Die entscheidende historische Frage ist doch: Was haben die Kohl- und die Schröder-Regierungen den Deutschen ins Trinkwasser gemischt, damit sie sie davon überzeugen konnten, dass es eine Super-Idee ist, menschliche Grundbedürfnisse wie Wohnen, Gesundheit, Energie und persönlichen Transport, praktisch exklusiv durch ausschließlich am eigenen Gewinn orientierte Privatunternehmen erfüllen zu lassen? Fuck the community for the profit of the few! Warum haben wir das geschehen lassen?
@sixtus
Einfach so wenig in öffentlich organisierte Versorgung investieren, dass man Leuten verkaufen kann, dass es Privatunternehmen durch die unsichtbare Hand des Marktes™ viel besser und effizienter regeln würden
"Steag geht für 2,6 Milliarden Euro an spanischen Investor Asterion" - und alles was in den Nachrichten kommt ist der Geldsegen, der jetzt auf das Ruhrgebiet einprasselt (Spoiler: zur Tilgung von Schulden).
@sixtus Aus Effizienzgründen! ☝️🤡🙃
@sixtus Warum „haben“? Wir lassen es noch immer geschehen! In der Pandemie haben Kulturbetriebe und Restaurants dicht gemacht. Vermieter hatten aber weiter Anspruch auf ihre Pacht und haben die gerichtlich durchgesetzt. Ich kenne selbst drei Personen, die an der Miete Konkurs gegangen sind. Der Staat schüttete Corona-Hilfen aus, die zum Vermieter umgeleitet wurden. Die Welt brennt. Starkregen überall. Wer bakam die Corona Hilfen? Lufthansa und TUI! Falsches Ökonomiemodel!

@sixtus Sie haben eine Todesangst vor Kommunismus / Kollektivismus implantiert, quasi folgenden Fehlschluss:
"Wenn kollektiv Gutes geschieht folgt zwingend der Gulag."

und
"Bisschen Wohlstand für alle nur durch Wirtschaftswunder nur durch Kapitalismus" - als hätten der Geldfluss ins Land durch den Marshallplan und das Stahlmonopol durch die Montanunion nichts damit zu tun. Als wäre die Nachkriegszeit nicht einmalig gewesen in der Geschichte der Ökonomie (siehe zB Piketty).

@sixtus Und es war aucb die Merkel-Regierung. Gemäß dem Buch „Schock Wellen“ von Claudia Kemfert, fing das Putin-Dilemma vor 17 Jahren mit der FDP/CDU Regierung an! Die BASF hat uns die Energiekrise eingebracht. Und CDU/FDP haben es mitgetragen. Guido Westerwelle hatte anfangs sogar Zweifel. Hat dann doch unterschrieben. Der Fachkräftemangel ist seit 1985 amtlich bekannt. Die Merkel-Ära hat es ausgesessen
@sixtus Weil der Deutsche ein Angsthase ist und von Selbstständigkeit nicht viel hält. Lieber andere machen lassen. Bei mir kommen jetzt noch 6 PV-Module auf den Carport, dann Wallbox, und dann ePKW. Jeder der kann sollte es machen. Das macht unabhängiger und schmälert die Macht von Großkonzernen.
@sixtus Vermutlich, weil es den meisten an Fantasie fehlt, wie hart die/den Einzelne*n die Privatisierungen treffen können und natürlich auch, weil die Deutschen ein Volk von Schafen sind, autoritäts- und obrigkeitsgläubig bis zum Geht-nicht-mehr. Und weil sie zudem pathologisch naiv sind und immer glauben, Politiker*innen würden irgendetwas zu ihrem Vorteil tun. 🤦🏼‍♀️
@sixtus ich war jung und hatte andere Interessen.
Ich war aber auch JAV und in der Gewerkschaft.
Aber ein Aufstand wurde damals doch nicht wirklich gemacht.
Bestandene Prüfungen an Hochschulen im Fach BWL nach Geschlecht bis 2021 | Statista

Die Statistik bildet die Anzahl der bestandenen Abschlussprüfungen an Hochschulen in Deutschland in den Prüfungsjahren von 2011 bis 2021 im Fach Betriebswirtschaftslehre nach Geschlecht ab.

