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Zum Christopher Street Day in Nürnberg werden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Die Community sieht einen wachsenden Trend zu Gewalt.(t-online) “Massive Anfeindungen”: Der CSD in Nürnberg schlägt Alarm
Zum Christopher Street Day in Nürnberg werden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Die Community sieht einen wachsenden Trend zu Gewalt.Sicherheitsrisiko: FC Pesch schlägt Alarm – Kunstrasenplatz muss saniert werden
SicherheitsrisikoFC Pesch schlägt Alarm – Kunstrasenplatz muss saniert werden
Von Christopher Dröge26.05.2025, 11:58 Uhr
Lesezeit 3 MinutenPascal Ervens zeigt den Unterschied zwischen neuem und altem Kunstrasen auf. Er ist um die Gesundheit der Spielenden besorgt.
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ANZEIGE ANZEIGEDurch den Zustand des Kunstrasenplatzes ist die Verletzungsgefahr für Spieler enorm gestiegen, so der Vorsitzende des FC Pesch.
Vor rund 14 Jahren gehörte der FC Pesch zu den ersten Kölner Fußball- und Sportvereinen, deren mit einem konventionellen Aschebelag ausgestattete Platzanlage in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wurde. Das heißt auch, dass er nun über einen der ältesten Kunstrasenplätze im Stadtgebiet verfügt – und das sieht man ihm mittlerweile auch an.
„Normalerweise hat so ein Kunstrasenbelag eine Lebensdauer von zehn, zwölf Jahren, dann sollte er ausgetauscht werden. Wir sind also schon gut zwei Jahre über das Verfallsdatum hinaus“, sagt Pascals Ervens, der erste Vorsitzende des FC Pesch.
Die Nähte zwischen den einzelnen Kunstrasen-Bahnen lösen sich allmählich auf.
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Kunstrasen mehrfach notdürftig geflickt
Der Belag ist sichtlich abgenutzt, viel bedenklicher ist jedoch, dass sich die Nähte lösen, mit denen die einzelnen Bahnen des Kunstrasens miteinander verbunden sind. „Daran kann man hängen bleiben und stürzen, das Verletzungsrisiko für die Kinder, die Jugendlichen und die erwachsenen Spieler ist enorm gestiegen“, so Ervens.
„Das beeinträchtigt nicht nur den Trainings-, sondern auch den Spielbetrieb“. Nach den drei großen Vereinen 1. FC, Fortuna und Victoria Köln, steht der FC Pesch bereits auf dem vierten Platz unter den Kölner Vereinen. „Unsere erste Mannschaft spielt in der Oberliga, entsprechend oft haben wir Mannschaften von außerhalb zu Gast, die dann auf diesem Platz spielen müssen“, sagt Ervens.
Bereits mehrfach wurde der Kunstrasen notdürftig geflickt – im Torbereich und am Elfmeterpunkt etwa wurde jeweils ein quadratisches Teil ausgetauscht. „Nötig wäre aber eine umfassende Sanierung, der komplette Belag muss ausgetauscht werden“, sagt Ervens. Die Kosten schätzt er auf 200.000 bis 350.000 Euro. Doch die Stadt Köln hat Anfang des Jahres mit dem Doppelhaushalt sämtliche Mittel für Investitionen in Sportanlagen gestrichen. „Das heißt, es wird nichts gemacht – nirgendwo, bei keinem Platz“, so Ervens.
Für ihn ist es ein Unding, dass nicht von vornherein Mittel für die notwendige Erneuerung der Kunstrasenplätze eingeplant und vorgehalten wurden: „Wenn man auf Kunstrasen umsteigt, ist klar, dass es Folgekosten geben wird. Die sollte man im Blick und vorgesorgt haben“.
