Ausfall der Durchsage

Gestern Abend, auf der Heimfahrt mit der S11, durchschnitt plötzlich, kurz vor Winterhur Seen, eine Stimme die gewohnte relative Stille: Der Lokführer meldete sich zu Wort.

Er erklärte uns Passagieren, dass wohl die automatischen Durchsagen ausgefallen seien. Deshalb mache er uns darauf aufmerksam, dass in Seen der hintere Zugsteil stehen bliebe und alle, die weiterfahren wollten, doch bitte kontrollieren sollten, ob sie sich wirklich im vordersten Zugsteil befänden. Zur Sicherheit lasse er während des Abkupplungsvorgangs die Türen geöffnet, auf dass man zur Kontrolle auch schnell aus- und wieder einsteigen könne.

Verschiedenste Leute standen auf und begaben sich hastig in Richtung Ausgang, um eben dies zu kontrollieren.

Als ob wir in Zürich oder Winterthur im vordersten Teil des Zuges eingestiegen wären und dann unterwegs weiter nach hinten teleportiert worden wären …

#Abend #abkuppeln #Ausfall #Ausgang #aussteigen #automatisch #Durchsage #Eingang #einsteigen #Heimfahrt #hinten #Kontrolle #kontrollieren #Leute #Lokführer #öffnen #Passagiere #S11 #stehenbleiben #teleportieren #Türen #vorne #WinterthurSeen #Zugsteil

Schöne Aussicht

Bei meiner Arbeitsstelle gab es eine Büro-Rochade. Diese ist nicht gerade klein, und mehrere Leute mussten ihr Büro wechseln.

So auch mein Bürokollege und ich: Wir sind nicht mehr im 4. Obergeschoss hinten raus, sondern im 2. Obergeschoss auf die andere Seite. Statt Ausblick auf Sportplatz, Strasse und Spitäler mit Helikopterlandeplätze sehen wir nun über die Dächer unserer Schule hinweg auf die Stadt, den Üetliberg und mit einigen Verrenkungen auf die Glarner Alpen. Das Bellevue ist auch da unten. Schöne Aussichten halt.

Wenn der Nebel uns nicht umfängt …

#Bellevue #Büro #Bürokollege #Dächer #GlarnerAlpen #Helikopter #hinten #Kollege #Landeplatz #Nebel #Rochade #SchöneAussicht #Schule #Spitäler #Sportplatz #Stadt #Strasse #Üetliberg #umfangen #Verrenkungen #vorne #wechseln

https://derpendler.ch/schoene-aussicht/

Schöne Aussicht – Der Pendler

In allen Belangen unterlegen

Mario Voigt glaubt, er könne den mit dem Faschisten Höcke in einem TV-Duell debattieren

„Glauben Sie nicht, die Antisemiten würden sich […] etwas vormachen. Sie wissen, daß ihre Reden oberflächlich und fragwürdig sind; doch darüber lachen sie, ihrem Gegner obliegt die Pflicht, die Wörter in ernster Weise zu verwenden, da er an die Macht des Wortes glaubt; sie haben das Recht zu spielen. Sie spielen sogar gern mit dem Diskurs, denn indem sie lächerliche Gründe nennen, diskreditieren sie den Ernst ihres gesprächspartners; sie sind genußvoll unaufrichtig, denn ihnen geht es nicht darum, durch gute Argumente zu überzeugen, sondern einzuschüchtern oder irrezuleiten.“ [sic]

Sartre, Jean-Paul: Betrachtungen zur Judenfrage (1946). Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Politische Schriften, Bd.2, Hamburg, 1994, S. 9-97, hier: S. 16.

Was der Philosoph Jean-Paul Sartre 1946 aufgeschrieben hat, klingt wie ein Rezept, mit dem die Neue Rechte sowie Rechtspopulist*innen in den vergangenen Jahren politische und mediale Erfolge gefeiert haben. Wer Sartre offenbar nicht verstanden hat, ist der Fraktionsvorsitzende der CDU im Thüringer Landtag, Mario Voigt. Dann wäre er vermutlich nicht auf die Idee gekommen, den extrem rechten Vorsitzenden der sogenannten Alternative für Deutschland in Thüringen und Kopf des formal aufgelösten, völkischen Flügels, Björn Höcke, zum Rededuell am 11. April bei WELT-TV aufzufordern. 

