Sondern freuet euch und frohlocket für und für über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle (Eig schaffe) Jerusalem in Frohlocken um und sein Volk in Freude.
Elberfelder 1871 – Jesaja 65,18

sondern freut euch und jubelt fort und fort über das, was ich erschaffe, denn siehe, ich erschaffe Jeruschalajim zum Jubel und sein Volk zur Freude;
Die Philippson-Bibel – Jesaja 65:18

Sondern hüpfet vor Freude und frohlocket für und für über dem, was Ich, Ich schaffend bin. Denn siehe Ich bin im Begriff, zu schaffen Jerusalem zum Frohlocken und ihr Volk zur hüpfenden Freude,
Pfleiderer Übersetzung – Jes 65,18

Freut euch vielmehr und jubelt ohne Ende / über das, was ich nun erschaffe. / Zur Stadt der Freude mache ich Jerusalem, / und seine Bewohner erfülle ich mit Glück.
Neue evangelistische Übersetzung – Jes 65:18

Gehörst du auch zu den Menschen, deren Glauben so schwach ist, dass sie glauben, dieser Vers aus Jesaja wäre nur „symbolisch zu verstehen“, bzw. „geistig zu verstehen“? Also, dass Jehovah zu schwach wäre, sich um diese Stadt zu kümmern, und Er deshalb ein „geistiges Jerusalem“ gemeint hätte? Schau genau hin, was in den nächsten Monaten mit dieser Stadt passieren wird!

andere Kommentare zu diesem Vers:

In Jesajas Prophezeiung heißt es weiter: „Frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken. Und ich will mich über Jerusalem freuen und über mein Volk frohlocken; und nicht mehr wird darin der Laut des Weinens oder der Laut eines Klageschreis gehört werden“ (Jesaja 65:18, 19). Nicht nur die Juden werden sich über ihr wieder besiedeltes Heimatland freuen, sondern auch Gott, denn er wird Jerusalem schönmachen: Noch einmal wird es das Zentrum der wahren Anbetung auf der Erde. Den Laut des Weinens über ein Unglück — einen Laut, der Jahrzehnte zuvor in den Straßen jener Stadt zu hören war — wird es nicht mehr geben.

Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen

In diesen Versen beschreibt der Herr das Tausendjährige Reich, das hier offensichtlich mit der ewigen Zukunft ( der neue Himmel und die neue Erde ) gleichgesetzt wird. …
… Während des Tausendjährigen Reiches wird Jerusalem ein Ort der Freude sein ( Jes 65,18 ). Und auch der Herr selbst wird sich freuen darüber, denn alles Leid wird verschwunden sein (V. 19 ). Zwar ist der Tod noch vorhanden, aber die Lebenslänge wird ausgedehnt sein (V. 20 ), und die Menschen werden die Sicherheit und die Früchte ihrer Weinberge genießen (V. 21 – 22 ). Gottes Segen wird auf ihrer Arbeit und ihren Familien liegen (V. 23 ), und er wird ihre Gebete ohne Verzögerung beantworten (V. 24 ). Wilde Tiere werden ihre Wildheit verlieren (vgl. Jes 11,6-8; Hos 2,20 ), und Harmonie und Frieden werden unter Gottes Hand herrschen ( Jes 65,25 ). (Zu Gottes heiligem Berg vgl. die Anmerkungen zu Jes 11,9 .)

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

V. 18 redet die gegenwärtige Generation an. Obwohl dieses alles noch Zukunft ist, gilt schon heute: freut euch und jubelt immerfort. Dieser Jubel ist keine menschliche Leistung, sondern Anteilnahme an Gottes eigener Freude, weil ich Jerusalem zum Jubel schaffe. Wie Gott den neuen Himmel und die neue Erde schafft, so schafft er ein Ruinenfeld zum Gegenstand des Jubels. Dieses Jubeln hat den Grund darin, daß Gott von sich selbst sagt: ich juble über Jerusalem. Gott schafft etwas zum Jubeln und freut sich selbst als erster darüber. Sollte Israel dann mit verschlossenem Mund abseits stehen bleiben? Das wäre die wahre Umkehr, wenn dieser Lobpreis heute schon geschähe!
Nun kann aber die Freude über Gottes neue Welt nur Gestalt annehmen in der Weise, wie das Alte Testament innerhalb seiner heilsgeschichtlichen Grenze reden kann. Das gute und gesegnete Leben ohne Sorgen und Krankheit ist das Veranschaulichungsmaterial für das, was wir »ewiges Leben« nennen. War das frühere Leben unter dem Gericht Gottes von der Kürze der Lebenstage geprägt (der Säugling …, der nur wenige Tage lebt), so ist ewigkeitliches Leben im Kontrast dazu ein Leben, in dem der Greis … seine Tage … erfüllt, das heißt alt und lebenssatt stirbt. Von einer Überwindung des Todes und der Sterblichkeit verlautet hier nichts. Das sagt erst das Neue Testament. Doch auch ohne diese letzte Klarheit wird die qualitative Andersartigkeit des kommenden Lebens deutlich. Nicht hundert Jahre alt zu werden, würde als Zeichen des Fluches gelten – was natürlich nicht vorkommt.

Schneider – Wuppertaler Studienbibel

Es kommt zu einer neuen Welt

Das Reich wird übergehen in den neuen Himmel und auf eine neue Erde.
Die Krönung besteht darin, dass das himmlische Jerusalem als Braut des Lammes auf die Erde kommt, um die Stelle des irdischen Jerusalem einzunehmen (Offb 21). Es steht dann immer noch in Beziehung zu Israel. Das 1000-jährige Königreich wird der Übergang dazu sein.

Denn siehe, ich schaff e einen neuen Himmel und eine neue Erde; und an die früheren wird man sich nicht mehr erinnern, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen. Sondern freut euch und frohlockt auf ewig über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich verwandle Jerusalem in Frohlocken und sein Volk in Freude. Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen; und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird nicht mehr darin gehört werden. (Jes 65,17–19)

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. (Offb 21,1–2)

Ab der Wiederkunft Jesu, der Aufrichtung Seines Königreichs und Seiner Herrschaft wird Jerusalem endlich das sein, was die Bedeutung seines Namens ausdrückt, «Gründung des Friedens».
Erst dann, wenn Jerusalem durch den Friedefürsten Frieden hat, wird auch die übrige Welt zum Frieden gelangen. Solange Jerusalem nicht zur Ruhe kommt, wird die Welt nicht zur Ruhe kommen. – Deshalb:
Bittet um den Frieden Jerusalems! Es gehe wohl denen, die dich lieben! (Ps 122,6)

Wenn Jerusalem zu so Hohem berufen ist, verwundern wir uns dann über die Zerreissproben, in denen diese Stadt steht? Über den geistlichen Kampf um diese Stadt? Um das Auf und Ab, das Hin und Her in Jerusalems Geschichte? Weltmächte, gesteuert von geistlichen Mächten, kämpfen um Jerusalem und feinden ihre von Gott gegebene Berufung an. Satan will die Stadt Gottes als seine Stadt haben und es wird ihm kurzzeitig gelingen, bis der Herr zurückkommt, um Seinen Anspruch geltend zu machen.
Im Babylonischen Talmud heisst es:
«Zehn Mass Schönheit kam auf die Erde herab. Jerusalem bekam davon neun. Die übrige Welt eins.
Zehn Mass Leiden kam auf die Erde herab. Jerusalem bekam davon neun Mass. Die übrige Welt eins.»
Sicher sind wir durch die Ereignisse im Jahr 2017 der Erfüllung biblischer Prophetie ein Stück näher gekommen.

Norbert Lieth – Brennpunkt Jerusalem: Weshalb ist die jüdische Hauptstadt so umstritten?

https://blog.thomas-pape.de/2026/03/21/denn-siehe-ich-bin-im-begriff-zu-schaffen-jerusalem-zum-frohlocken/ #Bibel #geistigVerstehen #Glaube #Glauben #Gott

Vor kurzem einen Vortrag gehört, in dem mehrfach betont wurde, dass Jerusalem die Stadt Jehovahs WAR – aber nicht mehr ist. Begründung, die vorgetragen wurde: Jesus sagte, als er auf die Stadt schaute, die Zerstörung der gesamten Stadt vorraus.
Aber wie wäre es mit weiter lesen in der Bibel? Nachdem Jesus getötet und wieder auferweckt wurde, fragen ihn seine Jünger:

Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten ihn und sagten: Herr, stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her?
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 1,6

Diese Ankündigung führte dazu, dass die Apostel, als sie ein weiteres Mal mit Jesus zusammen waren, ihm die Frage stellten: »Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du das israelitische Reich wiederherstellst?«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Apostelgeschichte 1:6

Als sie nun zusammengekommen waren, fragten sie ihn: „Herr, stellst du jetzt das Königreich für Israel wieder her?“
neue Welt Übersetzung – 2018 – Apg 1,6

Egal welche Übersetzung man in die Hand nimmt: die Jünger fragen nach dem Königreich über Israel! Sie erwarten noch immer, dass Jesus das Versprechen an Abraham und David wahr macht, und die Herrschaft übernimmt!
Und was antwortet Jesus?
Man sollte annehmen, dass der Vortragsredner recht hat, und Jesus nun antwortet:
„Nein, wie doof ist eure Frage! Ich hatte euch doch vor meinem Tod gesagt, dass Jerusalem zerstört wird! Nun, damit meinte ich, das Israel verworfen ist! Ihr müsst jetzt alles geistig verstehen! Jehovah meinte immer, dass es ein geistiges Israel geben würde, und ihr werdet ein Teil dieses geistigen Jerusalems werden!“
Aber welche Handschriften, welche Übersetzungen schreiben diese fiktive Antwort? KEINE! Denn Jesus meinte nie nie nie, dass es ein geistliches, geistiges Jerusalem geben würde. ER antwortet:

Er sprach aber zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeit oder Zeiten (W. Zeiten oder bestimmte Zeiten) zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat. (And üb.: in seiner eigenen Gewalt festgesetzt hat)
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 1,7

Jesus gab ihnen zur Antwort: »Es steht euch nicht zu, Zeitspannen und Zeitpunkte zu kennen, die der Vater festgelegt hat und über die er allein entscheidet.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Apostelgeschichte 1:7

Er antwortete: „Ihr braucht die Zeiten oder Zeitabschnitte nicht zu kennen, die nur der Vater berechtigt ist festzulegen.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Apg 1,7

Ich kann gut verstehen, dass Christen im Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert herein, glaubten, dass es ein „geistiges Israel“ geben müsste, denn es gab kein Israel mehr. Aber damit sich biblische Verheißungen buchstäblich erfüllen können, hat Jehovah dafür gesorgt, dass es ein wirkliches Israel wieder gibt!
Wenn man also so öffentlich das Gegenteil von Jesus behauptet, welche Lügen tischt man dann den Zuhörern noch auf? Und warum hören die Menschen weiter zu, und widersprechen nicht öffentlich solchen Falschaussagen???

https://blog.thomas-pape.de/2025/07/21/jerusalem-war-die-stadt-jehovahs/

#geistigVerstehen #Glaube #Glauben #Gott #Jesus #ZeugenJehovas

So spricht Jehova, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin Jehova, dein Gott, der dich lehrt, (O. Ich, Jehova, dein Gott lehre dich) zu tun, was dir frommt, der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst.
Elberfelder 1871 – Jesaja 48,17

So hat ER gesprochen,
dein Auslöser,
der Heilige Jissraels:
ICH bin es, dein Gott,
der dich zunutz belehrt,
der dich bewegt auf dem Weg, den du gehn sollst.
Buber & Rosenzweig – Jesaja 48:17

So spricht der Ewige, dein Erlöser, Jisraels Heiliger: Ich, der Ewige, dein Gott, lehre dich, was Nutzen bringt, leite dich auf dem Wege, den du gehen sollst.
Die Philippson-Bibel – Jes 48,17

Da wir den Vers 18 schon einmal hatten, hier nur Ergänzungen.

Die Verse 17-19 befassen sich mit einer der traurigsten Fragen, die man sich stellen kann: Was wäre gewesen, wenn Israel gehorcht hätte? In Vers 17 ruft Gott sein Volk zum Gehorsam auf: So spricht Jehova, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin Jehova, dein Gott, der dich lehrt, was nützlich ist, und der dich auf dem Weg führt, den du gehen sollst. Als Erlöser und Heiliger Israels lehrte JHWH sein Volk, körperlich und geistig zu profitieren. Er war auch derjenige, der sie auf den Weg führte, den sie gehen sollten.

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

der dich lehrt, was dir nützlich ist Anders als die Götzen, deren Verehrung ohne Nutzen ist (44,9), ist es keine vergebliche Anstrengung, dem Herrn zu dienen.

Reformations-Studien-Bibel

Gott, der Heilige Israels (s. Erklärung zu 1:4), erinnert sein eigenwilliges, störrisches Volk immer wieder an das, was er für die Seinen tut: erlösen (→Erlöser), lehren, helfen, leiten. Er will segnen, bewahren und mehren (V. 19). Aber sein Volk steht sich selbst im Weg, wenn es Gottes Gebote nicht ernst nimmt. Der ganze Umfang der Zusagen Gottes erschließt sich in den beiden Wörtern Friede und Gerechtigkeit, die im Hebräischen eine viel größere Bedeutungsbreite haben: Friede schließt Gelingen und Wohlstand mit ein, mit Gerechtigkeit ist hier nicht ein menschliches Tun gemeint, sondern die Erfahrung von Gottes helfendem Eingreifen (s. Erklärung zu 41:10).