Der FC Pesch selbst kann Summen dieser Größenordnung nicht alleine stemmen. „Wir müssten die Beiträge erhöhen, um einen Kredit aufnehmen zu können, der dann mit den Mehreinnahmen abgetragen werden müsste“, sagt Ervens, „aber dann stellt sich die frage, inwieweit wir einen Kredit für einen Platz aufnehmen sollten, der letztlich der Stadt Köln gehört?“ Durch mehrere Schäden am Clubhaus und dessen hohe Energiekosten hat der Verein ohnehin schon hohe Ausgaben.
Ervens möchte niemandem einen Vorwurf machen, auch nicht den Verantwortlichen der Stadt Köln. „Wenn die Mittel gestrichen sind, sind sie gestrichen“, sagt er, „aber wir sprechen eben nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Vereine“. In den vergangenen 15 Jahren hat die Stadt viele Vereine mit Kunstrasenplätzen ausgestattet – auch für die tickt die Uhr.
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schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.
Worringen: Schuldezernat schlägt Grundschule am Holzheimer Weg vor
WorringenSchuldezernat schlägt Grundschule am Holzheimer Weg vor
Von Christopher Dröge17.01.2025, 14:30 Uhr
Lesezeit 3 MinutenDer Erweiterungsbau der KGS Gutnickstraße soll zum Schuljahr 26/27 fertig sein, kündigte das Schuldezernat an.
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Bei ihrem Besuch in der Bezirksvertretung Chorweiler hatte die Delegation des Schuldezernats die Schulentwicklungsplanung für den Bezirk skizziert.
Bei den Schulen und Betreuungseinrichtungen des Bezirks Chorweiler liegt einiges im Argen. Der Besuch von Robert Voigtsberger, Dezernent für Bildung, Jugend und Sport, war in der Bezirksvertretung Chorweiler denn auch mit besonderer Spannung erwartet worden. Seinerseits hatte Voigtsberger wohl bereits erwartet, besonders gefordert zu werden, denn er hatte eine ganze Riege an Mitarbeitenden zur Unterstützung mitgebracht.
Auch wenn Voigtsberger der Bildungs- und Betreuungslandschaft des Bezirks einige Stärken attestierte – etwa die gut entwickelte Struktur aus Förder- und Beratungsangeboten im Sozialraum Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord, in dem ab dem kommenden Schuljahr 24/25 fünf Schulen vom Startchancen-Programm des Landes NRW profitieren würden – räumte er auch ein, dass der Sanierungsbedarf der Schulen und Kitas im Bezirk eine „wahnsinnige Herausforderung“ sei, so etwa der notwendige Neubau der Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG), die für ihre Generalsanierung ausgelagert werden müsse. „Die Software des Bezirks ist gut, aber an die Hardware müssen wir dringend heran“, fasste Voigtsberger seine Einschätzung zusammen.
Mehr Grundschulplätze für Roggendorf/Thenhoven
Die Schulentwicklungsplanung des Bezirks konzentriere sich zurzeit auf den Bereich von Roggendorf/Thenhoven und Worringen, da die Schulplatznot im Grundschulbereich hier auch in den nächsten Jahren absehbar am größten bleibe. Neben der kurzfristigen Zwischenlösung eines Containerstandorts an der Bolligstraße solle nun in Worringen eine weitere Grundschule mit mindestens zwei Zügen geschaffen werden, die Katholische Grundschule An den Kaulen solle zudem umziehen, so dass die Gemeinschaftsgrundschule in dem bislang gemeinsam genutzten Gebäudekomplex wachsen könne. Der Erweiterungsbau der KGS Gutnickstraße in Roggendorf solle zum Schuljahr 26/27 zur Verfügung stehen, hinzu komme die geplante Schulneugründung am Mottenkaul.
