@AKDiWa Ich finde die platte Gut-Schlecht-Dichotomie ist des #TeamScience nicht würdig.
Aus meiner Sicht gibt es z.B. einen massiven Unterschied zwischen #Maskenpflicht in Verkehrsmittlen und #Impfpflicht.
Beides undifferenziert in einer Frage abzubügeln ist methodischer Quatsch und kann sozialdynamisch für das #TeamScience voll nach hinten losgehen: Wenn nämlich Menschen auf Grund von publiziertem offenkundigem Nonsens sich von (suboptimal) kuratierten Medien abwenden.
> Mastodon-Post undifferenziertheit vorzuwerfen finde ich ja jetzt auch schwierig.
Ich versuche dieses Medium und die Menschen die es benutzen ernst zu nehmen. Und wenn jemand die Fahne von "TeamScience" schwenkt, dann halte ich es für legitim auch entsprechende Differenzierungsmaßstäbe anzulegen.
Ansonsten wird die Kommunikation beliebig und sinnlos: Zustimmung herzlich willkommen, aber bei Kritik heißt es: "Naja das war nicht ganz so ernst gemeint".
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> Und da ist man mit dem TeamScience wohl eher auf der Seite der Befürworter, zumal die Forderung ja von vielen Wissenschaftler*innen gestützt wird.
Ich halte wie gesagt (das eine) "TeamScience" bezüglich der Corona-Maßnahmen und erst Recht bezüglich der Impfpflicht für ein nicht hilfreiches gedankliches Konstrukt. Es gibt meines Wissens nach nicht den überwältigenden Konsens. Die Entscheidung im Ethikrat war ja auch denkbar knapp.
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> Ethikrat und Wissenschaft würde ich trennen.
stimmt.
> Das eine ist die Frage, ob das als Gesellschaft vertretbar ist,
Stimmt. Und diese *normative Frage* ist für mich die relevante Frage.
> "Ist die Impfpflicht geeignet, das Ziel zu erfüllen, dass sich mehr als 90% impfen lassen?"
Das ist für mich seine sekundäre Frage. Die die wollen können. Der Rest muss mit den Konsequenzen leben. Endemisch wird das Virus so oder so.
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> Und, dass eine Impfpflicht, sofern sie durchgesetzt wird, das erreichen kann, das ist, denke ich, unstrittig.
Dafür sehe ich keinen Konsens. Bzw. nur wenn es echt harte Sanktionen gibt. Und um so mehr stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit. Außerdem würde das dann auch wieder (irrationale aber wirkmächtige) Trotzreaktionen hervorrufen.
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Das ist jetzt der inhaltliche Punkt der Impfpflicht-Diskussion an dem wir schon mal waren, siehe https://social.tchncs.de/@cark/107611868744355346
Das kann man so sehen, gebe ich gerne zu.
Ich denke aber, dass es auch sehr gut Gegenargumente gibt: Z.B. Keine Grippe-Impfpflicht (ohne COVID mit Grippe gleichsetzen zu wollen), kein Verbot von Tabak, Alkohol, Risiko-Sport etc, massiver Rückbau des Gesundheitssystems, Glaubwürdigkeit der Politik, vor allem aber: Recht auf körperliche Unversehrtheit.
@cark @AKDiWa der Vergleich ist aber eben auch total unpassend. Wir haben keine Airbags im Auto, deshalb sollten wir auch keine Anschnallgurte haben, ergibt keinen Sinn.
Aber der zentrale Fehler in deinem Argument ist, dass du der Meinung bist, dass Impfung nur die geimpften schützt und genau das ist der Fehlschluss. Es senkt die Infektionsgefahr anderer.
(Nebenbei, und das geht am Thema vorbei, ist das Verbot von Drogen nicht der effektivste Weg, diese zu bekämpfen)
> Aber der zentrale Fehler in deinem Argument ist, dass du der Meinung bist, dass Impfung nur die geimpften schützt und genau das ist der Fehlschluss.