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Gott mag Sie manchmal in schwierige Situationen und Umstände führen (Markus 6:45; Lukas 10:1), aber wohin er Sie auch führt, er tut es, „um Ihnen Gutes zu tun“ (5. Mose 8:16).

The Charles F. Stanley life principles Bible: New King James Version

Die Kosten des Widerstands gegen Gottes Wort; die Segnungen des wahren Zuhörens. Wer lehrt euch, Gewinn zu machen? Falsche Werte sind Götzen, die nicht nützen (vgl. 44:9). meine Gebote. Selbst wenn Gottes Prophezeiungen über die Zukunft schwer zu glauben waren, lagen seine praktischen Gebote im Bereich des menschlichen Verständnisses. Frieden … wie ein Fluss. Nicht saisonal, sondern immerwährend. Gerechtigkeit wie die Wellen des Meeres. Die Sünde immer wieder bedeckend. wie der Sand … wie seine Körner. Siehe Gen. 15:5 und 22:17.

The ESV Study Bible

THEODORETOS VON KYROS: „Ich bin der Herr, dein Gott. Ich habe gezeigt, wie man meinen Weg findet, damit ihr davon profitieren könnt, wenn ihr auf diesem Weg reist“ [Vers 17]. … Aber da die Juden nicht bereit waren, diese Gebote zu befolgen, betrachteten sie es aufgrund ihrer Bindung an eine fleischliche Denkweise als Zeichen des Segens, viele Kinder zu haben. … Dennoch, obwohl ihr meine Gesetze verachtet habt, werde ich euch als würdig erachten und ihr werdet wieder ‚mein Volk‘ genannt werden.

Ancient Faith Study Bible

https://blog.thomas-pape.de/2025/02/08/der-heilige-jissraels/

#Bibel #geistigVerstehen #Glaube #Glauben

Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144000 Versiegelte, aus jedem Stamme der Söhne Israels.
Elberfelder 1871 – Offenbarung 7,4

Ich hörte, wie viele Menschen das Siegel bekamen: Es waren 144.000 aus allen Stämmen Israels:
NeÜ bibel.heute Stand 2024 – Offenbarung 7:4

Dann vernahm ich die Zahl derer, denen das Siegel aufgedrückt wurde. Die Gesamtzahl der auf diese Weise Gekennzeichneten betrug hundert-vier-und-vierzig-tausend; sie gehörten allen Stämmen der Kinder Israels an:
Johannes Greber NT – 1936 – Offb 7,4

Johannes hörte die Namen der zwölf Stämme, aus denen jeweils zwölftausend versiegelt, d. h. geschützt wurden. Die zwölf Stämme Israels sind also keineswegs „verloren“, wie manchmal behauptet wird.
Es gab in der Exegese Ansätze, die zwölf Stämme mit der Kirche zu identifizieren, um die Folgerung zu vermeiden, daß es sich bei diesen Versiegelten tatsächlich um Israel handelt. Die Tatsache jedoch, daß die Stämme namentlich aufgezählt werden und zudem aus jedem dieser Stämme eine konkrete Zahl genannt wird, scheint die Aussage von der symbolischen auf die Realitätsebene zu verlagern und eine wörtliche Deutung zu rechtfertigen. Wenn Gott gewollt hätte, daß ganz deutlich wird, daß mit diesen Versen Israel gemeint ist, dann hätte er es sicherlich auf genau diese Weise ausgedrückt. Im übrigen stehen nirgendwo sonst in der Bibel die zwölf Stämme Israel für die Kirche. Es liegt auf der Hand, daß Israel die Zeit der Trübsal durchlaufen wird, und wenn die Menschen heute auch noch nicht wissen, welcher Stamm dazugehören wird, so weiß es doch Gott auf jeden Fall.
Es ist viel darüber spekuliert worden, warum der Stamm Dan an dieser Stelle ausgelassen wurde. Josef und der eine seiner beiden Söhne, Manasse, sind in die Liste aufgenommen, wohingegen Ephraim, der zweite Sohn Josefs, nicht erwähnt wird. Wäre Dan ebenfalls genannt, so wären es dreizehn Stämme gewesen. Nach J. B. Smith enthält die Heilige Schrift im Alten und Neuen Testament zusammen 29 Aufzählungen der Stämme Israels, wobei in keiner mehr als zwölf aufgeführt werden (A Revelation of Jesus Christ, S. 130). Gewöhnlich wurde der Stamm Levi, aus dem sich die Priesterschaft rekrutierte, weggelassen. Wenn also ganz einfach die Zwölferzahl nicht überschritten werden sollte, so ist die Auslassung des Stammes Dan ohne Bedeutung. Möglicherweise wurde der Stamm jedoch auch nicht erwähnt, weil er als einer der ersten dem Götzendienst verfiel ( Ri 18,30; vgl. 1Kö 12,28-29 ). In Hes 48,2 gehört der Stamm Dan allerdings zu denen, die im Tausendjährigen Reich das Land in Besitz nehmen werden.
Die entscheidende Lehraussage dieser ganzen Passage bleibt auf jeden Fall bestehen: Gott wird auch in dieser letzten schrecklichen Zeit über Israel wachen. Überlegungen über die Anzahl oder die Namen der Stämme, die lediglich darauf abzielen, das hier Gesagte mit der Kirche in Verbindung zu bringen, entbehren also jeglicher biblischen Grundlage.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Die 144.000 aus Offenbarung 7 und 14

Buswell nimmt Offenbarung sieben ganz wörtlich und sieht die 144.000 als Juden, die in der Großen Trübsal gläubig werden. Er sieht dies als „Bild der jüdischen Evangelisation“. Abgesehen von seinem Timing bezüglich der Entrückung stimmt der Dispensationalismus mit dieser Ansicht überein. Wie bei Offenbarung 7 sieht Buswell die 144.000 in Offenbarung 14 als buchstäbliche Juden aus allen zwölf Stämmen, die während der Trübsal gerettet werden.

Ladd versucht jedoch, die Jüdischkeit der 144.000 zu beseitigen. Wenn Ladd behauptet, „dass diese zwölf Stämme im Alten Testament nirgends in irgendeiner Auflistung der zwölf Stämme Israels auftauchen“, erweckt er fast den Eindruck, dass dies für die gesamte Namensliste gilt; es trifft jedoch nur auf einen Namen zu: Daniel Die Tatsache, dass Johannes sich die Mühe machte, die Namen aufzulisten, würde eindeutig darauf hindeuten, dass er von buchstäblichen Juden spricht. Ladds Frage: „Wie können diese zwölf Stämme dann buchstäbliche Juden sein, wenn sie nicht die buchstäblichen zwölf Stämme Israels sind?“ kann ziemlich einfach beantwortet werden: Sie sind die buchstäblichen zwölf Stämme Israels, und das Fehlen von Dan disqualifiziert die anderen Namen nicht als die buchstäblichen Stämme Israels. Gott hat sich einfach entschieden, keine 12.000 aus dem Stamm Dan für seinen Zweck bezüglich der 144.000 auszuwählen. Mit solch einer fadenscheinigen Begründung ist Ladd gezwungen, diese 144.000 zum Symbol für „das wahre Israel, das wahre Volk Gottes“ zu machen, was für Ladd die Gemeinde bedeutet. Da es wieder keine klare Aussage gibt, dass Israel die Gemeinde ist, ist Ladd gezwungen, diesen Ansatz durch die Hintertür zu verwenden: die 144.000 sind die Gemeinde; die 144.000 sind in der Trübsal; deshalb ist die Gemeinde in der Trübsal.

Ladd stellt seine Ansicht über die 144.000 in einem späteren Werk ausführlicher dar, aber wegen seines Bundes-Prämillennialismus und Nachtrippulationismus betreibt er eine schlampige Exegese von Offenbarung sieben. Eine einfache Lesung der Passage würde offensichtlich ergeben, dass diese 144.000 Juden sind, aber Ladd erklärt, dass „es unmöglich ist, dass diese buchstäblich Juden sind.“ Das ist im besten Fall eine reine Vermutung und im schlimmsten Fall eine Lobhudelei. Der Text sagt eindeutig, dass diese 144.000 aus den zwölf Stämmen Israels kommen, und die aufgeführten Stämme sind die üblichen jüdischen Namen aus dem Alten Testament. Die natürliche Lesart der Passage würde diese zu Juden machen; Ladd versucht jedoch zu beweisen, dass sie es nicht sind. Seine Aussage, dass „die zwölf aufgeführten Stämme einfach nicht die zwölf Stämme Israels sind“, ist viel zu pauschal. In der Tat ist jeder in Offenbarung sieben aufgeführte Stamm unter den zwölf Stämmen Israels zu finden. Es stimmt zwar, dass der Stamm Dan fehlt, aber das reicht kaum aus, um zu behaupten, dass alle anderen aufgeführten Stämme „einfach nicht die zwölf Stämme sind.“ Es ist nicht wahr, dass der Stamm Ephraim weggelassen wird. Der Name wird einfach durch den Namen seines Vaters, Joseph, ersetzt. Es gibt auch keinen Grund für die Annahme, dass „der Stamm Manasse zweimal enthalten ist.“ Der Stamm Josephs steht für den Stamm Ephraim, während der Stamm Manasse für sich selbst steht. Selbst wenn Manasse zweimal eingeschlossen ist, schließt das nicht aus, dass sie buchstäblich Juden sind. Wiederum ist dies nachlässige Exegese. Ladd versucht mit aller Kraft, seine posttribulationale Theologie in den Text zu drücken. Offenbarung 7,4 sagt eindeutig, dass diese 144.000 aus jedem Stamm der Kinder Israels kamen, doch Ladd behauptet, dass sie „einfach nicht die zwölf Stämme Israels sind.“ Wem soll der Leser also glauben: Johannes, der das Buch geschrieben hat, oder Ladd? Die Namen, die Johannes aufführt, sind: Juda, Ruben, Gad, Asser, Naftali, Manasse, Simeon, Levi, Issaschar, Sebulon, Joseph und Benjamin. Sind das nicht die bekannten jüdischen Namen aus dem Alten Testament, die von den Stämmen Israels sprechen? Ladd erklärt, dass „die zwölf aufgeführten Stämme einfach nicht die zwölf Stämme Israels sind“, aber mit nur einer Ausnahme (Dan) sind es genau diese Stämme Israels. Die Tatsache, dass der Stamm Dan fehlt, ist kaum ein exegetischer Beweis dafür, dass alle genannten Stämme nicht jüdisch sind.

Ladd benutzt den fehlenden Dan, um zu seinem eindeutigen Schluss zu kommen, dass diese 144.000 die Gemeinde sind. Er erklärt: „Wir können glauben, dass Johannes die 144.000 absichtlich in einer unregelmäßigen Auflistung von Stämmen aufführte, um zu sagen, dass hier diejenigen sind, die wahre geistliche Juden sind, ohne buchstäbliche Juden zu sein: mit anderen Worten, die Gemeinde.“ Es ist wirklich schwierig, Ladd ernst zu nehmen, denn das ist eine sehr phantasievolle Exegese. Er macht Überstunden, um zu versuchen, das Jüdischsein der 144.000 zu beseitigen. Nur wegen des Ausschlusses von Dan besteht Ladd darauf, dass es sich nicht um buchstäbliche Juden handelt, sondern um die Gemeinde. Für ihn sind „die 144.000 die Gemeinde an der Schwelle der großen Trübsal“. Ladd, ein Posttribulationist, hat keinen einzigen Vers, der die Gemeinde tatsächlich in die Trübsal versetzt, also muss er einen Ansatz durch die Hintertür verwenden; dies ist eine solche Hintertür. Die 144.000 sind eindeutig in der Trübsal. Indem er die 144.000 zur Gemeinde macht, ist Ladd in der Lage, die Gemeinde in die Trübsal zu bringen.

Außerdem ist das Fehlen eines Stammes keine Besonderheit des Buches der Offenbarung. In Deuteronomium 33 spricht Mose die Stämme einzeln an. Jeder Stamm wird genannt, außer einem: Simeon. Nicht einmal Ladd würde behaupten, dass eine solche „unregelmäßige Auflistung“ durch Mose bedeutet, dass es sich nicht um buchstäbliche Juden, sondern um die Kirche handelt.

