Wie das ZDF über den DAX berichtet, hilft der AfD

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Wie das ZDF über den DAX berichtet, hilft der AfD

von Thomas Laschyk | Juni 12, 2025 | Aktuelles

Wer in den letzten Jahren das ZDF heute-Journal gesehen hätte, hätte trotz eines langfristigen Wachstums den Eindruck gehabt, dass der DAX-Kurs ständig fällt, zeigt eine Studie. Es ist ein weiteres Beispiel für die gefährliche Tendenz von Medien, überwiegend negative Meldungen hervorzuheben. Das frustriert Medienkonsumenten – und stärkt letztlich Feinde der Demokratie wie die AfD.

Der echte Dax hat sich verdoppelt. Was berichtete, hätte eine Halbierung bedeutet

Eine neue Studie des EPoS-Instituts zeigt auf, wie stark die Berichterstattung der Medien den Wahrnehmungsrahmen verzerren kann. Die Untersuchung fokussiert sich insbesondere auf die negativen Schattierungen, die Börsenberichte beim ZDF heute Journal in den letzten Jahren angenommen haben. Zwischen 2017 und 2024 wurden über 1.800 Berichte im ZDF-Heute-Journal analysiert. In einem Drittel der Sendungen wurde die konkrete Index-Veränderung erwähnt.

Die Forscher fanden heraus, dass negative Veränderungen des Börsenindex überrepräsentiert waren, während positive Entwicklungen unter den Tisch fielen. In den Fällen, in denen die DAX-Änderung explizit benannt wurde, zeichnete sich ein durchweg negativer Trend ab, obwohl der tatsächliche Verlauf des DAX in dieser Zeit insgesamt positiv war. Der Dax legte im Schnitt in dem Zeitraum um 4 Punkte zu. Wenn man nur die zählt, die berichtet wurden, wäre er im Schnitt 10 Punkte pro Tag gesunken. In anderen Ländern ist es sogar noch schlimmer, besonders in den USA:

Medien stellen die Realität negativer dar als sie ist

Diese Verzerrung hat tiefere Ursachen. Der sogenannte „Negativity Bias“ spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Journalisten tendieren dazu, kurzfristige, dramatische – und vor allem negative – Veränderungen hervorzuheben. Anstatt langfristige, schrittweise Verbesserungen zu berücksichtigen. Diese Dynamik trifft besonders auf die Börse zu, wo große negative Ausschläge stärker betont werden als die kontinuierlichen, aber weniger auffälligen Aufwärtsbewegungen. So entsteht in den Köpfen der Zuschauer ein Bild von einer Instabilität und Negativentwicklung, die faktisch nicht mit der Realität übereinstimmt. Auf den DAX bezogen bedeutet dies, dass ein insgesamt positiver Trend in den Medien als durchweg negativ wahrgenommen wird. In den USA hat diese Verzerrung geholfen, dass der Faschist Trump die Macht ergreifen konnte.

Ob es der Wirtschaft gut oder schlecht geht in den Augen der Wähler hängt nicht von der Realität ab, sondern davon, zu welcher Partei der US-Präsident gehört. Republikaner glauben schlagartig, dass es der Wirtschaft besser geht, sobald Trump im Amt ist.

Eine Ipsos-Umfrage kurz vor der Wahl zeigt, dass nicht nur die indoktrinierten Trump-Anhänger keine Ahnung mehr haben, was real ist.

Dass die Wähler auch in Deutschland die Situation aber sehr viel pessimistischer einschätzen, als sie ist, zeigt eine kuriose Beobachtung von Infratest dimap zur Bundestagswahl. Demnach schätzten genau so viele ihre eigene wirtschaftliche Lage als “gut” ein, wie die, die glauben, die allgemeine wirtschaftliche Lage sei schlecht. Ein großer Teil der Menschen glaubt also, dass es anderen schlecht gehen muss, aber nicht so zwingend ihnen selbst. Also.. den „anderen“. Das ist also keine persönliche Erfahrung, sondern eine mediale.

Die einseitigste Betrachtung haben natürlich: AfD-Wähler.

Medien bilden auch bei Kriminalität nicht mehr die Realität ab

Immer mehr Menschen machten sich in den USA Sorgen um Kriminalität – in beiden Parteien. Die meisten glauben, die Kriminalität steige immer weiter. Viele sogar, sie sei so schlimm wie nie zuvor.

Kriminalität ist in Wahrheit in allen wichtigen Bereichen in den USA auf ein historisches Tief gefallen. Die Realität entwickelt sich in genau die entgegengesetzte Richtung wie die gefühlte Realität.

Diese Mythen nutzt der Faschist Trump, um illegal Menschen zu deportieren, verhaften und gewaltsam Proteste niederzuschlagen. Auch Deutschland erlebte eine Zeit historisch niedriger Kriminalität

Tatsächlich folgten auf die erste die sechs sichersten Jahre in der Geschichte seit der Wiedervereinigung: 2017 bis 2022. Auch ein Anstieg 2023 führte zu nicht mehr Kriminalität als 2010. Die Jahre zwischen 1993 und 2016 (bis auf 2010) hatten mehr polizeilich erfasste Straftaten als 2023! 1993 gab es 1,4 Morde pro 100.000 Einwohner. 2023 waren es halb so viele: 0,8. Durch die Bank gehen schwere Verbrechen zurück:

Studien zeigen regelmäßig, dass das Empfinden der Entwicklung und Höhe der Kriminalität wenig mit der Realität zu tun hat. Eine Studie hat festgestellt, dass besonders Menschen, die sich politisch rechts der Mitte zuordneten, eine besonders verzerrte Wahrnehmung über Kriminalität aufweisen. Eine Form der Kriminalität und Gewalt erreicht einen Rekord nach dem anderen: die rechtsextreme. 2024 gab es einen neuen Höchststand bei rechtsextremen Straftaten.

