Ich habe mir über Nacht im Schlaf irgendwie das Handgelenk verstaucht. Bestimmt Holz gehackt statt gesägt.
Ich habe mir über Nacht im Schlaf irgendwie das Handgelenk verstaucht. Bestimmt Holz gehackt statt gesägt.
#Was #passiert, wenn die #AfD an die #Macht #kommt, Beispiel: ⬇️❗⚠️
Erster AfD-Landrat #scheitert
Der Landkreis steht kurz vor der #Pleite, die #Wirtschaft in Sonneberg ist in der #Krise. #Kliniken, die Sesselmann sichern wollte, sind #pleite. Besonders peinlich: Eine #Grundschule musste nach 116 Jahren #dichtmachen. Dabei hatte #Sesselmann vor seiner Wahl noch getönt, sie zu erhalten.
https://www.campact.de/blog/2025/05/erster-afd-landrat-robert-sesselmanns-katastrophale-bilanz/
Grade festgestellt, dass Mehrdeutigkeit auch spannend sein kann.
Zumindest im Zusammenhang mit einer Suppe.
#Passiert.
Ich habe das Weidel-Ludwig-Treffen aufgedeckt – das ist wirklich passiert
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Ich habe das Weidel-Ludwig-Treffen aufgedeckt – das ist wirklich passiert
von Annika Brockschmidt | Aug. 5, 2025 | Aktuelles
Annika Brockschmidt war vor Ort, als die CDU-Politikerin in Ungarn der Rechtsextremistin Alice Weidel die Hand schüttelte. Ludwig setzt sich entgegen der Versprechen der Konservativen für eine Zusammenarbeit mit den Rechtsextremisten ein. Alle Details, was vorgefallen ist – und wie vielsagend die Reaktionen darauf waren.
CDU-Abgeordnete nennt bei Viktor Orbáns Kaderschmiede in Ungarn die Brandmauer zur AfD „ein großes Problem“.
Im Publikum saß Alice Weidel – auf der Bühne zeigt sich Saskia Ludwig offen für schrittweise Zusammenarbeit mit der AfD auf regionaler Ebene.
Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig trat am 1. August auf dem „MCC Feszt“ des Mathias Corvinus Collegium (MCC) in Ungarn auf. Das MCC ist ein rechter ThinkTank, der als Viktor Orbáns Kaderschmiede gilt – und sich als Ziel gesetzt hat, ein internationales Netzwerk rechter Politiker*innen, Influencer*innen und Medienfiguren aufzubauen.
Orbán & seine deutschen Vorposten – Allianzen der Budapester Kaderschmiede MCC
Ludwig war laut eigener Aussage schon das zweite Mal beim MCC zu Gast – einer mehrtägigen Veranstaltung, bei der auf verschiedenen Bühnen in der 40 Kilometer von Budapest entfernt gelegenen Kleinstadt Esztergom unter freiem Himmel Panels und Vorträge stattfinden, während abends Musiker*innen auftreten.
Ludwigs Teilnahme ist zunächst einmal wegen des Who is Who der europäischen und internationalen harten Rechten, die sich in Esztergom versammelte, bemerkenswert: von Douglas Murray über Dominic Cummings bis zu Peter Thiel und Viktor Orbán persönlich (der sich noch mit AfD-Chefin Alice Weidel fotografieren ließ).
Saskia Ludwig nahm an einer Podiumsdiskussion teil
Saskia Ludwig nahm an einer Podiumsdiskussion teil, die von Henning Saßenrath (Uni Würzburg und Visiting Fellow des MCC) moderiert wurde – zusammen mit Bence Bauer und Maximilian Tichy. Bauer arbeitete zehn Jahre lang für die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) in Ungarn, jetzt ist er Chef des Deutsch-Ungarischen Instituts des MCC. Maximilian Tichy ist Sohn von Roland Tichy, dem Chef des rechten Online-Mediums „Tichys Einblick“, und leitet dort das Videosegment.
In der ersten Reihe saß niemand anderes als Alice Weidel, AfD-Chefin, die unter dem Blazer ein MCC-T-Shirt trug – und Saskia Ludwig vor dem Panel die Hand gab und ein paar freundliche Worte mit ihr wechselte, und die Moderator Saßenrath auch von der Bühne begrüßte (für Weidel gab es vom Publikum deutlich mehr Applaus als für die Panelisten). Neben Weidel saß Frank Lothar Kroll, ein Historiker von der TU Chemnitz – und ehemaliger Visiting Fellow des MCC.