Nachdem er in Offenbarung 7,1-8 von den 144.000 geschrieben hat, spricht Johannes dann in Offenbarung 7,9-17 von einer anderen Schar, die kein Mensch zählen konnte und die aus jeder Nation und Sprachgruppe kam. Bei einer einfachen Lektüre des Textes würde man diese beiden unterschiedlichen Gruppen in zweierlei Hinsicht voneinander unterscheiden. Die erste Gruppe ist jüdisch, aber die zweite ist heidnisch. Die erste Gruppe wird mit genau 144.000 gezählt, wobei 12.000 aus zwölf Stämmen kommen. Die zweite Gruppe ist eine riesige Schar, die kein Mensch zählen kann. Wenn man den Text so stehen lässt, wie er lautet, ist dies die einfache Bedeutung; aber das kann Ladd nicht tun. Er behauptet, dass die Zahl 144.000 „eine symbolische Zahl ist, die die Vollständigkeit darstellt.“ Die meisten Theologen sind sich jedoch einig, dass die symbolische Zahl für Vollständigkeit sieben ist. Nachdem er die Zahl 144.000 als buchstäblich bedeutungslos abgetan hat, identifiziert er dann die unzählige Schar aus allen Nationen als dieselbe Gruppe wie die 144.000, trotz der beiden widersprüchlichen Beschreibungen der beiden: Israel und Nationen (Heiden); und, gezählt und unzählig. Das ist keine Exegese. Das ist das Aufzwingen der eigenen Theologie auf den Text. In diesem Fall ist es Ladds Beharren darauf, dass beide Gruppen die Kirche bilden, das ihn dazu zwingt, die Details zu ignorieren. Es ist Ladds Voraussetzung, dass die Kirche das neue Israel ist, die zu einem solch lässigen Umgang mit dem Text führt. Ladd ist nicht nur der Meinung, dass das Neue Testament das Alte Testament „umgedeutet“ hat, sondern er benutzt seine Bundestheologie auch, um das Neue Testament umzudeuten.

Arnold Fruchtenbaum – Israelologie – das fehlende Glied in der systematischen Theologie

Dieser Vers macht zwei Dinge bezüglich dieser Gruppe deutlich:
1 Johannes hörte die Zahl. Er sah die Gruppe, aber es wurde nicht ihm überlassen, ihre Anzahl zu schätzen. Es ist eine von Gott gegebene Anzahl und sie muss als solche behandelt werden. Die ausdrücklich angegebene Anzahl steht in unübersehbarem Kontrast zur unzählbaren Menge in der zweiten Hälfte des Kapitels. In Übereinstimmung mit allen übrigen Zahlen in diesem Buch müssen wir auch diese buchstäblich verstehen. Wir brauchen nicht einzuschränkend zu sagen, dass es um runde Zahlen gehe, dass aus jedem Stamm „mehr oder weniger“ 12 000 versiegelt werden. Alford schreibt stellvertretend für viele Ausleger: „Niemand, von dem ich weiß, hat diese Zahl je buchstäblich aufgefasst, als ob genau diese Zahl und nicht mehr gemeint sei.“ Postmillenarische und amillenarische Ausleger müssen zur symbolischen Deutung Zuflucht nehmen, da sie in den 144 000 die Gemeinde sehen. Da in den nachfolgenden Versen die nationale Herkunft dieser Versiegelten genannt wird, ist es unmöglich diese Verse auf die Gemeinde zu beziehen, und mithin haben wir alle Ursache, die Zahl buchstäblich zu verstehen. In der Zahl selbst schwingen symbolische Bedeutungen mit, aber deshalb ist sie nicht weniger exakt. Zwölf ist in der Bibel stets die Zahl vollkommener Regierung und Verwaltung, und sie steht in besonderer Weise mit dem Volk Israel in Verbindung. Zwölf Erzväter stehen am Anfang der Geschichte dieser Nation; zwölf Stämme bildeten die Gesamtheit der Nation; der Hohepriester hatte zwölf Steine auf dem Brustschild, um die ganze Nation zu repräsentieren, und aus dieser Nation wurden zwölf Apostel herausgerufen. Das Heilige Jerusalem, der Regierungssitz der neuen Schöpfung, hat zwölf Tore und zwölf Grundlagen (21,12). Die zwölftausend aus jedem der zwölf Stämme Israels sind ein Hinweis auf weltweite Regierung. Es wird ein weltweiter Dienst eingeführt, der die ganze Welt innerhalb der verfügbaren Zeit umspannen wird.

2 Der Grundsatz, dass man die Bibel das sagen lässt, was sie sagt, hätte viele Ausleger vor falscher Auslegung bewahrt. Dieser Abschnitt lehrt ganz schlicht, dass Gott Sein Heilshandeln mit dem Volk Israel wieder aufnehmen wird. Das ist aber eine Wahrheit, welche die Amillenarier ablehnen. W. Hendriksen ist ein typisches Beispiel: „Es ist daher ganz klar, dass die Versiegelten in Off 7 die gesamte kämpfende Kirche der alten und der neuen Haushaltung symbolisieren … die 144 000 versiegelten Personen aus den zwölf Stämmen des buchstäblichen Israel symbolisieren das geistliche Israel, die Gemeinde Gottes auf Erden.“ Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie vorgefasste Ideen die Auslegung festlegen. Wir sollten beachten, dass der Abschnitt selbst nichts von „Symbolen“ sagt. Wir sollten auch beachten, dass wenn immer das NT die Namen „Israel“ oder „Jakob“ nennt und mit den Nachkommen verbindet, von den irdischen Nachkommen des Erzvaters die Rede ist. Gal 6,16 ist keine Ausnahme zu dieser Regel. Das „Israel Gottes“ sind gerettete Juden, welche gezeigt haben, dass sie zur wahren Nachkommenschaft des Glaubens, des Glaubens Abrahams, gehören. Die Gruppe im vorliegenden Text besteht aus 144 000 wiedergeborenen Israeliten, die für einen bestimmten Auftrag versiegelt werden.
Die üblichen Einwände gegen eine buchstäbliche Deutung der Stämme Israels sind folgende:
a) Sogar in neutestamentlicher Zeit gab es nur Angehörige von Juda und Benjamin im Land Israel. Man hat angenommen, dass die zehn Stämme seit der Verschleppung durch die Assyrer im Jahre 722 v. Chr. „verloren“ seien. Das hat im 19. Jahrhundert zu den phantasievollen Mythen der Britisch-Israel-Theorie und ähnlichen Gebilden geführt. Lange huldigten gewisse Leute der Vorstellung, die „verlorenen“ Stämme hielten sich in einer unbekannte und entlegenen Weltregion versteckt, um zur gegebenen Zeit aufzutauchen und das Erbe zu beanspruchen. Inzwischen ist die Welt zu gründlich erforscht, als dass diese Theorie noch viele Anhänger hätte. David Baron hat in The History of the Ten „Lost“ Tribes vor vielen Jahren (1915) aufgezeigt, dass diese Ideen auf grober Unkenntnis sowohl der Bibel als auch der Geschichte fußen.
Es trifft zu, dass bei der Wiederherstellung unter Serubbabel (536 v. Chr.) und Esra (458 v. Chr.) nur ein kleiner Teil der Juden aus der Diaspora zurückkehrte, aber unter ihnen fanden sich Angehörige aller Stämme, da Babel das assyrische Reich erobert hatte. Im NT werden Angehörige aus Juda, Benjamin, Aser und Levi ausdrücklich erwähnt. Da jene Region Juda und Benjamin gehörte, hat man angenommen, nur Angehörige dieser beiden Stämme seien zurückgekehrt. Der Großteil der ganzen Nation verblieb im Zweistromland, wo das assyrische und das babylonische Weltreich gewesen waren, bis veränderte Lebensverhältnisse unter nachfolgenden Reichen sie auf das ganze Römische Imperium verteilte. Es hat nie zehn „verlorene“ Stämme gegeben.
b) Alle Aufzeichnungen von den Stämmen sind verschollen, und es ist wahr, dass bei der Zerstörung Jerusalems durch die Römer alle Stammbäume verloren gingen, so dass die Stammeszugehörigkeit nur noch eine Sache der Erinnerung blieb, weshalb heute nur noch wenige Juden ihre Stammeszugehörigkeit nachweisen können. Das ist aber dem Glauben kein größeres Problem als jenes der Rückkehrer in den Tagen Esras (Esr 2,61-63). Es ist keine Frage, dass ein Gott, der eine Nation trotz ihres Unglaubens in das Land ihrer Väter zurückbringen konnte, auch jene Urkunden wiederherstellen kann, welche den Nachweis der Stammeszugehörigkeit ermöglichen werden.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

und wie schon einmal bemerkt: die Lehre, dass es sich um besonders gesalbte ZJ handeln würde, hat sich ja nun als Falsch erwiesen, denn:

Gemäß Offenbarung 7:4-8 und 14:1-3 ist die Zahl der geistigen Israeliten, die versiegelt werden, um mit dem Messias das himmlische Königreich zu ererben, auf 144 000 beschränkt. Daher muß die Zeit kommen, da nur noch einige, nämlich die letzten Glieder der Königreichsklasse, die erforderlich sind, um deren Zahl vollzumachen, auf der Erde sein werden. Sie würden im Glauben nicht gespalten sein wie die Religionsgemeinschaften der Christenheit, sondern sie würden im Glauben eins sein, obschon sie verschiedenen Rassen, Nationen oder Stämmen angehörten und eine unterschiedliche Hautfarbe hätten.

Gottes „ewiger Vorsatz“ jetzt zum Wohl des Menschen glorreich verwirklicht

Die Tatsachen zeigen, daß die allgemeine Berufung oder Einladung zu dem himmlischen Preis, die Gott ergehen ließ, aufgehört hat, da bereits die volle Zahl berufen und auserwählt worden ist. Deshalb verkündigen die christlichen Zeugen Jehovas heute weit und breit die gute Botschaft, daß man durch Gottes Königreich ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde erlangen kann.

Erwachet! 22.Juli 1973

Uns fällt auf, daß der Überrest der geistigen Israeliten, die in „diese Hürde“ gehören, bis zum Frühjahr 1935 völlig damit beschäftigt war, die letzten Glieder, die benötigt wurden, um die volle Zahl von 144 000 geistigen Israeliten zu erreichen, in „diese Hürde“ einzusammeln. Das sollten die letzten sein, die in den neuen Bund aufgenommen würden, dessen Mittler der vortreffliche Hirte ist, der als das „Lamm Gottes“ starb, um das „Blut eines ewigen Bundes“ zu beschaffen (Hebräer 13:20; Psalm 50:5).

Der Wachtturm – 15.Mai 1984

Es gibt berechtigten Grund zu der Annahme, daß die Gesamtzahl der 144 000 gesalbten Christen bereits vor Jahrzehnten erreicht worden ist.

Es gibt berechtigten Grund zu der Annahme, daß die Gesamtzahl der 144 000 gesalbten Christen bereits vor Jahrzehnten erreicht worden ist.

https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1996607

„Kein weiteres Hinzufügen!“
Bei einer Gilead-Abschlußfeier im Jahr 1970 sprach Frederick Franz, der damalige Vizepräsident der Watch Tower Society, vor den Studenten von der Möglichkeit, daß sie, die alle zu den anderen Schafen mit der irdischen Hoffnung gehörten, jemand taufen könnten, der den Anspruch erhebt, zum gesalbten Überrest zu gehören. Kann das tatsächlich geschehen? Wie er erklärte, taufte Johannes der Täufer, der zu den anderen Schafen gehörte, Jesus und einige der Apostel. Dann äußerte er sich zu der Frage, ob immer noch der Aufruf ergeht, Glieder des Überrestes einzusammeln. „Nein, kein weiteres Hinzufügen!“ sagte er. „Der Aufruf endete seinerzeit zwischen 1931 und 1935! Es gibt kein weiteres Hinzufügen. Wer sind also die wenigen neuen Mitverbundenen, die von den Gedächtnismahlsymbolen nehmen? Wenn sie dem Überrest angehören, sind sie Ersatz! Sie sind keine Hinzufügung zu den Reihen der Gesalbten, sondern Ersatz für diejenigen, die womöglich abgefallen sind.“

https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1999084

https://blog.thomas-pape.de/2024/11/04/144-000-aus-allen-staemmen-israels/

#Bibel #geistigVerstehen #Glaube #Glauben #ZeugenJehovas

offene Frage

*** w70 15. 9. S. 575 Fragen von Lesern *** Ihre Zahl hat sehr zugenommen, während die Zahl derer, die sich zur himmlischen Berufung bekennen (Hebr. 3:1), s

So spricht Jehova, der Gott Israels, und sagt: Schreibe dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch,
Elberfelder 1871 – Jeremia 30,2

So spricht Jahwe, der Gott Israels: „Alles, was ich dir gesagt habe, schreibe in eine Schriftrolle!
Neue evangelistische Übersetzung 2019 – Jeremia 30:2

So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib alle meine Worte auf einer Buchrolle nieder!
Hoffnung für alle – 1996 – Jer 30,2

Jehovah wollte keine mündliche Tradition, und auch keine aus dem Zusammenhang gerissenen Verskärtchen! Da ER zu Seinen Verheißungen stehen will, und diese einhalten wird, läßt Er Jeremia das ganze prophetische Wort in Buchform bzw in Schriftrollenform schreiben – eine Möglichkeit, etwas „unveränderbar“ zu Papier zu bringen. Damals wurden Verträge halt noch eingehalten. Jehovah wird auch in der Zukunft zu Seinem Wort stehen – und wird deshalb kein „geistiges Israel“ brauchen, um die Worte in den Kapiteln 30 & 31 von Jeremia einzulösen!

Damit in der Zeit der Gefangenschaft das angesagte Heil erhofft wird, soll Jeremia die Verheißung zu Papier bringen. Damit hat Gott sich »schwarz auf weiß« festgelegt. Seine Treue wird am Ende triumphieren.

Dieter Schneider 2018 – Wuppertaler Studienbibel

Jeremia empfing die in 30:1-31:25 aufgezeichneten Worte, während er schlief (31:26), denn Gott sprach manchmal durch Träume zu seinen Dienern (Dan. 10:9; Sach. 4:1). Gott beauftragte Jeremia, seine Worte in ein Buch (Schriftrolle) zu schreiben, damit das Volk eine dauerhafte Aufzeichnung der Verheißungen hatte, die Gott seinem Volk gab (siehe Jer 36,1-4).