Ebenso bei Migration

Deutschland hatte 2023 eine Nettozuwanderung von 663.000 Menschen (nach über 1 Mio. im Vorjahr). Studien zeigen, dass Migration das Wirtschaftswachstum fördert, indem sie den Arbeitsmarkt stabilisiert und den demografischen Wandel abfedert. Migranten zahlen mehr in die Sozialkassen ein, als sie herausbekommen. Zuwanderung macht uns reicher und schafft Arbeitsplätze (Schätzungen zufolge über 2 Millionen Jobs, darüber hinaus gründen Migranten mehr als Deutsche). Eine Studie hat gezeigt, dass Migration den Bundeshaushalt um 100 Milliarden Euro bereichert.

Dennoch wird die Migration von den Medien laut Untersuchungen überwiegend als Problem dargestellt. Die Bertelsmann Stiftung stellte im März 2024 fest, dass 78 % der Befragten Mehrkosten für den Sozialstaat durch Zuwanderung erwarten. AfD-Wähler sehen Migration als Bedrohung für den Sozialstaat und die Sicherheit. Die Partei fordert in ihrem Wahlprogramm unter dem Begriff „Remigration“ eine umfassende Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund.

2023 stieg die Zahl der Abschiebungen im Vergleich zum Vorjahr um 27 %. Bis November 2024 stieg die Zahl der Abschiebungen auf 18.384, was einem Anstieg von etwa 21 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Für das gesamte Jahr 2024 wurden knapp 20.100 Abschiebungen verzeichnet. 2022 waren es nur fast halb so viele. Auch die Anzahl der Ankünfte neuer Schutzsuchenden ist 2023 bereits stark abgesunken.

„Die deutschen Leitmedien ordnen Gewaltkriminalität nahezu genauso ein wie die AfD.“

2024 ist die Zahl der Asylanträge deutlich gesunken. Seit 2023 sinken sie kontinuierlich – und waren auch stets weit weg von 2015 oder 2016. Auch die Zahl der Zurückweisungen steigt immer weiter auf neue Rekordhöhen – schon seit Jahren. Dennoch wird medial laut Studien Migration stets als Problem dargestellt – noch dazu eines, das niemand „lösen“ würde.

In Mannheim raste am 3. März 2025 ein 40-jähriger Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge. Zwei Menschen wurden getötet, elf weitere verletzt. Schon kurz nach der Tat liefen in sozialen Medien und rechtsextremen Kreisen die Empörungsmaschinerien heiß – allerdings nur so lange, bis klar war, wer der Tatverdächtige ist. Als bekannt wurde, dass der Festgenommene Alexander S. Deutscher ist, verstummten viele der zuvor lautesten Stimmen schlagartig​. Die Live-Ticker wurden eingestellt, die Gruppen und Kommentarspalten wurden ruhig. Auch Recherchen, die eine Neonazi-Vergangenheit des Tatverdächtigen enthüllten, sorgen nicht für breite Debatten. Diesen Eindruck kommentierte Volksverpetzer direkt am nächsten Tag.

Straftaten von Deutschen interessieren weniger

Volksverpetzer hat mit der Medienanalyse-Website „Mediacloud“ analysiert, wie viele Artikel zu den Schlagworten der Anschläge in Mannheim, München und Magdeburg respektive in Kombination mit dem Wort „Auto“ im zeitlichen Zusammenhang mit den Taten erschienen. Auch wenn definitiv falsch positive Beiträge in diese Analyse mit einfließen, so ist die Diskrepanz der Anzahl sehr deutlich und dürfte einen echten Trend abbilden. So haben die Vorfälle in München doppelt und Magdeburg sogar dreifach so viele Artikel hervorgerufen. In beiden Fällen waren die Tatverdächtigen im Gegensatz zum Tatverdächtigen in Mannheim Nicht-Deutsche.

Auswertung via Mediacloud

Und diese Verzerrung bestätigt dann vermeintlich einen Mythos, der wissenschaftlich widerlegt ist: Eine aktuelle Studie des ifo-Instituts hat die Kriminalität nach Landkreisen zwischen 2018 und 2023 untersucht und belegt, dass mehr Ausländer die Kriminalitätsrate NICHT erhöhen. Das gilt speziell für Schutzsuchende. Studien zeigen, dass die Medien fast nur noch negativ über Migration sprechen, und fast nur noch über die Minderheit (!) der Straftaten, die von Migranten begangen werden.

Journalismusprofessor Thomas Hestermann erklärte:_“Die deutschen Leitmedien ordnen Gewaltkriminalität nahezu genauso ein wie die AfD.“

Negativity Bias

Diese Dynamik schlägt sich in vielen Bereichen nieder. Und sogar nur, wenn man seriöse Medien betrachtet, die seriöse Berichterstattung machen. Hinzu kommen die Unmengen an unseriösen Propaganda-Medien, die Social Media Auftritte Rechtsextremer wie der AfD und auch einst seriöse Medien, die für Klicks oder eine politische Agenda zu Populismus, Desinformation und Hetze gewechselt sind.

Diese 5 einst seriösen Medien verbreiten jetzt Desinformation

Aber insbesondere dieser Fokus auf Negatives trägt zur verstärkten Verbreitung von Desinformation bei, die unbemerkt durch den journalistischen Alltag schleicht. Medien, die unreflektiert Negativmeldungen bevorzugen, schaffen die Grundlage für die Formierung von verzerrten Weltbildern, die besonders anfällig für populistische und rechtsextreme Narrative sind.

Medien, Durchbrecht das „Race to the bottom“

Dies zeigt sich auch in der stetigen Zunahme der Zustimmung zur AfD, die durch diese negativen Tendenzen im Journalismus immer wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Die AfD profitiert von einer Atmosphäre der Unsicherheit und Angst, die durch übermäßige Berichterstattung über negative Aspekte – ob in der Wirtschaft oder bei gesellschaftlichen Themen – geschürt wird.

