Ich halte im Übrigen die Erzählung "Die #AfD profitiert von dem Streit in der Ampel", die von vielen, auch seriösen Medien und Kommentator*innen verbreitet wird, für Humbug. Denn das würde bedeuten, 20 (+x) Prozent der Wähler*innen wollen lieber Faschismus als eine häufig uneinig handelnde Regierung. Konkreter: Jeder*r fünfte Deutsche will eher eine Diktatur als Diskussionen auf der Regierungsbank. Gibt es für diese implizit transportierte These denn irgendwelche Belege?
@sixtus
Braucht es für Schlagzeilen und Klicks Belege?
Rhetorische Frage….
@dugstein @sixtus Wenn es um die Frage geht, wie die Haltung heißt, aus der irgendwer den Faschismus (die Diktatur) der Diskussion (der Demokratie) vorzieht, müssen jetzt aber mal die Psycholog:innen ran.
Ich tippe auf 'confirmation bias' 😉

@sixtus

Ich denke, dass die Annahme „Alle AFD-Wähler*innen wollen Faschismus.“ falsch ist, auch wenn sie das dann bekommen würden. Wenn man so denkt, kann man das Problem nicht verstehen und die #noAfD auch nicht angemessen bekämpfen.

@stefanmuelller @sixtus Gestern ging hier doch dieses TikTok-Video von dem AfDler rum, der im Regen stehend so daher geredet hat, als ob sich alle Hitzerekorde gerade in Deutschland stattfinden.

Diese groteske und oberflächliche Anti-Etablishment-Kurs ist das, was verfängt. Alles was widersinnig scheint, wird von vielen als Lüge und Dummheit wahrgenommen und nur die kleine Gruppe ist clever genug das verstanden zu haben.

@stefanmuelller @sixtus

20% sind nicht die Leute, die Faschismus wollen. 20% sind die Leute, die Faschismus wollen UND die, die für ihre Eitelkeit Faschismus billigen.

Macht sie das besser?

@stefanmuelller @sixtus Ich glaube den Meisten ist nicht wirklich bewusst was sie wählen. Das ist halt einfch nur "Dagegen" und "ich will alles wie immer haben"
@UnglaublicherUlk @stefanmuelller @sixtus Nein, das verniedlicht diese Menschen, die sich gegen die Demokratie entschieden haben. AfD-Wähler sind Feinde.

@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus

Kleiner Punkt zum Nachdenken: Wenn die AfD 51% hat und man nicht mit Rechten redet, wie bekommt man die AfD dann unter 50%. Die #noAfD ist der Feind oder Gegner. Vielleicht auch viele ihrer Wähler*innen. Aber nicht alle. Diesen Rest muss man davon abbringen, AfD zu wählen.

Und Nichtwähler*innen (re)aktivieren.

@stefanmuelller

Ja, danke! Das ist zumindest ein produktiver Ansatz.

@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus

@stefanmuelller @UnglaublicherUlk @sixtus Ich werde nicht mit Nazis diskutieren, denn das ist definitiv sinnlos. Aber es gilt, alle demokratischen Menschen zu mobilisieren.

@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus

Dann habt Ihr eben 51% Feinde. Und dann?

Was wollt Ihr denn machen? Ej. Ihr sitzt auf dem Sofa und trötet. Auf Mastodon gibt es ja nicht mal Nazis, die Ihr überzeugen könntet.

Das ist alles Selbstbestätigung hier. Wir sind die Guten. Können wir noch ein paar Jahre so machen.

@stefanmuelller @UnglaublicherUlk @sixtus Keine Kooperation mit Rechtsextremisten. Nicht alte Fehler wiederholen. Ausgrenzung! Dafür alle demokratischen Kräfte unterstützen. Halten wir zusammen!

@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus

Ganz genau! Meine Frage ist aber, ob alle, die die #noAfD wählen, Rechtsextremisten sind. Wenn das so wäre, wäre es schlimm.

Und siehe dazu auch die jüngste Rechtsextremismusstudie. Interview mit Ersteller der Studie ist bei mir angepinnt.

@stefanmuelller @Petercarla62 @UnglaublicherUlk Was ist denn das für eine Quatsch-Behauptung! Was weißt Du denn vom Alltagsleben der Leute hier?