In seinen Anweisungen an Jeremia gab Gott das Thema seiner Botschaft an: Israel (das Nordreich, das 722 v. Chr. von Assyrien eingenommen wurde) und Juda (das Südreich) werden schließlich als geeintes Volk in ihr Land zurückkehren (30:3). Auch wenn sich diese Verheißung letztlich auf die Wiedervereinigung der Juden am Ende des Zeitalters bezieht, so war sie doch eine Ermutigung für die Verbannten in Babylon, denn wenn Gott sein Volk aus allen Völkern der Welt sammeln kann, kann er sicherlich auch Juda aus der Gefangenschaft einer Nation befreien. (Beachten Sie seine Verheißung in V. 10.)

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Series

. Wird Jeremia gesagt, dass er die Worte aufschreiben soll, die Gott zu ihm gesagt hat, in der Hoffnung, dass diejenigen, die nicht von dem profitiert haben, was er das erste Mal gesagt hat, es vielleicht mehr beachten werden, wenn sie eine bessere Gelegenheit bekommen, indem sie es lesen und darüber nachdenken. Er muss die Verheißungen sammeln und zusammenstellen und Gott wird nun viele ähnliche Worte hinzufügen. Er muss sie für künftige Generationen aufschreiben, die sehen werden, wie sie sich erfüllen. Er soll sie nicht in einen Brief, sondern „in ein Buch“ schreiben (Vers 2), damit sie in Archiven aufbewahrt werden. Diese Prophetie muss aufgeschrieben werden, damit sie gelesen werden kann und man sehen kann, wie genau die Erfüllung mit der Weissagung übereinstimmt. Es wird angedeutet, dass sie „Geliebte um der Väter willen“ sind (Röm 11,28), denn Gott wird sie wieder nach Kanaan bringen, weil es das Land ist, „das ich ihren Vätern gegeben habe“ und das sie „in Besitz nehmen“ sollen (Vers 3).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Jeremia wird von Gott beauftragt, „alle Worte“, die er zu ihm gesprochen hat, in ein Buch zu schreiben. Ist damit alles gemeint, was Gott ihm von Beginn seines prophetischen Wirkens offenbart hat? Oder geht es speziell um die in den Kapiteln 30 und 31 überlieferten Worte? Die Begründung in Vers 3 deutet in diese Richtung. Dort ist davon die Rede, dass die Zeit kommen wird, in der Gott das Geschick seines Volkes wenden und sie wieder in ihr Land zurückbringen will. Das spricht dafür, dass Jeremia Heilsweissagungen aufschreiben soll – vermutlich um der nachfolgenden Generation, die diese Wende erlebt, zu zeigen, dass Gott alles so geplant hat.

Mainka – Jeremia

In Vers 1 kam das Wort Jehovas zu Jeremia, und in Vers 2 wurde Jeremia befohlen zu schreiben. Dort heißt es: Schreibe du oder, wörtlicher aus dem hebräischen Text: „Schreibe für dich selbst.“ Mit anderen Worten: Jeremia wird aufgefordert, für sich selbst und zu seinem persönlichen Nutzen alle Worte, die ich zu dir gesprochen habe, in ein Buch zu schreiben. Anstatt eine umfangreiche, negative Botschaft zu erhalten, wie es bei den ersten 29 Kapiteln seines Buches der Fall war, soll er nun eine umfangreiche, positive Botschaft erhalten, und er soll sie in einem separaten Buch zusammenfassen. Es gibt also ein separates Buch, oder richtiger gesagt, eine separate Schriftrolle, die die Kapitel 30, 31, 32 und 33 umfasst.

Vers 3 gibt eine Zusammenfassung dessen, was diese vier Kapitel enthalten: Denn siehe, die Tage kommen, spricht Jehova. Diese Worte weisen auf die prophetische Zukunft hin. In dieser prophetischen Zukunft werde ich die Gefangenschaft meines Volkes Israel und Juda wieder wenden, spricht Jehova. Das ist das Grundthema in den vier Kapiteln im Allgemeinen und in den ersten beiden Kapiteln im Besonderen: Gott wird die Juden, beide Häuser Israels, wieder in das verheißene Land zurückbringen. Gott verspricht eine zukünftige, endgültige Wiederherstellung. Er macht dann drei unterstützende Aussagen: erstens, ich werde sie zurückkehren lassen; zweitens, er wird ihnen das Land geben, das er ihren Vätern gegeben hat; und drittens, sie werden es in Besitz nehmen. Vers 3 ist im Grunde das Thema des gesamten Buches des Trostes der Kapitel 30 bis 33.

Arnold Fruchtenbaum – Das Buch des Trostes: Jeremia 30-33

https://blog.thomas-pape.de/2024/10/30/warum-ein-buch/

#Bibel #geistigVerstehen #Glaube #Glauben

warum ein Buch?

So spricht Jehova, der Gott Israels, und sagt: Schreibe dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch,Elberfelder 1871 - Jeremia 30,2 So spricht J

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Elberfelder 1871 – Lukas 23,43

Jesus antwortete ihm: »Ich versichere dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein.«
Gute Nachricht Bibel 2018 – Lukas 23:43

Da gab Jesus dem, der dem andern die Vorhaltungen gemacht hatte, die Antwort: „Fasse Mut! Denn heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“
Johannes Greber – Lk 23,43

Da sagte Jesus zu ihm: «Wahrlich ich sage dir: Heute (noch) wirst du mit mir im Paradiese sein-1-!»
-1) abzulehnen ist die Üs: «Wahrlich ich sage dir (schon) heute: Du wirst mit mir im Paradiese sein.» Diese Üs. verkennt völlig, was mit dem Paradies gemeint ist, nämlich der Ort, an dem die Gerechten der Vollendung des Reiches Gottes entgegenharren.
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – Lk 23:43

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir heute: Mit mir wirst du im Paradiese sein.
(Die jetzt übliche Interpunktion dieser Stell ist ohne Zweifel falsch und widerspricht der ganzen Denkweise Christi und des Schächers. Sie konnte nur deshalb aufkommen und später zur allgemeinen Herrschaft gelangen, weil die Griechen und Römer kein rechtes Verständnis für die israelitische Messiashoffnung hatten und der ägyptisch = platonischen Lehre von der „Unsterblichkeit der Seele“ und dem jenseitigen „Götterhimmel“ huldigten. So machte man aus dem Paradies das mittelalterliche „Himmelreich“ im Tode oder eine Unterabteilung desselben. Christus (der Messias) hat aber unter dem Paradies sicher nicht eine Unterabteilung des Totenreiches, sondern nur die Wiederherstellung des Paradieses auf Erden, oder das Messiasreich verstanden. Auch der Schächer kann nur an dieses gedacht haben, wie er ja auch ausdrücklich gebeten hatte: „Erinnere dich meiner, wenn du in deiner (messianischen) Königsherrschaft kommst.“ Es ist darum ganz undenkbar, daß Jesus dem Schächer gesagt haben soll: Laß deine messianischen Hoffnungen fahren; du wirst nicht erst später mit mir im Messiasreich, sondern noch heute mit mir in einer Unterabteilung des Totenreiches, das ich Paradies nenne sein. Er hätte damit den Schächer nur verwirrt und ihm gar keine direkte Antwort auf seine Bitte gegeben. Der Ausdruck: „ich sage dir heute“ entspricht auch ganz der hebräischen Sprechweise, wie viele Stellen des Alten Testamentes beweisen. Er war besonders passend am Kreuz und am Todestag Jesu, weil er so die Verheißung Jesu in einzigartiger Weise bekräftigte. Da Jesus zu dem allem sogar am dritten Tage nach seinem Tode noch der Maria Magdalena erklärt: „denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater“ ( Joh 20:17 ), so kann und darf das „heute“ nicht in der üblichen Weise verstanden werden. Das „heute“ fehlt sogar in vielen alten Handschriften und Übersetzungen; ein Beweis, daß man ihm nicht die ausschlaggebende Bedeutung beimaß. Überdies beweisen aber auch noch viele Zeugen aller Jahrhunderte, das unsere Interpunktion bekämpft und verfochten wurde. Die inneren und äußeren Gründe sprechen also für die von uns angenommene Interpunktion und Auffassung.)
Die vier Evangelien des Reinhardt – Lk 23,43

»Da sagte Jesus zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23, 43). Der sterbende Jesus öffnete ihm also den Weg zur Seligkeit. Der erste, den Jesus ins »Paradies« mitbrachte, war dieser Schächer. Wenn Jesus so barmherzig mit dem Schächer umging, wie sollte er dann mit uns unbarmherzig sein, auch wenn wir sagen müssen: »Nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du«? Auf Werke konnte der Schächer nicht mehr bauen. Ihm half nur die Gnade – das ist seine Botschaft für alle Zeiten (vgl. 1 Petrus 1,13).

Zum letzten Mal benutzt Jesus auf Erden das »Amen«. Die feierliche Einleitung: »Amen, ich sage dir« sollte jeden Zweifel beim Schächer zerstreuen. »Heute« steht in einem betonten Gegensatz zu dem »wenn du in dein Reich kommst«. Also »heute noch« soll etwas geschehen – nicht erst in Zukunft! Die Übersetzung »ich sage dir heute: du wirst (irgendwann einmal später) mit mir im Paradies sein« widerspricht dem ganzen Gesprächsgang.

Doch was ist der Inhalt dieser Zusage? Das »mit mir« ist noch wichtiger als das »im Paradies sein«. »Mit mir« bedeutet: Du wirst ewige Gemeinschaft mit mir haben, nicht in die Verdammnis kommen, am ewigen Gottesreich teilnehmen, an meiner Wiederkunft teilnehmen, an der neuen Schöpfung teilnehmen (vgl. Phil 1,23).

Doch was ist das »Paradies«? »Paradies« kommt vermutlich von einem persischen Wort, das »Park« oder »Garten« bedeutet. Die griechische Wortform paradeisos wurde dann in der griechischen Bibel für den »Garten Eden« (1 Mo 2,8ff.) verwendet. An diesen »Garten Eden« knüpft Jesus hier an. Wie ein Vergleich mit 2 Kor 12,4; Offb 2,7 lehrt, meint Jesus einen überirdischen Ort. Wahrscheinlich ist damit derselbe Warteraum für die selig Verstorbenen gemeint, von dem Jesus in Lk 16,19ff im Zusammenhang mit dem armen Lazarus gesprochen hatte. Trifft diese Deutung zu, dann verspricht Jesus dem bittenden Schächer, er solle als geretteter Mensch in denselben Warteraum kommen, in dem Abraham und Lazarus auf die Auferstehung des Lebens (Joh 5,29) warten. »Heute noch« geschieht dies, weil Jesus und er »heute noch« sterben werden (vgl. Joh 19,31ff.). Dieses Wort am Kreuz passt ausgezeichnet zu Heb 4,14 u. a. Stellen, wonach Jesus nach seinem Sterben »die Himmel durchschritten« hat (vgl. Apg 1,9ff.; 1 Tim 3,16; Heb 9,24). Wir können uns den Vorgang so denken, dass Jesus auf diesem Weg durch überirdische Bereiche auch jenes »Paradies« durchschritt (vgl. 2 Kor 12,2ff.; Offb 6,9ff.) und den Schächer bis zum Tag seiner Auferstehung dort ließ. Wie sorgfältig war Jesus noch am Kreuz mit seinen Versprechungen! Er versprach dem Schächer nicht die Auferstehung »heute« oder das Messiasreich »heute«, noch weniger die Neuschöpfung »heute«, sondern nur das, was »heute« schon Wirklichkeit sein konnte: nämlich den Warteraum der selig Verstorbenen.

Schließlich erinnert uns Lk 23,43 an die betonten »Heute« – Worte im Lukasevangelium: »Heute ist euch der Heiland geboren« (Lk 2,11), »heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren« (Lk 4,21), »heute haben wir Ungeheuerliches gesehen« (Lk 5,26), »heute und morgen mache ich gesund« (Lk 13,32), »heute muss ich in deinem Haus einkehren« (Lk 19,5), »heute ist diesem Hause Heil widerfahren« (Lk 19,9). Im Grunde sind es lauter JubelWorte, die die Gnadenzeit verkündigen. Wie wichtig ist es, dass wir dieses »Heute« nicht versäumen (vgl. Heb 3,7-4,13 und im EKG Nr. 169)!

Gerhard Maier – Edition C

In der zweiten Aussage vom Kreuz sagte Jeschua dem Verbrecher, dass er nicht bis zum Reich Gottes warten müsse, um erinnert zu werden; er würde noch am selben Tag erinnert werden: Heute wirst du mit mir im Paradies sein (Lukas 23:43b). Er würde an diesem Tag sterben, und sein Geist würde, wie Jeschuas Geist, in den paradiesischen Teil des Scheol hinabsteigen.[216] Die Wahrheit dessen würde beweisen, dass Jeschua der Messias war, der Sohn Gottes, der Punkt, den alle anderen bestritten und verspotteten.

Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive

Nicht beide Mitgekreuzigte Jesu stimmen in den Spott ein. Der eine von ihnen begreift das Geheimnis Jesu. Er weiß und sieht, [235] dass Jesu Art von »Vergehen« ganz anders war. Dass Jesus gewaltlos war. Und er sieht nun, dass dieser Mitgekreuzigte wirklich das Antlitz Gottes sichtbar macht, Gottes Sohn ist. So bittet er ihn: »Jesus, wenn du in dein Reich kommst, gedenke meiner« (Lk 23, 42). Wie der rechte Räuber sich das Kommen Jesu in sein Reich genau vorgestellt und wie er sich daher das Gedenken Jesu erbeten hat, wissen wir nicht. Aber offensichtlich hat er gerade am Kreuz begriffen, dass dieser Ohnmächtige der wahre König ist – der, auf den Israel wartet und an dessen Seite er nun nicht nur am Kreuz, sondern auch in der Herrlichkeit stehen will.
Die Antwort Jesu geht über die Bitte hinaus. An die Stelle einer unbestimmten Zukunft tritt sein Heute: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (23, 43). Auch dieses Wort ist geheimnisvoll, aber es zeigt uns eines mit Sicherheit: Jesus wusste, dass er direkt in die Gemeinschaft mit dem Vater eingehen werde – dass er das »Paradies« noch für »heute« verheißen konnte. Er wusste, dass er den Menschen wieder ins Paradies hineinführte, aus dem er herausgefallen war: in das Mitsein mit Gott als das wahre Heil des Menschen.

Joseph Ratzinger – Jesus von Nazareth

Die betont vorangestellte Zeitbestimmung σήμερον nimmt die temporale Konjunktion ὅταν auf. Sie bedeutet aber nicht ‚jetzt‘, d. h. „im Augenblick des Sprechens Jesu“ (so Schreiber* 287), sondern sie nimmt das postmortale Geschick in den Blick: Jesus sagt dem Verbrecher zu, dass er unmittelbar nach seinem Tod in das im Himmel befindliche Paradies und in die Gemeinschaft mit ihm entrückt wird.

παράδεισος ist ein Lehnwort aus dem Persischen, das soviel wie „Garten“ oder „Park“ bedeutet (vgl. Gen 2,8.10 sowie Aune, Revelation 1–5, 154). Es fungiert hier als Bezeichnung für jenen himmlischen Heils- und Ruheort, in den die Gerechten nach ihrem Tode entrückt werden. In diesem Sinne findet sich das Wort auch in TestAbrA 11,10 („… die Pforte, die zum Leben führt; die durch sie eintreten, gelangen ins Paradies“); 14,8; äthHen 32,3 („Garten der Gerechtigkeit“); 60,8 (der „Garten, in dem die Auserwählten und Gerechten wohnen, wohin mein Großvater aufgenommen worden ist“); 60,23 („Garten der Gerechten“); ApkMos 37,5; slawHen 8,1–8; 42,3 („ich ging hinauf nach Osten in das Paradies Eden, wo Ruhe für die Gerechten bereitet ist; und es ist offen bis zum dritten Himmel, aber es ist abgeschlossen von dieser Welt“ [Übers. C. Böttrich]); vgl. auch 2.Kor 12,4; Apk 2,7.

Dem Verbrecher wird also das postmortale Geschick eines Gerechten zuteil, weil er erkannt hat, dass Jesus es ist, der über die Zuweisung von Heil und Unheil entscheidet. Eklatanter könnte die Konfrontation der unterschiedlichen Sinnwelten, die unter den Menschen und bei Gott in Geltung stehen, wohl kaum zum Ausdruck gebracht werden: unter den Menschen ein Verbrecher – bei Gott ein Gerechter. Lukas macht damit deutlich, dass bei Gott ganz andere Vorstellungen von Gerechtigkeit in Geltung stehen als bei den Menschen. Denselben Gedanken formuliert Paulus in 1.Kor 7,22 unter Rückgriff auf das Gegenüber von ἐλεύθερος und δοῦλος.

Michael Wolter – Handbuch zum Neuen Testament

Mit dem Wort „wahrlich“ gab der gekreuzigte Herr in Seiner Gnade einem sterbenden Mann Gewißheit. Die Antwort war ganz anders, als der Schächer erwartet hätte. Er blickte in die Zukunft auf den Tag der kommenden Macht und Herrlichkeit des Reiches, aber der Herr gab ihm in Seiner Antwort unmittelbare Gewißheit, daß er an diesem gleichen Tag bei Ihm im Paradies sein werde. Sekten mißbrauchen diesen Vers, weshalb es wichtig ist, darauf hinzuweisen, daß „heute“ mit „wirst du mit mir … sein“ verknüpft ist, und nicht etwa mit „ich sage dir“, als ob der Herr hätte sagen wollen: „Ich sage dir heute.“ Diese sonderbare Lesart ermöglicht jenen, die die Trennung der Seele vom Leib beim Tode leugnen, sich selbst die trügerische Annahme einzureden, der Herr habe dem geretteten Schächer keineswegs die Verheißung gegeben, er werde noch gleichen Tages mit seinem Herrn im Paradies sein. Aber die Verheißung des Herrn ist unmißverständlich: „Heute wirst du mit mir … sein.“ „Paradies“ ist ein persisches Wort, das einen geschlossenen Garten bedeutet. Es wurde von den Juden gebraucht, um den Ort zu beschreiben, an dem die Erlösten nach ihrem Tode und vor ihrer Auferstehung sind. Aufgrund von Ps 16,9-11 und Apg 2,26-28 glauben wir, daß der Ort, an den der Herr und der Schächer gingen, der Hades war, nicht die Hölle der Pein, sondern ein Ort des Trostes (16,22), ein Ort vorübergehender Ruhe, bis der Herr aus den Toten auferweckt wurde. Wenn Eden das Paradies war, dann nicht, weil der noch unschuldige Mensch, sondern weil Gott dort war. Die Gegenwart des Herrn machte den Ort des Trostes zum Paradies. Das Paradies ist jetzt oben, denn Er ist dort (2Kor 12,1-4). Die Puritaner sagten: „‚Heute‘, welche Unverzüglichkeit! ‚Wirst du sein‘, welche Gewißheit! ‚Mit mir‘, welche Gemeinschaft!“

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

https://blog.thomas-pape.de/2024/10/22/wohin-mit-dem-komma/

#Bibel #geistigVerstehen #Jesus

wohin mit dem Komma?

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.Elberfelder 1871 - Lukas 23,43 Jesus antwortete ihm: »Ich versiche

Nachdem wir gestern abend beim Seminar mit Gerd über die Offenbarung das Thema gestreift haben:

12 a-bussos
√ G1 (priv.) und NF von 1037, (w. ohne-Grund); Subst.fem. (9)
Gräz.: bodenlos, unergründlich.
LXX: Gen 1,2 Dtn 8,7 Hiob 36,16; 41,22 Ps 33,7 Jes 44,27
I.) d. Abgrund
Im Unterschied zu Strong Nr. G5020 ein vorübergehender Ort für
die Verdammten bis zum Gericht.
1) d. bodenlose Tiefe, d. Unterwelt als d. Aufenthaltsort der
Toten und Verdammten. Dtn 30,13 Röm 10,7
2) Verbannungsort der Dämonen. Lk 8,31 Offb 9,1.2; 17,8; 20,1.3
3) Sitz des Antichrist. Offb 11,7
4) Sitz des Engels der Unterwelt Abaddon (siehe dort). Offb 9,11

Kautz – Griechisch-Deutsch Strong Lexikon

ἄβυσσος abussos; aus 1 (als neg. Präf.) und βυσσός bussos = 1037; grenzenlos, bodenlos:-abyss(7), bodenlos(2).

New American Standard Hebrew-Aramaic and Greek dictionaries : updated edition

ἄβυσσος (abyssos), ου (ou), ἡ (hē): n.fem.; ≡ DBLHebr 9333; Str 12; TDNT 1.9-LN 1.20 der Abgrund, der ganz tiefe Ort; „der bodenlose Abgrund“ in einigen Versionen (Lk 8:31; Röm 10:7; Offb 9:1, 2, 11; 11:7; 17:8; 20:1, 3+)

Dictionary of Biblical Languages with Semantic Domains: Greek (New Testament)

Als Substantiv (Röm 10:7; Offb 9:1 usw.) ist ἄ. in den magischen Papyri üblich, z.B. P Lond 121261 (iii/A.D.) (= I. S. 93) ἐπὶ τῆς ἀβύσσου, ib.517 (= I. S. 100) τῇ καλουμένῃ ἀβύσσῳ. Siehe auch Nägeli, S. 46.

The vocabulary of the Greek Testament

abussos (ἄβυσσος, 12), „bodenlos“ (von a, intensiv, und bussos, „eine Tiefe“; verwandt mit bathus, „tief“; dt. „Bad“), wird als Substantiv verwendet und bezeichnet den Abgrund (KJV, „bodenloser Abgrund“). Es beschreibt eine unermessliche Tiefe, die Unterwelt, die unteren Regionen, den Abgrund des Scheol. In Römer 10:7, das aus Dtn 30:13 zitiert wird, wird der Abgrund (der Aufenthaltsort der verlorenen Toten) durch das Meer ersetzt (die Änderung des Zitats ist auf die Tatsachen des Todes und der Auferstehung Christi zurückzuführen); in der KJV steht hier und in Lukas 8:31 „tief“; der Verweis bezieht sich auf die unteren Regionen als Aufenthaltsort von Dämonen, aus denen sie losgelassen werden können, Offb. 11:7; 17:8, es kommt siebenmal in der Apokalypse vor, 9:1-2, 11; 11:7; 17:8; 20:1, 3; in 9:1, 2 hat die RV „die Grube des Abgrunds“. Siehe DEEP.

Vine’s Complete Expository Dictionary of Old and New Testament Words

ἄβυσσος abussŏs, ab‘-us-sos; von 1 (als neg. Partikel) und einer Var. von 1037; abgrundtief, d.h. (spez.) (höllischer) „Abgrund“:-tief, (bodenlose) Grube.

A Concise Dictionary of the Words in the Greek Testament and The Hebrew Bible

ἄβυσσος
Kommt von 1 und einer Variante von 1037; TDNT 1.9; TDNTA 2; GK 12; n f.
LSG – Abgrund (9 Vorkommen).
1. bodenlos.
2. unendlich.
3. der Abgrund.
a. die Grube.
b. die unermessliche Tiefe.

Lexique Strong grec-français du Nouveau Testament

Eine Beschreibung der Unterwelt als a. der „Ort der Gefangenschaft für ungehorsame Geister“ (Lk. 8:31; Offb. 9:1, 2, 11; 11:7; 17:8; 20:1, 3) und b. das „Reich der Toten“ (Röm. 10:7).
ἡ ἄβυσσος (ursprünglich Adj. zu einem γῆ, das aufgefüllt werden soll, aber nie ganz bedeckt ist == „unergründlich tief“) wird im späteren Griechisch verwendet, um die Tiefen der Urzeit zu beschreiben (Preis. Zaub., III, 554; IV, 2835; Corp. Herm., III, 1, XVI, 5), das Urmeer (Test. Sol., II, 8, B. C. MacCown, 15*) und die Welt der Toten (Diog. L. 4, 5, 27). In der LXX wird es meist für תְּהוֹם verwendet, das im Alten Testament die ursprüngliche Flut oder die Wasserfluten beschreibt, und wird einmal im Plural verwendet, um das Reich der Toten zu bezeichnen (Ps. 71:20). Im späteren Judentum bezeichnete תְּהוֹם 1. die ursprüngliche Flut;1 2. die Tiefe der Erde oder das Innere der Erde, in der sich Leichen befinden, die Verunreinigungen verursachen;2 und 3. unter dem Einfluss persischer und hellenistischer Vorstellungen3 den Ort, an dem die Runengeister gefangen sind (Jub. 5:6 ff.; Eth. En, 10:4 f.), 11 ff.; 18:11 ff. usw.; Jd. 6; 2 Pt. 2:4).
Im NT wird 1. ἄβυσσος als „Gefängnis für Geister“ gedacht (Offb. 9:1; 20:1, 3 → κλείς; vgl. Pray. Man. 3). Ein brunnenartiger Abgrund4 bildet den Eingang, aus dem, wenn er geöffnet wird, der Rauch des Höllenfeuers aufsteigt (Offb. 9:1-2).5 Seine Insassen bis zu ihrer Freilassung in der Trübsal vor dem Ende sind Antichrist (Offb. 11:7; 17:8 → θηρίον vgl. Act. Thom, 32), der Fürst der Unterwelt (Offb. 9:11 → Ἀβαδδών), Dämonen (Lk. 8:31) und Skorpion-Zentauren (Offb. 9:3 ff.).6 Nach der Parusie wird Satan während des Tausendjährigen Reiches darin eingeschlossen sein (20:1, 3). Die Tatsache, dass Gott Macht und Kontrolle über die Welt der feindlichen Geister hat, kommt in dieser Vorstellung von einem Geistergefängnis deutlich zum Ausdruck.

2 R. 10:7 bedeutet der Begriff תְּהוֹמוֹת (LXX ἄβυσσοι, ψ 106:26) das „Totenreich“,7 in das hinabzusteigen der Auffahrt in den Himmel gegenübergestellt wird; hier, wie in b. Git, 84a, Bar.,8 ist τίς καταβήσεται εἰς τὴν ἄβυσσον ein Ausdruck für etwas, das unmöglich ist.