Auch das leerstehende Schulgebäude im Holzheimer Weg in Worringen werde als Grundschulstandort in Betracht gezogen – eine Überlegung, die die Bezirksvertreter überraschte, hatten sie doch 2018 den Beschluss gefasst, dass in der ehemaligen Hauptschule eine Gesamtschule angesiedelt werden solle. Diesem Wunsch habe die Verwaltung trotz eigener Bedenken entsprechen wollen, so Voigtsberger, ursprünglich jedoch in der Annahme, im geplanten Neubaugebiet Brombeergasse eine Grundschule bauen zu können – dies habe sich aufgrund des Landschaftsschutzes jedoch als nicht umsetzbar herausgestellt. Der Bedarf an Grundschulplätzen sei daher dringlicher, auch weil die Container an der Bolligstraße keine Dauerlösung sein könnten. Auf dem Gelände am Holzheimer Weg könne neben einer Grundschule außerdem auch eine sechsgruppige Kita angesiedelt werden.
Die Verwaltung würde am Holzheimer Weg lieber eine Grundschule ansiedeln.
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Die Idee wurde von den Bezirkspolitikern recht reserviert aufgenommen. „Ich tue mich schwer damit, den Platz für eine Grundschule herzugeben“, sagte etwa Wolfgang Kleinjans, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Für uns war damals schon absehbar, dass die HBG ein Sanierungsfall ist, deswegen hatten wir nach einem Ort gesucht, an den wir sie auslagern könnten.“ Die Perspektive zweier neuer Gesamtschulen für Kreuzfeld sei zu langfristig, denn diese kämen frühestens in zehn Jahren zum Tragen.
Auch Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner (CDU) war wenig begeistert. „Dabei wäre die Anbindung des Geländes an den ÖPNV gut genug“, sagte er, „In den übrigen elf Orten des Bezirks finden sich geschlagene drei weiterführende Schulen“, sagte er. Die Aussichten auf neue Schulen in Kreuzfeld war auch ihm zu unkonkret. „Wann kommen die Planungen für Kreuzfeld, wann werden wir dort etwas erleben?“
Voigtsberger argumentierte, dass die tatsächlichen Bedarfszahlen im weiterführenden Bereich nicht ganz den hohen Prognosen entsprächen, und man besorgt sei, Überkapazitäten zu schaffen. „Eine zusätzliche Gesamtschule könnte dann etwa der sehr renommierten Henry-Ford-Realschule die Schüler abziehen, das kann nicht in unserem Interesse sein“, sagte er.
schreibt für das Stadtteil-Ressort des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jahrgang 1979, studierte an der Universität zu Köln Sachen, die mit G anfangen (Germanistik, Geschichte und Geografie). Seit 2010 als freiberuflicher Journalist und Autor tätig, schreibt für verschiedene Kölner Lokalmedien. Seit 2020 auch für die KStA-Stadtteile, hier vor allem über den Kölner Norden.
Köln | Wird der 1. FC Köln bald im Grüngürtel die Bagger anrollen lassen können? Es liegt eine Einigung zwischen der 1. FC Köln KGaA und der Stadtverwaltung vor, die der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am 1. Oktober 2024 beschließen soll.
Oberbürgermeisterin Reker wirbt für die Vorlage, die noch nicht im Ratsinformationssystem online ist, aber per Pressemitteilung der Stadtverwaltung angekündigt wird. Der 1. FC Köln darf nach dieser Vorlage ein Gebäude im Äußeren Grüngürtel errichten. Dies soll auf einer bereits versiegelten Fläche neben dem Geisbockheim erfolgen. Dazu sollen Stadt und die 1. FC Köln KGaA einen Vertrag auf Erbbaurechtsbasis unterschreiben. Dieser Vertrag sei die Grundlage für die Erteilung einer Baugenehmigung.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker in einem schriftlichen Statement: „Der 1. FC Köln ist ein stadtprägender Traditionsverein und begeistert viele Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus. Ich finde es gut, dass wir nach langen und intensiven Gesprächen nun zu diesem Ergebnis gekommen sind und werbe dafür, dass der Rat dem Vorschlag der Verwaltung folgt.“
Parallel zum Abschluss des Erbbaurechtsvertrages wird die Stadt Köln einen Ascheplatz am Fort Deckstein an den 1. FC Köln vermieten. Dieser soll vom 1. FC Köln auf Kunstrasen zu dessen Lasten umgewandelt werden. Für den Schul-, Vereins- und Breitensport soll der 1. FC Köln den Platz kostenfrei zur Verfügung stellen. Über Frequenz gibt die Stadtverwaltung keine Auskunft. Allerdings geht sie davon aus, dass die Vereine, die den Platz bisher nutzten nicht mehr genügend Spielzeit zur Verfügung haben werden und will diesen eine Alternative zur Verfügung stellen. Zudem will die Stadt Köln prüfen, ob im Umfeld dieses Sportplatzes Umkleide- und Duschmöglichkeiten geschaffen werden können.
