Dunkelheit wird Mangelware
Am 12.3. fand im Rahmen des ONN und auf Einladung des BUND - Umweltzentrum Ortenau ein Vortrag zu den Gefahren der Lichtverschmutzung für Mensch und Natur statt. Vera Leinert vom #Regierungspräsidium Freiburg informierte über den aktuellen Stand.
Künstliche Beleuchtung ist ohne Zweifel eine wichtige Errungenschaft der Moderne, die es ermöglicht, zu auch abends und nachts zu arbeiten, zu lesen oder allgemein aktiv zu sein. Vor allem seit LEDs zum Einsatz kommen, wird auch der Außenbereich immer mehr ausgeleuchtet, teilweise deutlich über das für die Verkehrssicherheit benötigte Maß hinaus und aus rein optischen Gründen. Studien zeigen, dass die nächtliche Beleuchtung jährlich zunimmt – sowohl in der Fläche als auch bezüglich der Helligkeit des Lichts.
Welche Probleme das mit sich bringt, darüber informierte Vera Leinert vom Regierungspräsidium Freiburg auf Einladung von BUND-Umweltzentrum Ortenau und Offenburger Netzwerk für Nachhaltigkeit vergangenen Donnerstag in der VHS Offenburg. Dass die Sterne und die Milchstraße am Nachthimmel deshalb immer schlechter wahrgenommen werden können und dadurch z.B. die Orientierungsmöglichkeiten für Zugvögel oder Meeresschildkröten verloren geht, ist dabei nur eines von vielen Problemen.
Die Referentin wies darauf hin, dass der Biorhythmus aller Lebewesen an den Wechsel von Tag und Nacht angepasst ist. Ohne Dunkelphase gerät auch der der menschliche Körper aus dem Tritt, findet schlechter in den Schlaf und gerät zunehmend unter Stress. Lichtsmog bringt sogar ganze Ökosysteme durcheinander. An Straßenlaternen können in einer Sommernacht viele Insekten sterben. Die künstliche Beleuchtung ist damit auch ein Treiber des Insektensterbens. Insbesondere auf nachtaktive Tiere hat die Lichtverschmutzung verheerende Wirkung. Manche Fledermausarten fliegen nur aus ihren Quartieren aus, wenn es richtig dunkel ist. „Es sind schon tausende Tiere gestorben, wenn in einem Fledermausquartier Licht anbleibt, die Tiere nicht mehr auf die Jagd gehen und dann verhungern“, erklärt Vera Leinert. Ein spezielles Förderprogramm des Regierungspräsidiums hat deshalb auch die Flugrouten besonders lichtempfindlicher Fledermausarten untersucht und kritische, weil zu helle Stellen durch Abschirmung, geringere Lichtstärke oder verträglichere Lichtfarbe entschärft.
Im Anschluss wurden Möglichkeiten diskutiert, wie die Lichtmenge im öffentlichen Raum wieder etwas reduziert werden könnte. Neben der konsequenten Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Verringerung von Lichtverschmutzung kann auch der Verzicht auf unnötiges Licht an Wohngebäuden und privaten Grundstücken einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Außerdem sind Ideen und Aktionen gefragt, wie die Dunkelheit wieder positiver wahrgenommen und besser akzeptiert werden könnte. #BUND #Fledermaus #Insekten #Offenburg #Ortenau #RPFreiburg