Professor Ciccone, einer der führenden Köpfe hinter der Studie, appelliert an die Medien, diesen Trend zu hinterfragen und mehr langfristige Analysen anzubieten. Anstatt sich auf kurzfristige Sensationen zu konzentrieren, sollten Journalisten häufiger die langfristigen Trends und Entwicklungen in den Blick nehmen.

„In unserer Untersuchung haben wir in acht Jahren nur zwölf Analysen gefunden, die sich auf ein halbes Jahr oder einen längeren Zeitabschnitt beziehen. Mein Appell an Journalisten lautet daher: mehr Analyse in größeren Zeiträumen.“

Nur so könne man verhindern, dass die Öffentlichkeit in einem ständigen Zustand der Überforderung und Angst verbleibt, der die Gesellschaft insgesamt destabilisieren könnte. Es sei entscheidend, dass Medien ihre Rolle als Informationsvermittler neu definieren und sich ihrer Verantwortung bewusst werden, die Welt nicht nur aus den dramatischsten, sondern auch aus den konstruktivsten Perspektiven zu zeigen.

Insgesamt zeigt die Studie eindrücklich, wie sich Medien und ihre Berichterstattung auf die Wahrnehmung der Realität auswirken. Die kontinuierliche Negativberichterstattung über den DAX ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Die Fehler, die in der Wirtschaftskommunikation gemacht werden, sind dieselben, die auch die politische Landschaft verzerren und letztlich zu einer Stärkung von extremistischen Kräften führen. Sie sind es, die Trump ins Amt gehievt haben. Und auch hierzulande den Faschismus und die AfD stärken.

Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe ausformuliert. Wie Volksverpetzer KI verwendet. Artikelbild: canva.com

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#berichtet #hilft

Thomas Laschyk

Volksverpetzer
@nerdherz Auch Ärzte sind leider nicht unfehlbar. Bei jeder Grippe isolieren und Maske tragen, das machen die Menschen nicht mit (siehe Panik bei Corona). So weit sind wir noch nicht bzw. bewegen uns eher weg davon. Der Kick wegen Blödsinn zu sterben scheint weit verbreitet zu sein. #Bildung #hilft

Achtung: Dein Doomscrolling hilft der AfD!

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Achtung: Dein Doomscrolling hilft der AfD!

von Charlotte Theis | Juni 2, 2025 | Analyse

Wenn dir die Nachrichten manchmal einfach zu viel werden und du das Gefühl hast, diese Welt ist am Abgrund und man kann nichts dagegen tun – dann solltest du jetzt weiterlesen. Denn die Hintergründe für dieses lähmende Gefühl sind psychologisch erforscht und haben einen Namen: Erlernte Hilflosigkeit. Warum die Erlernte Hilflosigkeit nicht nur mit Doomscrolling und schlechter Nachrichtenberichterstattung zusammenhängt, sondern auch mit rechtsextremen Akteuren, die auf dein Ohnmachtsgefühl setzen … Das erklären wir in diesem Artikel! Wenn du es als Video ansehen möchtest, hier entlang:

Was ist erlernte Hilflosigkeit?

Der Begriff stammt aus den 1960er-Jahren. 1967 führte der Psychologe Martin Seligman ein grausames Experiment mit Hunden durch – Achtung Tierquälerei! – Er sperrte sie in eine Box und setzte sie wiederholt Stromschlägen aus. Weil die Tiere keinen Ausweg aus der Box fanden, lernten sie, dass sie der Situation ohnehin nicht entkommen können.

Das Ergebnis war erschütternd: Selbst als man im späteren Verlauf des Experiments ein Fenster einbaute, durch das die Hunde fliehen konnten, blieben sie reglos im Käfig sitzen und nahmen die weiteren Stromschläge einfach hin. Sie hatten einen Zustand passiver Resignation erreicht, in dem die Handlungsmöglichkeiten gar nicht mehr wahrgenommen werden – sie litten unter erlernter Hilflosigkeit.

Dein Handy ist keine Hunde-Box, aber …

Auch wir können dieses psychologische Muster unbewusst annehmen. Wenn wir ununterbrochen mit schlechten Nachrichten bombardiert werden – ohne dass uns Lösungswege oder Perspektiven angeboten werden – entsteht das Gefühl, keinerlei Kontrolle mehr zu haben. Wir schalten ab, sind überfordert und ziehen uns zurück. Am Ende fühlen wir uns ohnmächtig und entwickeln einen depressionsähnlichen Zustand. Das kann zu Phänomenen wie Nachrichtenfatigue und Eskapismus führen: Der letzte Reuters Digital News Report zeigt, dass die Anzahl der Menschen in Deutschland, die sehr an Nachrichten interessiert sind, abnimmt und gleichzeitig der Anteil der Menschen zunimmt, die erschöpft von der Flut an Nachrichten sind.

Demokratie im Fadenkreuz der Ohnmacht

Diese erlernte Hilflosigkeit ist fatal für unsere Gesellschaft: Sobald wir das Gefühl haben, sowieso nichts ändern zu können, erkennen wir nicht mehr, wie viel in unserer Hand liegt. Wir hören auf, uns zu engagieren – und setzen so unsere Demokratie aufs Spiel. Das ist gerade in Zeiten, in denen diese von Demokratiefeinden angegriffen wird, gefährlich. Genau das ist der Knackpunkt:

Wer hat denn ein Interesse daran, unsere Demokratie zu schwächen? Wer profitiert davon, wenn wir uns ohnmächtig fühlen? Genau: rechte Akteure. Ihre Strategie ist es, uns systematisch mit schlechten Nachrichten, Desinformationen und Angst zu überschwemmen – kurz: „Flood the Zone with Shit“. Das Ziel ist klar: Je ausgelaugter und passiver wir werden, desto weniger wehren wir uns gegen antidemokratische Entwicklungen. Wozu das führen kann, lässt sich gerade in den USA beobachten.