Kurzzeitig hatte das Gremium die Möglichkeit in Erwägung gezogen, den Beschluss der Vorlage zu verschieben, um sich weiter zu beraten. „Wenn wir sie aber jetzt nicht beschließen, gibt es zum Start der Saison auch keine Schwimmstellen“, wandte Kleinjans ein. Schlimgen änderte seinen Antrag daher dahingehend um, dass den Nutzern künftig nicht erlaubt sein solle „Ton-Medien so zu benutzen, dass dadurch andere Personen belästigt werden“. Der Änderungsantrag wurde beschlossen.
Kurzzeitig hatte das Gremium die Möglichkeit in Erwägung gezogen, den Beschluss der Vorlage zu verschieben, um sich weiter zu beraten. „Wenn wir sie aber jetzt nicht beschließen, gibt es zum Start der Saison auch keine Schwimmstellen“, wandte Kleinjans ein. Schlimgen änderte seinen Antrag daher dahingehend um, dass den Nutzern künftig nicht erlaubt sein solle „Ton-Medien...
Ein in Blumenberg altbekanntes und leidiges Problem ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwar verfügt der Stadtteil über einen eigenen S-Bahnhof und ist über die Buslinie 120 auch an das Netz der KVB angeschlossen – doch die S-Bahnlinien S6 und S11 sind notorisch unzuverlässig und der 120er fährt den Stadtteil in den Abendstunden nach 21 Uhr nicht mehr…
https://www.bachhausen.de/spd-schlaegt-eigenen-busdienst-fuer-blumenberg-vor/
Ein in Blumenberg altbekanntes und leidiges Problem ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwar verfügt der Stadtteil über einen eigenen
Das Argument der Wirtschaftlichkeit, das die KVB oft gegen eine umfassendere Anbindung Blumenbergs einwenden, lässt Gökpinar nicht gelten. „Es kann nicht sein, dass gut 6000 Blumenberger am Wochenende keine Anbindung ans KVB-Netz haben“, meint er.
Es stimme nicht, dass es im Stadtteil keine Nachfrage gebe. „Es ist auch eine Frage der Gewöhnung: Die Leute hier kennen es eben nicht anders, deswegen nehmen sie den eigenen Pkw. Wenn es aber eine bessere Busverbindung gäbe, würden sie diese auch nutzen.“
#blumenberg #busdienst #eigenen #initiative #kolner #norden #schlagt
Bundesweit sind in den letzten Wochen über 2,5 Millionen Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen, wahrscheinlich nochmal deutlich mehr, da weitere Hunderttausende demonstrieren, während wir diesen Artikel schreiben. Die rechtsextreme AfD verliert in Umfragen aktuell so stark wie seit Jahren nicht mehr. Rechtsradikale und Rechtsextreme geraten deshalb gerade spürbar in Panik. Das zeigt sich auch daran, dass von der extremen Rechten zuletzt noch stärker Cancel Culture betrieben wurde. Wir haben einige aktuelle Beispiele gesammelt – auch als Mahnung, mit welchen Mitteln Rechtsextreme versuchen, die demokratische Zivilgesellschaft zu unterdrücken.
