1/ Andreas Levermann vom #PIK zum Klimaproblem: Ist alles einfach, wir müssen nur Kohl, Gas und Öl im Boden lassen.

Na dann! Ach so. Dann bin ich ab heute auch sehr optimistisch. Gut, dass uns das endlich mal jemand gesagt hat.

(Nachtrag: Weil es Missverständnisse gab: SARKASMUS)

Edit: Hier der Link:
https://taz.de/Noch-keine-Apokalypse/!5910598/

Noch keine Apokalypse: „Nicht so kompliziert wie gedacht“

Der Klimaforscher Anders Levermann ist überzeugt davon, dass wir das Klimaproblem in den Griff bekommen. Warum wir Hoffnung haben dürfen, erklärt er hier und auf dem taz lab.

2/ Ach, Moment. War das nicht schon immer die Forderung aller Klimabewegungen? Haben nicht #FridaysForFuture von Anfang an #keepItInTheGround gerufen? Und gab es nicht über eine Million Menschen, die einen frühen #Kohleaustieg gefordert haben? Und ein #Klimapäckchen bekommen haben?

Das Bild ist vom 08.02.2019, also von fast vor vier Jahren.

3/ Und hier 35.000 auf dem Weg nach #Lützerath. Ich glaube, dass die irgendwie auch wollten, dass die #Kohle im Boden bleibt. Klickt mal auf's Bild, da könnt Ihr den gesamten Demo-Zug sehen.

4/ Außerdem ist das alles vielleicht doch nicht so einfach, denn wie Prof. Steve Chu, Energieminister unter Obama, bei einem Vortrag an der HU erklärt hat, wird ein großer Teil des Erdgases im Haber-Bosch-Verfahren verwendet, um Stickstoffdünger herzustellen. Diesen braucht man in der industriellen Landwirtschaft. Daraus entsteht N2O, ein Klimagas. Um Ernährungssicherheit zu gewährleisten, müsste man auf tierische Produkte verzichten bzw. deren Verbrauch einschränken.

Ist alles ganz einfach, oder? Kennt Ihr die BILD-Zeitung? #Merz? Der sich mit Curry-Wurst in der Bundestagskantine fotografieren lässt? Ist alles ganz einfach.

5/ Ja, wir können weiter wachsen, sagt Andreas Levermann vom #PIK. Wir wachsen eben nicht geradeaus, sondern um die Ecke, denn da ist noch Platz (#Faltung).

Ist ja schön. Der Punkt ist, dass wir den Ressourcenverbrauch einschränken müssen. Das ist es, was die #DeGrowth-Leute wollen. Dass wir dabei alle glücklicher werden, wäre ein netter Nebeneffekt. Es gibt ja entsprechende Bücher. Z.B. #WenigerIstMehr von Jason Hickel. Gutes Bildungssystem, gutes Gesundheitssystem, alle Aufgaben der Daseinsvorsorge rekommunalisieren.

Man kann auch, ohne Mist zu kaufen, glücklich sein. Es ist eine erstrebenswerte Zukunft, aber einfach zu erreichen ist sie nicht.

6/ Was ist das denn??? Natürlich will niemand klimaneutrales Fliegen verbieten. Nur gibt es das ja nicht. Die Industrie rechnet mit 2050.

https://www.welt.de/wirtschaft/article198948579/Luftfahrt-Branche-will-Flugreisen-mit-Flugstolz-attraktiv-machen.html

Für wen ist dieser taz-Artikel (aus 1/) gedacht? Für naive Frohgemüter?

Aha, wir verbieten nicht das Fliegen, sondern CO2-Ausstoß. Das hat aber zur Folge, dass man nicht fliegen darf.

Damit dieses „Wir verbieten nicht Fliegen sondern CO2“-Argument irgendeine Wirkung hat, darf die Schlusstiefe nicht über 1 liegen.

Das ist also eine Beleidigung aller @[email protected]*innen.

Der Artikel ist übrigens nicht online verfügbar. War dem Autor vielleicht selbst peinlich. Eine zusätzliche Beleidigung für alle Leser*innen der Print-taz.

Die Absicht des Autors ist sicher, eine bessere Kommunikation. Alles weniger bedrohlich, besser handhabbar zu machen. Meiner Meinung nach funktioniert das aber nicht so und der Autor sollte vielleicht mal mit den @psy4f reden.

Ich fühle mich durch den Artikel verarscht (sorry für die klaren Worte) und denke, dass wir durch verdrehte, vereinfachte Darstellung der Problemlage nicht weiterkommen.

