt so schon beschrieben, aber diesmal habe ich eben #FensterAuf 🤷 #PajaresXMas

Ohne Halt geht es durch Avilés und ebenso über den Ríu Nalón durch Pravia Richtung San Esteban. Das ist ein Fortschritt gegenüber meiner vorherigen Reise hierher, denn da verpasste ich dank Verspätung und nicht aufeinander Warten den Anschluss und musste mir Pravia anschauen. Das war vielleicht... gar nicht so schlimm?

Auf dem Stück hier findet man auch einen der gar nicht so präsenten Bahnübergange, man war hier ansonsten recht fleißig dabei, wenn es darum ging, solche abzuschaffen. #PajaresXMas

San Esteban als Kopfbahnhof gibt Gelegenheit zum Fotografieren, Fotohalte auf freier Strecke oder so gibt es nämlich heute nicht, dafür ist das Programm auch zu eng getaktet. Und nein, natürlich wurden die Loks nicht gewaschen... #PajaresXMas
Von San Esteban geht es wieder über Pravia nach Trubia, eine elektrifizierte, regelmäßig befahrene Strecke, die ihr unbedingt auch mitnehmen solltet, denn entlang des Ríu Nalón ist es tatsächlich auch noch ganz hübsch. In Trubia würdet ihr dann nach Oviedo umsetzen... #PajaresXMas

...wir hingegen bekommen hier noch etwas ganz Besonderes, wir befahren hier nämlich weiter die Strecke entlang des Ríu Nalón nach Soto Ribera und weiter nach Baiña, die seit 2009 nur noch für Überführungsfahrten genutzt wird. Und das, obwohl dies ebenfalls eine sehr sehenswerte, mit dem inflationär gebrauchten Wort "wildromantisch" zutreffend beschreibbare Strecke ist. Deswegen gab es auch Initiativen, hier einen touristischen Verkehr einzurichten, wofür die eigens her gerichtete, dann wieder ungenutzt abgestellte und abermals renovierte Dampflok VA8, Typ 141T von Babcock & Wilcox 1958 für den Zug Vasco Asturiano genutzt werden sollte¹, woraus aber bis heute nichts wurde. Um so prächtiger daher, dass wir hier heute lang fahren können.

Zumindest solange nicht eine kleine Ziege (!) mitten auf und neben dem Gleis herum hüpft und erstmal eine Bremsung verursacht. Die später in das Gleis ragenden Äste sind ja eher erwart- und handhabbar. #PajaresXMas

¹: https://www.elcomercio.es/asturias/cuencas/tren-historico-trubia-baina-iniciativa-patrimonio-20210422000947-ntvo.html

«El tren histórico de Trubia a Baíña es una gran iniciativa para no perder este patrimonio»

El director del Museo del Ferrocarril de Asturias, Javier Fernández, señala que el plan «no es una quimera porque no requiere de inversión»

El Comercio: Diario de Asturias
In Fuso de la Reina finden sich einige Abstellgleise, auf denen früher Kohlezüge zwischengeparkt wurden. Am Bahnsteig passen uns mal wieder Trainspotter ab, auch wenn deren Zahlen sicher nicht deutsche Maßstäbe erreichen. Kurz hinter dem Bahnhof ging früher eine weitere Strecke nach Oviedo ab, auf der heute ein Radweg liegt. Außerdem geht es hier noch eine Besonderheit, auf die ich aber später auf dem Rückweg noch mal komme. #PajaresXMas
Soto Ribera ist vor allem eins: ein hässlicher Schandfleck in der Landschaft. Sorry, ich wollte sagen: ein kombiniertes Gas-/Kohlekraftwerk, das nicht nur von unserer Schmalspur bedient werden konnte sondern auch ein Anschlussgleis zur RENFE-Breitspur hat. Die Kohleverbrennung ist mittlerweile in zwei von drei Blöcken außer Betrieb, die Abschaltung des dritten verzögert sich wegen des Kriegs in der Ukraine und den daraus entstandenen Folgen für den europäischen Energiemarkt, der Gasteil läuft wohl immer noch. #PajaresXMas

Wildromantischer als ein Kraftwerk ist natürlich ein asturisches Flusstal und mittlerweile ist es nicht mehr der Río Nadól sondern der Río Caudal, der uns begleitet. Von der Strecke bietet sich ein Blick auf die Höhle Cueva di Sidran und manchmal schaut auch ein @mikey179 aus dem Fenster.

Wäre das Wartehäuschen am Haltepunkt Parteayer aus Holz, man könnte sich hier fast in Indiana Jones wähnen, auch weil sich die Tunnel mangels auffälliger Portale mittlerweile gut in die natürliche Umgebung integrieren. Überhaupt ist die Vegetation einerseits fast überall gut zurück geschnitten, dennoch weiß man nicht, wann hier zuletzt ein Zug fuhr und entsprechend langsam tasten wir uns auf dem Hinweg nach Baiña voran -- nicht ohne Grund, einmal ragt wirklich ein Ast fast bis ins Lichtraumprofil. Aber das man bei #FensterAuf vorsichtig sein muss, ist ja jetzt nichts Neues. #PajaresXMas

Schwer zu sagen: Kanada oder Asturien?

Hinter dem Haltepunkt Baiña - wer hier war, weiß es - auch in einer sehr kleinen Siedlung liegt und deshalb nur von wenig Zügen täglich angefahren wird, treffen wir auf die Breitspurstrecke von Oviedo, die hier hinter der Brücke im Gegensatz zur FEVE einen Haltepunkt hat. Umsteigen ist erst in Ablaña möglich. #PajaresXMas

Am dortigen alten Bahnhof, an dem sich eine Art Café oder Bar befindet, sitzen Leute, die als sie unseren Zug sehen aufstehen, jubeln und klatschen -- das erlebt man so auch eher selten bis nie!