Causa Edeka Simmel: Rechte canceln pro-Demokratie-Werbung
„Für Demokratie, gegen Nazis“ – dieses Statement erscheint eigentlich ziemlich unkontrovers. Das dachte sich auch die Kette Simmel, ein regionaler Edeka-Ableger in Sachsen, Thüringen sowie Bayern und druckte diesen Spruch in ein aktuelles Werbeprospekt. Doch es folgte ein rechter Shitstorm, infolgedessen sich Peter Simmel, der Geschäftsführer, persönlich distanzierte und die Werbung zurückzog. Rechte Einschüchterung und Cancel Culture setzt sich durch – wie konnte das passieren?
Edeka #Simmel hat ihr #Prospekt mit dem Slogan „Für Demokratie, gegen Nazis“ gelöscht und ein Statement veröffentlicht
Grund: Es haben sich viele Kunden/Kundinnen als Nazis identifiziert und angesprochen gefühlt 🤦🏻🤦🏻 #Sachsen #Thüringen pic.twitter.com/CtveCQnaAz
— Schwurbelhunter 🇺🇦 Nafo (@schwurbelhunter) February 1, 2024
Naja, so genau kann Simmel selbst das auch nicht erklären. Aber offenbar hatten sich einige vom Label „Nazis“ angesprochen gefühlt, die eigentlich keine Nazis sein wollen. Und diese kognitive Dissonanz ist jetzt irgendwie die Schuld von – Edeka? Niemand von unserer Redaktion ist tief genug in den rechten Telegram-Echokammern drin, um zu verstehen, wer jetzt genau ein Problem damit hat, für Demokratie und gegen Nazis zu sein.
Jedenfalls hatte die Aktion Erfolg – Simmel zeigte sich eingeschüchtert und zog das Statement zurück. Offenbar ist der Einfluss Rechtsextremer auf den Diskurs in Deutschland so groß, dass „Für Demokratie – gegen Nazis“ schon als zu riskantes Statement wahrgenommen wird.
Vogtland-AfD will Theater wegen Demo-Support canceln
Besonders stark fühlte sich die AfD offenbar im ländlichen Raum in Ostdeutschland. Umso bitterer muss dann das Erwachen gewesen sein, als zum Beispiel in Plauen im sächsischen Vogtland 1.800 Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gingen und sogar 4.000 im nahegelegenen Zwickau. Das war aus Sicht der demokratischen Zivilgesellschaft ein besonders wichtiges Signal, da es ausgerechnet im Theater Plauen-Zwickau erst im vergangenen Sommer einen Vorfall rechter Cancel Culture gegeben hatte. Damals hatte die rechtsextreme AfD gemeinsam mit CDU und FDP einen Sprechzwang gegen das Theater durchgesetzt. Diesem wurde per Stadtratsbeschluss verboten, in seinem Spielplan zu gendern.
Die Verantwortlichen zeigten sich damals schon unbeeindruckt von diesem ideologisch motivierten Eingriff in die Kunstfreiheit. Und so unterstützte das Theater Plauen-Zwickau nun am vergangenen Wochenende auch die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Natürlich fühlte die AfD sich angesprochen – sie ist in Sachsen ja auch eine gesichert rechtsextremistische Partei. Also veröffentlichte der lokale Parteiverband, die AfD Vogtland, ein Statement, in dem sie dem Theater quasi ein Ultimatum stellten: Nach der nächsten Kommunalwahl in diesem Jahr muss es sich komplett aus der Politik heraushalten – oder der Geldhahn wird zugedreht.
Auch wenn die Lage für die ostdeutsche Kulturszene schon seit Jahren schwierig ist, würde eine solche Maßnahme die Rückkehr zu Zuständen bedeuten, die seit dem Ende der DDR nicht mehr denkbar waren: Die Kommunalpolitik um die rechtsextreme AfD könnte dann entscheiden, welche Positionen das Theater einnehmen darf und welche „zu politisch“ wären. Ein weiteres Beispiel, wodurch erkennbar wird, wie rechte Cancel Culture auch auf kommunaler Ebene verheerende Auswirkungen hat.
