Ich halte im Übrigen die Erzählung "Die #AfD profitiert von dem Streit in der Ampel", die von vielen, auch seriösen Medien und Kommentator*innen verbreitet wird, für Humbug. Denn das würde bedeuten, 20 (+x) Prozent der Wähler*innen wollen lieber Faschismus als eine häufig uneinig handelnde Regierung. Konkreter: Jeder*r fünfte Deutsche will eher eine Diktatur als Diskussionen auf der Regierungsbank. Gibt es für diese implizit transportierte These denn irgendwelche Belege?

@sixtus

Ich denke, dass die Annahme „Alle AFD-Wähler*innen wollen Faschismus.“ falsch ist, auch wenn sie das dann bekommen würden. Wenn man so denkt, kann man das Problem nicht verstehen und die #noAfD auch nicht angemessen bekämpfen.

@stefanmuelller Diese Co-Erzählung ("die meisten #AfD-Wähler wollen keinen Faschismus") ist Teil des Problems, denn sie gehört zur Verharmlosungsstrategie der Rechten. Die Wahrheit ist: Wer AfD wählt, will all das, was der Faschismus verspricht, er will lediglich nicht, dass dieser Faschismus Faschismus genannt wird, und er will auch nicht, dass dieser Faschismus so aussieht wie Faschismus. Aber darauf darf man nicht reinfallen: Auch Faschismus ohne Hakenkreuze und Springerstiefel ist Faschismus
@sixtus @stefanmuelller passend dazu: «Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»
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