Luftfahrt: Branche will Flugreisen mit „Flugstolz“ attraktiv machen

Politik, Industrie und Gewerkschafen haben die Grundzüge einer neuen Luftverkehrsstrategie vereinbart. Dort ist das Ziel des CO2-neutralen Fliegens festgeschrieben. Die Branche will sich aus dem Zeitalter der Flugscham befreien.

WELT

@stefanmuelller

Früher hat man mal gesagt, dass man solche Themen doch lieber den Technikern überlassen solle. Heute wird klimaneutrales Fliegen in der PR-Abteilung erfunden...

Allerdings ist der Artikel doch von der Welt und nicht von der Taz?

@psy4f

@h2owasser

Es ist wichtig, dass der Artikel von der Welt ist. Denn darin wird etwas darüber ausgesagt, wann eine Technologie frühstens verfügbar ist. Auch kommt die Aussage von der Flugindustrie selber. Quelle und Bericht sind also kerosinfreundlich. D.h. dass 2050 wohl eher zu positiv ist.

Beim taz-Artikel geht es um den Artikel, aus dem ich mit Screen-Shots zitiert habe. Leider ist der nicht online verfügbar.

@stefanmuelller

Ja klar, vieles was unter "klimafreundliche Technik" durchgeht ist eine Wette auf die Zukunft, die vielleicht nie das Gesicht das Welt erblickt und selbst wenn deren gesellschaftliche Nebenwirkungen noch vollkommen unbekannt sind. Siehe auch #Rebound und #Backfire .

Noch keine Apokalypse: „Nicht so kompliziert wie gedacht“

Der Klimaforscher Anders Levermann ist überzeugt davon, dass wir das Klimaproblem in den Griff bekommen. Warum wir Hoffnung haben dürfen, erklärt er hier und auf dem taz lab.

@openclimatedata @h2owasser Danke!

Es war aus der taz-App nicht verlinkt und ich habe es auch heute morgen nicht online gefunden. Schön, dass es jetzt da ist. Ich mache es noch in den ersten Post rein.

@stefanmuelller Dazu gehört auch, dass Software-Support für Smartphones nicht nach 3 Jahren ausläuft, die Waschmaschine 20 Jahre reparierbar sein muss und Müll nicht exportiert wird.
@alex_scherer Ja, nichts ist einfach. Aber wir müssen es dennoch so schnell wie möglich angehen. Machen und wollen ja auch viele. Auf der anderen Seite haben wir eine #CDU und #FDP, die gerade in Berlin massivst Autowahlkampf macht. Das ist Demokratie. Langweilig wird sie nie. Aber es ist nicht einfach.
@stefanmuelller as photojourno am I interested in a date 📅. Danke.
@ikbendaf It is in the picture description. 14.01.2023 for Lützerath, 08.02.2019 for FFF in Berlin.
@stefanmuelller Da haben wir einen ganz massiven Dissenz.Ja, wir müssen das ganze Zeug im Boden lassen. Aber das ändert nicht viel an der Erwärmung der Erde. Denn da ist CO2 nur einer von vielen und nicht der wichtigste Faktor.
Es ist die Bodenerwärmung durch Abholzung, industrielle Landwirtschaft, Straßen und auch Kohle/Erzgruben. Jedes °K höhere Bodentemperatur führt zu +10⁴ IR-Emission. So heizen wir unsere Atmosphäre auf und fehlende Wolken wegen Entwaldung lassen mehr Primärstrahlung durch.
@stefanmuelller
Wir müssen endlich lernen, unsere komplexe Welt als solche zu begreifen und nicht immer nur eine Maßnahme als Allheilmittel für nur einen Effekt zu sehen. Eingleisige Wissenschaft mit Scheuklappen hat schon zu oft geirrt.
Denn wir haben keine Klimakrise, sondern eine Ökokrise, in der viel mehr Faktoren eine für unser Überleben negative Rolle spielen.
CO2 ist ein Indikator für Ressourcenvernichtung, aber keine Ursache der Erderwärmung, sondern nur ein Verstärker.
@stefanmuelller
Ursachenbekämpfung in einer Ökokrise geht anders. Natürliche Ökosysteme großflächig schützen, den äquatorialen Regenwald ab sofort in Ruhe lassen, Kreislaufwirtschaft einführen, nur regenerative Energie nutzen und die industrielle Landwirtschaft großflächig auf naturgemäße Verfahren umstellen.
Leider ist es 10 nach 12 mit der kleinen Chance, den einen oder anderen Kipppunkt noch zu vermeiden.
Die Natur kennt da leider keine Kompromisse, sondern nur Anpassung oder Aussterben.

