@stefanmuelller @sixtus Gestern ging hier doch dieses TikTok-Video von dem AfDler rum, der im Regen stehend so daher geredet hat, als ob sich alle Hitzerekorde gerade in Deutschland stattfinden.
Diese groteske und oberflächliche Anti-Etablishment-Kurs ist das, was verfängt. Alles was widersinnig scheint, wird von vielen als Lüge und Dummheit wahrgenommen und nur die kleine Gruppe ist clever genug das verstanden zu haben.
20% sind nicht die Leute, die Faschismus wollen. 20% sind die Leute, die Faschismus wollen UND die, die für ihre Eitelkeit Faschismus billigen.
Macht sie das besser?
@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus
Kleiner Punkt zum Nachdenken: Wenn die AfD 51% hat und man nicht mit Rechten redet, wie bekommt man die AfD dann unter 50%. Die #noAfD ist der Feind oder Gegner. Vielleicht auch viele ihrer Wähler*innen. Aber nicht alle. Diesen Rest muss man davon abbringen, AfD zu wählen.
Und Nichtwähler*innen (re)aktivieren.
Ja, danke! Das ist zumindest ein produktiver Ansatz.
@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus
Dann habt Ihr eben 51% Feinde. Und dann?
Was wollt Ihr denn machen? Ej. Ihr sitzt auf dem Sofa und trötet. Auf Mastodon gibt es ja nicht mal Nazis, die Ihr überzeugen könntet.
Das ist alles Selbstbestätigung hier. Wir sind die Guten. Können wir noch ein paar Jahre so machen.
@Petercarla62 @UnglaublicherUlk @sixtus
Ganz genau! Meine Frage ist aber, ob alle, die die #noAfD wählen, Rechtsextremisten sind. Wenn das so wäre, wäre es schlimm.
Und siehe dazu auch die jüngste Rechtsextremismusstudie. Interview mit Ersteller der Studie ist bei mir angepinnt.
@sixtus @Petercarla62 @UnglaublicherUlk
OK. Stimmt. Aber andersrum weiß eben fast niemand was vom Alltag im Osten. Es kommt ab und zu mal was von den Kränkungen hoch, wenn so Menschen, wie #Oschmann ein Buch schreiben.
Ansonsten kann man in der West-Presse, die nur Wessis lesen, lesen, was Wessis über Ossis denken, und das stimmt meist nicht mit der Realität überein.
Der aktuelle Ostbeauftragte ist ok, da habe ich Hoffnung, dass der was bewegt. Der vorige war ein wandernder Witz.
Ausserdem sind sie sich sicher, dass ihnen selbst im Faschismus nix geschieht, da sie ja "normal" sind.
@stefanmuelller @sixtus
Ich weiß nicht wie oft ich diese Links schon gepostet habe, aber hier nochmal: Studien, die zeigen, dass #AfD- Wähler keine Protestwähler sind, sondern rechtsextremistisch denken:
2014: https://www.sueddeutsche.de/politik/studie-der-friedrich-ebert-stiftung-afd-anhaenger-neigen-zu-rassismus-1.2229537
2023: https://www.n-tv.de/politik/Im-Osten-leben-mehr-Rechte-als-AfD-Waehler-article24223363.html
Danke. Gucke ich mir demnächst an. Ich möchte aber auch mal auf das hier verweisen: Interview mit Autor der Rechtsextremismusstudie. Ich denke, dass man alles etwas differenzierter anschauen muss.
