Letzten Herbst habe ich Twitter verlassen. Die vielen guten Kontakte und Austausche dort fehlen mir. Doch das war keine persönliche, sondern eine sehr politische Entscheidung. Dass Twitter nun das EU-Abkommen gegen die Verbreitung von Desinformation im Internet verlassen hat, bestätigt meine Einschätzung und bestärkt mich in meiner Entscheidung, nicht mehr auf der Plattform in Erscheinung zu treten. 1/4
Ich habe Twitter verlassen, weil ich es nicht weiter vertreten konnte, meine Glaubwürdigkeit und Reichweite, Stimme und Content einem Unternehmen zu schenken, das immer weniger bereit war, rechtsstaatlichen Prinzipien und demokratisch legitimierten Regeln zu folgen. Twitter will der zunehmenden Desinformation offenkundig nicht entgegenwirken und lässt zu, dass sexistischer, rassistischer Hass und schlimme Hetze gegen Einzelne oder gegen marginalisierte Gruppen immer mehr Raum einnehmen. 2/4
Wenn Ende August die Regeln des Digital Services Act der Europäischen Union wirksam werden, muss sich gerade gegenüber Twitter zeigen, ob die Mitgliedsstaaten die Verantwortung der großen Plattformen beim Kampf gegen Desinformation, gegen Hass und Hetze und zum Schutz unserer Demokratie wirksam einfordern. Die Regeln des DSA sind dafür absolut geeignet. 3/4
Gleichzeitig plädiere ich dafür, dass wir als Staat im Sinne digitaler Daseinsvorsorge die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Alternativen zu den kommerziellen digitalen öffentlichen Räumen entstehen, die an Respekt und Gemeinwohl, Rechtsstaat und Demokratie orientiert sind. Ich kann Medienhäuser und Journalist*innen ebenso wie Parteien und Politiker*innen nur dazu einladen, Informationen und Meinungsbeiträge künftig auch auf einer solchen alternativen Plattform wie Mastodon anzubieten. 4/4
@eskensaskia 👍🏼 Es ist mir ein Rätsel, warum die überwiegende Zahl der Journas und Journos und Wissenschaftler*innen so sehr an twitter kleben.
@Helga @eskensaskia Wenn es sich um eine Substanz statt um eine Website handeln würde, spräche man von psychischer Abhängigkeit und von klarem Suchtverhalten.

@goebelmasse @Helga @eskensaskia

Das ist kein Entweder-Oder. Instant Gratification von digitaler Kommunikation, wo immer Gegenüber zu finden sind, ist schon vor 20+ Jahren hier Thema gewesen, als es Chats, Foren, Mailinglisten etc waren.

Die Stärke von Twitter im politischen Sinn waren die kurzen Tweets, der schnelle News-Überblick, die Erreichbarkrit von Journo*s & Politiker*innen und dass auch ohne Verein, Hauptamt, Verlag marginalisierte Stimmen Reichweite/Impact bekamen für ihren Content.

@Helga @eskensaskia Reichweite unddie mangelnde Suchfunktion. Auch das bemängele ich. allerdings überwiegt die politische Ausrichtung von Musk. Für mich gibt es keine Möglichkeit mehr Twitter zu nutzen.
Ich bin ein politischer Mensch und es gibt für mich auch nur politische Gründe und die sind schwerwiegend.
@RitaWerner
Naja Suchfunktion würde Hashtags nutzen helfen. Bei Twitter war es auch nicht immer eine Volltextsuche vorhanden und ging nur via Hashtags. So ist des ja mehr oder weniger entstanden.
@Helga @eskensaskia
FediBuzz

Trends in the Fediverse

@Helga @eskensaskia ist sehr unterschiedlich, die Klimaforscher sind fast geschlossen zu Mastodon gegangen, die Fusionsbranche dagegen überhaupt nicht
@eskensaskia das wäre also ein guter anlass, dass der spd bundesparteivorstand hier wieder aktiver wird? https://mastodon.social/@SPDde/109359145147031870 - oder gar die bt-fraktion einen eigenen server aufsetzt? ( vorbild: https://social.linksfraktion.de )
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Mastodon-Instanz der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag.

Mastodon, gehostet auf social.linksfraktion.de

@eskensaskia
In diesem Punkt kann ich Sie vollumfänglich unterstützen. Und seitdem #DeSantis plakativ von #Musk eine Plattform auf #Twitter bekommen hat, sollte selbst dem fadenscheinigsten, liberalsten Liberalen klar sein dass die Zeit dort vorbei ist. Wenn man bleibt, unterstützt man einen Rechtsradikalen mit einer rechtsradikalen Agenda.

Es ist so einfach.
Man muss es nur tun.

@eskensaskia Und es wäre an jedem von uns, diese alternativen Platformen, allen voran das #Fediverse , zu nutzen. Statt sich auf einfach "nur" auf den guten Willen von beispielsweise "Medienhäusern und Journalisten" zu verlassen.

Spätestens wenn nämlich die Reaktionen nachlassen, dann sind zumindest diejenigen, welche Wert auf Zugriffe bzw. Abrufzahlen oder Reaktionen wertlegen "müssen" (eben, weil es auch um damit zusammenhängendeEinnahmen geht) auch eher bereit, sich auf alternative Wege zu begeben.

Und dann werden sie hoffentlich feststellen, dass es auch deutlich gelassener und weniger "sensationsgeil" geht. Auch, wenn es im Fediverse das eine oder andere Gegenbeispiel geben mag. Im Großen und Ganzen lässt der tägliche Irrsinn sich von hier aus immer noch deutlich gelassener beschauen. 😉