Tatsächlich ging es in der Podiumsdiskussion unter dem Titel ”Deutschland 2025 – Neue Regierung in unsicherem globalen Fahrwasser” nicht um Weidel selbst, sondern – unter anderem – um ihre Partei. Denn Ex-KAS Mitarbeiter Bence Bauer forderte, die “Brandmauer” zur AfD müsse „eingerissen werden” – “besser früher als später.” Es sei im Eigeninteresse der CDU, sich der Zusammenarbeit mit der AfD nicht zu verweigern, so Bauer – es sei eine “Tragödie für die deutsche Demokratie”, dass man die größte Partei – damit meinte Bauer die AfD – von der politischen Zusammenarbeit ausschließe.
Saskia Ludwig: “Wir haben ein großes Problem mit der Brandmauer”
Saskia Ludwig zeigte sich offen für den Austausch mit Rechtsaußen: Im Osten habe man ein anderes Verständnis von Demokratie, so Ludwig, man rede mit allen – das sei aber noch kein Grund zu sagen, man würde eine Koalition miteinander eingehen. Doch Ludwig fügte hinzu: “Die Inhalte sind wichtig. Und ich nehme an, in Ostdeutschland ist es kein großes Ding zu sagen ‘Wir haben ein großes Problem mit der ‘Brandmauer’.” Das Problem ist für Ludwig nicht, potenziell mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten – sondern die “Brandmauer”, die genau das verhindern soll.
Ludwig vollführte auf dem Panel einen rhetorischen Eiertanz: Sie kann auf dieser Bühne nicht eine Koalition mit der AfD verkünden – aber sie blinkt so deutlich wie nur möglich in diese Richtung. In Westdeutschland sei es leider schwierig, die Brandmauer zu problematisieren, klagt Ludwig: “Aber im Westen Deutschlands ist das ein großes Thema, ich kann das nicht erklären, es ist wie der Teufel, wissen Sie? Wir brauchen eine lange Zeit, um das in der CDU zu diskutieren.”
Ludwig für graduelle inhaltliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD auf regionaler Ebene
An dieser Stelle hakte der Moderator nach, fragte, ob er Ludwig richtig verstehe, dass sie glaube, die Antwort zur Zusammenarbeit mit der AfD sei nicht “Schwarz und Weiß”, sondern dass sie dafür sei, mit “flexiblen Mehrheiten” auf regionaler Ebene die Zusammenarbeit zwischen AfD und CDU bei einzelnen Themen zu beginnen. Ludwigs Antwort war etwas verworren, aber doch letztlich eindeutig: “Das wäre vielleicht der erste Schritt dahin. Ich nehme an, wir werden das vielleicht in den nächsten fünf Jahren sehen; eine Koalition kann ich mir im Moment nicht vorstellen, und vielleicht nicht in den nächsten zwei Jahren.” Andersherum muss man daraus schließen, dass Ludwig sich eine Koalition nach diesen zwei Jahren dann durchaus vorstellen könnte.
Ludwig behauptet unzutreffend, die AfD sei weniger radikal als früher
Nachdem Bence Bauer die CDU zur Veränderung und Zusammenarbeit mit der AfD aufgefordert hatte, fragte Moderator Saßenrath, ob sich denn auch die AfD ändern müsse, nicht nur die CDU. Ludwig behauptete, man könne sehen, dass die AfD sich verändert habe, und das auch in der Zukunft tun werde, “um zu sagen ‘wir wollen eine Koalition eingehen, wir sind nicht so radikal wie in der Vergangenheit’, und ich nehme an, wir werden mehr Schritte wie diese sehen. Ich weiß nicht, ob es genug ist für die CDU. Wir werden sehen.”