Extreme Rechte kann man nicht „Entzaubern“

Voigt könnte wissen, dass er nichts zu gewinnen hat. Höcke ist nicht irgendein „Hanswurst“, sondern ein völkischer Intellektueller, der erheblichen Anteil daran hat, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Doch dieser Fall zeigt, dass es nach wie vor Konservative gibt, die nichts an ihrer Strategie geändert haben. Seit 2015, seitdem die AfD das Thema Migration erfolgreich für sich beansprucht, wollen vormalig aber nicht ausschließlich Politiker*innen der Union sie „entzaubern“ oder „stellen“. Indem man im Rededuell die vermeintlich besseren Argumente zeige, oder ihnen die „Themen“ nicht überlasse. 

Dabei sprechen zwei offensichtliche Gründe dagegen: Die AfD schafft eine Gegenöffentlichkeit, indem sie vor allem Inhalte für soziale Medien produziert und die Strategie der Übernahme von Themen bzw. des „Stellens“ hat der „Alternative“ mehr geholfen, statt geschadet. Wer die Inhalte der AfD auf TikTok oder Instagram genauer anschaut, erkennt schnell, dass Reden in den Parlamenten oder Auftritte in Talkshows so zurechtgeschnitten werden, dass sie in die eigene Linie passen. Es soll kein ausgewogenes Bild entstehen. Es geht um kernige Pointen, einfache Schlagwörter und die dauerhafte Wiederholung des eigenen Narrativs.

AfD-Chef Chrupalla zerstört Markus Lanz

Es ist nur Werbung für die Propaganda

Wer der AfD Raum gibt, gibt ihren Akteur*innen nur Chancen, sich zu vermarkten. Stück für Stück werden Narrative weiter nach rechts gerückt. Migrationsfeindliche Positionen wurden sukzessive normalisiert, wodurch man Wähler*innen „zurückgewinnen“ wollte. Doch, so zeigt eine Studie der Cambridge University von 2022, die Übernahme solcher Positionen haben nicht dazu geführt, dass die Rechtspopulist*innen und extreme Rechte klein gehalten werden. Viel mehr hat es dafür gesorgt, dass ein gesellschaftliches Klima entstand, in dem diese Positionen mehrheitsfähig wurden. Und das geschah keineswegs zufällig. Das sollte schon der Blick auf Björn Höcke und seine Netzwerke verdeutlichen.

Studie: CDU-Annäherung stärkt die AfD, Merz-Strategie gescheitert

Ist er doch gern gesehener Gast im Institut für Staatspolitik in Schnellroda, einer Denkfabrik der Neuen Rechten. Ab 2014 unterstütze einer der IfS-Mitbegründer und Vordenker der Neuen Rechten Götz Kubitschek Höcke im innerparteilichen Wahlkampf. Höcke schaffte es auf Dauer die Partei, die bereits mit rechtspopulistischen Forderungen angetreten war, weiter nach rechts zu rücken. Hier setzte er seine Konzepte mit Getreuen zuerst um. Konzepte wie „Metapolitik“. Dabei geht es um einen „Kulturkampf“ oder auch „Kulturrevolution“ von rechts. 

Im Anschluss an den kommunistischen italienischen Theoretiker Antonio Gramsci will man „kulturelle Hegemonie“ erringen. Dabei werden die Ideen der Rechten aufgefrischt. Man weiß darum, dass gerade auf bürgerliche Milieus vulgärer Antisemitismus und Rassismus abschreckend wirken können. Drum entwickelte man „Ethnopluralismus“ als „Rassismus ohne Rassen“, den „Großen Austausch“ als umfassende Verschwörungserzählung und mobilisierte die Ressentiments gegen die Erinnerungskultur. 

Man kann Faschisten nicht bekämpfen, in dem man ihr Framing und ihre Forderungen übernimmt

Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon! AfD und neurechte Denkschulen schließen an langfristige Entwicklungen an. Bereits in den 1990er Jahren bekämpfte man den  „Rechtsruck“ mit einem kräftigen Ruck nach rechts, wie es Politikwissenschaftler Claus Leggewie beschrieb. Und das setzt sich leider bis heute fort. Man wird die AfD nicht erfolgreich bekämpfen können, indem man ihnen eine große öffentliche Bühne verschafft. Man wird sie nicht erfolgreich bekämpfen können, indem man ihr Framing von Themen aufnimmt und es weiter verbreitet, als sie es könnten. 