Auch in Deutschland arbeiten demokratiefeindliche Akteure, wie die rechtsextreme AfD, immer wieder daran, uns mit vermeintlichen Problemen zu konfrontieren und zu provozieren – dabei handelt es sich nur um Nebelkerzen, die meist auf Desinformationen gestützt werden. Auf diese Versuche, uns in Angst und Ohnmacht zu versetzen, dürfen wir nicht hereinfallen! Und auch die Medien sollten mehr reflektieren, welchem schädlichen Agenda-Setting sie hier in die Falle tappen.

Drei Schritte aus der erlernten Hilflosigkeit

Und damit du angesichts des Problems der erlernten Hilflosigkeit nicht in eine Hilflosigkeit verfällst… (dass die Hunde da durch mussten, reicht schon) … kommen hier drei Dinge, die du jetzt dagegen tun kannst:

1. Aufklären

Kläre in deinem privaten Umfeld über den Begriff der erlernten Hilflosigkeit auf – zum Beispiel, indem du diesen Artikel oder unser Video dazu teilst. Je mehr Menschen verstehen, was in ihrem Kopf passiert, desto weniger wirken die Manipulationsstrategien. Es ist zudem weiterhin wichtig, sich online und vor allem offline gegen Diskriminierungen einzusetzen und über rechte Narrative aufzuklären – bei diesen Gesprächen kann dir unsere Broschüre mit Fakten gegen rechte Mythen weiterhelfen.

2. Handlungsmöglichkeiten bewusst machen

Mache dir bewusst, was deine Handlungsmöglichkeiten sind und dass diese Ohnmachtsgefühle genau das sind, was die Rechten wollen! Gesellschaftliches Engagement kann auch im Kleinen anfangen: Engagiere dich in deinem unmittelbaren Umfeld, deiner Nachbarschaft oder einem lokalen Projekt. Gemeinschaftliches Handeln gibt dir das Gefühl von Kontrolle zurück und stärkt den Zusammenhalt. Für alle aus Ostdeutschland: Wir haben Orgakarten, in denen ihr seht, wo ihr euch in eurer direkten Umgebung engagieren könnt. Schaut gerne mal rein!

Das ist leichter gesagt als getan, denn hinter dem endlosen Scrollen können echte Suchtmechanismen stecken. Deswegen ist es wichtig, dass du deinen Nachrichten- und Social Media-Konsum beobachtest und dir überlegst, was deine eigentlichen Bedürfnisse sind und wann dir der Konsum guttut oder schadet. Hier zwei konkrete Tipps:

1. Konsumiere Nachrichten bewusster. Erstelle dir zum Beispiel einen Nachrichtenplan aus ausgewählten Nachrichtenformaten, die dich ausreichend informieren und dir gut gefallen – auch “Good News” und konstruktiver Journalismus sind es wert, ausgecheckt zu werden! Nimm dir dann für diese Nachrichten Zeit und konsumiere sie in Ruhe und nicht „nebenbei“. Darüber hinaus kannst du dann Push-Nachrichten deaktivieren, Accounts, die dir nicht gut tun entfolgen und deinem Medienkonsum ein festes Zeit-Limit setzen. Auch Zeit-Limits für Social-Media-Apps können Sinn machen. Übrigens: Für mehr Volksverpetzer-Aufklärungsinhalte (unabhängig von den Plattformalgorithmen der Tech-Giganten!) gibt es die neue Version unserer Volksverpetzer-App hier.

2. Wenn du dich doch mal beim Doomscrolling erwischst: Unterbreche den Impuls, weiterzuscrollen! Das geht durch eine „Abbruchhandlung“, also simple Handlungen, wie zum Fenster zu gehen und einmal tief ein- und ausatmen, den Raum zu verlassen etc… Plane dir auch immer wieder mal Handy-freie-Zeit ein! Du wirst bald merken, was dir am besten hilft, denn es gibt viele Strategien, wie man dem Doomscrolling den Kampf ansagen kann 😉

Was können wir noch gemeinsam gegen erlernte Hilflosigkeit und das Doomscrolling unternehmen? Schreib deine Vorschläge gerne in die Kommentare – die anderen Leser:innen freuen sich sicher über mehr Ideen!

Artikelbild: Volksverpetzer, canva.com Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe umformuliert. Wie Volksverpetzer KI verwendet.

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#achtung #doomscrolling #hilft

Charlotte Theis

Volksverpetzer

Plattform J: Wer hilft mit, die BernPride-Demo zu finanzieren?

Anfang März lancierte der Verein BernPride ein Crowdfunding, welches die sponsoringfreie Durchführung der Demonstration gewährleisten soll.

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#bernpride #finanzieren #hilft #plattform

Wer hilft mit, die BernPride-Demo zu finanzieren?

Anfang März lancierte der Verein BernPride ein Crowdfunding, welches die sponsoringfreie Durchführung der Demonstration gewährleisten soll.

Plattform J
Weil die Lebensrealität queerer Menschen in Therapien oft nicht ernst genommen wird, richtet sich das Angebot von Flora Färbers Praxis speziell an diese Gruppe. Ein Gespräch über Bildungslücken, Stress und Freude.

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https://www.bachhausen.de/tagesspiegel-queersensible-psychotherapie-es-hilft-ein-bewusstsein-fuer-verschiedene-formen-der-diskriminierung-zu-haben/

#bewusstsein #formen #hilft #psychotherapie #queersensible #tagesspiegel #verschiedene

Queersensible Psychotheapie: „Es hilft, ein Bewusstsein für verschiedene Formen der Diskriminierung zu haben“

Weil die Lebensrealität queerer Menschen in Therapien oft nicht ernst genommen werden, richtet sich das Angebot von Flora Färbers Praxis speziell an diese Gruppe. Ein Gespräch über Bildungslücken, Stress und Freude.