Verschwörungstheorien über angeblich steuerfinanzierte „linke NGOs”
Ludwig behauptete, dass linke NGOs „ohne Mandat” versuchen würden, “linke Politik durchzusetzen. Und ich hoffe, mehr meiner Kollegen werden das sehen.” Bence Bauer ergänzte, diese Organisationen würden antidemokratisch agieren – in Ungarn wisse man das. Christdemokraten seien nicht bereit, den „Kulturkampf” um die „Dominanz in der öffentlichen Sphäre” zu kämpfen. „Am Ende sitzen die CDU/CSU und die AfD in einem Boot, aber das müssen sie realisieren”, behauptete Bauer.
Die Frage, ob die Koalition an der Frage der Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf zerbrechen werde, verneinte Ludwig – denn wenn es jetzt Neuwahlen gäbe, “würde das für die SPD und die CDU nicht gut gehen”, so Ludwig. Sie war jedoch bemüht, ihre eigene Rolle in der Kampagne gegen Brosius-Gersdorf herunterzuspielen, auch wenn der Moderator ihr attestierte, “eine erfolgreiche Revolution […] in der eigenen Partei” gegen Brosius-Gersdorf geführt zu haben. Ludwig, die die “Süddeutsche Zeitung” als das “Gesicht der Kampagne” gegen Brosius-Gersdorf bezeichnet hatte, verkündete, das sei nicht zutreffend – sie habe “nur einen Tweet” dazu abgesetzt – was sich allein bei einem Blick auf ihren „X“-Account als unwahr erweist.
So hatte sie nicht nur auf “X” Stimmung gegen die Richterkandidatin gemacht, sondern mehrere Medienauftritte zu dem Thema absolviert – unter anderem bei Mit-Panelist Maximilian Tichy unter dem Titel „Der verhinderte Staatsstreich”. Dass die Universität Potsdam nach der Verbreitung haltloser Plagiatsvorwürfe gegen Brosius Gersdorf durch Ludwig jetzt bei der Abgeordneten einen bestätigten Anfangsverdacht eines Plagiats bei deren eigener Doktorarbeit sieht, war auf dem Podium kein Thema.
Ludwig: SPD „zu stark“ in der Koalition
Bence Bauer beklagte derweil, dass die CDU landesweit weiterhin mit Grünen, SPD und Linken abstimmen würde – anstatt einen rechten Block mit der AfD zu bilden. Ludwig ging darauf nicht im Detail ein, sagte allerdings, dass die „SPD sehr stark in dieser Koalition ist, zu stark, nehme ich an.“ Sie gab Bauer implizit Recht, als sie sagte:
“In den letzten fünf oder sechs Jahren sehen wir, dass wir nach den Wahlen eine Rechts-Mitte-Mehrheit in der Gesellschaft haben, aber nicht im Parlament. Und das ist nicht normal. Und Wähler wollen diese linke Politik nicht und mehr, und mehr Wähler gehen zur AfD und das, Bence, da hast du Recht, muss die CDU verstehen.
Das war, bei aller rhetorischen Absicherung, um die sie vorher bemüht war, eine ziemlich eindeutige Aussage dazu, dass die CDU mit der AfD gemeinsame Sache machen müsse. Noch im Dezember 2021 hatte Fraktionschef Merz gesagt: „Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten […], dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“
Auf der Bühne im ungarischen Esztergom schmeichelte Bence Bauer vom MCC Saskia Ludwig trotz seiner harschen Kritik an ihrer Partei – die CDU wäre ein „viel besserer Ort”, wenn es in der Führungsriege mehr Menschen wie sie gäbe, sagte er. Moderator Saßenrath fragte Ludwig, ob die CDU-Führung “dankbar [sei], eine selbstbewusste Konservative wie Sie zu haben, um den Koalitionspartner unter Druck zu setzen?” Ludwig lachte und sagte: „Vielleicht in zehn Jahren, ich weiß nicht – noch nicht.“
CDU-Führung distanziert sich
Momentan scheint die CDU-Führung zumindest nicht begeistert über Ludwigs Auftritt zu sein: Dem Tagesspiegel sagte eine Sprecherin der Fraktionsführung der Union im Bundestag, dass Ludwigs Teilnahme an dieser Veranstaltung „nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung” stattgefunden habe – „der Unvereinbarkeitsbeschluss gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.“