https://climatejustice.social/@stefanmuelller/110688798781974698
Attached: 1 image 3/ Hier, passt sehr gut. Ich bin ein bisschen stolz, dass ich das auch ohne Soziologiestudium genauso hinbekommen habe. Es ist ein Interview mit dem Autor der #Rechtsextremismus-Studie. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/die-these-vom-rechtsruck-ist-unsinn-forscher-ueber-ostdeutschland-extremismus-und-afd-li.366563 Zu den Faktoren: „Zum einen die großen Wanderungsbewegungen. Sehr viele gut ausgebildete Ostdeutsche sind in den 33 Jahren seit der Einheit in den Westen gegangen. Ihre politischen Einstellungen gleichen denen der Westdeutschen. Im Osten sind auch viel mehr Männer geblieben als Frauen, in Brandenburg kommen teilweise 120 Männer auf 100 Frauen, das sind Verhältnisse wie in China. Je höher der Männerüberschuss in einem Gebiet ist, desto stärker sind rechtsextreme Ansichten verbreitet – das hat eine Untersuchung ergeben. Welche Rolle spielt die soziale und wirtschaftliche Lage? Wenn man Räume in Deutschland untersucht, die ähnliche Sozialstrukturen haben, fallen die Ost-West-Unterschiede weg. Ostdeutsche sind also nicht per se rechtsradikaler? Es gibt im Osten mehr Gebiete mit Strukturen, die dafür anfällig sind. Wir haben in Ost und West unterschiedliche Lebensbedingungen. Thüringen zum Beispiel ist zu 70 Prozent ländlich geprägt, das ist etwas ganz Außergewöhnliches, das findet man im Westen nirgends.“ „Sie sind gebürtiger Hesse. Ist nicht auch #Hessen ländlich geprägt, oder #Bayern? In Bayern und Hessen ist der Anteil der Menschen, die in großen Städten leben, höher als in #Thüringen. Aber es gibt ländliche Gebiete in Mittelhessen, in denen rechte Einstellungen genauso verbreitet sind wie unter der Landbevölkerung im #Osten.“ "Ist die These von einem gesellschaftlichen Rechtsruck, von der man oft liest, also Unsinn? Ja, ist sie. 1983 erschienen im Westen die Ergebnisse einer großen Studie zu rechtsextremen Einstellungen unter dem Titel „Fünf Millionen wollen einen Führer“. Es gab Verschwörungserzählungen, Fremdenfeindlichkeit. Was damals anders war: Menschen, die rechtsextrem eingestellt waren, haben zu 60 Prozent CDU gewählt und zu 25 Prozent SPD. Es gab auch immer mal wieder rechtsradikale Parteien. Die Republikaner kamen bei der Europawahl 1989 auf fast zehn Prozent.“ „Wie sieht es im Vergleich zum Rest von Europa aus? Die Zahl der Menschen mit rechtsextremen Einstellungen ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Deutschland – auch in Ostdeutschland – eher gering. Was keine Beruhigung sein muss!“ „Wie haben Sie die mediale Berichterstattung über Ihre Studie wahrgenommen? Bei einigen Überschriften konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Osten ein Problemgebiet sei. Ein Ost-„Bashing“ haben wir jedenfalls nicht beabsichtigt. Tatsächlich haben sich die Medien vor allem auf die besorgniserregenden Ergebnisse fokussiert. Mir wäre es lieber, wenn wir mehr auf die Ursachen eingehen würden.“ Tja, mir auch. „Die niedrigen Löhne, die schwächere Wirtschaft. Es wird immer darauf verwiesen, dass viel Geld für den Osten ausgegeben worden ist. Aber hatte das nicht vielleicht sogar kolonialistische Züge? Warum ist der Frust in den neuen Ländern so groß? Es ist mir sehr wichtig, dass der Osten in den vergangenen Jahrzehnten nicht rechter geworden ist. Zugleich ist es rechtsradikalen Parteien wie der AfD gelungen, Menschen mit entsprechenden Einstellungen einzusammeln. Sie profitieren davon, dass andere Parteien es nicht schaffen, die Interessen dieser Leute auf den Punkt zu bringen.“ Und das sagt der Soziologe zu Protestwählern: „Ihre Studie hat gezeigt, dass rechtsextreme Einstellungen unter Nichtwählern weiter verbreitet sind als in der gesamten ostdeutschen Gesellschaft. Ein Potenzial für die AfD? In Thüringen und Sachsen liegt die AfD in Umfragen bei 30 Prozent – und damit bereits über ihrem Stammwähler-Potenzial. Sie zieht dort auch Menschen an, die genug haben von einer angeblichen westlichen Gängelei. #Protestwähler. Ob sich die AfD im gesamten Osten noch steigern kann, hängt auch davon ab, wie die Bundesregierung agiert. Nach Ausbruch des Ukrainekrieges gab es eine hohe Zustimmung für die Ampel, auch deshalb, weil sie autoritär aufgetreten ist: Denken Sie an die Entlastungspakete, die sogenannte Zeitenwende. Kanzler Scholz trat als Führungspersönlichkeit auf. Mittlerweile ist das verflogen. Auch wird die soziale Frage nicht richtig behandelt. Früher war sie das Markenzeichen der SPD. Heute fehlt etwas, ein Angebot, das kann die AfD ausnutzen. Ihr Potenzial liegt bei den Abgehängten.“ Das ist ein Interview, das in einer der zwei verbleibenden Ost-Zeitungen geführt wurde. Die anderen Medien haben einfach ihre Klischees bestätigt und Mist verbreitet. Kurze Aufregung und das Thema ist durch. Der Schmutz bleibt haften, die West-Presse wird nicht mehr gelesen, der Diskurs ist bereits vor Jahren zusammengebrochen. #BerlinerZeitung #noAfD #nazis #nonazis
@Haydar @stefanmuelller @sixtus
2045: "wir hatten garkeine ahung, es hat uns keiner vorgewarnt, das es so enden wird"
@Haydar @stefanmuelller @sixtus
Hat auch schon mal jemand erforscht, warum das bei NPD, Rep & Co. auch so war? Worin also der Grund liegt, dass sie sich alle outen und früher nicht? Das würde mich interessieren. Du ahnst warum?