Meine Position (auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes) ist:
- Impfung schützt ganz gut vor schweren Verläufen ✅
- Impfung schützt kaum vor Infektion
- Impfung schützt nicht zuverlässig vor Weitergabe.
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@cark @AKDiWa Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Wirksamkeit.html;jsessionid=295C4457420D9DB29D70C97ED344B5E6.internet062#FAQId16724092
"Darüber hinaus ist die Virusausscheidung bei Personen, die trotz Impfung eine SARS-CoV-2 Infektion haben, kürzer als bei ungeimpften Personen mit SARS-CoV-2 Infektion. In welchem Maß die Impfung die Übertragung des Virus reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden (Eyre et al.)."
Aus meiner Sicht bestätigt Dein Zitat meine Position z. Teil (Punkt 2) bzw. sagt "Status unbekannt" zu Punkt 3.
D.h. für einen schwerwiegenden Grundrechtseingriff ist die Rechtfertigungslage ziemlich dünn.
Zumal jetzt schon wieder Zehntausende in Fußballstadien gelassen werden🤦 , also aus meiner Sicht viel mildere Maßnahmen zur Infektionsprevention (im Vergleich mit einer Impfpflicht) nicht ausgeschöpft werden.
→ Ich verstehe nicht ganz welchen Punkt das Zitat machen soll.
Ich bestreite auch nicht, dass es einen positiven Fremdschutz-Effekt gibt. Ich bestreite nur, dass dieser groß genug ist, um damit eine staatlich sanktionierte allgemeine Impfpflicht zu rechtfertigen – vor dem Hintergrund, dass Impfstoff u. Wirkprinzip im Vergleich zu anderen Impfst. und Medikamenten noch ziemlich wenig erforscht sind und er vergleichsw. starke und häufige Nebenwirkungen zeigt.
(Impfung 2 und 3 führen mit weitem Abstand bei mir die Nebenwirkungsrangliste an.)
> die Impfstoffe gehören zu den am besten erforschtesten,
Große Stichprobengröße der Studien: ja. Aber zu einer wirklich guten Erforschung gehören natürlich auch Langzeitstudien. Und die kann es noch nicht geben. Und Erfahrungen von anderen Impfstoffen lassen sich auf das mRNA-Prinzip nur bedingt übertragen. Meines Wissens nach ist deren Einsatz ziemlich neu. Zitat:
"Das erste RNA-basierte Arzneimittel war Patisiran, das 2018 ... zugelassen wurde"
https://de.wikipedia.org/wiki/RNA-Impfstoff#Geschichte
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gleiche Quelle:
*geforscht* wird daran seit den 1990ern (an Mäusen) bzw. 00ern (klinische Studien)
Ich würde das trotzdem als *vergleichsweise* neue Impfstoff-Technologie einstufen, aber das ist nicht der springende Punkt.
Wichtiger finde ich, dass die verfügbare Langzeitdatenmenge (und daraus abgeleitete Erfahrungswerte) massiv unter der liegt, die für andere Impfstoffklassen verfügbar ist.
(das gleiche gilt aus meiner Sicht für Vektor-Impfstoffe)
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Mit Impfung gegen Japanische Enzephalitis habe ich keine Erfahrung. Aber das was klassischerweise empfohlen wird, (Polio etc.) hat mich nie nennenswert beeinflusst, die Corona-Impfung 2 u. 3 aber schon ganz ordentlich.
Ähnliches habe ich aus meinem Bekanntenkreis zurückgemeldet bekommen, inkl. Herzbeutelentzündungen etc.
Das ist für mich ein Hinweis darauf, dass die Erfahrungen mit anderen Impfstoffen nur bedingt übertragbar sind.
3/
Fazit: Ich würde mir auf Basis meiner aktuellen Kenntnislage auch wünschen, dass deutlich mehr Menschen geimpft sind.
Aber ich halte es für falsch das staatlich durchsetzen zu lassen.