Vor einem Parteiausschlussverfahren muss sich Ludwig jedoch wohl nicht fürchten, zumindest war davon bisher nichts zu hören. So verstärkt sich von außen der Eindruck: Es könnte trotz aller Beteuerungen von Fraktions- und Parteispitze wohl nur noch eine Frage der Zeit (und der steigenden Umfragewerte der AfD) sein, bis die bröckelnden Reste der Brandmauer vollends verschwinden. Mahnende, laute Stimmen aus der Union bleiben die Ausnahme. So warnte der ehemalige Generalsekretär der CDU Ruprecht Polenz auf Bluesky: “Es sind solche vermeintlich Konservativen, die es in der Geschichte immer gebraucht hat, um Faschisten an die Macht zu bringen. Dass sie anschließend selbst unter die Räder kamen, ist kein wirklicher Trost.“
Rechte Medien springen Ludwig bei – Strohmannboxen
Während die eigene Fraktionsführung auf Distanz geht, springen Ludwig rechte Medien bei: In der „Welt“ wird über „Kontaktschuld” geklagt, über die „Brandmauer als Sprech- und Denkverbot“. “Nius” wetterte: “Wenn ein freundliches Gespräch für Empörung im linken Milieu sorgt”, bei „Tichys Einblick“ spottet Mit-Panelist Maximilian Tichy über den „verbotenen Händedruck“ und behauptet: „Gute Manieren sollte man nicht nur im Bundestag haben, sondern auch in Ungarn“ – als ginge es hier um private zwischenmenschliche Netiquette und nicht um einen freundlichen öffentlichen Austausch einer Bundestagsabgeordneten mit der Chefin einer rechtsextremen Partei.
Die Behauptung, dass „Linke” (schließt das dann auch die CDU-Fraktionsführung ein?) gute Manieren verteufeln würden, lässt natürlich das aus, was auf der Bühne besprochen wurde – wie deutlich Ludwig nach rechts geblinkt hat – dass sie eine Koalition mit der AfD nur in den nächsten zwei Jahren nicht sieht, dass sie findet, dass die „Brandmauer“ ein Problem sei, dass es eine schrittweise Zusammenarbeit mit der AfD auf lokaler Ebene geben sollte.
Das ist alles nicht ganz neu: Ludwig hatte bereits in der Vergangenheit für eine Zusammenarbeit mit der AfD geworben. Eine Brandmauer sei „zutiefst undemokratisch”, sagte sie im Januar 2025, das habe sie auch schon „vor Jahren“ gesagt: „Wenn über 50 Prozent Mitte-Rechts wählen, dann muss es auch eine Mitte-Rechts-Regierung geben für die Bürger“, sagte sie damals. Es scheint also, als sei Saskia Ludwig weiterhin auf Bündnis-Kurs mit der AfD – und ihre Partei lässt sie, trotz Distanzierungen, gewähren.
Artikelbild: Annika Brockschmidt
Passend dazu:
(Lokalkompass) Angst vor dem Notfall: “Was ist, wenn uns was passiert?”
Lothar und Dirk Schmidt sind in Sorge: “Was ist, wenn uns was passiert?” Diese Frage beschäftigt das Paar unentwegt. Denn akzeptable Lösungen lassen sich trotz umfangreicher Versuche nicht finden.Diesen #Möchtergernweltherrscher muss man endlich #komplett #ignorieren. Was passiert, das #passiert. Der will doch nur #Aufmerksamkeit. #Trump gehört auf den #Müllhaufen der #Geschichte.
#Yankee go #home !!
Bericht über mögliche #Verlegung nach #Ungarn: Trump erwägt offenbar #Abzug von #US-#Soldaten aus #Deutschland
https://www.tagesspiegel.de/internationales/bericht-uber-mogliche-verlegung-nach-ungarn-trump-erwagt-offenbar-fast-kompletten-abzug-von-us-soldaten-aus-deutschland-13335187.html
Noch sind etwa 37.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Doch einem Medienbericht zufolge könnten diese bald fast komplett abgezogen werden. Hintergrund soll der Streit um Nato-Budgets sein.
