Ich halte im Übrigen die Erzählung "Die #AfD profitiert von dem Streit in der Ampel", die von vielen, auch seriösen Medien und Kommentator*innen verbreitet wird, für Humbug. Denn das würde bedeuten, 20 (+x) Prozent der Wähler*innen wollen lieber Faschismus als eine häufig uneinig handelnde Regierung. Konkreter: Jeder*r fünfte Deutsche will eher eine Diktatur als Diskussionen auf der Regierungsbank. Gibt es für diese implizit transportierte These denn irgendwelche Belege?

@sixtus

Ich denke, dass die Annahme „Alle AFD-Wähler*innen wollen Faschismus.“ falsch ist, auch wenn sie das dann bekommen würden. Wenn man so denkt, kann man das Problem nicht verstehen und die #noAfD auch nicht angemessen bekämpfen.

@stefanmuelller @sixtus Ich kann nur auf eine sehr kleine Stichprobe zurückblicken, aber bei der trifft diese Aussage am Ende zu: "Demokratie funktioniert nicht, ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch, die Politik will sich nur bereichern, Rechtsstaat ist zu schwach, es muss endlich mal jemand was tun gegen <hier fremden- und/oder minderheitenfeindliches Stereotyp einfügen>"

Brennende Synagogen, Sportpalastreden und Gaskammern wollen diese Menschen natürlich nicht. Aber sonst...

@musevg @sixtus

OK. Dann gucken wir die Aussagen mal an.

1) Eine Partei, die von 11% der Wähler*innen gewählt wurde, blockiert seit zwei Jahren die Politik, die wir bräuchten. Jetzt kann man sagen: Ist halt so. Andere Mehrheiten waren nicht drin. Oder man kann unzufrieden damit sein und zum Beispiel Erweiterungen der Demokratie fordern: Bürgerräte zum Beispiel (stehen im Koalitionsvertrag S. 8, es gab schon welche mit CDU-Schirmherren). Man kann auch eine #Ersatzstimme fordern, damit kleinere Parteien überhaupt eine Chance haben und gesehen werden.

2) Ich komme mit meinen Anliegen nirgends durch.

Hängt vom konkreten Fall ab. Im Fall #Osten gilt: #Ossis sind überall unterrepräsentiert. Wunderbarer Hebel für die #noAfD.

(Lustig wäre dann natürlich auch die Frage, ob man denn in einer nichtdemokratischen Gesellschaft mit Anliegen durchkommen würde ...)

3) Politik will sich nur bereichern.

Darauf könnte man kommen, wenn man sich die Maskendeals und #Aserbeidschan-Connection anguckt.

#Tranzparenz #Lobbykontrolle und harte Verurteilungen würden hier helfen

4) Stereotyp

Keine Toleranz.

Ansonsten kann ich nur den bei mir angepinnten Tröt zum Interview mit dem Verfasser der Rechtsextremismusstudie in der #BerlinerZeitung empfehlen.

@stefanmuelller @sixtus Vielen Dank :)
In einem konkreten Fall geht es um ein A-wählendes CDU-Mitglied, das sich schon länger diffus unsicher fühlt & nicht akzeptieren will, dass der Rechtsstaat Grenzen hat und auch für eingewanderte Menschen gilt.
Bei 'aber die Einstellung des Verfahrens im Fall x ist eine Sauerei' und 'wer schützt mich davor dass es mir genauso geht wie y aus der Telegram-Gruppe z' ist der Schritt zu 'Rechtsstaat ist mir egal, ich will mich wieder sicher fühlen' sehr klein.