Ein frommer Christ würde sich natürlich auch wünschen, dass mehr Menschen Sonntags in die Kirche gehen. Und natürlich ist er auch davon überzeugt, dass das für alle Menschen besser wäre (#Seelenheil).
4/
Aber wir leben (aus meiner Sicht) zum Glück in einer Gesellschaft in der das jeder selber entscheiden kann und nicht staatlich zur Religionsausübung gezwungen wird.
Wir nehmen damit in Kauf, dass – aus einer bestimmten christlichen Perspektive – möglicherweise Millionen von Seelen nicht erlöst werden.
Das ist die Essenz einer freiheitlichen Gesellschaft.
Freiheitseinschränkungen wie die Impfpflicht müssten extrem gut begründet sein sonst widersprechen sie dem Grundgesetz.5/5
Die wenigsten Toots definieren die Begriffe, die sie verwenden (leider.. 😉 ).
Aber ich habe den Originaltoot schon so aufgefasst, dass er den Anspruch auf eine ernstgemeinte Aussage erhoben hat. Und mal ehrlich: Wenn ich zustimmend darauf reagiert hätte, wäre die Frage wie tiefsinnig er gemeint ist, vermutlich nicht aufgekommen.
Da sollten schon die gleichen Maßstäbe gelten.
(Und es ist ja auch kein Weltuntergang wenn irgend ein Typ einen Toot kritisert... 🙂 )
@cark @AKDiWa ernstgemeint =/= wissenschaftliche detailtiefe.
Wenn du auf Mastodon Paperdiskussionen erwartest, wirst du hier glaube ich sehr unglücklich.
Ich habe den Post so aufgefasst, dass wenn man aus beiden Gruppen zufällig Leute zieht, die Wahrscheinlichkeit höher ist, bei den Impfpflichtgegner*innen Leute zu erwischen, die dem schrägsten Unsinn anhängen. Und das ist sicher nicht undifferenziert.
> Ich habe den Post so aufgefasst,
Wenn Du es so formulierst, wird ein Schuh draus.
Und genau dieser Prozess sollte doch auf einer Plattform wie Mastodon Raum haben: Meinungen gegeneinander zu stellen und Argumente abzuwägen.
> ernstgemeint =/= wissenschaftliche detailtiefe.
Mir geht es nicht um Kommastellen-Pingelichkeiten sondern ob die Konstruktion eines #TeamScience ein sinnvoller Debattenbeitrag ist. Und das bestreite ich. Aber natürlich kann man das anders sehen.
> er kann ja auch ernstgemeint sein und trotzdem nicht sinnvoll.
Genau so habe ich den Originaltoot aufgefasst: Ernst gemeint aber nicht sinnvoll. Und das habe ich mit meiner Kritik zum Ausdruck gebracht.
Zu Deiner inhaltlichen Kritik an meinem Standpunkt siehe: https://social.tchncs.de/@cark/107713249998237054
@[email protected] @[email protected] Das ist jetzt der inhaltliche Punkt der Impfpflicht-Diskussion an dem wir schon mal waren, siehe https://social.tchncs.de/@cark/107611868744355346 Das kann man so sehen, gebe ich gerne zu. Ich denke aber, dass es auch sehr gut Gegenargumente gibt: Z.B. Keine Grippe-Impfpflicht (ohne COVID mit Grippe gleichsetzen zu wollen), kein Verbot von Tabak, Alkohol, Risiko-Sport etc, massiver Rückbau des Gesundheitssystems, Glaubwürdigkeit der Politik, vor allem aber: Recht auf körperliche Unversehrtheit.
@cark "(Und es ist ja auch kein Weltuntergang wenn irgend ein Typ einen Toot kritisert... 🙂 )"
Als ich das geschrieben habe, warst du nicht einverstanden und hast diese Link geschickt:
https://katalog.slub-dresden.de/id/0-608063312
Naja, es war eine ganz ernst gemeinte Buchempfehlung. Im #TeamScience ist sowas nicht unüblich.