Der Tagesspiegel

Mit einem Rückspiel aus der Kategorie „Tödlicher Pass“ hatte der Deutzer Ritsuki Oyama für den FC Pesch und Torschütze Papazoglu zunächst weit die Tür geöffnet. Dem 36-Jährigen, der Senior im Team, blieb kaum etwas anderes möglich, als das Geschenk anzunehmen.

Beim folgenden Tor machte Deutz-Torwart Andreas Wender (31) keine glückliche Figur. Nach einem langen Anspiel auf Yamahara (25) verließ der 05-Keeper sein Tor, ging ein hohes Risiko und schlug beim Abwehrversuch an der Strafraumgrenze unter den Ball her. Der Japaner hatte wenig Mühe, das 2:0 zu erzielen.

FC Pesch entscheidet das Finale in der ersten Halbzeit

Die Entscheidung fiel fünf Minuten vor Halbzeitpause. Nach einem perfekt getretenen Eckstoß von Kapitän Kaan Akca (30), nach dem Abgang von Manuel Glowacz (36) so etwas wie das neue Gehirn des FC Pesch, traf der von Keseroglu zum Königstransfer erkorene Koray Kacinoglu (30) ungehindert per Kopf. Auch hier leistete der Landesligist nur bedingt Gegenwehr.

Hinterher sprach Deutz-Coach Serkan Dalman (37) von „zwei individuellen Fehlern“. Den finalen Treffer heftete er indes dem Pescher Spielmacher ans Revers. „Seine Standards sind überragend.“ Kacinoglus Kopfball sei fast eine logische Konsequenz gewesen. Insgesamt habe Pesch verdient gewonnen. „Glückwunsch an Apo (Keseroglu; d. Red.) und den FC Pesch. Nach einem 0:2-Rückstand ist es gegen diese spielstarke Mannschaft verdammt schwer, zurückzukommen.“

Abgesehen von ein paar kleineren Nachlässigkeiten in der zweiten Halbzeit, in der Deutz durch die eingewechselten Ilias Koaibi, Ali Sandoghdar und Jonas Bors zu brauchbaren Gelegenheiten gekommen war, stellte Keseroglu seinem Team ein gutes Zeugnis aus: Man habe guten Fußball gespielt, das Spiel dominiert, kontrolliert und viele Inhalte umsetzen können. „Ich bin absolut zufrieden. Es war eine souveräne Leistung und am Ende ein hochverdienter Sieg.“ Zugleich sei der erste Saisontitel auch eine Belohnung der guten Saisonvorbereitung und eine gelungene Generalprobe für den bevorstehenden Ligaauftakt beim FC Hennef 05 (Sonntag, 15 Uhr). Die SV Deutz startet zeitgleich mit einem Heimspiel gegen den SC Rheinbach in die Landesliga 1.

Deutz-Keeper Andreas Wender (l.) im Duell mit Peschs Ahmed-Emin Arslan

Copyright: Uli Herhaus

Lindenthal-Hohenlind gewinnt Spiel um Platz drei gegen DJK Südwest Köln

Das Spiel um Platz drei im Duell der Landesligisten entschied der SC Borussia Lindenthal-Hohenlind gegen Aufsteiger DJK Südwest Köln mit 2:0 (2:0) für sich. Die Treffer zum verdienten Erfolg erzielten Joshua Hauschke (17.) und René Eschmann (43.). „Gegen den Ball war es schon sehr gut. Wir haben nichts zugelassen“, meinte Borussen-Trainer David Gsella (41).

Aus dem Fußballkreis Köln ist somit neben dem FC Pesch und der SV Deutz 05 auch Borussia Lindenthal-Hohenlind für den Verbandspokal qualifiziert. Die erste FVM-Pokalrunde wird Ende Oktober ausgespielt. Die erste Runde im Kölner Kreispokal kommt indes am 3./4. September zur Austragung. In der zweiten Pokalrunde (3. Oktober) kommt es dabei erneut zum Aufeinandertreffen zwischen Lindenthal-Hohenlind und DJK Südwest.

DJK Südwest Köln gewinnt Kreispokal der Frauen

Zu einer überraschend eindeutigen Angelegenheit entwickelte sich das Kreispokal-Endspiel der Frauen zwischen dem SC West Köln und Regionalliga-Aufsteiger DJK Südwest Köln. Am Ende hatte West, dass sich in der vergangenen Saison in der Verbandsliga noch zwei enge Duelle (1:1/1:2) mit dem späteren Titelträger geliefert hatte, bei einem Pausenstand von 0:1 mit 0:8 deutlich das Nachsehen. Die Treffer für die Mannschaft von Jule Brockerhoff erzielten Alisa Sinani (4), Ida Neumann (3) und Henriette Nalbach.

Die DJK Südwest Köln startet am Sonntag (15.15 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld in die Regionalliga West. Der SC West Köln mit Trainer Oscar Mbele nimmt den Spielbetrieb in der Verbandsliga Mittelrhein zwei Wochen später mit einem Gastspiel beim TuS Homburg-Bröltal (6. September) auf.

https://www.bachhausen.de/koelner-amateurfussball-fc-pesch-ist-kreispokalsieger-deutz-hilft-kraeftig-mit/

#amateurfu #deutz #hilft #kolner #kraftig #kreispokalsieger #pesch

Mittelrheinliga: FC Pesch verliert Schlüsselspieler Manuel Glowacz

Der FC Pesch hatte darauf gehofft, dass sein torgefährlicher Spielgestalter noch eine Saison dranhängt. Daraus wird nun nichts.