@sixtus @Petercarla62 @UnglaublicherUlk

OK. Stimmt. Aber andersrum weiß eben fast niemand was vom Alltag im Osten. Es kommt ab und zu mal was von den Kränkungen hoch, wenn so Menschen, wie #Oschmann ein Buch schreiben.

Ansonsten kann man in der West-Presse, die nur Wessis lesen, lesen, was Wessis über Ossis denken, und das stimmt meist nicht mit der Realität überein.

Der aktuelle Ostbeauftragte ist ok, da habe ich Hoffnung, dass der was bewegt. Der vorige war ein wandernder Witz.

@stefanmuelller @sixtus @Petercarla62 @UnglaublicherUlk Faschismus und ihn zu wählen ist also nur die logische Folge der Kränkung und des Mißverstandenwerdens der Ossi. Na wenn es so einfach ist... Die wissen ganz genau was sie tun, sie wählen mit Überzeugung, weil sie das System ablehnen. Alles andere verharmlost, realtivert und verniedlicht, dass es im Osten stramme Nazis und Demokratiefeinde gibt. Und das klar zu nennen ist auch Aufgabe von MP und nicht nur Ostbeauftragten.
@stefanmuelller @Petercarla62 @UnglaublicherUlk Du verbreitest offen die #AfD-Propaganda von den gedemütigten Ossis, die sich nur aus aus Rache gegen Treuhand etc. der AfD zuwenden. Ich weiß nicht, ob Dir klar ist, dass Du mit diesem Narrativ die Verharmlosung dieser faschistischen Partei unterstützt. Geh mal in Dich! Stop it!
@stefanmuelller Diese Co-Erzählung ("die meisten #AfD-Wähler wollen keinen Faschismus") ist Teil des Problems, denn sie gehört zur Verharmlosungsstrategie der Rechten. Die Wahrheit ist: Wer AfD wählt, will all das, was der Faschismus verspricht, er will lediglich nicht, dass dieser Faschismus Faschismus genannt wird, und er will auch nicht, dass dieser Faschismus so aussieht wie Faschismus. Aber darauf darf man nicht reinfallen: Auch Faschismus ohne Hakenkreuze und Springerstiefel ist Faschismus
@sixtus @stefanmuelller die Italiener sind es leider schon und zahlen nach und nach die Quittung dafür..😏 https://www.tagesanzeiger.ch/staat-streicht-sozialhilfe-per-sms-996404354990
Meloni-Regierung spart: Der italienische Staat streicht Sozialhilfe per SMS

Überraschende und schlechte Nachricht für rund 170’000 Haushalte in Italien: Ab August erhalten sie kein Bürgergeld mehr. Oppositionspolitiker sprechen von einer «Sozialbombe».

Tamedia AG
@sixtus @stefanmuelller Die passendeln Symbole (ob Hakenkreuz oder was Vergleichbares) und martialische Kleidung kämen wohl dann dazu, wenn die Macht ergriffen wäre..
@sixtus @stefanmuelller passend dazu: «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»
https://de.m.wikiquote.org/wiki/Ignazio_Silone
Ignazio Silone – Wikiquote

@sixtus Das ist auch mein Gefühl. Aber kennst du eine gute Studie dazu?
@sixtus @stefanmuelller 20% der Bevölkerung wollen ein autoritäres Regime und knapp die Hälfte will lieber das als wirklich linke Politik. Das kann man schon aus Studien und Umfragen zum Thema so zusammenfassen glaub ich.

@benni @sixtus

Ja, und wenn dann 51% Nazis wählen, dann muss man halt mit 31% der Menschen reden und die davon abbringen.

Bzw. eine Politik machen, die die Ursachen angeht.

Außerdem: Die FDP kürzt gerade Mittel für die BPB. Das ist so ziemlich das Gegenteil.

@stefanmuelller @benni [email protected] Die FDP. Warum sind die nicht in der Bedeutungslosigkeit geblieben, in die sie sich selbst manövriert hat? Nein, sie locken natürlich noch damit die Digitalisierung voranzutreiben und viele Idioten tappern blind hinterher. Wo ist eigentlich jetzt der Aufschrei, nachdem selbst dort nichts weitergeht und sie ihr Versprechen gebrochen haben? Achso, sind ja nicht die Grünen. Ich geh' jetzt einfach mal im Strahl kotzen...
@UnglaublicherUlk @stefanmuelller @benni "Digitalisierung first, Bedenken second." Der Porscheminister hat fieserweise verschwiegen, dass dieser Plan mit "Kürzen bei" beginnt:
Kürzen bei der Digitalisierung first, Bedenken second.
@stefanmuelller @benni @sixtus Ich weiß nicht ob "Die FDP kürzt gerade Mittel für die BPB." so korrekt ist: Die Spezialdemokraktin an der Spitze des BMI kürzt die Mittel für die BPB. Klar, weil der Sparen-First Minister ihr Budget zusammenstreicht. Die Verteilung der Kürzung gibt er aber nicht vor.