Theological dictionary of the New Testament – Kittel

ἄβυσσος, ου f: (eine figurative Bedeutungserweiterung von ἄβυσσος ‚Grube‘, die im NT nicht vorkommt) ein Ort der Toten und ein Ort, an dem der Teufel festgehalten wird (Offb 20,3), der Wohnsitz des Tieres als Antichrist (Offb 11,7) und von Abaddon, als Engel der Unterwelt (Offb 9,11) – ‚Abgrund, Wohnstätte der bösen Geister, sehr tiefer Ort. ‚ τίς καταβήσεται εἰς τὴν ἄβυσσον; τοῦτ‘ ἔστιν Χριστὸν ἐκ νεκρῶν ἀναγαγεῖν ‚wer kann hinabsteigen in den Abgrund? das heißt, Christus von den Toten auferwecken“ Röm 10:7; καὶ ἔβαλεν αὐτὸν εἰς τὴν ἄβυσσον „und er warf ihn in den Abgrund“ Re 20:3.
ἄβυσσος wird manchmal als „ein sehr tiefes Loch“ übersetzt, in anderen Fällen als „ein Loch ohne Boden“ oder „das tiefste Loch der Erde“.

Griechisch-Englisches Lexikon des Neuen Testaments: basierend auf semantischen Domänen – Louw, Johannes P. und Nida, Eugene Albert

Abaddon (hebr. ‚abaddon), eig. Verderben, Untergang. Das Wort findet sich im AT 5mal und hat die Bedeutung Ort des Untergangs, Abgrund, bes. das Totenreich, Scheol, wo die Toten fern von Gott, aber nicht verborgen vor ihm, existieren. So wird A. mit der Hölle parallelisiert und meint das Totenreich, das vor Gott unverdeckt liegt (Hi 266; vgl. Spr 1511). Es ist auch gleichbedeutend mit dem Grab (Ps 8812) und der Schicht unter dem Erdboden (Hi 3112). A. und Tod werden sogar als Personifikationen redend eingeführt (Hi 2822). Im NT steht das Wort nur einmal, und zwar in der 5. Posaunenvision (Off 911; Erstes Wehe: 91–12). Es ist der Name eines Unterweltsengels, der als König an der Spitze eines dämon. Wunderwesenheeres steht und die Menschen in der Endzeit quält. Im Hintergrund steht die apokal. Bildersprache mit ihrer Konzeption eines höllischen Engels als Unterweltsfürsten (vgl. 1 Hen 202; b Sanh 52 a; b Sabat 104 a). A. wird dabei gr. als s. Apollyon »Verderber« gedeutet.
• Lit.: ThW I, 48ff – Komm. zu Off.

Biblisch-historisches Handwörterbuch – BHH

Abgrund. Nach israelitischer Volksvorstellung zieht sich das Meer in der Tiefe unter der Erde hin, so daß die Erde gleichsam auf dem Wasser schwimmt (Ps. 24, 2 [Grundtext]: er hat den Erdboden auf die Meere gegründet, Ps. 136, 6). Diese Wasserflut unter der Erde heißt der A. oder die Tiefe (s. d.); von dort, heißt es in dichterischen Stellen, kommt den Gewächsen der Erde ebenso Gedeihen zu wie vom Himmel herab (1 Mo. 49, 25; 5 Mo. 33, 13). Bei der Sintflut brachen die Brunnen dieser Tiefe auf (1 Mo. 7, 11; 8, 2, vgl. Spr. 8, 28). Der „Abgrund“ wird als Bild der abgelegensten und unzugänglichsten Verborgenheit gebraucht (Hi. 28, 14; 38, 16; Sir. 42, 18). In der Offenbarung Johannis ist der „Abgrund“ als Ausgangsort finsterer Verderbensmächte (9, 1.2.11; 11, 7. Lu. 8, 31, vgl. Abaddon), sowie als zeitweiliger Aufbewahrungsort für den Satan (Off. 20, 1–3) genannt.
Th. Hermann.

Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriert

Abgrund Im Alten Testament Aufenthaltsort der Toten (Hiob 26,6; Spr 15,11; 27,20; →Abaddon); in der Offenbarung (9,1.11; 11,7; 17,8; 20,1.3) Gefängnis des Teufels und der abtrünnigen Geister (vgl. Lk 8,31)

Kleines Lexikon zur Lutherbibel

Abgrund I) Im AT bezeichnen A. (hebr. tehom) oder Tiefe die Meerestiefe (1Mo 1,2; Hiob 28,14; 38,16; Ps 107,26) und nach israelit. Vorstellung die Orte unter der Erde, aus denen die Brunnen und Wasser emporsteigen (1Mo 7,11; 8,2; Spr 8,28).
II) Vgl. → Abaddon.
III) In Offb bezeichnet A. den Aufenthaltsort und Ausgangspunkt der Verderbensmächte (Offb 9,1f; 11,7) und das Gefängnis, in dem der → Satan für 1000 Jahre gebunden wird (Offb 20,1–3).

Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel

Abgrund (hebr. scheol). Nach bibl. Auffassung befindet sich unter der Erdscheibe das Urmeer. Ab dem 3. Jh. v. Chr. wird dieser Abgrund mit der Unterwelt, dem Totenreich und der Hölle (als Gefängnis der dämonischen Mächte) gleichgesetzt.

Herders Neues Bibellexikon

HÖLLE, ABGRUND, EWIGE BESTRAFUNG

Der Glaube an eine göttliche Bestrafung nach dem Tod war im jüdischen und griechisch-römischen Denken weit verbreitet. In unserer Literatur findet man die konkrete Erwartung ewiger Qualen durch den einen gerechten Gott, die sich gegen alle richten, die nicht zu Christus gehören. Der Kanon der Heiligen Schrift und die apostolischen Väter verzichteten auf die ausführlichen Beschreibungen der Hölle, die in anderer späterer Literatur zu finden sind.

1.1. Apostelgeschichte. In Apostelgeschichte 1,25 wird angedeutet, dass Judas Iskariot an seinen „eigenen Ort“ ging, also in die Hölle, obwohl ho idios topos in anderen Zusammenhängen Himmel oder Hölle sein kann (Ign. Magn. 5.1; Pol. Phil. 9.2). Im Vergleich zum Lukasevangelium werden in der Apostelgeschichte jedoch kaum die Hölle oder die ewige Strafe erwähnt.
1.2. Hebräer. Der Autor des Hebräerbriefs kündigt denen, die von Christus abfallen, das Verderben an (Hebr 10,39). Diese Abtrünnigen werden wie die Israeliten unter Mose umkommen, aber ihr Ende ist nicht nur der physische Tod. Vielmehr wird ein Feuer die Feinde Gottes verzehren (Hebr 10,26-27; vgl. Hebr 12,9). Diejenigen, die das Wort hören, aber „unfruchtbarer Boden“ sind (Hebr 6,7-8), werden verflucht und verbrannt werden, ein Bild, das der Autor offenbar als feuriges eschatologisches Gericht versteht. Keine dieser Stellen mit ihrem Fluchen, Verderben und Brennen lässt sich ohne Weiteres auf das Feuer der Zurechtweisung in diesem Leben (wie in Herm. Sim. 6-7) oder auf das Prüfungsfeuer in 1. Korinther 3,13-15 beziehen (Ellingworth, 535).
1.3. Jakobus. Gott hat die Macht, „zu retten und zu zerstören“ (Jak 4,12). In Jakobus 5,3 spricht der Autor (siehe Jakobus) möglicherweise vom Feuer der Hölle, und in Jakobus 3,6 tut er das mit Sicherheit: „Die Zunge ist ein Feuer … und sie wird von der Hölle (geenna) entzündet.“
1.4. 1 Petrus. Was ist mit dem verblüffenden Hinweis darauf gemeint, dass Christus den „Geistern im Gefängnis“ in 1 Petrus 3:19 predigt (siehe 1 Petrus)? Wenn es mit 1. Petrus 4,6 und Epheser 4,9-10 zusammenhängt, könnte es bedeuten, dass Christus zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung „in die Hölle hinabgestiegen“ ist. Diese Lehre war im zweiten Jahrhundert fest etabliert und wird zum Beispiel von Justin Martyr und Irenäus sowie im apokryphen Nikodemusevangelium erwähnt (Goppelt, 260-63).
In letzter Zeit geht der Trend dahin, in 1 Petrus 3,18-22 eine chronologische Abfolge zu sehen. Diese Verkündigung fand nach dem Tod (siehe Tod Christi) und der Auferstehung Christi statt und bevor er zur Rechten Gottes inthronisiert wurde (siehe Erhöhung). Vielleicht war dies ein Teil seiner Himmelfahrt, bei der er den Toten oder den Engeln seinen Sieg über Tod und Dämonen verkündete (Michaels, 194-222).
1.5. Judas und 2. Petrus. Sowohl Judas als auch 2. Petrus stimmten mit der Tradition überein, dass die bösen Engel seit ihrer urzeitlichen Rebellion gefangen gehalten werden. Sie haben „gesündigt“ (2 Petr 2,5) oder ihre Positionen der himmlischen Autorität verlassen (Judas 6), aber es gibt keinen ausdrücklichen Hinweis darauf, ob ihre Sünde darin bestand, mit menschlichen Frauen zu verkehren, wie in der jüdischen Tradition (z. B. 1 Henoch 12, basierend auf Gen 6). In 2 Petrus 2,5 bedeutet das Verb tartaroō „in den Tartaros sperren“, was in der griechischen und jüdischen Literatur den tiefen Abgrund bezeichnete, in den die Engel verbannt wurden. Sie sind mit Ketten gefesselt, ein Merkmal, das in griechischen, jüdischen und christlichen Schriften häufig vorkommt (siehe vor allem 1 Henoch 10,5). Sowohl 2 Petrus 2,17 als auch Judas 13 verbinden ihr Schicksal mit dem der Irrlehrer/innen. Denn auch den Irrlehrern sind die Ketten der Finsternis vorbehalten, da sie vom wahren Glauben abgefallen sind. Judas 23 spielt auf Sacharja 3,2 an, wenn es darum geht, die Irrlehrer dem „Feuer“ zu entreißen, d. h. ihr Abgleiten in das eschatologische Gericht aufzuhalten.
Das Ende der Gottlosen ist „Vernichtung“ in 2 Petrus 2:1, 3; 3:16 (apōleia) und 2 Petrus 2:12 (phthora). 2 Petrus und Judas, ebenfalls der Tradition folgend, verwenden die Zerstörung Sodoms als Beispiel für ein feuriges Gericht (Judas 7; 2 Petr 2,6-10; vgl. Mt 10,15; 1 Clem 11,1-2). Genauso wird Gott die Gerechten aus dem Feuer retten, wie er es mit Lot tat. Er wird Himmel und Erde mit Feuer vernichten (2 Petr 3:7, 12).
1.6. Offenbarung
1.6.1. Abgrund, Hades. In der hier betrachteten Literatur bezieht sich der Begriff „Abgrund“ (abyssos) nur in der Offenbarung auf die höllischen Regionen (siehe Offenbarung, Buch der). Andernorts bezeichnet er die Tiefen der Meere. Trotz seiner Etymologie ist dieser Abgrund kein „bodenloser Abgrund“ (Offb 9,1 KJV), sondern eine geschlossene unterirdische Kammer. Die Formulierung „der Schacht [phrear] des Abgrunds“ in Offenbarung 9:1 kann bedeuten, dass der Abgrund selbst ein Schacht ist oder, was wahrscheinlicher ist, dass sein Eingang ein Schacht ist (siehe Offb 9:2; 11:7; 17:8). Für die Handlung des Buches ist es entscheidend, dass der Abgrund von außen verschlossen werden kann. Einmal gesichert, kann er mit einem Schlüssel verschlossen und versiegelt werden (Offb 20,1-3), sodass er als Gefängnis dient (phylakē, Offb 20,7; vgl. Lk 8,31; 1 Petr 3,19). In Offenbarung 9,1-2 wird einem Engel vom Himmel der Schlüssel zum Abgrund gegeben, aus dem er die „Heuschrecken“ in einer Rauchwolke entkommen lässt. In der griechischen Version von 1 Henoch 20,2 wird der gute Engel Uriel über den Tartarus gesetzt, aber in der Offenbarung ist der König des Abgrunds ein Engel namens Abaddon oder Apollyon, „der Zerstörer“. Möglicherweise ist in Offenbarung 14:18 ein anderer Engel für das „Feuer“ zuständig, aber seine Beziehung zum Abgrund wird nicht deutlich. Indirekt wird uns auch gesagt, dass das erste Tier aus dem Abgrund kommt (Offb 11:7; 17:8).
Der Abgrund spielt seine Hauptrolle in Offenbarung 20:1-3. Satan wird in Ketten gelegt und in den Abgrund geworfen, und seine unterirdische Zelle wird für tausend Jahre verschlossen und versiegelt.
Wo der Begriff „Abgrund“ bei den apostolischen Vätern auftaucht (1 Clem.; Diogn.), hat er die andere Bedeutung, nämlich „die Wassertiefe“ (basierend auf dem hebräischen ṯehôm, „die Tiefe“).
1.6.2. Tod und Hades. In der Offenbarung kann es eine implizite Verbindung zwischen dem Abgrund und dem Hades oder der Hölle geben (wie in Ps 71,20; Röm 10,7; und im Apok. des ersten Jahrhunderts Zeph 6,15). So wie der Himmel den Schlüssel zum Abgrund hat, besitzt Jesus die Schlüssel zum Tod und zum Hades oder zur Hölle (Offb 1,18; siehe auch Offb 6,8).
1.6.3. Der Feuersee. Der endgültige Aufenthaltsort der bösen Engel und Menschen liegt „außerhalb“ des neuen Jerusalem (Offb 21:27; 22:14-15), genauer gesagt im „Feuersee“. Der Begriff „Feuersee“ oder „brennender Schwefel“ ist in der apokalyptischen Literatur keine Seltenheit und wird im Neuen Testament mit „Gehenna“ gleichgesetzt.
Die Zerstörung Babylons nach dem Vorbild des Untergangs von Sodom ist eine Vorahnung des ewigen Feuers (Offb 18:9, 18; 19:3). Das Tier und der falsche Prophet sind die ersten, die hineingeworfen werden (Offb 19,20), gefolgt vom Teufel (Offb 20,10), dem Tod und dem Hades (Offb 20,14) und den Gottlosen, die dort den „zweiten Tod“ erleiden (Offb 20,15; 21,8).
Der Glaube an eine göttliche Bestrafung nach dem Tod war im jüdischen und griechisch-römischen Denken weit verbreitet. In unserer Literatur findet man die konkrete Erwartung ewiger Qualen durch den einen gerechten Gott, die sich gegen alle richten, die nicht zu Christus gehören. Der Kanon der Heiligen Schrift und die apostolischen Väter verzichteten auf die ausführlichen Beschreibungen der Hölle, die in anderer späterer Literatur zu finden sind.