Werbung würde ich das nicht nennen, kann man aber drüber streiten. Immerhin habe ich einen Bibliothekslink geschickt.
> es ging dir aber nicht darum ...
Allgemeine Anmerkung: wenn man anfängt in Du-Botschaft zu formulieren, sollt man sich nochmal kritisch hinterfragen.
Zum Eigentlichen (siehe https://social.tchncs.de/@cark/107712498221061899)
Mir ging es um *beides*:
1. Punkt untermauern ("Dazu ein Buchtipp")
*und*
2. Buch empfehlen (" Sehr interessant (auch völlig unabhängig von Corona etc.)").
@[email protected] > Ich bin überrascht wie schnell Leute eingeschüchtert sind. Dazu ein Buchtipp: https://katalog.slub-dresden.de/id/0-608063312 Was bei mir hängen geblieben ist: Menschen leiden ziemlich heftig, wenn sie an einer Wursttheke wiederholt nach 35g Aufschnitt fragen sollen, aus Angst das andere Menschen sie für doof halten. Sehr interessant (auch völlig unabhängig von Corona etc.) 1/x
> Als ich das geschrieben habe ...
Hier stehe ich jetzt auf dem Schlauch und sehe den Zusammenhang nicht.
Ich habe das Buch empfohlen als Antwort auf " Ich bin überrascht wie schnell Leute eingeschüchtert sind."
@[email protected] > Ich bin überrascht wie schnell Leute eingeschüchtert sind. Dazu ein Buchtipp: https://katalog.slub-dresden.de/id/0-608063312 Was bei mir hängen geblieben ist: Menschen leiden ziemlich heftig, wenn sie an einer Wursttheke wiederholt nach 35g Aufschnitt fragen sollen, aus Angst das andere Menschen sie für doof halten. Sehr interessant (auch völlig unabhängig von Corona etc.) 1/x
Ich finde *Deine Aussagen* nicht speziell einschüchtern. Ich möchte deutlich machen, dass Menschen sich von einer wahrgenommenen Mehrheitsmeinung eingeschüchtert fühlen können und deshalb ihre eigene Meinung eher nicht äußert → sog. "Schweigespierale".
Dieser Effekt ist (unabhängig von der konkreten Sachfrage) problematisch für eine Gesellschaft, die in demokratischen Prozessen echt schwierige Herausforderungen lösen muss (Klima, Rohstoffe, Verteilungsfragen, ...)
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Wenn meine Aussagen irgendwo einschüchtern gewirkt haben sollten: das lag und liegt nicht in meiner Absicht. Sag mir was nicht in Ordnung war und ich denke ich kann eine bessere Formulierung finden.
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Ich möchte Deine Meinungsfreiheit in keinster Weise einschränken.
Ich habe geschrieben (siehe https://social.tchncs.de/@cark/107711156748834266
Das verbreitete (aus meiner Sicht unzutreffende) Narrativ "Impfpflicht = #TeamScience = Gut" hat eine einschüchternde Wirkung.
Das war eigentlich nicht primär auf Dich bezogen sondern allgemein auf die Berichterstattung in den Leitmedien.
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@[email protected] Das Spaektrum reicht von der veganen Naturheilkundlerin bis zum Fleischermeister (sowohl wörtlich als auch metaphorisch). Und das pragmatische politische Problem ist (auch auf Grund der mangelnden Differenzierung im öffentlichen Diskurs): Es gibt keine relevante Protestbewegung die sich gegen eine Impfpflicht richtet, ohne Corona zu verhamlosen. Das verbreitete (aus meiner Sicht unzutreffende) Narrativ "Impfpflicht = #TeamScience = Gut" hat eine einschüchternde Wirkung. 2/2
Aber selbst wenn Du es auf Dich bezogen hast, ist das noch lange keine Grund zur Annahme , dass ich Deine Meinungsfreiheit einschränken will. Ich nehme mir nur mein Recht heraus Kritik zu üben wo ich es für angemessen halte.
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