Rechte Bewegungen sind besonders erfolgreich gewesen, wenn sie mit den Mitteln der Moderne die Moderne bekämpften. Sie nutzten moderne Techniken, wie Propaganda, um ihre Botschaften zu verbreiten und gegen Demokratie und universelle Menschenrechte zu kämpfen. Seitdem die AfD im Bundestag ist, nutzt sie die demokratischen Abläufe und Instrumente, um die Demokratie auszuhöhlen. Es kann also gar keinen Dialog geben, weil man keinen gemeinsamen Boden hat, auf dem man sich begegnen kann. Denn die AfD hat diesen Boden längst verlassen, wie die etlichen politischen Wendungen und Widersprüche zur Genüge belegen.

Aufklärung statt normalisierung!

Man wird das nur schaffen, wenn man über deren Methoden und Ziele aufklärt, statt sie zu übernehmen und zu normalisieren. Und das bedeutet, politische Bildungsarbeit zu fördern. Das bedeutet, die Framings und Themensetzung zu analysieren und zu kritisieren.

Es muss darum gehen, so erklärte es Theodor W. Adorno vor Pädagog*innen 1962, „über Strukturen der Argumentation aufzuklären, über die Mechanismen, die ins Spiel gebracht werden, als jeweils sich auf eine unendliche Diskussion innerhalb der Strukturen einzulassen, die von den Antisemiten gewissermaßen vorgegeben sind und durch die man a priori ihren eigenen Spielregeln sich unterwerfen würde.“ 

 Theodor W. Adorno: Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute, Berlin, 2024, S. 25.

Das lässt sich gewissermaßen auf Extrem Rechte, Rechtspopulist*innen und Neue Rechte übertragen. Sie in einer „Arena“ zu stellen, dessen Spielregeln man nicht selbst bestimmt, wird einem zum Nachteil gereichen. Das wird Voigt am 11. April, dem 79. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei WELT TV merken. Auch die Wahl des Gedenktages sorgte bereits für Kritik, so betonte Christoph Heubner, der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, auf Twitter

„Die Entscheidung des Thüringer CDU-Vorsitzenden, einem der bekanntesten Gallionsfiguren rechtsextremer Hetze in Europa ausgerechnet an diesem #Gedenktag einen weithin beachteten Auftritt zu ermöglichen, mutet Überlebende des #Holocaust politisch völlig instinktlos und makaber an.“ 

Quelle

Die rechte Strategie ist doch kein Geheimnis

Es handelt sich bei diesen Bewegungen nicht um „Zauberer*innen“, etwas „mythisches“ oder „magisches“. Sie sprechen in aller Offenheit über ihre Strategien, sie halten nichts davon geheim. So sprach auch der Kopf der neofaschistischen Identitären Bewegung Martin Sellner, bereits vor der den Correctiv-Recherchen über das Geheimtreffen von extrem Rechten sowie AfD- und Unionsmitgliedern in Potsdam, öffentlich über seine Pläne zur „Remigration“.  

Bei dem Kampf gegen die Bedrohung von Rechts ist man darauf angewiesen, dass sich konservative Parteien auf ihre demokratische Identität besinnen und nicht zum Steigbügelhalter werden. Dafür braucht es ein Verständnis der Konzepte und Strategien, die in den Denkfabriken der Neuen Rechten ausgetüftelt werden. Einen der Köpfe hinter dieser Bewegung zu stellen, bedeutet das große Ganze zu sehen. Ziel muss es doch sein, über die Ziele und Methoden aufzuklären. Eine Debatte, wie sie derzeit geplant ist, erreicht das Gegenteil: Sie hilft bei der Verbreitung rechter Narrative. Im 1:1 kann die Union nur verlieren.

Artikelbild: Martin Schutt/dpa

The post Voigt: Ein TV-Duell mit Höcke kann nur nach hinten losgehen appeared first on Volksverpetzer.

Zur Quelle wechseln

https://www.bachhausen.de/voigt-ein-tv-duell-mit-hoecke-kann-nur-nach-hinten-losgehen/

#duell #hinten #hocke #losgehen #voigt

Alter Rassismus in neuem Gewand: Die "neue" Rechte - Amadeu Antonio Stiftung

Wer sie sind, was sie denken, was sie tun.