Über die regulär befahrbare Strecke vorbei an der alten Kohlewäscherei erreichen wir schließlich den FEVE-Bahnhof Mieres-Vasco. Der liegt stadtnaher als der sich auf der anderen Seite vom Fluss befindliche RENFE-Bahnhof Mieres Punte. Und um die Verwirrung komplett zu machen: der farbenfrohe alte FEVE-Bahnhof von Mieres befindet sich zwei Straßen weiter östlich, man erkannt dort anhand der Nicht-Bebauung noch sehr gut, wie da mal die Gleise verliefen.

Mieres ist Endpunkt für diesen Teil unserer Sonderfahrt, hier haben wir ungeplante 45 Minuten Zeit für typisch deutsche Briochekreationen, weil der Lokführer Pause machen muss. Aus den 45 Minuten wird natürlich auch wieder eine Stunde, wie überhaupt man hier bei dieser Reise jeden Tag zwei Stunden und mehr für Verspätungen einkalkulieren muss. #PajaresXMas

Wer Fuso la Reina bei Google Maps nachschlägt, findet dort in der Nähe noch einen Eintrag: "Tren Abandonado Feve". Und leider sehen die hier auf einem zweiten Gleis abgestellten ehemaligen Wagen genau so aus aber seht selbst: #PajaresXMas
Die Strecken von Trubia nach Oviedo sowie weiter nach El Berron sind relativ unspektakulär... #PajaresXMas

...aber das Eisenbahnkreuz von El Berron ist natürlich bekannt, wenn nicht berühmt. Im Vergleich zu vor etwa einem halben Jahr bei #PajaresYMas sind jetzt zu #PajaresXMas auch wieder alle Gleise drin. Schauen wir mal, wie es dann bei #PajaresZMas aussieht, hahaha. Ha.

Das Kreuz besteht aber nicht nur aus der eigentlichen Kreuzung, es gibt auch zwischen jeder der vier Himmelsrichtungen eine eingleisige Verbindungskurve:
- die von Nord nach West wird von den Zügen der Linie C-7 Gijón - Oviedo - San Esteban befahren
- die von Nord nach Ost wird nur von Güterzugen befahren. Sie wurde für uns angefragt, das wurde aber abgelehnt.
- die von Süd nach West wurde vor Corona wohl von Zügen von Oviedo nach Laviana bedient, heute sind wir die Ausnahme, die hier hält
- die von Süd nach Ost führt durch das hier ansässige FEVE-Depot und wird somit auch nicht regulär befahren

Zusätzlich fahren natürlich von West nach Ost die Züge von Oviedo nach Santander und von Nord nach Süd die Züge von Gijón nach Laviana. Richtung Laviana fahren auch wir noch und passieren dabei einige abgestellte Luxuszugwagen wie die des "Expreso de La Robla". #PajaresXMas

Diese Strecke ist bis Langreo wenig auffällig, sieht man von hier in der Gegend noch stehenden Zechentürmen ab. Ein besonderer Gag kommt aber eben dort, in Langreo: ebenso wie in Gijón, wo der Bahnhof ein dauerhaftes Provisorium für einen noch zu vollendenden Tunnel unter der Stadt ist, soll auch hier zwischen La Felguera und Sama-Los Lierones die Strecke unterirdisch geführt werden. Warum ist eine gute Frage, Langreo ist sicher keine Großstadt, aber es könnte auch etwas mit Zweigleisigkeit und dem Loswerden von Bahnübergängen zu tun haben. #PajaresXMas

Beim derzeitigen Bautempo dürften die Züge hier aber wohl auch in naher Zukunft noch oberirdisch fahren, man muss sich also nicht zum Strecken bereisen beeilen.

Im weiteren Verlauf sind die Stationen nicht nur wie fast überall bei der FEVE mit Hochbahnsteigen versehen, etwa in El Entrego (dem FEVE-Bahnhof) hat man auch Gleise weggenommen, um dafür breitere Bahnsteige neu anzulegen.

Im Gegensatz zur gestern bereisten Breitspurstrecke mit dem Kopfbahnhof El Entrego und der gemütlichen Bahnhofsbar geht die Schmalspurstrecke noch weiter bis Pola de Laviana, da ist dann aber wirklich Schluss und auch hier hat man die vormals vorhandene Anbindung der kleinen Lokhalle und die damit verbundenen Weichen am Streckenende etwa für Umfahrungen zurück gebaut.

Ab hier ging es dann in der sich breit machenden Dunkelheit non-stop zurück nach Gijón wobei non-stop natürlich nicht das Warten auf dem Gegenzug ausschloss. Angekommen sind wir dann mit insgesamt 02h45 Verspätung gegenüber dem offensichtlich etwas dilettantischen Plan, denn dass der Lokführer auch mal Pause machen muss ist ja nun kein Geheimnis.

Dennoch ein erfolgreicher Tag und das obwohl die PTG-Reisen durchaus für ihre Risikobehaftheit bekannt sind, man bei einer Reise in Portugal etwa wohl mal die Zeitverschiebung vergessen hat, so dass die Reise dort zum Schluss halb im Dunkeln statt gefunden haben muss... und damit zurück ins Funkhaus, denn morgen müssen wir noch früher heraus. #PajaresXMas

@nordkommission Im Februar 22 war die Welt hier noch in Ordnung.