Einschüchterungsversuche am Rande der Demos
Zum Teil wurden aber auch die Demonstrationen selbst Ziel rechter Einschüchterungsversuche. Während rechte Störer:innen zwischen Zehntausenden (oder mehr) in den Großstädten in der Regel untergehen, können sie auf kleineren Demonstrationen spürbar schaden. Hier ein paar Beispiele:
Im ostsächsischen Bautzen versuchten Gruppen stadtbekannter Rechtsextremer, die 1.500 Demonstrierenden einzuschüchtern. Aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit gelang das nicht im großen Stil. Allerdings gibt es Berichte über einzelne körperliche Angriffe.
In Tangerhütte in Sachsen-Anhalt gab es Störungsversuche durch Rechtsextreme. Im Vorfeld der Demo gab es demnach bereits Drohungen. Laut Augenzeugenberichten war unter den Störer:innen neben einem ex-NPD-Mann auch ein AfD-Politiker.
In Aue-Bad Schlema im sächsischen Erzgebirge wird am morgigen Sonntag für Demokratie und Menschlichkeit demonstriert. Im Telegramkanal „Freies Erzgebirge“, der der rechtsextremen Kleinstpartei „Freie Sachsen“ zuzuordnen ist, wurde dazu aufgerufen, die Demo zu stören. Ob es tatsächlich zu ähnlichen Szenen kommt, wie in Tangerhütte, bleib abzuwarten. Vom Ort der Kundgebung ist es nur eine halbe Stunde mit dem Auto bis zum Theater Plauen-Zwickau.
Rechte Einschüchterung ist weder neu noch selten
Auch wenn sich diese Berichte in letzter Zeit häufen und vor allem im ländlichen Raum in Ostdeutschland auftreten, wo die AfD teils schon kommunale Spitzenämter besetzt, wäre es ein Fehler zu glauben, dieses Problem sei neu oder auf Ostdeutschland begrenzt. In anderen Teilen Deutschlands ist es ebenfalls Strategie der Rechtsextremen, die demokratisch aktive Zivilgesellschaft einzuschüchtern und zu canceln, wo es nur geht.
So drohte die AfD der Berliner Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) mit einer Klage – ihr Vergehen: Sie hatte zu einer Demo aufgerufen. Dem Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn wollte die rechtsextreme Partei direkt per Eilantrag verbieten, „Keine Stimme den Rechtsextremisten“ zu fordern. Und in Hessen scheiterte die AfD erst kürzlich mit dem Versuch, Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) eine kritische Äußerung zur Partei zu verbieten.
Fazit: Rechte Cancel Culture trifft die ganze Demokratie – doch diese wehrt sich
Ein Theater in Plauen, eine Senatorin in Berlin, Bautzen, Freiburg, Tangerhütte, Hessen oder gleich eine ganze Edeka-Kette: So vielfältig wie die Bundesrepublik, so vielfältig sind auch die Opfer rechter Cancel Culture. Wir haben hier nur einzelne Beispiele herausgesucht – es passiert leider regelmäßig.
Millionen Menschen zeigen aktuell auf der Straße und im Netz, dass die AfD keine Mehrheit und erst recht nicht „das Volk“ vertritt. Das ist ein starkes Zeichen der Zivilgesellschaft. Dennoch sollten wir die Bedrohung durch rechte Cancel Culture ernst nehmen. Denn auch wenn Rechtsextreme es hoffentlich niemals schaffen, die Macht zu übernehmen – auf kommunaler Ebene zerstören sie die Grundlagen unserer Demokratie. „Für Demokratie – Gegen Nazis“ sollte ein Statement sein, für das man nirgendwo in Deutschland gecancelt wird.
2,5 Millionen auf den Straßen: Die große Demo-Übersicht!
Artikelbild: canva.com / Screenshots twitter.com
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