@musevg @benni @sixtus

Ja, sorry. Ich mache es mir zu einfach. Aber die FDP hat die Macht, weil ihre Aufgabe es ist, die Koalition zu sprengen.

@sixtus @stefanmuelller

Ausserdem sind sie sich sicher, dass ihnen selbst im Faschismus nix geschieht, da sie ja "normal" sind.

Studie: AfD-Anhänger neigen zu Rassismus

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Rechtsextremismus: Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland gehen zurück - außer bei AfD-Anhängern.

Süddeutsche Zeitung

@Haydar @sixtus

Danke. Gucke ich mir demnächst an. Ich möchte aber auch mal auf das hier verweisen: Interview mit Autor der Rechtsextremismusstudie. Ich denke, dass man alles etwas differenzierter anschauen muss.

https://climatejustice.social/@stefanmuelller/110688798781974698

Stefan Müller :verified: (@[email protected])

Attached: 1 image 3/ Hier, passt sehr gut. Ich bin ein bisschen stolz, dass ich das auch ohne Soziologiestudium genauso hinbekommen habe. Es ist ein Interview mit dem Autor der #Rechtsextremismus-Studie. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/die-these-vom-rechtsruck-ist-unsinn-forscher-ueber-ostdeutschland-extremismus-und-afd-li.366563 Zu den Faktoren: „Zum einen die großen Wanderungsbewegungen. Sehr viele gut ausgebildete Ostdeutsche sind in den 33 Jahren seit der Einheit in den Westen gegangen. Ihre politischen Einstellungen gleichen denen der Westdeutschen. Im Osten sind auch viel mehr Männer geblieben als Frauen, in Brandenburg kommen teilweise 120 Männer auf 100 Frauen, das sind Verhältnisse wie in China. Je höher der Männerüberschuss in einem Gebiet ist, desto stärker sind rechtsextreme Ansichten verbreitet – das hat eine Untersuchung ergeben. Welche Rolle spielt die soziale und wirtschaftliche Lage? Wenn man Räume in Deutschland untersucht, die ähnliche Sozialstrukturen haben, fallen die Ost-West-Unterschiede weg. Ostdeutsche sind also nicht per se rechtsradikaler? Es gibt im Osten mehr Gebiete mit Strukturen, die dafür anfällig sind. Wir haben in Ost und West unterschiedliche Lebensbedingungen. Thüringen zum Beispiel ist zu 70 Prozent ländlich geprägt, das ist etwas ganz Außergewöhnliches, das findet man im Westen nirgends.“ „Sie sind gebürtiger Hesse. Ist nicht auch #Hessen ländlich geprägt, oder #Bayern? In Bayern und Hessen ist der Anteil der Menschen, die in großen Städten leben, höher als in #Thüringen. Aber es gibt ländliche Gebiete in Mittelhessen, in denen rechte Einstellungen genauso verbreitet sind wie unter der Landbevölkerung im #Osten.“ "Ist die These von einem gesellschaftlichen Rechtsruck, von der man oft liest, also Unsinn? Ja, ist sie. 1983 erschienen im Westen die Ergebnisse einer großen Studie zu rechtsextremen Einstellungen unter dem Titel „Fünf Millionen wollen einen Führer“. Es gab Verschwörungserzählungen, Fremdenfeindlichkeit. Was damals anders war: Menschen, die rechtsextrem eingestellt waren, haben zu 60 Prozent CDU gewählt und zu 25 Prozent SPD. Es gab auch immer mal wieder rechtsradikale Parteien. Die Republikaner kamen bei der Europawahl 1989 auf fast zehn Prozent.“ „Wie sieht es im Vergleich zum Rest von Europa aus? Die Zahl der Menschen mit rechtsextremen Einstellungen ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Deutschland – auch in Ostdeutschland – eher gering. Was keine Beruhigung sein muss!