Der Faschist Donald Trump hat die Wahl in den USA gewonnen. Und ja, das bedeutet eine düstere Zukunft für viele Menschen auf der ganzen Welt. Über die Pläne haben wir und andere schon geschrieben, und es wird noch Zeit geben, darüber zu reden. Auch über das Warum werden wir noch sprechen. Aber ich glaube, jetzt brauchen wir erstmal akut etwas Hoffnung. Es ist viel schlecht, aber es ist auch nicht alles schlecht – in mindestens sechs US-Staaten wird das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche auf staatlicher Ebene gestärkt. Das hier soll aber auch kein “Das Glas ist zu einem Fünftel gefüllt”-Artikel werden.
Dennoch müssen wir uns klar machen, dass wir in Deutschland und Europa noch verhindern können, dass auch uns der Faschismus wieder einholt. Es gibt da noch Grund zur Hoffnung. Denn Hoffnung ist auch nichts, was es einfach gibt, sondern was man sich erarbeiten muss. Guck dazu auch an das Ende des Artikels für konkrete Vorschläge.
1. Wir können die AfD noch verhindern
So Mainstream wie in den USA sind der Hass und die Lügen der AfD bei uns hierzulande zum Glück noch lange nicht. Auch wenn in den demokratischen Parteien gerade daran gearbeitet wird, diesen Populismus und Rechtsruck zu normalisieren, ist wohl vielen nicht klar, dass die rechtsextreme AfD 2024 viel Zustimmung verloren hat.
Es mag im Angesicht der Stimmung und der Wahlerfolge in den Landtagswahlen kontraintuitiv erscheinen, aber im Vergleich zu vor einem Jahr hat die AfD massiv an Zustimmung verloren. In Umfragen lag sie im November 2023 noch bei bis zu 23 %. Heute sind es gerade einmal 17 %! Auch die Landtagswahlen wären ein Jahr früher viel schlimmer ausgefallen, wenn man den Umfragen Glauben schenken darf. Das ist immer noch viel zu viel, keine Frage. Aber nicht der Trend, wie er behandelt wird.
Es gab eine der größten Protestbewegungen unserer Geschichte mit über 4 Millionen Menschen auf den Straßen nach den Correctiv-Enthüllungen. Und sie hat extrem viel verändert – bis heute! Das scheint sich kaum jemand bewusst zu sein, besonders nicht die Spitzen der demokratischen Parteien von Grüne, FDP, SPD und Union, die unbeirrt und oft gegen Mehrheiten sogar ihrer eigenen Parteien am Rechtsruck arbeiten.
Aber ein Sieg der rechtsextremen AfD ist nicht so unausweichlich, wie Trump es heute vielleicht scheinen lassen mag. Deutschland ist nicht die USA. Und wir können aus den Fehlern lernen, die dort gemacht wurden.
Hast du von den mutmaßlichen AfD-Terroristen gehört?
Dass die AfD immer radikaler wird, ist, glaube ich, kein Geheimnis. Vielleicht weniger bekannt ist, dass die Einstufung der Gesamtpartei als gesichert rechtsextrem kurz bevorsteht. Das dürfte das AfD-Verbotsverfahren noch näher rücken und vielleicht noch mehr Menschen die Augen öffnen. Besonders in Anbetracht einer Razzia gestern, die im Trump-Trubel vielleicht untergegangen ist, aber auf keinen Fall untergehen sollte. Bei einer Razzia gegen eine mutmaßliche rechtsextremistische Terrorgruppe hat die Bundesanwaltschaft gestern acht Männer festnehmen lassen.
Die “Sächsische Separatisten” (natürlich mit “SS” abgekürzt) sollten geplant haben, einen NS-Staat zu errichten und “ethnische Säuberungen” durchzuführen. Einer von vielen rechtsextremen “Einzelfällen”. Und auch nichts Neues: wieder mal direkte Verbindungen zur AfD. Einer der Beschuldigten ist AfD-Politiker Kurt Hättasch, zwei weitere Beschuldigte haben auch Verbindungen zur AfD und teilweise auch Ämter in der Partei. Laut SPIEGEL sollen dabei sogar Schüsse gefallen sein, als Hättasch zur Waffe griff. Er soll nicht lebensgefährlich getroffen worden sein. Bitte was passiert hier?