Kölner Stadt-Anzeiger

In England starteten Rechtsextreme, angestachelt durch Fake News, rassistische pogromähnliche Ausschreitungen gegen Unschuldige. Viele der Accounts, die diese Menschen mit reichweitenstarken Lügen auf Twitter aufgehetzt haben, wurden durch Elon Musk erst entsperrt oder ihnen wurde algorithmisch ihre Reichweite erhöht. Die rassistische Gewalt in England wird aber nicht nur indirekt durch den antisemitischen Twitter-Chef befeuert: Auch Musk selbst scheint besessen von einem “Bürgerkrieg” in Europa zu sein – und offenbar möchte er hier ganz aktiv etwas nachhelfen. 

Wer allerdings führenden Regierungspolitiker wie Außenministerin Baerbock oder Kanzler Scholz auf Social Media folgen möchte, der kommt immer noch kaum um Twitter herum. Warum haben offizielle Stellen noch Accounts auf einer derart gefährlichen Plattform, die inzwischen dazu beiträgt, durch Hass und Lügen Gewalt, Zerstörung und Angriffe auf Freiheit und Demokratie anzufachen?

Was ist passiert?

Der 17-jährige Brite Axel Rudakubana hat am 29. Juli eine Tanzveranstaltung angegriffen und drei Mädchen getötet. Mehrere weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Rudakubana wurde in Großbritannien geboren. Seine Eltern stammen aus Ruanda. Die Familie war christlich und offenbar stark in der lokalen Kirche engagiert. 

Viele weitere Details zeichnen eventuell ein unvollständiges Bild, und wir werden vermutlich noch mehr erfahren. Verschiedene Medien berichten, dass Rudakubana Autist sein könnte. Sein Motiv ist aktuell völlig unklar. 

Desinformations-Accounts mit teils russischen Verbindungen verbreiteten die falsche Behauptung, dass der Täter ein muslimischer Geflüchteter sei, der mit dem Boot vor wenigen Jahren nach England gekommen sei. Das Ziel ist klar: Mal wieder Muslime und Schutzsuchende zum Sündenbock zu machen, die klassischen Feindbilder der extremen Rechten. Dabei ist das natürlich komplett gelogen. Weder Schutzsuchende noch Muslime haben damit etwas zu tun. Das hätten die friedlichen und gesetzestreuen Menschen zwar auch nicht, wenn eine der beiden Eigenschaften auf den Tatverdächtigen zugetroffen hätte, aber selbst das menschenrechtsfeindliche Argument der Sippenhaft, das die Rassisten hier anwenden, geht an der Realität vorbei. Das interessiert die randalierenden Rassisten aber kein bisschen.

Von Fake News zu Flammen: Online-Desinformation führte zu Gewalt in England

Falschinformationen führten also zu den derzeitigen pogromähnlichen Ausschreitungen durch Rechtsextremisten in ganz England. Und nein, wir verwenden dieses Wort nicht leichtfertig. Ein Pogrom beschreibt „Ausschreitungen gegen nationale, religiöse oder ethnische Minderheiten“, was hier ja vorliegt. Auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages liefert eine derartige Definition. Das sind keine “Proteste”, wie einige Medien es verharmlosen, erst recht nicht, wenn man Straf- und Gewalttaten verübt gegen Gruppen, die nichts mit dem zu tun haben, wogegen man angeblich “protestiert”.

Oft handelte es sich bei den gewalttätigen Randalierern um Neonazis, die extra anreisten, um sich an der rassistischen Gewalt zu beteiligen. Die rechtsextremen Chaoten steckten die eigenen Städte in Brand. Sie wurden nur von Gegendemonstranten und Polizisten abgehalten, noch mehr Asylbewerberheime und Moscheen anzugreifen. Das waren unter anderem Leute wie der hier:

In Rotherham wurde ein Feuer vor einem Asylbewerberheim gelegt. In Hull plünderten Randalierer Geschäfte und griffen ein Auto an. Im nordenglischen Sunderland versuchten Demonstranten einen Grabstein zu zerstören, attackierten eine Moschee und setzten ein Gebäude in Brand. In Bolton kam es zu Zusammenstößen zwischen rechtsextremen Demonstranten und Mitgliedern der asiatischen Gemeinschaft. Auch in Liverpool kam es zu Gewalt, dort wurde eine Bibliothek angezündet und ein Geschäft geplündert. In Middlesbrough kontrollierten Männer Autofahrer und fragten nach deren Herkunft, während Randalierer Fensterscheiben einschlugen, Autos anzündeten und ausländische Geschäfte angriffen. Und jede Menge Vorfälle mehr. Hass, Gewalt, Zerstörung. Das passiert, wenn Rechtsextreme mit Lügen aufgehetzt werden. Das sind keine “Proteste” und was sie vermeintlich mit der ursprünglichen Tat zu tun haben sollen, ist nicht nachvollziehbar.

Musks Hass-Algorithmus verbreitet Fakes

Das tatsächliche Verbrechen musste offenbar durch Fakes drastisch aufgebläht und an rechte Erzählungen angepasst werden. Ein christlicher Engländer passt da nicht so gut rein. Viele dieser Fakes wurden auf Twitter verbreitet und von tausenden gesehen. Dort gab es nicht nur keinerlei Hürden dafür, der Algorithmus hat sogar noch kräftig nachgeholfen. Experten sprechen sogar davon, dass Twitter inzwischen wesentlich schlechter mit Fake News umgegangen ist als Telegram. Das soll was heißen. Es könnte die schlimmste Mainstream Social Media Plattform sein, was Hass und Desinformation angeht.

Ein weiterer rechtsextremer Fake, der auf Twitter nicht nur massiv verbreitet wurde, sondern sogar buchstäblich trendete, war ein frei erfundener Name des mutmaßlichen Täters. Der korrekte Name des Angreifers ist Axel Rudakubana. Rechte streuten aber gezielt einen arabisch klingenden Namen, um einander aufzuhetzen. Wie das ISD, eine Beobachtungsstelle für digitalen Extremismus, in einem Report berichtet, wurde der falsche Name des Angreifers sogar in den Trends im Vereinigten Königreich gepusht und dadurch praktisch allen Twitter-Nutzern in England angezeigt.

