Brauchen wir #Tierhaltung, damit wir #Dünger bekommen? Nein. Schweine, Rinder, Hühner und andere Tiere produzieren keinen Dünger aus dem Nichts. Ihre Ausscheidungen enthalten zwar wichtige Nährstoffe, aber nur deshalb, weil die Tiere vorher Pflanzen gegessen haben.
Das bedeutet erstens, dass man auch direkter, nämlich mit Pflanzen düngen kann. Für mein Buch #AndersSatt habe ich zwei vegan wirtschaftende Betriebe besucht und mir von ihnen zeigen lassen, wie sie düngen. 🧵
Sie nutzen wie andere Biobetriebe u.a. die #Hülsenfrüchte, die über ihre Wurzeln #Stickstoff in den Boden bringen, sowie Kompost aus Ernteresten und extra angebauten Gründüngungspflanzen.
Ich habe außerdem mit Anja Bonzheim vom Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V. gesprochen, die mir die Theorie dahinter erklärt hat. #biozyklisch #biozyklischvegan #biovegan
Dass Tiere keine Nährstoffe aus dem Nichts produzieren, bedeutet zweitens, dass ihre Ausscheidungen unterm Strich keinen Mineraldünger ersetzen. Das ist relevant für die konventionelle #Landwirtschaft: Behauptungen, dass wir bei weniger Tierhaltung mehr #Mineraldünger brauchen würden. stimmen nicht. Tatsächlich ist das Gegenteil wahr: Weniger #Tierhaltung bedeutet weniger #Kunstdünger. Dazu habe ich kürzlich einen Artikel im Online-Magazin @klimareporter veröffentlicht. (https://www.klimareporter.de/landwirtschaft/das-duenger-maerchen)
Das Dünger-Märchen

Die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern trägt wesentlich zur Klimakrise bei. Die Tierhaltung sei trotzdem wichtig, denn sie liefere wertvollen Dünger für die Landwirtschaft, behaupten Lobbyverbände. Das stimmt aber nicht. Um Dünger und Energie zu sparen, muss die Tierhaltung mindestens drastisch abgebaut werden.

Klimareporter°
Und was hat es mit der Idee auf sich, dass man Tiere für die #Kreislaufwirtschaft braucht? Kreislauf bedeutet, dass die Nährstoffe, die man wegerntet, auf anderem Wege dem Boden wieder zurückgegeben werden. Tatsächlich wäre das für eine ernsthaft nachhaltige Landwirtschaft nötig. Heute ist es nicht gegeben – und zwar weder bei der #biozyklisch-veganen noch bei anderen Formen der Landwirtschaft! Beim veganen Anbau gehen sogar weniger Nährstoffe ungenutzt in die Umwelt.
Eine entscheidende Lücke entsteht aber bei allen Anbauweisen da, wo wir als Menschen die Produkte essen und *unsere* Ausscheidungen nicht zurückgeben. Tiere können diese Lücke nicht schließen. Mittelfristig sollten wir aber die Lücke schließen – z.B. über Rückgewinnung von #Phosphor aus #Klärschlamm und über #Komposttoiletten, siehe z.B.: https://finizio.de/
#Sanitärwende
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