Natürlich distanziert sich die AfD, aber es ist halt völlig unglaubwürdig. Aber wie viele Terroristen und Mörder brauchen wir noch im Umfeld der AfD, bevor wir anfangen, sie als Gefahr für unsere Demokratie zu behandeln? Diese Partei ist rechtsextrem und von Lippenbekenntnissen der notorischen Lügner sollten wir uns nicht in Sicherheit wiegen lassen. Prüft endlich das AfD-Verbot. Die AfD muss spüren, dass sich unsere Demokratie auch wehren kann, sonst wird sie sich immer weiter radikalisieren.
Dem Faschismus den Sauerstoff entziehen
Wohin es führt, wenn man die Faschisten lügen und hetzen lässt, ihnen eine Bühne bietet und sie normalisiert, sehen wir in den USA mit Trump. Wir könnten jetzt aufhören, die gleichen Fehler zu machen, bevor es zu spät ist. Im DLF darf die Rechtsextremistin Alice Weidel Trumps Wahl einordnen, bei Maischberger darf Rechtsextremistin von Storch über die US-Wahl diskutieren. Habt ihr den Schuss nicht gehört? Die Lügen und die Propaganda von Trump werden immer wieder ohne Einordnung oder Warnung auch in deutschen Medien reproduziert.
Über das Medienversagen im Umgang mit Faschisten und Lügnern habe ich schon in meinem Buch “Werbung für die Wahrheit” geschrieben. In dem Versuch, die Debatte so zu verzerren, damit die Rechtsextremen nicht so negativ aussehen, wie sie sind, greifen Medien tief in die Trickkiste – ironischerweise, um “neutral” zu wirken. Man will “neutral” aussehen, wirft dafür aber Objektivität über Bord. Und dann wundert man sich, wieso so viele Menschen nicht die Propaganda durchschauen können.
Eine der wichtigsten Maßnahmen, die wir hierzulande tun könnten, wäre, endlich aufzuhören, AfD-Rechtsextremisten in Talkshows einzuladen und in Interviews nach ihrer Meinung zu fragen, als ob von dort irgendetwas Qualifiziertes oder Wahres kommen könnte. Genau denjenigen eine Bühne bieten, die einem den Mund verbieten wollen und die uns als Hauptfeind ansehen, ist das Sägen an dem Ast, auf dem man sitzt. Rechtsextremisten sind die größte Bedrohung für die Meinungs- und Pressefreiheit. Und ihr helft ihnen dabei, in dem sie der AfD überproportional viel unkritische Aufmerksamkeit schenken.
Haben ARD & ZDF zum Wahlerfolg der AfD beigetragen?
Ihr wollt keinen Trump-ismus in Deutschland? Kritisiert pausenlos die Medien, die immer noch skrupellos AfD-Rechtsextremisten zu unkritischen Interviews und Talkshows einladen. Und liebe Medien: Lernt endlich dazu. Bevor es zu spät ist. Man muss die AfD-Politiker und ihre Lügen ja nicht totschweigen. Aber sie unkritisch und ohne Einordnung und Faktencheck immer wieder zu präsentieren, ist offensichtlich kontraproduktiv. Das ist auch ein Medienversagen. Aber es ist noch nicht vorbei. Es ist eure Verantwortung.
Plädoyer an die Presse: 10 Ideen gegen die Medienkrise
Eine zweite, direkte Maßnahme, dem Faschismus einen herben Schlag zu versetzen, ist ihm nicht nur in den klassischen Medien die unkritische Bühne zu entziehen, sondern auch in Social Media. Klar, an der Front zur Regulierung der Plattformen und Umsetzung des Rechtsstaates ist viel zu tun. Aber es geht viel direkter und viel einfacher. Warum sind so viele Journalisten, Medien, Politiker und besonders Regierungsaccounts überhaupt noch auf Twitter?
Ich muss, glaube ich, nicht ausführen, dass Twitter ein reines Propaganda-Werkzeug für den Faschismus geworden ist. Warum sind unser Kanzler und die großen Medien noch dort? Warum zwingt man so viele, die Plattform weiterzunutzen, und sich den Lügen und der Hetze von Elon Musk für Trump & Co. auszusetzen? Sich buchstäblich ungefragt AfD-Tweets in den Notifications aufzwingen zu lassen?
Wer Verantwortung übernehmen will, geht von dieser Plattform runter, denn die Hauptstadtjournalisten, große Medien und Spitzenpolitiker, die immer noch dort sind, geben ihr die Relevanz. Und damit Faschisten wie Musk die Macht, auch Deutsche mit den AfD-Lügen gehirnzuwaschen. Löscht Twitter endlich!