Amadeu Antonio Stiftung

Correctiv hat maßgeblich zur Enthüllung des Cum-Ex-Skandals beigetragen. Das Recherche-Team kooperierte mit verschiedenen Medien und veröffentlichte dazu ihre Ergebnisse im Jahr 2018. Rechtsextreme Desinformations-Accounts, die versuchen, die Enthüllungen von Correctiv über die Deportationspläne der AfD anzuzweifeln, schossen deshalb ein großes Eigentor: Mit einem schlechten Whataboutismus wollten sie Correctiv vorwerfen, nur gegen die Faschisten zu recherchieren, aber nicht gegen Kanzler Scholz, der in dem Skandal möglicherweise verstrickt ist. Dumm gelaufen!

Link

Correctiv recherchiert über alle, sorry AfD!

Gern versuchen die radikalisierten AfD-Fans die Correctiv-Recherchen über die AfD-Deportationspläne zu diskreditieren, indem sie Correctiv „Staatsnähe“ unterstellen. Wie übrigens jedem und allen, die sich gegen die Rechten stellen. Ob es stimmt oder nicht, ist ihnen egal. Während sie übrigens gleichzeitig total stolz die Massendeportationspläne feiern. Und damit zugeben, dass die Recherchen korrekt sind?! AfD-Politiker und -Fans fordern zu tausenden die ethnischen und politischen Säuberungen Deutschlands in den Kommentaren. Wir berichteten: 

AfD gibt alles zu! Sie werben offen für Massen-Deportationen

Ihre perfide Fake-Argumentation geht allerdings nach hinten los – und beweist versehentlich, dass Correctiv ziemlich regierungskritisch ist. In einem tausendfach geteilten Sharepic wird behauptet, dass Correctiv ja gar nichts zum Cum-Ex Skandal beigetragen hatte, in den auch Kanzler Scholz verwickelt sein könnte. 

Nur: Correctiv hat eine der internationalen Kooperationen geleitet (!), die maßgeblich den Cum-Ex-Skandal aufgearbeitet haben. Laut dem Maßstab, den die lügenden Hetzer selber aufgestellt haben – ist Correctiv also mega regierungskritisch. Und damit super seriös. Und damit auch deren Recherche über die rechtsextreme AfD. Tja.

Cum-Ex-Files von Correctiv

Die Cum-Ex Betrügereien sind dem deutschen Finanzministerium seit 2002 bekannt. Auch der Spiegel berichtete 2014 darüber, und die ARD ebenfalls 2016 (alles ja „Regierungs-Medien“ laut der rechtsextremen Lügner). Also hat Correctiv es nicht als erstes thematisiert, aber sie haben eben eine große Recherche-Kooperation geleitet, die 2018 die Ergebnisse mit der Öffentlichkeit teilte. Daraus entwickelte sich auch die Kooperation „Grand Theft Europa“, die sich mit ähnlichen Betrugsfällen unter anderem mit Ökostromzertifikaten befasste. 

Umsatzsteuerkarusselle verursachten in Deutschland einen jährlichen Schaden von geschätzt 5 Milliarden bis 14 Milliarden Euro.

Rechte sind die besten Freunde „krimineller Eliten“

Welche Recherchen dieses Ausmaßes haben rechte Desinformations-Medien wie Nius, Tichy & Co jemals aufgedeckt? Diese „Medien“ sind einfach nur Dauer-Desinformationsverbreiter, die euch mit ausgedachten Skandalen bei der Stange halten. Deren Ziele: Nie echte Eliten – sondern letztlich immer nur Schutzsuchende und Migranten. Und euch gegen die echten Journalisten, die wirklich Unrecht aufdecken – egal ob bei der Regierung oder der AfD, auch noch aufhetzen. 

Wie NIUS Geflüchtete hereinlegte, um Fake News zu fabrizieren

Sämtliche Skandale der AfD werden ausgeblendet und die, die tatsächlich etwas verbessern wollen, sind die Gegner? Sorry, aber es muss euch doch klar sein, dass ihr dadurch alles nur noch viel schlimmer macht. Correctiv ist nicht „staatsnah“ – sondern ein Bündnis aufrechter Journalisten. Und die AfD-Trolle wollen euch nur verwirren, damit ihr euch nicht gegen die faschistische Übernahme unseres Landes wehrt!

Artikelbild: Canva, Screenshots

The post Anti-Correctiv-Fake geht nach hinten los! appeared first on Volksverpetzer.

Zur Quelle wechseln

https://www.bachhausen.de/anti-correctiv-fake-geht-nach-hinten-los/

#correctiv #hinten

Banker haben uns 55 Milliarden Euro gestohlen – was dahinter steckt

Alles, was du über die "Cum-Ex-Files" wissen musst.

DER SPIEGEL