@ExcellentPartners Äääääh? Natürlich ist CO2 eine Ursache der Erderhitzung. CO2 macht 60% des menschengemachten Klimawandels aus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

Treibhausgas – Wikipedia

@stefanmuelller @ExcellentPartners schon mal was von gewaltfreier Kommunikation gehört 😉

@buzzdee @ExcellentPartners

Ja, ich habe sogar einen Kurs gemacht. Habe ich aber alles wieder vergessen. =:-)

Sorry, ich bin vielleicht ein bisschen allergisch, wenn da jemand ankommt und sagt: XY sei nicht so wichtig und die Wissenschaftler*innen, die den IPCC-Report gemacht haben, hätten das nicht verstanden.

Wir wissen ja, dass Exxon usw. so etwas auch gezielt betreiben. Ergebnis: Ach, wenn es der Regenwald ist, dann hab ich ja nichts damit zu tun, dann können wir ja hier ruhig weiter Auto fahren und so.

@stefanmuelller @buzzdee
Wissenschaftliche Diskussion geht anders. Über das Ziel, menschlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren, besteht kein Dissenz. Der besteht darin, dass dieses Ziel zum alleinigen und wichtigsten Allheilmittel erhoben wird. Und damit wurden die Augen der Öffentlichkeit vor den vermutlich stärkeren Faktoren der Erwärmung und den übrigen Schäden der Ökokrise verschlossen.
Als Wissenschaftler sollte man jederzeit bereit sein, eigene Behauptungen kritisch zu hinterfragen.

@ExcellentPartners @buzzdee

Das ist faktisch falsch. Die Wissenschaft diskutiert die Klimakrise immer auch im Zusammenhang mit der Biodiversitätskrise. Zersiedlung der Landschaft, Abholzung von Wäldern usw. spielt immer eine wichtige Rolle. Bitte lesen Sie 3-Grad mehr:
https://www.oekom.de/buch/3-grad-mehr-9783962383695

Es ist nur dieser unsägliche Artikel in der taz, der uns versucht weiszumachen, dass alles ganz einfach sei.

3 Grad mehr | oekom verlag

Höchstens 1,5 Grad Erderwärmung: Dieses Ziel wurde 2015 auf dem Klimagipfel von Paris formuliert. Seitdem ist jedoch wenig passiert, im Gegenteil: Der

@stefanmuelller @ExcellentPartners da wollte ich nicht in Frage stellen. Mir ging es nur um die Art und Weise der Antwort.
@stefanmuelller @buzzdee
Ich kenne die wissenschaftliche Diskussion seit Beginn der 1970ger und Prof. Baumgartner, Begründer der modernen Klimatologie, hat uns Studenten damals schon vor der Erderwärmung gewarnt und Ursachenforschung betrieben. Und die gefundenen Ursachen waren von Beginn an deutlich komplexer,.Auch die Vorhersagen stimmten mit der späteren Entwicklung besser überein als die späteren IPCC-Prognosen.
Und da stellt sich doch schon die Frage, warum?
@stefanmuelller @buzzdee
Dass jetzt die anderen Umweltfaktoren mehr Gewicht bekommen, ist gut, aber nicht ausreichend. Denn mit der Fixierung auf das CO2 haben wir der Industrie die beste Ausrede geliefert, alle anderen Faktoren zu negieren.
Und die sprechen noch viel stärker dafür, den Braunkohlewahnsinn sofort zu stoppen, die weltweite Urwaldzerstörung zu beenden, die Landwirtschaft umzustellen und die Ölförderung massiv zu drosseln.
@stefanmuelller @buzzdee
O.k., den taz Artikel hab ich nicht gelesen. Aber ganz einfach ist das alles eben nicht. Meine Rede...
@stefanmuelller @buzzdee
Genau das haben wir nicht gesagt, "der Regenwald ist schuld und nichts anderes muss getan werden".
Im Gegenteil: die Fokussierung der öffentlichen wie wissenschaftlichen Diskussion auf CO2 macht blind für andere Faktoren, die mindestens ebenso wichtig sind. Und da gehört rein physikalisch die Erhöhung der Bodentemperatur dazu. Und natürlich deren Ursachen. Denn ohne IR-Strahlung bewirkt CO2 oder H2O in der Atmosphäre gar nichts, steigende IR-Emission aber sehr viel.
@stefanmuelller
Wikipedia ist keine wissenschaftliche Diskussionsbasis. Es geht darum, ob die Konzentration der Wissenschaft auf eine Hypothese der Wirklichkeit gerecht wird. Die Modellrechnungen der CO2-Hypothese mussten bisher jedenfalls immer nach oben korrigiert werden. Die Erwärmung vollzieht sich immer schneller. Da sollte man doch wirklich mal andere Faktoren ansehen, wie die Wolkenbildung oder die Bodenerwärmung und auch die komplexen Zusammenhänge erforschen.