Schließt und moderiert eure Kommentarspalten
Und das gilt nicht nur, aber besonders für Twitter: Schließt oder moderiert eure Kommentarspalten gefälligst! Ich weiß, die Algorithmen sind nach Interaktionen und Kommentare ausgelegt, aber das ist Teil des strukturellen Problems, warum Desinformation so erfolgreich ist. Weil die Plattformen Kontroverses – und damit Lügen und Faschismus – pushen. Aber das heißt nicht, dass wir dabei auch noch helfen müssen.
Es gibt keinen Grund, warum einfach jeder alles in deine Kommentarspalte posten sollte. Es ist deine Kommentarspalte, du darfst selbst entscheiden, was dort passiert. Und Lügen, Hass, Spaltung und Propaganda sollten selbstverständliche No-Gos sein. Im Gegenteil, statt aus falsch verstandener Meinungsfreiheit die Kommentare von russischen Trollen oder Bots überrennen zu lassen, sorgt ordentliches Moderieren und Blocken für FREIERE Diskussionen, wie sogar Studien zeigen.
Wozu gibt es saubere Artikel, in denen die Fakten stehen, wenn ein Großteil ohnehin nur die Kommentarspalten in Social Media liest, wo dann diejenigen, die alle Fakten leugnen und in Zweifel ziehen, ganz oben stehen und am Ende mehr Aufmerksamkeit bekommen? Man könnte konstruktiv diskutieren, wenn man nicht ständig angepöbelt, beleidigt und belogen werden würde. Und wer keine Kapazitäten hat, seine Kommentarspalten zu moderieren, weil das auch enorm viel Geld und Nerven kostet: Dann macht sie halt zu.
Sie unmoderiert offenzulassen, ist feige und unverantwortlich. Das gilt für alle, von großen Politiker-Accounts, zu großen Medien zu jedem Einzelnen von uns. Ihr könnt die Kommentare vielleicht ignorieren, euch vielleicht über Interaktion freuen, wenn der Shitstorm kommt, aber davon gehen der Hass und die Lügen nicht weg. Im Gegenteil. Davon bekommen sie eure Reichweite für die Propaganda.
3. Europa muss jetzt erwachsen werden
Ein Sieg der AfD wie Trump ist nicht unausweichlich. Ein Sieg des Trump-ismus in Europa auch nicht. Was allen klar sein sollte: So kann es nicht weitergehen. Vielleicht kann das ein Weckruf für die Personen in Machtpositionen sein. Sei es Politik oder in den Medien. Es gibt kein Recht auf rechtsextreme Propaganda und wir müssen dieser auch nicht noch dabei helfen, gestreut zu werden. Das passiert uns nicht einfach so, das machen wir selbst. Wir können auch damit aufhören. Und jeder von uns kann mit seiner Stimme (an der Urne, im Netz, auf der Straße, in Bürgerforen, in Mails an Politiker usw.) und seinem Konsumverhalten dazu beitragen, dass das auch da in Politik und Medien ankommt.
Das Gleiche gilt auch für eine weniger pragmatische Antwort darauf, wie wir in Deutschland und Europa verhindern können, dass Trump auch uns passiert. Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen. Für Frieden, Sicherheit und Freiheit auf dem Kontinent. Das wird teuer und anstrengend. Das wird viel Mut erfordern. Aber ich glaube, viele sehnen sich nach einer Alternative zur AfD oder dem Status Quo.
Wo sind die positiven Visionen?
Wo sind die mutigen Visionen? Die positiven Narrative? Wo eine Regierung, die sich nicht nur zerstreitet, sondern einen Plan vorlegt, wie es weitergehen kann? Weder in den USA noch bei uns herrscht gerade wirtschaftlich eine Katastrophe – die Krisen Corona und Schock nach der russischen Invasion haben wir eigentlich sogar zu großen Teilen hinter uns. Die deutsche Wirtschaft ist gerade sogar wieder leicht gewachsen, Inflation ist wieder unten, die Preise sinken (aber werden nicht von allen Unternehmen an die Kunden weitergegeben, schaut vielleicht mal nach Anbieter-Wechsel).