1.1. Apostelgeschichte. In Apostelgeschichte 1,25 wird angedeutet, dass Judas Iskariot an seinen „eigenen Ort“ ging, also in die Hölle, obwohl ho idios topos in anderen Zusammenhängen Himmel oder Hölle sein kann (Ign. Magn. 5.1; Pol. Phil. 9.2). Im Vergleich zum Lukasevangelium werden in der Apostelgeschichte jedoch kaum die Hölle oder die ewige Strafe erwähnt.
1.2. Hebräer. Der Autor des Hebräerbriefs kündigt denen, die von Christus abfallen, das Verderben an (Hebr 10,39). Diese Abtrünnigen werden wie die Israeliten unter Mose umkommen, aber ihr Ende ist nicht nur der physische Tod. Vielmehr wird ein Feuer die Feinde Gottes verzehren (Hebr 10,26-27; vgl. Hebr 12,9). Diejenigen, die das Wort hören, aber „unfruchtbarer Boden“ sind (Hebr 6,7-8), werden verflucht und verbrannt werden, ein Bild, das der Autor offenbar als feuriges eschatologisches Gericht versteht. Keine dieser Stellen mit ihrem Fluchen, Verderben und Brennen lässt sich ohne Weiteres auf das Feuer der Zurechtweisung in diesem Leben (wie in Herm. Sim. 6-7) oder auf das Prüfungsfeuer in 1. Korinther 3,13-15 beziehen (Ellingworth, 535).
1.3. Jakobus. Gott hat die Macht, „zu retten und zu zerstören“ (Jak 4,12). In Jakobus 5,3 spricht der Autor (siehe Jakobus) möglicherweise vom Feuer der Hölle, und in Jakobus 3,6 tut er das mit Sicherheit: „Die Zunge ist ein Feuer … und sie wird von der Hölle (geenna) entzündet.“
1.4. 1 Petrus. Was ist mit dem verblüffenden Hinweis darauf gemeint, dass Christus den „Geistern im Gefängnis“ in 1 Petrus 3:19 predigt (siehe 1 Petrus)? Wenn es mit 1. Petrus 4,6 und Epheser 4,9-10 zusammenhängt, könnte es bedeuten, dass Christus zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung „in die Hölle hinabgestiegen“ ist. Diese Lehre war im zweiten Jahrhundert fest etabliert und wird zum Beispiel von Justin Martyr und Irenäus sowie im apokryphen Nikodemusevangelium erwähnt (Goppelt, 260-63).
In letzter Zeit geht der Trend dahin, in 1 Petrus 3,18-22 eine chronologische Abfolge zu sehen. Diese Verkündigung fand nach dem Tod (siehe Tod Christi) und der Auferstehung Christi statt und bevor er zur Rechten Gottes inthronisiert wurde (siehe Erhöhung). Vielleicht war dies ein Teil seiner Himmelfahrt, bei der er den Toten oder den Engeln seinen Sieg über Tod und Dämonen verkündete (Michaels, 194-222).
1.5. Judas und 2. Petrus. Sowohl Judas als auch 2. Petrus stimmten mit der Tradition überein, dass die bösen Engel seit ihrer urzeitlichen Rebellion gefangen gehalten werden. Sie haben „gesündigt“ (2 Petr 2,5) oder ihre Positionen der himmlischen Autorität verlassen (Judas 6), aber es gibt keinen ausdrücklichen Hinweis darauf, ob ihre Sünde darin bestand, mit menschlichen Frauen zu verkehren, wie in der jüdischen Tradition (z. B. 1 Henoch 12, basierend auf Gen 6). In 2 Petrus 2,5 bedeutet das Verb tartaroō „in den Tartaros sperren“, was in der griechischen und jüdischen Literatur den tiefen Abgrund bezeichnete, in den die Engel verbannt wurden. Sie sind mit Ketten gefesselt, ein Merkmal, das in griechischen, jüdischen und christlichen Schriften häufig vorkommt (siehe vor allem 1 Henoch 10,5). Sowohl 2 Petrus 2,17 als auch Judas 13 verbinden ihr Schicksal mit dem der Irrlehrer/innen. Denn auch den Irrlehrern sind die Ketten der Finsternis vorbehalten, da sie vom wahren Glauben abgefallen sind. Judas 23 spielt auf Sacharja 3,2 an, wenn es darum geht, die Irrlehrer dem „Feuer“ zu entreißen, d. h. ihr Abgleiten in das eschatologische Gericht aufzuhalten.
Das Ende der Gottlosen ist „Vernichtung“ in 2 Petrus 2:1, 3; 3:16 (apōleia) und 2 Petrus 2:12 (phthora). 2 Petrus und Judas, ebenfalls der Tradition folgend, verwenden die Zerstörung Sodoms als Beispiel für ein feuriges Gericht (Judas 7; 2 Petr 2,6-10; vgl. Mt 10,15; 1 Clem 11,1-2). Genauso wird Gott die Gerechten aus dem Feuer retten, wie er es mit Lot tat. Er wird Himmel und Erde mit Feuer vernichten (2 Petr 3:7, 12).
1.6. Offenbarung
1.6.1. Abgrund, Hades. In der hier betrachteten Literatur bezieht sich der Begriff „Abgrund“ (abyssos) nur in der Offenbarung auf die höllischen Regionen (siehe Offenbarung, Buch der). Andernorts bezeichnet er die Tiefen der Meere. Trotz seiner Etymologie ist dieser Abgrund kein „bodenloser Abgrund“ (Offb 9,1 KJV), sondern eine geschlossene unterirdische Kammer. Die Formulierung „der Schacht [phrear] des Abgrunds“ in Offenbarung 9:1 kann bedeuten, dass der Abgrund selbst ein Schacht ist oder, was wahrscheinlicher ist, dass sein Eingang ein Schacht ist (siehe Offb 9:2; 11:7; 17:8). Für die Handlung des Buches ist es entscheidend, dass der Abgrund von außen verschlossen werden kann. Einmal gesichert, kann er mit einem Schlüssel verschlossen und versiegelt werden (Offb 20,1-3), sodass er als Gefängnis dient (phylakē, Offb 20,7; vgl. Lk 8,31; 1 Petr 3,19). In Offenbarung 9,1-2 wird einem Engel vom Himmel der Schlüssel zum Abgrund gegeben, aus dem er die „Heuschrecken“ in einer Rauchwolke entkommen lässt. In der griechischen Version von 1 Henoch 20,2 wird der gute Engel Uriel über den Tartarus gesetzt, aber in der Offenbarung ist der König des Abgrunds ein Engel namens Abaddon oder Apollyon, „der Zerstörer“. Möglicherweise ist in Offenbarung 14:18 ein anderer Engel für das „Feuer“ zuständig, aber seine Beziehung zum Abgrund wird nicht deutlich. Indirekt wird uns auch gesagt, dass das erste Tier aus dem Abgrund kommt (Offb 11:7; 17:8).
Der Abgrund spielt seine Hauptrolle in Offenbarung 20:1-3. Satan wird in Ketten gelegt und in den Abgrund geworfen, und seine unterirdische Zelle wird für tausend Jahre verschlossen und versiegelt.
Wo der Begriff „Abgrund“ bei den apostolischen Vätern auftaucht (1 Clem.; Diogn.), hat er die andere Bedeutung, nämlich „die Wassertiefe“ (basierend auf dem hebräischen ṯehôm, „die Tiefe“).
1.6.2. Tod und Hades. In der Offenbarung kann es eine implizite Verbindung zwischen dem Abgrund und dem Hades oder der Hölle geben (wie in Ps 71,20; Röm 10,7; und im Apok. des ersten Jahrhunderts Zeph 6,15). So wie der Himmel den Schlüssel zum Abgrund hat, besitzt Jesus die Schlüssel zum Tod und zum Hades oder zur Hölle (Offb 1,18; siehe auch Offb 6,8).
1.6.3. Der Feuersee. Der endgültige Aufenthaltsort der bösen Engel und Menschen liegt „außerhalb“ des neuen Jerusalem (Offb 21:27; 22:14-15), genauer gesagt im „Feuersee“. Der Begriff „Feuersee“ oder „brennender Schwefel“ ist in der apokalyptischen Literatur keine Seltenheit und wird im Neuen Testament mit „Gehenna“ gleichgesetzt.
Die Zerstörung Babylons nach dem Vorbild des Untergangs von Sodom ist eine Vorahnung des ewigen Feuers (Offb 18:9, 18; 19:3). Das Tier und der falsche Prophet sind die ersten, die hineingeworfen werden (Offb 19,20), gefolgt vom Teufel (Offb 20,10), dem Tod und dem Hades (Offb 20,14) und den Gottlosen, die dort den „zweiten Tod“ erleiden (Offb 20,15; 21,8).

Dictionary of the later New Testament and its developments

Abgrund. Der griechische Begriff abyssos G12 (ursprünglich ein Adjektiv, „bodenlos, unergründlich“, dann ein Substantiv, „tiefer Ort“) wird in der KJV mit „die Tiefe“ (Lk. 8:31; Röm. 10:7) und „bodenloser Abgrund“ (Offb. 9:1-2, 11; 11:7; 17:8; 20:1, 3) wiedergegeben. In der NIV wird er als Eigenname „Abgrund“ verwendet (außer im Römerbrief). Im klassischen Griechisch wurde der Begriff auf die Urtiefe der antiken Kosmogonie angewandt, ein Ozean, der die Erde umgibt und unter ihr liegt. In der LXX kann er sich auf das Urwasser (Gen 1,2), aber auch auf die Welt der Toten (z. B. Ps 71,20) beziehen. Im späteren Judentum bedeutet es auch die inneren Tiefen der Erde und das Gefängnis der bösen Geister. Die Autoren des Neuen Testaments verwenden ihn in Bezug auf die Welt der Toten (Röm. 10:7) oder die Unterwelt, das Gefängnis der ungehorsamen Geister (Lk. 8:31; Offb. 9:1-2, 11; 11:7; 17:8; 20:1-3). Die Verwendung von „Abgrund“ in Röm 10:7 ist parallel zu der Verwendung von „die unteren, irdischen Regionen“ in Eph 4:9 (siehe Ps 106:28); beide stellen den höchsten Himmel und die tiefste Tiefe gegenüber. In Lk. 8:31 hatten die Dämonen große Angst vor dem ursprünglichen Abgrund; trotzdem könnten sie sich dorthin begeben haben, als die Schweine im Meer ertränkt wurden. In der Offenbarung wird der Schrecken der unendlichen Tiefen noch verstärkt. Siehe auch ABADDON.