Screenshot ISD

Twitter hat also aktiv mitgeholfen, den erfundenen Namen “Ali Al-Shakati” einzublenden. Damit soll auch das Narrativ genährt werden, dass es sich beim Angreifer um einen Muslim handelt. Es handelt sich aber wie gesagt um einen christlichen Engländer. 

Das ISD führte auch eine Suche nach dem Hashtag “Southport” durch. Und völlig ohne Zusammenhang zum Suchbegriff wurde ein Hetz-Account eines rassistischen Kriminellen empfohlen. Der Account forderte buchstäblich ethnische Säuberungen gegen Muslime. Und das wäre auch so extrem verwerflich, aber hinzukommt auch noch, dass der Täter ja wie gesagt gar kein Muslim war. Ein Christ verübt Morde und der Nazi-Mob will Muslime aus dem Land deportieren oder schlimmeres. Und Twitter gibt sich aktiv Mühe, diesen Leuten Reichweite zu geben.

Screenshot ISD

Viele der Accounts, die den falschen Namen des Attentäters und falsche Verknüpfungen zur Asylthematik herstellen, waren “Blaue Haken”, und erhielten daher algorithmische Verstärkung. Sie bezahlen Elon Musk dafür, mehr Reichweite zu haben – und verbreiten Neonazi-Hetze und Lügen.

Auch später wurden von Blauhaken-Accounts noch Lügen verbreitet, um die Stimmung weiter anzuheizen. Hier ein Beispiel aus Scunthorpe, die Polizei schrieb, dass es keine Anzeichen für einen geplanten “Aufstand” (von Muslimen/Geflüchteten) gebe. Dieser Nazi-Account warnt aber “Weiße” davor, das Gebiet zu meiden. Wie viel offensichtlicher kann man das faschistische Gedankengut noch präsentieren?

Das alles ist typisch für die Richtung, die Twitter nimmt, seitdem sich buchstäbliche Nazi-Accounts reihenweise Twitter Blue gekauft haben, um ihre Reichweite für ihre  rechtsextreme Propaganda und Lügen zu erhöhen. Wir berichteten:

Die blauen Haken: Mörder, Kriegsverbrecher, Nazis: Auch solche Leute zahlen für Twitter Blue

Der Faschismus ist wieder da. Und er hat sich Twitter Blue gekauft.

Einpeitscher Elon entsperrte EDL-Accounts

Einer der wichtigsten Hass-Persönlichkeiten bei den Protesten ist der Rechtsextremist Tommy Robinson (bürgerlicher Name Stephen Yaxley-Lennon). Seinen Account hatte Elon Musk extra entsperrt, nachdem er früher auf Twitter für seine hasserfüllten Inhalte gesperrt war – und er hat seine Followerschaft seitdem verdoppelt:

Danke, Elon! Robinsons Film “Silenced”, in dem dieser gerichtlich verbotene Falschmeldungen über einen syrischen Schutzsuchenden wiederholt, erhielt auf Twitter 35 Millionen Views. Aktuell “versteckt” sich Robinson in einem 5-Sterne-Hotel in Zypern vor der britischen Justiz. Demonstrierende bei vielen der rechtsextremen Proteste riefen Robinsons Namen.

Robinson feuerte die Proteste ebenfalls weiter mit Lügen an, hier wieder mal mit einer frei erfundenen Geschichte. In Stirling erstach ein weißer Brite eine Frau. Der Rechtsextremist behauptete natürlich, dass der Täter ein Muslim sei, obwohl das mal wieder gar nicht stimmte. Die Polizei widersprach seiner Hetze.

Selbstverständlich werden die meisten derartiger Straftaten von Menschen ohne Migrationshintergrund verübt, aber von der extremen Rechten werden nur diese Fälle instrumentalisiert. Und zur Not lügt man sich das Weltbild weiter zurecht. Wieder passt also die Realität nicht zur rechten Hetze. Die Lügen sollen aber ganz akut die pogromartige Stimmung anheizen. Gut, dass die Polizei hier schnell widersprochen hat. Community Notes zum Post werden aber aktuell nicht angezeigt. 

Rechtsextreme nutzen Fakes gezielt, um Hass zu Schüren

Einen ähnlichen Fake verbreitete Tommy Robinson über einen Angriff in Stoke-o-Trent. Die Polizei bestätigte, dass es dort keinen Messerangriff gab. Offenbar wurde eine Person von einem Gegenstand am Kopf getroffen. Wer den Gegenstand geworfen hatte, war unklar. 

Es gab allerdings keinen Messerangriff, wie Tommy Robinson ohne jegliche Belege behauptete – und natürlich wieder mit “Muslimen” in Verbindung brachte:

In beiden Fällen gibt es vorgeschlagene Community Notes, diese werden aber wie so oft nicht angezeigt auf Twitter. 

Dies zeigt eine Strategie auf: Rechtsextreme nutzen bewusst Fake News, um weitere Gewalt zu schüren. Jetzt heizen sie die Situation mit ihren Lügen weiter an, zwanghaft erfinden sie Messerangriffe und Muslime, um die Followerschaft zu indoktrinieren und ein Bild zu zeigen, das einfach nicht der Realität entspricht. Das ist Hetze und Propaganda. Und das ist alles möglich und wird massiv angefeuert dank des Antisemiten Elon Musk und durch die Freischaltung der lügenden Rechtsextremisten durch ihn. Eine Studie zeigt, dass Twitter unter Musk hart nach rechts gekippt ist, Neonazi-Inhalte mit Blauen Haken genießen massive Reichweiten-Schübe. Elon Musk warf Twitter einst vor, die politischen Debatten zu beeinflussen. Jetzt macht er genau das.