Statista
@sixtus Weil der Kapitalismus das Allheilmittel war. Und wer was anderes behauptet hat, wurde mit der Kommunismus-Keule gnadenlos nieder geknüppelt. Schreib doch mal z.B. bei Twitter was von "gerechteren Löhnen" oder was Ähnlichem. Da kommt sofort einer der schreit "Du willst alle enteignen, du Kommunist!!!"

@sixtus
Ich fürchte ein Teil ist, daß sie Thatcher und Reagan gesehen haben, ein anderer, daß man nach '90 nicht mehr zeigen mußte, daß es allen besser geht als „im Osten“ (aka „drüben“) und daß mit der Globalisierung¹ Konzerne sehr geschickt darin wurden, Regierungen gegeneinander auszuspielen/erpressen, wodurch neoliberale Umbauten wie eine natürliche Folge wirkten.

__
¹Ohne Thatcher/Reagen hätten Regierungen (G9, G20) _globale_ Regeln für Firmen schaffen können.

@sixtus Weil jahrzehnte-/jahrhundertelange Erfahrung mit unzähligen Toten, Verletzten und Traumatisierten den Deutschen gezeigt hat, daß die bewaffnete gewaltbereite Wirtschaftsaufsicht nicht ihr Freund und Helfer ist.

@sixtus

Das kostet alles so viel hat es geheißen, private Firmen arbeiten effizienter hat es geheißen.

Jetzt zahlen wir mehr für weniger und Reiche sind reicher.

@sixtus
So war damals der Zeitgeist: Reagan hat's gemacht, Thatcher hat's gemacht, Kohl hat's nachgemacht.

Und eine politische Generation später hat Tony Blair komplett am Rad gedreht - dagegen war Schröder an manchen Stellen fast noch vernünftig.
@sixtus
Alle fanden Trump und Gordon Gecko geil.
Und Patrick Bateman stand jahrelang auf dem Index.
Deutschland vor der Privatisierungs- und Liberalisierungs-Orgie der Kohl-Jahre (Symbolbild)
@sixtus
@musevg Es ist ja nicht so, dass Kohl den technischen Fortschritt brachte. Korrelation ist keine Kausalität.

@sixtus
Nein, den brachte uns Kohl ganz sicher nicht. Aber gebratenen Saumagen, immerhin. Und irgendwas mit 'blühen'.

Aber. DE war damals technologisch in vielen Bereichen völlig hintendran.
Beispiel Telekommunikation: Die hoheitliche Bundespost und ihre FTZ in Darmstadt erstickten jede Innovation im Keim - und Konkurrenz gab's halt nicht. Erst die Privatisierung der DBP und die Liberalisierung des TK-Marktes (um mal ein nicht total misslungenes Beispiel zu nehmen) haben das geändert.

@musevg Wobei man hier auch sieht was genau nicht funktioniert: DSL/Glasfaser gibt es in dicht besiedelten Regionen, wo es sich kaufmännisch lohnt, aber bis heute nicht auf dem Land. Hätten wir das Wassernetz privatisiert, hätten Provinzbewohner heute noch kein fließendes Wasser!
@sixtus
Ich widerspreche dir nicht.
Das Primat des Profits hat ein paar gute aber auch jede Menge hässliche Seiten.
@sixtus @musevg also ich wohne auf einem Dorf mit 25 Häusern und 106 Einwohnern 50 km vor Nürnberg. Ich habe 100/40 Mbps DSL.
Glasfaser soll kommen. Schauen wir mal.
@Pingu @musevg Anekdotische Evidenz.

@sixtus
Nicht unbedingt. Ich kenne inzwischen einige kleine Orte, bei denen der Glasfaserausbau besser als in mittleren Städten läuft.

Das sind Orte, die die Telekom links liegen lässt, weil lohnt nicht.