“ „Wie haben Sie die mediale Berichterstattung über Ihre Studie wahrgenommen? Bei einigen Überschriften konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Osten ein Problemgebiet sei. Ein Ost-„Bashing“ haben wir jedenfalls nicht beabsichtigt. Tatsächlich haben sich die Medien vor allem auf die besorgniserregenden Ergebnisse fokussiert. Mir wäre es lieber, wenn wir mehr auf die Ursachen eingehen würden.“ Tja, mir auch. „Die niedrigen Löhne, die schwächere Wirtschaft. Es wird immer darauf verwiesen, dass viel Geld für den Osten ausgegeben worden ist. Aber hatte das nicht vielleicht sogar kolonialistische Züge? Warum ist der Frust in den neuen Ländern so groß? Es ist mir sehr wichtig, dass der Osten in den vergangenen Jahrzehnten nicht rechter geworden ist. Zugleich ist es rechtsradikalen Parteien wie der AfD gelungen, Menschen mit entsprechenden Einstellungen einzusammeln. Sie profitieren davon, dass andere Parteien es nicht schaffen, die Interessen dieser Leute auf den Punkt zu bringen.“ Und das sagt der Soziologe zu Protestwählern: „Ihre Studie hat gezeigt, dass rechtsextreme Einstellungen unter Nichtwählern weiter verbreitet sind als in der gesamten ostdeutschen Gesellschaft. Ein Potenzial für die AfD? In Thüringen und Sachsen liegt die AfD in Umfragen bei 30 Prozent – und damit bereits über ihrem Stammwähler-Potenzial. Sie zieht dort auch Menschen an, die genug haben von einer angeblichen westlichen Gängelei. #Protestwähler. Ob sich die AfD im gesamten Osten noch steigern kann, hängt auch davon ab, wie die Bundesregierung agiert. Nach Ausbruch des Ukrainekrieges gab es eine hohe Zustimmung für die Ampel, auch deshalb, weil sie autoritär aufgetreten ist: Denken Sie an die Entlastungspakete, die sogenannte Zeitenwende. Kanzler Scholz trat als Führungspersönlichkeit auf. Mittlerweile ist das verflogen. Auch wird die soziale Frage nicht richtig behandelt. Früher war sie das Markenzeichen der SPD. Heute fehlt etwas, ein Angebot, das kann die AfD ausnutzen. Ihr Potenzial liegt bei den Abgehängten.“ Das ist ein Interview, das in einer der zwei verbleibenden Ost-Zeitungen geführt wurde. Die anderen Medien haben einfach ihre Klischees bestätigt und Mist verbreitet. Kurze Aufregung und das Thema ist durch. Der Schmutz bleibt haften, die West-Presse wird nicht mehr gelesen, der Diskurs ist bereits vor Jahren zusammengebrochen. #BerlinerZeitung #noAfD #nazis #nonazis

Climate Justice Social
@stefanmuelller @sixtus
Ich sehe in dem Interview keinen Widerspruch zu der Aussage, dass AfD aus rechtsextremistischen und rassistischen Motiven gewählt wird

@Haydar @stefanmuelller @sixtus

2045: "wir hatten garkeine ahung, es hat uns keiner vorgewarnt, das es so enden wird"

@Haydar @stefanmuelller @sixtus

Hat auch schon mal jemand erforscht, warum das bei NPD, Rep & Co. auch so war? Worin also der Grund liegt, dass sie sich alle outen und früher nicht? Das würde mich interessieren. Du ahnst warum?

@freistern @Haydar @sixtus

Neoliberale Wirtschaftsprofessoren aus dem Westen, vorher CDU, FDP, haben die Strukturen aufgebaut und das alles salonfähig gemacht.

@stefanmuelller @freistern @Haydar Ja, die arme Ossis: Erst die SED und dann Wirtschaftsprofessoren aus dem Westen! Was sollten sie da machen, außer Faschisten zu wählen? Dafür muss man doch Verständnis haben!

@sixtus @freistern @Haydar

Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur den Unterschied zu früheren Nazi-Parteien erklärt. Die waren eben zu doof und haben sich irgendwann von selbst erledigt. Das ist jetzt leider anders. Und die #noafd wird nicht nur im Osten gewählt. Das ist die gestörte Selbstwahrnehmung drs Westens, gegen die ich hier ankämpfe.