@ExcellentPartners

#Wikipedia ist eine wissenschaftliche Diskussionsbasis. Es ist keine wissenschaftliche Quelle. Wenn man einen Aufsatz in dem Fach schreibt, muss man Originalquellen zitieren. Diese findet man in Wikipedia. Im verlinkten Artikel sind es 93 Quellen. Davon viele Artikel in Fachzeitschriften.

Ich bin Professor. Falls es Fragen gibt. Mit Wissenschaft kenne ich mich aus.

Dass Prognosen bisher mitunter zu schwach waren, d.h. dass alles noch schlimmer ist, als in manchen Modellen vorhergesagt, liegt daran, dass Wissenschaftler*innen eher vorsichtig als alarmistisch agieren.

Und hier #Exxon hat die CO2-Konzentration für 2019 exakt auf parts per Million vorausgesagt. 1982.

https://www.youtube.com/watch?v=FGVW9vJ773k

#ExxonKnew

'So they knew': Ocasio-Cortez questions Exxon scientist on climate crisis denial

YouTube

@stefanmuelller @ExcellentPartners

Es gibt noch einen weiteren, sehr konkreten Grund für die eher verharmlosende Darstellung z.B. in den IPCC Berichten. Wer dabei war und es aufmerksam verfolgt hat, erinnert sich vielleicht:

Rio z.B.: Offizielle Vertreter der USA haben auf den Bericht bis zuletzt "schönwasch" Einfluss genommen, mit dem Argument, dann könnte die USA das mittragen. So wurde der Bericht verwässert. Die USA haben den dann trotzdem nicht mitgetragen.

@stefanmuelller @ExcellentPartners
Der ist doch bloss ein Leugner. Hoffe, Du blockierst den, damit man künftig keine Energie mehr auf den verschwenden muss, wenn man Antworten zu Deinen Tröts durchliest?
@ExcellentPartners OK. Ich mache den Sarkasmus-Marker hin. Siehe angepinnten Tröt und alle Folgetröts. Dieser Artikel ist ein Skandal, denn es ist nichts einfach. Es hängt alles zusammen (Konsum, Ernährung, Agrar, Verkehr, ...). Es gibt verschiedene Klimagase usw.
@stefanmuelller
Wir haben die folgenden Tröts gelesen und stimmen da unumwunden zu. Nur bei dem Feigenblatt Klimaneutralität kommt uns die Galle hoch. Es gibt immer mehr Hinweise, dass diese Erklärung massiv zu kurz greift und die Erwärmung auch bei sofortigem Stopp aller CO2-Emissionen weitergehen wird. Dazu muss man allerdings die grundlegenden Modelle der Hydrologie der Atmosphäre einbeziehen - bisher ein weißer Fleck im IPCC-Bericht.
CO2-Reduktion ist auch notwendig, aber sie reicht nicht!
@stefanmuelller Und mit der Abholzung und Übernutzung der Wälder aufhören und Raum für naturnahe Aufforstung schaffen - regional wie global.

@stefanmuelller
Joah. Der Levermann macht auch immer schon ganz gezielt Werbung dafür, das Parisabkommen nicht einzuhalten. Er will immer schon 2ºC als Grenze. Und oh Wunder – da hat er dann auch mal DICE angeworfen und 2020 oder so rausgefunden, dass 2ºC das billigste ist.

Der ist nicht ganz koscher. Und er denkt eben zu unterkomplex - schön zu sehen in Deinem Zitat "Dann fliegen wir eben klimaneutral, warum also verbieten?"
WANN wir klimaneutral fliegen, und wieviel irreparabler Klimaschaden bis dahin noch generiert wird– egal.
Wie beim CO2 Preis, übrigens.
Niemals erzählen Dir die Verfechter, WANN und WIEVIEL und VON WEM dadurch wegfällt. Darum geht es diesen unterkomplexen Denkern eben nicht. Weil sie gar nicht kapieren wollen, dass es ein Limit gibt, dessen Einhaltung zwingend nötig ist. Es sei denn, man will 2ºC – dann kann man sich noch eeewig Zeit lassen und kann ganz gemächlich inkrementelle Schrittchen tun.. Joah. 2ºC. Wie Levermann eben. Mit Co2 Preis. Genau. Und mit Fliegen.