Da gehen dann ganz gezielt Unternehmen wie die Deutsche Glasfaser rein und sagen Glasfaser zu, wenn 60% oder so des Ortes mitmachen.

Meist geht die Rechnung auf, weil die Befürworter dann am Stammtisch, im Fußballverein, bei der Arbeit massiv die Werbetrommel rühren.

@Pingu @musevg

@Dadmin @sixtus @Pingu @musevg Kann ich bestätigen. Dorf mit 180 Haushalten, wir sind 2016 an das Netz von Deutsche Glasfaser angeschlossen worden. Genau so wie alle umliegenden Orte im Kreis Segeberg.
@jensgr @Dadmin @sixtus @Pingu 2016. Da waren dann die Hardware-Preise so weit gesunken und der Ausbau des Backbones so weit forgeschritten, dass sich der Business Case eines privaten Anbieters endlich auch für eure Gegend gerechnet hat.
Das ist nach meinem Verständnis genau das, was Sixtus oben ausdrückt: Das flache Land kommt nie in den Genuss von $privatisierter_Ressource. Oder noch später.
@sixtus @musevg Bei uns auf dem Dorf, wollte die Telekom und andere jahrelang nichts ausbauen. Hatten hier teilweise 768er (Spar-)DSL nur. Die Gemeinde hat dann ne AöR gegründet und komplett Glasfaser hier verlegt. Sie waren zum 1/3 fertig, fing die Telekom an, ihr Netz hier auszubauen.
@sixtus @musevg Traurig aber wahr. Das unmenschliche Gesicht des Turbo-Kapitalismus. Momentan mal wieder in Turbo-Gelb am Werk.
@sixtus @musevg die Ironie ist ja, dass die Provinz dank Klimawandel wieder kein fließendes Wasser hat, aber das ist (trotz gleicher Ursache) eine andere Geschichte..
@sixtus @musevg die Landbewohner würden einfach mit dem Auto in die Stadt fahren und dort Wasser kaufen. Die CDU würde was von gleichwertigen Lebensverhältnissen faseln und das ganze subventionieren.
@musevg @sixtus Wieso "war"?
@Skreee @sixtus "war" ist Präteritum, lat. für "vorüber gegangen" ;)
Dass es heute in vielen Bereichen wieder so ist... tja, da kann ich dir kaum widersprechen :(
Aber zwischendurch war's mal besser.
@musevg @sixtus Die Post war unflexibel, aber nicht technisch rückständig. Sie wollte Analogmodems überspringen und gleich ISDN einführen, was rein technisch die modernere Lösung war. Und die Kabel-ISPs stellen sich bei der Endgerätefreiheit mindestens so störrisch an wie damals die Bundespost.

@bewo001 @sixtus Nein, die DBP & ihr FTZ waren auch rückständig: Offiziell zugelassen wurden Anfang der 90er nur Modems pardon DFÜ-Boxen mit 300 und 1200 bps und V.25ter, während im Rest der Welt schon 2400 und sogar 9600 bps übertragen und Hayes gesprochen wurde.

Dass es heute teilweise wieder ähnlich ärgerliche Zustände gibt wie vor der Liberalisierung... Tja. Das ist der Heilige Markt in Aktion, und du verstehst sein wunderbares Wirken nicht ;)