Hohe Energie-Kosten? Energiekonzerne hassen diesen Trick!
Wir sprechen hierzulande sogar ernsthaft über Neuwahlen, aber eigentlich vorgeblich, weil die FDP seit Monaten auf einem irrationalen Selbstzerstörungkurs ist, die Grünen mutlos jammern und die SPD führungs- und planlos wirkt und grundlos rechte Politik macht. Es ist natürlich lange nicht alles rosig, aber das gerade ist ein größtenteils internes Problem. Und wir bräuchten gerade jetzt eine Regierung, die selbstbewusst eine Richtung vorgibt und mutig Änderungen vornimmt – ohne vor der Fake-News-Barrage einzuknicken.
Die Ampel könnte eine klare Linie kriegen, und das Land und die EU in eine neue Zeit führen. Aber dann müsste sie nach drei Jahren auch mal damit anfangen. Ein Jahr erbärmliches Gestreite und reines Verwalten wären vielleicht unangenehmer als die Alternative. Europa ist jetzt immer mehr die letzte Bastion der Demokratie und der Freiheit. Also müssen wir uns darauf konzentrieren, dass wir diesem Anspruch gerecht werden.
Trump ist passiert, jetzt heißt es weiter machen
Trump wird leider US-Präsident werden. Wir dürfen uns aber davon nicht lähmen lassen und resignieren. Im Gegenteil, es soll uns wachrütteln. Wir können und müssen nicht mehr so weiter machen wie bisher. Und es gibt noch jeden Grund zur Hoffnung. Die große Mehrheit will hierzulande den Trump-ismus nicht. Nicht die AfD. Nicht so eine Art Politik der Lügen und der Spaltung. Wie gesagt: Die AfD wird 2024 wohl schwächer beenden, als sie es begonnen hat. Die Mehrheiten sind da! Dann liefert eine echte Alternative!
Wir können aufhören, die antidemokratischen Kräfte in Politik und Medien groß zu machen. Und wir können anfangen, pragmatische, mutige und positive Wege in die Zukunft aufzuzeigen. Irgendjemand muss nur damit anfangen. Kamala Harris hat zwar mit ihrer Botschaft der Hoffnung, des Lachens und der Zuversicht verloren. Aber wir könnten auch damit anfangen, bevor es zu spät ist.
In unserem Land gibt es ein enormes Potential an Menschen, die sich nach etwas Anderem sehnen, als das, was wir geboten bekommen: Rechts oder weiter so. Es ist zwar ein Klischee, aber: Wir sind mehr. Und wir können es anders machen. Wir werden es anders machen.
Das heißt für jeden von uns:
Ostdeutsche Zivilgesellschaft – die große Übersicht
Wir können das gemeinsam verhindern
Verbreitet die Fakten, die positiven Visionen, seid laut. Kritisiert, wenn der AfD und ihren Inhalten eine Bühne geboten wird. Teilt nicht Fakes oder Hass, nur, um euch darüber aufzuregen. Unterstützt Politiker und Medien, die sich nicht dem rechten Einheitsbrei ergeben. Helft ihnen mit Reichweite und, wenn möglich, mit Geld. Unsere Inhalte sind alle komplett kostenlos, wir können gegen Desinformation und Faschismus dank eures Supports kämpfen. Unterstützt guten Journalismus und konstruktive Politik!
Anfang des Jahres ging eine der größten Protestbewegungen der deutschen Geschichte auf die Straße. Die Menschen sind nicht weg. Der Effekt ist nicht weg, die AfD ist schwächer geworden, auch wenn das die Meisten in Politik und Medien ignorieren. Es ist also möglich. Trump-ismus ist bei uns nicht unausweichlich. Und wir können ihn gemeinsam verhindern. Jetzt haben wir noch die Chance.
Artikelbild: Jan Woitas/dpa
https://www.bachhausen.de/trump-so-verhindern-wir-dass-uns-das-auch-passiert/
Einschleichediebstähle sorgen in Schwellbrunn und Bühler für Aufregung. Unbekannte Täter haben Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser heimgesucht und Wertgegenstände entwendet. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden warnt vor möglichen Zusammenhängen und empfiehlt, Türen auch bei kurzer Abwesenheit zu sichern, um Einbrüche zu verhindern.