Musk und sein rechter Mob zündeln in ganz Europa

Elon Musk hat aber nicht nur durch indirekt eine Mitschuld dabei, dass rassistische pogromartige Ausschreitungen durch Lügen auf seiner Plattform angeheizt werden. Er ist selbst einer derjenigen, die am reichweitenstärksten antisemitische Verschwörungsmythen, rechtsextreme Propaganda und massenweise Desinformation streuen. Auch im speziellen Fall in England will Musk wohl eine Eskalation sehen – und er zeigt Verständnis für die Neonazi-Gewalt und Zerstörung:

Screenshot standard.de

Es ist nicht das erste Mal: Hier antwortet er jeweils auf rechtsextreme Accounts und eine pro-russische Website, gibt ihnen dadurch Zustimmung und Reichweite. Und fantasiert dabei ständig wie besessen von einem “Bürgerkrieg”.

Es gab keine derartigen pogromartigen Ausschreitungen in England, bevor Musks Netzwerk Lügen an die britische Einwohner ausspielte. 

Wir hatten vorher den rechtsextremen Lügner Robinson erwähnt. Natürlich hat Musk direkt dessen Reichweite gepusht, in dem er zustimmend auf dessen Propaganda reagierte.

Der rechtsextreme Lügner Tommy Robinson interagiert auch regelmäßig mit Musk – die beiden reagieren aufeinander und verbreiten gegenseitig in einvernehmlicher Zustimmung ihre Inhalte. 

In der Vergangenheit retweetete Elon Musk den oben erwähnten Account, der für ethnische Säuberungen gegen Muslime aufrief. Ja: Elon Musk retweetet nicht nur einmal Accounts, die zu ethnischen Säuberungen aufrufen. Und er verbreitet auch Tweets von einer Rechtsaußen-Politikerin, die auf eine Fake-Schlagzeile zu erfundenen Internierungslagern hereingefallen ist. Was sagt das eigentlich über Musk aus?

Musks verdeckte Werbung für Trump

Seit dem Attentat gegen US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat Musk eine direkte Wahlempfehlung für den verurteilten Faschisten ausgesprochen: 

Wegen Musks Chatbot Grok wird aktuell ermittelt, da dieser falsche Wahlinformationen verbreitet hatte. Musks “America PAC”, eine Lobbygruppe, verbreitet offenbar ein gefälschtes Formular für Wahlregistrierungen. Dieses leitet einen nur dann weiter, wenn man in einem pro-republikanischen Staat lebt, speichert aber dennoch alle Informationen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen Musks Pro-Trump-Lobbyorganisation.

Extremistische Einflussnahme auch in Deutschland

Musks Einflussnahme in Richtung rechtsextremer Ideologie geht uns auch in Deutschland etwas an. Musk äußerte sich wenig überraschend wohlwollend zur rechtsextremen AfD. Öffentlich griff er zum Beispiel das Auswärtige Amt an, das konterte schlagfertig, wie wir berichteten:

Das Auswärtige Amt zerstörte Elon Musk auf Twitter – oder?

Lang ist auch die Liste an antisemitischer Propaganda, die Musk bereits unterstützt oder verbreitet hat: 

Elon Musk Antisemit? Die gesamte Chronologie seiner Aussagen

Sogar die WELT, bekannt dafür, rechte Desinformation zu verbreiten und einst Musk über den Klee zu loben, benennt mittlerweile Musks offenen Antisemitismus. 

Schützt uns vor dem Terror-Mob von Musk!

Anstatt dass deutsche Politiker uns vor Musks Terror Mob schützen, der in England pogromartige Ausschreitungen verübt und die Straßen anzündet, lassen sie sich mit dem antisemitischen Verschwörungsgläubigen auch noch stolz ablichten: 

Auch Regierungspolitiker wie Scholz, Baerbock, Lindner und andere Spitzenpolitiker sind weiter vor allem auf Twitter anzutreffen, aber nicht auf anderen Mikroblogging-Diensten wie Bluesky, Mastodon oder Threads. 

Während viele – so auch wir – nur noch pro-forma mit gesperrten Kommentarspalten auf Twitter sind oder ihre Accounts ganz gelöscht haben

Der X-odus

Die Drogeriekette Rossmann boykottiert sogar Tesla, das ebenfalls dem rechtsradikalen Verschwörungsideologen Musk gehört. Auf Twitter kann dagegen ein Russia Today Mitarbeiter, ein Mitarbeiter von Putins Staatspropaganda also, direkt unter einem Tweet des Bundeskanzlers Lügen und Hetze verbreiten – dank Twitter Blue an erster Stelle:  

Wer lesen will, was der Kanzler sagt, wird fast zwangsläufig mit russischer Propaganda konfrontiert und hilflos rechtsextremer Desinformation ausgesetzt. Ist das im Sinne der Bundesregierung und Olaf Scholz?

Das einfachste und mindeste, was deutsche Politiker tun könnten, um zu verhindern, dass Musk mit seinen Nazis und seinen Lügen auch in Deutschland einen “Bürgerkrieg” anheizt und es zu Ausschreitungen wie in England kommt, ist, endlich aufzuhören, dort einen Account zu betreiben und der Plattform damit Relevanz und Wichtigkeit zu geben – und damit diesem Hass und diesen Lügen. Es ist längst überfällig. Sonst sind jede Versprechen, gegen Hass und Desinformation vorzugehen, nur hohle Worte. Was soll Musk machen? Sie verklagen?

Artikelbild: Danny Lawson/PA Wire/dpa  + Owen Humphreys/PA Wire/dpa, Musk: Frederic Legrand – COMEO

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https://www.bachhausen.de/england-wie-elon-musk-hilft-den-buergerkrieg-anzufachen/

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