@musevg @sixtus und ISDN sah zu der Zeit schon 16 kbps vor, mit der Möglichkeit noch einen oder beide B-Kanäle zuzuschalten, dh 144 kbps. Technisch war das den Analogmodems weit überlegen. Die Post war nur zu unflexibel, die besseren Analogmodems zuzulassem, bis ISDN allgemein verfügbar und bezahlbar war. Und dann gab es noch ältere Teile des Netzes, in dem die Nicht-FTZ-Modems Probleme bereiten konnten.
@bewo001
Ich habe Jahre auf meinen ISDN-Anschluss gewartet und in der Zeit illegale US Robotics mit 9600 bps benutzt. Und bin dann gleich auf DSL von Arcor gewechselt.
Ja, jaa, in ihren Broschüren und Labors ISDN-Pilot-Ortsnetzen war die DBP ganz toll modern. Du hast recht und ich meine Ruhe.
@sixtus Die FDP-Sekte wurde immer zum Regieren benötigt.
@Johann_v_d_Bron @sixtus Die FDP war auch nal anders drauf. Gehardt Baum etc.
@sixtus
Ablenkungs- und Verwirrungstaktik. Wie die Genderdebatte aktuell. Wichtige Themen werden einfach hinter komplett unwichtigen Murks durch den Bundestag geprügelt und soweit verwässert, dass selbst die einreichende Partei nicht mehr versteht, worum es eigentlich geht...
Am besten zur Sommerpause, wenn eh keiner da ist, der dagegen stimmt...
@sixtus Wenn es nicht am Trinkwasser lag, woran dann? Die Medien informierten uns seinerzeit doch ausführlich darüber wie transusig staatliche Akteure und wie topfit die Teilnehmer des freien Marktes dagegen waren.

@sixtus

Es passierte, weil es auf der einen Seite eine koordinierte Desinformationskampagne in Medien und Politik im Interesse von Teilen der Wirtschaft gab (nur ein Beispiel: Stichwort "Florida Rolf" - https://de.wikipedia.org/wiki/Florida-Rolf?wprov=sfla1 ) und auf der anderen Seite in den reichweitenstarken Medien Gegenpositionen zu den neoliberalen Ideen kaum eine Bühne gegeben wurde.

Florida-Rolf – Wikipedia

@sixtus

Vielleicht erklärt ein älteres Video von der Anstalt die Hintergründe.
Sollte man immer wieder schauen... Die Mont Pelerin Gesellschaft. Ich bekomme jedesmal Magenschmerzen wenn ich das sehe.

https://dai.ly/x68i2ej

Dailymotion

@sixtus Kohl und insbesondere Schröder haben die politische Grundlage geschaffen (wobei die Gesetzesvorlagen vielleicht besser waren als das, was letzten Endes beim pol. Gehakel herausgekommen ist). Die Zunahme der Ego-Kultur (ich zuerst und irgendwann der Rest) hat es verschlimmert. Und der Werbeslogan "Geiz ist geil" (ab/seit 2002) hat dem ganzen das Sahnehäubchen aufgesetzt.
@sixtus
Der "Genosse der Bosse" hat doch ständig das neoliberale Geschwätz von "staatlich schlecht, privat gut" heruntergebetet und den Ausverkauf öffentlicher Infrastruktur angetrieben.
@sixtus
Ja, warum? Bis heute läuft mir diese Zeit nach.
Wir waren zwei Hand voller Menschen, die sich gegen die Privatisierungen der Stadt Köln zur Wehr setzten. GaG/ Grubo.
Städtische Wohnungen wurden verkauft. Das Debakel rund um die Kölnarena. Die Korruption. Rolf Bietmann, CDU.
Der Trienikens- Skandal.
Wir blieben zwei Hand voller Leute.
Bei unseren Infoständen in der Stadt wurden wir von IT Student:innen ausgelacht. Frei nach dem Motto "eure Armut kotzt uns an".
@sixtus
Die SPD fleissig mit dabei. Hier zu erwähnen: Jochen Ott, SPD, der heute im Düsseldorfer Landtag sitzt.
Oder die Grünen die komplett zustimmten weil sie öffentlich schwiegen . Und das komplette Thema für sie keins war. Keinerlei Gegenwehr zu den Verkäufen des städtischen Tafelsilbers.
In unguter Erinnerung die damalige grüne Sozialdezernentin Bredehorst.
Nicht einen Finger gekrümmt für die vielen betroffenen Menschen.
@sixtus
Kann in diesem Zusammenhang nur wärmstens das Kapitel 'Judgement day'' aus der Känguru-Quadrilogie empfehlen.
Stichwort: Die Idee des Imperators in 'Die Rückkehr der Jedi-Ritter', *nochmal* einen Todesstern zu bauen...