Die entscheidende historische Frage ist doch: Was haben die Kohl- und die Schröder-Regierungen den Deutschen ins Trinkwasser gemischt, damit sie sie davon überzeugen konnten, dass es eine Super-Idee ist, menschliche Grundbedürfnisse wie Wohnen, Gesundheit, Energie und persönlichen Transport, praktisch exklusiv durch ausschließlich am eigenen Gewinn orientierte Privatunternehmen erfüllen zu lassen? Fuck the community for the profit of the few! Warum haben wir das geschehen lassen?
Deutschland vor der Privatisierungs- und Liberalisierungs-Orgie der Kohl-Jahre (Symbolbild)
@sixtus
@musevg Es ist ja nicht so, dass Kohl den technischen Fortschritt brachte. Korrelation ist keine Kausalität.

@sixtus
Nein, den brachte uns Kohl ganz sicher nicht. Aber gebratenen Saumagen, immerhin. Und irgendwas mit 'blühen'.

Aber. DE war damals technologisch in vielen Bereichen völlig hintendran.
Beispiel Telekommunikation: Die hoheitliche Bundespost und ihre FTZ in Darmstadt erstickten jede Innovation im Keim - und Konkurrenz gab's halt nicht. Erst die Privatisierung der DBP und die Liberalisierung des TK-Marktes (um mal ein nicht total misslungenes Beispiel zu nehmen) haben das geändert.

@musevg @sixtus Die Post war unflexibel, aber nicht technisch rückständig. Sie wollte Analogmodems überspringen und gleich ISDN einführen, was rein technisch die modernere Lösung war. Und die Kabel-ISPs stellen sich bei der Endgerätefreiheit mindestens so störrisch an wie damals die Bundespost.

@bewo001 @sixtus Nein, die DBP & ihr FTZ waren auch rückständig: Offiziell zugelassen wurden Anfang der 90er nur Modems pardon DFÜ-Boxen mit 300 und 1200 bps und V.25ter, während im Rest der Welt schon 2400 und sogar 9600 bps übertragen und Hayes gesprochen wurde.

Dass es heute teilweise wieder ähnlich ärgerliche Zustände gibt wie vor der Liberalisierung... Tja. Das ist der Heilige Markt in Aktion, und du verstehst sein wunderbares Wirken nicht ;)

@musevg @sixtus und ISDN sah zu der Zeit schon 16 kbps vor, mit der Möglichkeit noch einen oder beide B-Kanäle zuzuschalten, dh 144 kbps. Technisch war das den Analogmodems weit überlegen. Die Post war nur zu unflexibel, die besseren Analogmodems zuzulassem, bis ISDN allgemein verfügbar und bezahlbar war. Und dann gab es noch ältere Teile des Netzes, in dem die Nicht-FTZ-Modems Probleme bereiten konnten.
@bewo001
Ich habe Jahre auf meinen ISDN-Anschluss gewartet und in der Zeit illegale US Robotics mit 9600 bps benutzt. Und bin dann gleich auf DSL von Arcor gewechselt.
Ja, jaa, in ihren Broschüren und Labors ISDN-Pilot-Ortsnetzen war die DBP ganz toll modern. Du hast recht und ich meine Ruhe.