Zondervan Illustrated Bible Dictionary

ABGRUND
Gemäß dem Handwörterbuch der griechischen Sprache (Nachdruck: Darmstadt 1983, Bd. I/1, S. 6) von Franz Passow bedeutet das griechische Wort ábyssos „sehr tief“ oder auch „unermesslich, ungeheuer“. (Siehe auch A Greek-English Lexicon von Liddell und Scott [Oxford 1968, S. 4].) In der Septuaginta wird es durchweg verwendet, um das hebräische tehṓm (Wassertiefe) wiederzugeben, zum Beispiel in 1 Mose 1:2; 7:11.
Das Wort ábyssos kommt in den Christlichen Griechischen Schriften neunmal vor, siebenmal allein in der Offenbarung. Aus dem Abgrund (ábyssos) kommen die symbolischen Heuschrecken unter ihrem König Abaddon oder Apollyon, dem „Engel des Abgrunds“ (Off 9:1-3, 11). Auch das „wilde Tier“, das gegen Gottes „zwei Zeugen“ Krieg führt und sie tötet, steigt „aus dem Abgrund“ herauf (Off 11:3-7). Offenbarung 20:1-3 beschreibt, wie Satan für tausend Jahre in den Abgrund geworfen wird. Eine Legion von Dämonen bat dagegen Jesus einmal inständig, ihnen dies nicht anzutun (Lukas 8:31).
Biblische Bedeutung. Es ist beachtenswert, daß in der Septuaginta ábyssos nicht als Wiedergabe für das hebräische Wort scheʼṓl verwendet wird, und angesichts der Tatsache, daß Geistgeschöpfe in den Abgrund geworfen werden, kann die Bedeutung richtigerweise insofern nicht auf Scheol oder Hades beschränkt werden, als diese beiden Wörter sich eindeutig auf das allgemeine Grab der Menschheit beziehen (Hi 17:13-16; siehe HADES; SCHEOL). ábyssos bezieht sich nicht auf den „Feuersee“, weil Satan nach seiner Freilassung aus dem Abgrund in den Feuersee geworfen wird (Off 20:1-3, 7-10). Die Worte des Paulus aus Römer 10:7, wo er von Christi Aufenthalt im Abgrund spricht, schließen eine solche Möglichkeit ebenfalls aus und zeigen außerdem, daß der Abgrund nicht dasselbe ist wie der Tartarus. (Siehe TARTARUS.)
Römer 10:6-7 trägt zur Klärung der Bedeutung des Wortes „Abgrund“ bei, indem es dort heißt: „Die Gerechtigkeit aber, die aus Glauben kommt, redet so: ‚Sag nicht in deinem Herzen: „Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?“, nämlich um Christus herabzuholen, oder: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“, nämlich um Christus von den Toten heraufzuholen.‘ “ (Vgl. 5Mo 30:11-13.) „Der Abgrund“ bezieht sich hier offenkundig auf den Ort, an dem sich Christus an Teilen von drei Tagen aufhielt und von dem ihn sein Vater zurückholte, indem er ihn auferweckte. (Vgl. Ps 71:19-20; Matthäus 12:40.) In Offenbarung 20:7 bezieht sich Abgrund auf ein „Gefängnis“, und im Fall Jesu stimmt die Gefangenschaft oder die völlige Handlungsunfähigkeit zufolge seines Todes gewiß damit überein. (Vgl. Apg 2:24; 2Sa 22:5-6; Hi 38:16-17; Ps 9:13; 107:18; 116:3.)
Was die Grundbedeutung von „unermeßlich“ als Merkmal des „Abgrunds“ betrifft, so ist folgender Kommentar interessant, der in Hastings’ Encyclopædia of Religion and Ethics (1913, Bd. I, S. 54) zu Römer 10:6-7 gegeben wird: „Die Worte des hl. Paulus lassen die unermeßliche Größe dieses Bereichs vermuten, den zu erforschen ein vergebliches Unterfangen wäre.“ Paulus stellt die Unerreichbarkeit des „Himmels“ und des „Abgrunds“ der Erreichbarkeit der Gerechtigkeit durch Glauben gegenüber. Seine Anwendung des verwandten Wortes báthos in Römer 11:33 veranschaulicht dies: „O Tiefe [báthos] des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ (Siehe ferner 1Korinther 2:10; Eph 3:18-19.) In Übereinstimmung mit Römer 10:6-7 müßte der als „Abgrund“ dargestellte Ort also für jedermann außer für Gott und seinen mit dem „Schlüssel des Abgrunds“ ausgestatteten Engel „unerreichbar“ sein (Off 20:1). Gemoll erklärt ábyssos unter anderem mit „Abgrund der Unendlichkeit“. (Siehe auch A Greek-English Lexicon von Liddell und Scott, S. 4.)
Die Pluralform des hebräischen Wortes mezōláh (oder mezuláh) wird in Psalm 88:6 mit ‘großer Abgrund’ wiedergegeben und bedeutet wörtlich „Abgründe“ oder „Tiefen“. (Vgl. Sach 10:11.) Es ist verwandt mit dem Wort zuláh, das „Wassertiefe“ bedeutet (Jes 44:27).

Einsichten über die heilige Schrift

Licht (Band II) erklärt, dass das Binden und In-den-Abgrund-Werfen Satans, worauf in Offenbarung 20:2, 3 Bezug genommen wird, seinen Tod bedeute. Das Buch „Dies bedeutet ewiges Leben“, Seite 271, spricht von Satan und seinen Dämonen, dass sie „in den Abgrund vollständiger, todähnlicher Untätigkeit gestürzt“ werden. Warum spricht dieses spätere Buch auf diese Weise? — R. S., Kalifornien.
Das Buch „Die Wahrheit wird euch frei machen“ zieht eine Parallele zwischen dem Abgrund von Offenbarung 20:3, in welchen Satan geworfen wird, und dem Abgrund von Römer 10:7 (NW), wo Jesus drei Tage lang tot lag. Somit wird gefolgert: „Der Abgrund, in welchen Satan, der Teufel, für tausend Jahre hinabgeworfen wird, ist derselbe Zustand, in welchem sich Christus Jesus drei Tage lang befand, nämlich der Tod.“ (Seite 352 und 353) Es stimmt, dass Satan während seines tausendjährigen Gebundenseins im Abgrund völlig aus dem Dasein geschieden ist, aber die spätere Äusserung über diesen Punkt, wie sie im Buche „Dies bedeutet ewiges Leben“ enthalten ist, gestattet einen erweiterten Sinn. Zu sagen, dass Satan „in den Abgrund vollständiger todähnlicher Untätigkeit gestürzt“ werde, erlaubt den Gedanken, dass der Körper Satans nicht gänzlich aufgelöst werden mag, und lässt die Möglichkeit offen, dass er auf irgendeine Weise bewahrt werde, wie sie geistigen Körpern entsprechend wäre, gleichwie wir einen Körper von Fleisch und Blut durch Kaltlagerung oder Tiefkühlung aufbewahren können. Satan, das Geschöpf, ist natürlich tot, soweit es ihn betrifft, da er vollständig leblos und ohne Bewusstsein und nicht bloss in betäubtem Zustand ist, während welchem die Lebensprozesse weitergingen. Der Körper dieses Geistgeschöpfes könnte von Gott leicht bewahrt und am Ende der tausend Jahre für die vorausgesagte „kleine Weile“ bloss wieder belebt werden. Nebenbei bemerkt, verweste Jesu menschlicher Leichnam nicht, als er in den Abgrund ging, sondern wurde von Jehova Gott auf übernatürliche Weise beseitigt. (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:31) Die besondere Art und Weise, wie Satan im Abgrund gebunden wird, sollte nicht zu einem Streitpunkte werden. Der wichtige Punkt ist, dass er vollständig aus dem Wege geräumt ist und die gesegnete Tätigkeit des Tausendjahrreichs nicht stören kann. Dann, nach seiner Wiederbelebung für die „kleine Weile“, wird sein endgültiger Tod und seine körperliche Auflösung vollständig und bleibend sein, wie dies dadurch symbolisiert wird, dass er diesmal nicht in den Abgrund, sondern in den „Feuer- und Schwefelsee“ geworfen wird. — Offenbarung 20:10, NW.

Wachtturm 15.Juli 1952

#bibel #geistig-verstehen #glaube #glauben #gott #jehova #jesus

https://blog.thomas-pape.de/2023/04/26/studie-zu-abgrund-im-nt/

Die Offenbarung - Gerd Fiedler (Dienstag, 25. April 2023, 18:00-20:00) - Bibelkreis in Isenbüttel

Besprechung der OffenbarungZoom-Meeting beitretenJoin our Cloud HD Video Meeting Zoom is the leader in modern enterprise video communications, with an easy, reliable cloud platform for video and audio conferencing, chat, and webinars across……

Bibelkreis in Isenbüttel

Schau nicht ängstlich nach Hilfe aus, / denn ich, dein Gott, ich stehe dir bei! / Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! / Ich mache dich stark und ich helfe dir! / Ich halte dich mit meiner rechten und gerechten Hand.
NeÜ bibel.heute – Jes 41,10

2020 war die Frage:
Was glaubst DU, was Jehovah mit seinem Volk vor hat – und vor allem WER dieses Volk gemäß der Bibel ist?

Gott hat in seiner Allmacht Israel (auch Jakob oder Abrahams Sproß [d. h. Nachkommen] genannt) zu seinem Diener erwählt (vgl. Jes 43,10 ), der seinen Willen tut. Leider ist Israel oft kein treuer Diener gewesen, so daß Gott es bestrafen mußte. Daß Gott das Volk von den Enden der Erde (vgl. die Anmerkungen zu Jes 5,26 ) genommen hat, bezieht sich wohl eher auf Gottes Sammlung des Volkes nach der babylonischen Gefangenschaft als auf Abraham, den er aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat. Daß Israel von Gott erwählt ist, ist ein häufiges Thema in dem zweiten Hauptteil des Buches ( Jes 41,8-9; 42,1; 43,10.20; 44,1-2; 45,4; 49,7;65,9.15.22 ). Auch wenn Israel aufgrund von Sünde und Unglaube in die Gefangenschaft geführt wurde, ist es dennoch von Gott nicht verworfen . Der Bund Gottes mit Abraham war ohne Bedingungen ( 1Mo 15 ). Seine Nachkommen sollen sich daher nicht fürchten. Der Herr bleibt ihr Gott (vgl. Jes 43,3 ) und wird auch weiterhin auf ihrer Seite sein (vgl. Jes 43,5 ) und sie stärken (vgl. Jes 40,31 ), ihnen helfen (vgl. Jes 41,13-14 ) und sie erhalten.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Israel die Auserwählten – 41:8-10

In den Versen 8-10 gibt der Prophet ein Wort der Zusicherung Gottes an Israel weiter. Zum ersten Mal geht es in den Prophezeiungen Jesajas um das Konzept des Knechts Israel. Wann immer Jesaja im weiteren Verlauf seines Buches den Begriff „Knecht“ verwendet, tut er dies in einer von drei Bedeutungen, und nur der Kontext bestimmt die Bedeutung. Erstens bezieht sich der Begriff „Knecht“ manchmal auf Israel als Ganzes. Das kann man in Jesaja 41,8-16; 42,18-22 und 43,10 sehen. Zweitens bezieht sich der Begriff „Knecht“ manchmal nur auf den treuen Überrest, das gläubige Element innerhalb Israels als Ganzes. Dies geschieht bei mindestens drei Gelegenheiten: Jesaja 44,1-5; 44,21; und 65,8-16. Drittens: Manchmal bezieht sich der Begriff „Knecht“ auf den Messias. Beispiele dafür sind Jesaja 42:1-9; 49:1-7; und 52:13-53:12. Im weiteren Verlauf des Buches wird Jesaja einen Kontrast zwischen Israel, dem Knecht, und dem Messias, dem Diener, ziehen, um zu zeigen, dass der Messias dort, wo Israel versagt hat, erfolgreich sein wird. Hier wird Jesaja das Konzept der Stellvertretung einführen. Der Messias wird anstelle Israels handeln, und dann werden seine Leistungen und Erfolge auf Israel als Ganzes übertragen. Als Ersatz für Israel wird Gott also den Knecht Messias einsetzen.

In den Versen 8-10 geht es um Israel als Ganzes, das auserwählte Volk, den Diener Gottes. Diese Themen werden in Vers 8 eingeführt: Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, der Same Abrahams, mein Freund. Neben diesem Vers gibt es noch zwei weitere Stellen in der Heiligen Schrift, an denen Abraham als Freund Gottes bezeichnet wird: 2. Chronik 20:7 und Jakobus 2:23. Abrahams erster Wohnsitz in Israel war Hebron. Der Name der Stadt hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass Abraham Gottes Freund war. Als die Araber das Land übernahmen, benannten sie Hebron in El Khalil um, was auf Arabisch „der Freund“ bedeutet.[ 531 ] Auch in der muslimischen Tradition gibt es das Konzept von Abrahams einzigartiger Stellung als persönlicher Freund Gottes und das jüdische Volk als Nachkommen dieses einen Mannes, der Freund Gottes genannt wurde.

In Vers 9 schreibt Gott weiter: „Dich, den ich von den Enden der Erde ergriffen und aus ihren Ecken gerufen habe, und zu dir gesagt habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich erwählt und nicht verstoßen. Durch den Propheten Jesaja machte Gott Israel schon vor der babylonischen Gefangenschaft klar, dass es nicht verstoßen werden würde.

In Vers 10 sagt Gott: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; erschrecke nicht, denn ich bin dein Gott; ich will dich stärken, ja, ich will dir helfen; ja, ich will dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit stützen. Angesichts der Tatsache, dass Gott Israel auserwählt hat und dass Israel als Nachkomme des Freundes Gottes eine ganz besondere Stellung bei Gott hat, sollten sie sich nicht fürchten und nicht erschrecken. Gott würde mit ihnen sein. Eindringlich erklärte er: Ich bin euer Gott. Darauf folgen drei Sätze, von denen zwei mit dem hebräischen Wort aph eingeleitet werden, das „ja“ oder „sicher“ bedeutet. Delitzsch stellt fest: „Das wiederholte אף [aph] häuft ein Synonym auf das andere, das die göttliche Liebe zum Ausdruck bringt.“[ 532 ] Gott versprach, dass er Israel stärken, ihm helfen und es unterstützen würde. Diese drei Segnungen der Stärkung, des Beistands und der Unterstützung würden mit der rechten Hand der Gerechtigkeit Gottes kommen.

Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja

Aber was, wenn ich glauben würde, das ich oder die Führung meiner Gemeinde heute das „geistige Israel“ wären?

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Familie Thomas Pape

Glauben im Leben umgesetzt