Neoliberale Wirtschaftsprofessoren aus dem Westen, vorher CDU, FDP, haben die Strukturen aufgebaut und das alles salonfähig gemacht.
Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur den Unterschied zu früheren Nazi-Parteien erklärt. Die waren eben zu doof und haben sich irgendwann von selbst erledigt. Das ist jetzt leider anders. Und die #noafd wird nicht nur im Osten gewählt. Das ist die gestörte Selbstwahrnehmung drs Westens, gegen die ich hier ankämpfe.
@stefanmuelller @sixtus @Haydar
auch das ist ja richtig. aber dass sich die strategen ausgerechnet in thü, sa und s-a angesiedelt haben, ist sicherlich auch kein zufall.
o.k. war billiger. aber bei mir zuhause in dithmarschen ist es auch billig, da hat eine kommune (cdu) geld in die hand genommen, den gasthof gekauft und die nazis so vergrault. damals war hier der rieger aktiv.
@Haydar @stefanmuelller @sixtus
Um es mit den Worten der wunderbaren @erzaehlmirnix zu sagen:
@stefanmuelller @sixtus Ich kann nur auf eine sehr kleine Stichprobe zurückblicken, aber bei der trifft diese Aussage am Ende zu: "Demokratie funktioniert nicht, ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch, die Politik will sich nur bereichern, Rechtsstaat ist zu schwach, es muss endlich mal jemand was tun gegen <hier fremden- und/oder minderheitenfeindliches Stereotyp einfügen>"
Brennende Synagogen, Sportpalastreden und Gaskammern wollen diese Menschen natürlich nicht. Aber sonst...
OK. Dann gucken wir die Aussagen mal an.
1) Eine Partei, die von 11% der Wähler*innen gewählt wurde, blockiert seit zwei Jahren die Politik, die wir bräuchten. Jetzt kann man sagen: Ist halt so. Andere Mehrheiten waren nicht drin. Oder man kann unzufrieden damit sein und zum Beispiel Erweiterungen der Demokratie fordern: Bürgerräte zum Beispiel (stehen im Koalitionsvertrag S. 8, es gab schon welche mit CDU-Schirmherren). Man kann auch eine #Ersatzstimme fordern, damit kleinere Parteien überhaupt eine Chance haben und gesehen werden.
2) Ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch.
Hängt vom konkreten Fall ab. Im Fall #Osten gilt: #Ossis sind überall unterrepräsentiert. Wunderbarer Hebel für die #noAfD.
(Lustig wäre dann natürlich auch die Frage, ob man denn in einer nichtdemokratischen Gesellschaft mit Anliegen durchkommen würde ...)
3) Politik will sich nur bereichern.
Darauf könnte man kommen, wenn man sich die Maskendeals und #Aserbeidschan-Connection anguckt.
#Tranzparenz #Lobbykontrolle und harte Verurteilungen würden hier helfen
4) Stereotyp
Keine Toleranz.
Ansonsten kann ich nur den bei mir angepinnten Tröt zum Interview mit dem Verfasser der Rechtsextremismusstudie in der #BerlinerZeitung empfehlen.
@sixtus
"Die streiten sich ja auch dauern.. der Kinderbuchautor und der von der FDP"
"Ist es dir lieber, wenn die einfach alles beschließen würden, so ohne diskussionen?"
"Nein. Das wäre ja noch schlimmer!"
"Und warum ist streit dann schlecht?"
"Der ist doch nur Kinderbuchautor!"
....
Ich bin und bleibe Missionar, wenn es um demokratie geht.. auch AfDler kann man wieder zurückholen..
@sixtus Der Streit ist ein Symptom von einer Regierung die kaum Verbesserungen schafft und alles dem ‘freien’ Markt überlässt.
Abstiegsgedanken sorgen bei einigen für die Gedanke: “politisches System einfach anzünden”.
Die Leute aus meinem Umfeld haben mehr Möglichkeiten und können wegziehen (Portugal, Barcelona, die Schweiz) oder sich abschotten in Innenstädten, Bauernhöfe in Naziland usw.
Ich halte diese These tatsächlich für sehr plausibel. Früher wären die Unzufriedenen bei der CDU gelandet, aber die ist ja genauso kaputt.
Aber ich kann nicht in die Köpfe gucke. Die Theorie ist genau gut oder schlecht wie jede andere.