Die Leben meiner Eltern
Fast zwei Jahrzehnte habe ich bei meinen Eltern gewohnt, aber sie nie wirklich kennen gelernt. Doch in unserer Familie gab es keine Gesprächskultur. Sie hatten es einfach nie gelernt. Und auch ich habe mit meinen Fragen nie nachgehakt.
Sehr gerne hätte ich von ihnen gewusst, wie sie die Jahre des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. Ich habe nur in Erinnerung, dass mein Vater in Russland und dort in einem Kessel war. Aufgrund einer Handverletzung durfte er wieder nach Hause. Meine Mutter war da verschlossener. Ihre Worte kamen auch wie unter einem Selbstzwang, weil sie im Grunde nicht an ihre Kriegserlebnisse erinnert werden wollte. Sie war eine sehr empfindliche und leicht verletzbare Frau.
Ich finde es erschreckend und erschütternd, dass Menschen auch viele Jahre nach dem Ende eines Krieges - und ich beziehe mich hier auf alle Kriege auf unserem Planeten - noch unter den Folgen leiden und damit auch sterben. Wo ich diese Zeilen schreibe, wird mir ein Stück klar, dass auch meine Eltern - wesentlich mehr als ich bisher gedacht habe - dazu beigetragen haben, dass ich ein unumstößlicher und nicht zu brechender Mensch und Friedensfreund geworden bin.
Dazu ein herzliches Danke schön, Mutti, ein herzliches Dankeschön, Vati.
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