@stefanmuelller @sixtus @Haydar

auch das ist ja richtig. aber dass sich die strategen ausgerechnet in thü, sa und s-a angesiedelt haben, ist sicherlich auch kein zufall.
o.k. war billiger. aber bei mir zuhause in dithmarschen ist es auch billig, da hat eine kommune (cdu) geld in die hand genommen, den gasthof gekauft und die nazis so vergrault. damals war hier der rieger aktiv.

@Haydar @stefanmuelller @sixtus
Studie: Wasser neigt zu Nässe
@Haydar
Wir haben kein Wissens-, sondern ein Willensdefizit in Gesellschaft, Politik und Medien. Um zu wissen, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist, muss man nicht mal ihr Programm kennen, da reicht es, den Akteur:innen zuzuhören. Mit denen, die sie wählen, ist es das Gleiche.
Nur möchte man halt an das Gute im Menschen glauben und das Böse um so weniger wahrhaben, je näher es den eigenen Überzeugungen steht. Also lieber rosa Brille auf und durch!
@stefanmuelller @sixtus

@stefanmuelller @sixtus Ich kann nur auf eine sehr kleine Stichprobe zurückblicken, aber bei der trifft diese Aussage am Ende zu: "Demokratie funktioniert nicht, ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch, die Politik will sich nur bereichern, Rechtsstaat ist zu schwach, es muss endlich mal jemand was tun gegen <hier fremden- und/oder minderheitenfeindliches Stereotyp einfügen>"

Brennende Synagogen, Sportpalastreden und Gaskammern wollen diese Menschen natürlich nicht. Aber sonst...

@musevg @sixtus

OK. Dann gucken wir die Aussagen mal an.

1) Eine Partei, die von 11% der Wähler*innen gewählt wurde, blockiert seit zwei Jahren die Politik, die wir bräuchten. Jetzt kann man sagen: Ist halt so. Andere Mehrheiten waren nicht drin. Oder man kann unzufrieden damit sein und zum Beispiel Erweiterungen der Demokratie fordern: Bürgerräte zum Beispiel (stehen im Koalitionsvertrag S. 8, es gab schon welche mit CDU-Schirmherren). Man kann auch eine #Ersatzstimme fordern, damit kleinere Parteien überhaupt eine Chance haben und gesehen werden.

2) Ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch.

Hängt vom konkreten Fall ab. Im Fall #Osten gilt: #Ossis sind überall unterrepräsentiert. Wunderbarer Hebel für die #noAfD.

(Lustig wäre dann natürlich auch die Frage, ob man denn in einer nichtdemokratischen Gesellschaft mit Anliegen durchkommen würde ...)

3) Politik will sich nur bereichern.

Darauf könnte man kommen, wenn man sich die Maskendeals und #Aserbeidschan-Connection anguckt.

#Tranzparenz #Lobbykontrolle und harte Verurteilungen würden hier helfen

4) Stereotyp

Keine Toleranz.

Ansonsten kann ich nur den bei mir angepinnten Tröt zum Interview mit dem Verfasser der Rechtsextremismusstudie in der #BerlinerZeitung empfehlen.

@stefanmuelller @sixtus Vielen Dank :)
In einem konkreten Fall geht es um ein A-wählendes CDU-Mitglied, das sich schon länger diffus unsicher fühlt & nicht akzeptieren will, dass der Rechtsstaat Grenzen hat und auch für eingewanderte Menschen gilt.
Bei 'aber die Einstellung des Verfahrens im Fall x ist eine Sauerei' und 'wer schützt mich davor dass es mir genauso geht wie y aus der Telegram-Gruppe z' ist der Schritt zu 'Rechtsstaat ist mir egal, ich will mich wieder sicher fühlen' sehr klein.
@sixtus
Ich denke man kann gleichzeitig eine unfähige Regierung, kopflose Opposition und 20% Nazis haben, ohne das eins das andere verursacht.
Zumindest in Deutschland.
@sixtus
Ganz klar, ja...
Auf Arbeit bekomme ich die diskussionen oft mit.. unsere Regierung sei komplett unfähig und daher würde man von jetzt an nur noch AfD wählen... also nachdem man das schon seit jahren macht und davor nichtwähler war.. aber ja, der Streit ist schuld dran!
@sixtus
"Unter meinen Freunden ist die Meinung klar. So schlecht wie Frau Baerbock war noch nie ein Aussenminister!"
"Wer war denn besser?"
"Ach.. der.. wie hieß er noch.. ist noch nicht lange her.."
"Maas?"
"Nein. Der bestimmt nicht.. der.."
"Gabriel?"
"Ach, der dicke? Nein..."
"Westerwelle?"
"Der war mal Aussenminister? Aber nein.. FDP geht gar nicht... Das war einer mit Brille..."
"Ich kann bis Brentano weitermachen."
"Wer?"
....

@sixtus
"Die streiten sich ja auch dauern.. der Kinderbuchautor und der von der FDP"
"Ist es dir lieber, wenn die einfach alles beschließen würden, so ohne diskussionen?"
"Nein. Das wäre ja noch schlimmer!"
"Und warum ist streit dann schlecht?"
"Der ist doch nur Kinderbuchautor!"
....

Ich bin und bleibe Missionar, wenn es um demokratie geht.. auch AfDler kann man wieder zurückholen..

@sixtus In dieser Diskussion fehlt mir immer der eine big player, unsere Medienlandschaft. Sie hat schon PEGIDA groß gemacht… jeden Montag ein Stückchen mehr.

@sixtus Der Streit ist ein Symptom von einer Regierung die kaum Verbesserungen schafft und alles dem ‘freien’ Markt überlässt.

Abstiegsgedanken sorgen bei einigen für die Gedanke: “politisches System einfach anzünden”.

Die Leute aus meinem Umfeld haben mehr Möglichkeiten und können wegziehen (Portugal, Barcelona, die Schweiz) oder sich abschotten in Innenstädten, Bauernhöfe in Naziland usw.

@sixtus exakt: jeder fünfte Deutsche will lieber eine Diktatur, statt einer Demokratie. Weil viele Menschen mittlerweile so narzisstisch abgestumpft sind, dass sie sich die Diktatur ihrer (vermeintlichen) Interessen auf Kosten aller anderen wünschen. Die finden Demokratie tatsächlich scheisse. Und zwar unabhängig davon, ob die Regierung viel streitet oder nicht. Die wollen einfach gar keinen Interessenausgleich und Diskurs.
@sixtus
Niemand wählt die #AfD , weil er/sie sich davon eine weniger zerstrittene und handwerklich bessere Politik verspricht. Die AfD soll dem Hass ihrer Wähler eine Stimme verleihen und da liefert sie zuverlässig. Wer die AfD bekämpfen will, muss den Hass bekämpfen, statt ihn weiter anzuheizen.

@sixtus

Ich halte diese These tatsächlich für sehr plausibel. Früher wären die Unzufriedenen bei der CDU gelandet, aber die ist ja genauso kaputt.

Aber ich kann nicht in die Köpfe gucke. Die Theorie ist genau gut oder schlecht wie jede andere.

@sixtus ich schreibs immer wieder mal, aber meines Wissens nach hat .de seit Jahrzehnten einen stabilen Sockel von 20% Nazis. War so, ist so, wird so bleiben. Manchmal gehen sie wählen, mal nicht, mal hört man ihnen zu, mal nicht.
@sixtus Die angebliche "AfD" profitiert von mehreren Faktoren: U.a. von Döpfnerpresse & anderen Medienschaffenden die mit rechter Hetze Geld machen, und von direkter & indirekter Unterstützung aus Moskau.
Was die Regierung angeht: 16 Jahre Merkeln entlang der Sonntagsfrage haben viele Menschen in DE davon entwöhnt dass Politik auch unpopuläre Dinge diskutieren, beschliessen und durchsetzen muss. Dass die Ampel jetzt anders regiert, regieren muss, nützt der Opposition - auch der extrem rechten.
@sixtus So sehr ich Deiner Intention hier zustimme: Dein Post macht leider dasselbe wie die von Dir bemängelten Kommentartor*innen. Denn bitte zeig mir ein Beispiel, wo jemand die kompletten 20+x% der Unzufriedenheit über die Ampel zuschieben will.
Alle spekulieren/schreiben über den aktuellen _Anstieg_, also über die "neuen" 5+x% Sympathisanten.
Deine Kritik teile ich, aber Dein "Denn das würde bedeuten..." ist nicht richtig und ein unredliches Mittel zum Zweck.