Weekend Update: 1/17/2026
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Monochrome Module, Teil 3
T 1 „Village of Hommlet”
Das Abenteuer von Gary Gygax war als Auftakt zu einer Reihe von Abenteuern gedacht, die Gygax dann aber nicht mehr selber fertig gestellt hat. Das tat 1985 Frank Mentzer, der unter anderem die Basis (oder BECMI-)Regeln überarbeitet hat, die ab 1983 in der berühmten Red Box und den folgenden erschienen.
Die fertige Kampagne erschien 1985 als T 1-4 „The Temple of Elemental Evil“, mit 128 Seiten (+16 Seiten Kartenheft) Umfang eines der bis dahin größten Module, folglich als „Supermodul“ bezeichnet. Es ist eins der frühesten Beispiele für einen Megadungeon, und mit der Stufenangabe 1-8 eine Einstiegskampagne. Das Abenteuer war sehr populär und wurde bis 1992 mehrfach nachgedruckt. 2001 erschien ein Roman mit dem gleichen Titel und ein Remake unter dem einfallsreichen Namen „Return to the Temple of Elemental Evil“ (ich sehe da ein gewisses Muster….) 2003 erschien ein Computerspiel „Temple of Elemental Evil“. 2009 wurde „The Village of Hommlet“ als Remake als Druckausgabe für die 4. Edition veröffentlicht, und 2013 in der Online-Ausgabe des Dungeon erneut, und 2015 ein Brettspiel zum „Temple“. Im gleichen Jahr erschien „Princes of the Apocalypse“ für die 5. Edition, 2020 als „Fürsten der Apokalypse“ auch auf Deutsch erschienen. Der Band greift das Thema des Elementaren Bösen wieder auf. Goodman Games hat sich in der schon erwähnten Original Adventures Reincarnated-Reihe auch dieses Titels angenommen, und 2021 einen echten Kracher abgeliefert: über 700 Seiten in zwei Bänden im Schuber.
Rechts unten das originale Supermodul, daneben die Version für D&D3. Darüber die beiden Bände von Goodman Games mit dem Schuber dazu. Mächtig gewaltig!
Der Elefant im Raum – Riesen, Dunkelelfen und Dämonen
Die übrigen sechs monochromen Module gehören relativ eng zusammen, und haben D&D stark geprägt. Mit den Modulen G 1-3 und D 1-3 war eine Kampagne geschaffen, die mit dem 1980 erschienenen Titel Q 1 „Queen of the Demonweb Pits“ ihren Abschluss fand. Die G und D-Reihen wurden neu veröffentlicht, G 1-3 im Sammelband „Against the Giants“ von 1981, D 1-2 unter dem Titel von D 1 im gleichen Jahr. Aber das war natürlich noch nicht das Ende: 1986 erschienen die sieben Module als ein Supermodul, mit dem Code GDQ 1-7 „Queen of the Spiders“ im gleichen Format wie der „Temple“. Die Namensänderung zu Spiders könnte der „Satanic Panic“ geschuldet sein, Dämonen waren in den USA in den 80ern schwierig… Ursprünglich war ein Band namens „Revolt of the Giants“ geplant und im Katalog für 1986 auch bereits angekündigt, aber daraus wurde dann wohl der genannte Sammelband. Vermutlich war das einfacher zu realisieren, was für TSR, die knapp an der Pleite entlangschrammten, wichtiger war.
Riesig! Unten die Originale, oben die Nachdrucke, oben links das Supermodul.
Exkurs
Ende 1986 war Gygax bei TSR rausgedrängt worden, so dass seine bisherigen Werke zunächst nicht weiter verwendet wurden. Insbesondere brauchte TSR schnell eine neue „Standard“-Fantasy-Hintergrundwelt. Ein kanadischer Bibliothekar hatte schon Artikel im Dragon veröffentlicht, die sich auf seine eigene Spielwelt bezogen, und auf Anfrage des Verlages einigte man sich, so dass kurze Zeit später umfangreiches Material in Lake Geneva ankam. Ed Greenwood hatte seit seiner Kindheit die Forgotten Realms erarbeitet, und diese Welt wurde ab 1987 die Hauptwelt für AD&D. In der Folge wurde diese Welt mit vielen Rollenspielprodukten, aber auch Romanen bedacht, besonders populär waren die Geschichten um den Dunkelelfen Drizzt Do´Urden, der aus der unterirdischen Stadt Menzoberranzan stammte. Die Dunkelelfen waren als Bösewichte derart populär, dass sie in der neuen Welt nicht fehlen durften.
Die D-Reihe ist bei mir schwach besetzt, musste ich feststellen…
Weiter im Text
Die Stadt wurde 1992 in der Box Menzoberranzan beschrieben, 1994 auch auf deutsch übersetzt. Ich behaupte, dass die Dunkelelfen ohne die vorangegangenen Abenteuer niemals so populär geworden wären. Bereits 1985 waren Dunkelelfen, Dunkelzwerge und Tiefengnome (alle aus diesen Abenteuern) mit dem Band „Unearthed Arcana“ auch als Spielercharaktere möglich geworden, was ebenfalls für ihre Popularität spricht. 1991 war „The Drow of the Underdark“ erschienen, ein Quellenband zu den Dunkelelfen (deutsch Die Drow aus dem Unterreich, 1994).
Auch die Riesen wurden mit einem Quellenbuch bedacht, „Giantcraft“ von 1995.
Das nächste Lebenszeichen war dann das Jubiläum 1999, bei dem zum einen die drei originalen Giants-Module nachgedruckt wurden, zum anderen ein Abenteuer erschien, dass ausnahmsweise mal nicht „return to“ hieß: Against the Giants: the Liberation of Geoff“ (Geoff ist ein Land auf der World of Greyhawk. Ja, die Namen sind manchmal albern). Gleich drei Romane beschäftigten sich mit Teilen der Reihe: Against the Giants 1999, Descent into the Depths of the Earth 2000 und Queen of the Demonweb Pits 2001.
Mit „City of the Spider Queen” 2002 und „Drow of the Underdark“ und “Expedition to the Demonweb Pits” 2007 hat auch die dritte Edition ihren Anteil an Neuinterpretationen des Themas.
Die vierte Edition darf natürlich auch nicht fehlen: Revenge of the Giants (2009), Underdark (2010), Menzoberranzan (2012) und eine Reihe kleinerer Publikationen zeigen, dass das Thema nach wie vor gut ankam.
In der 5. Edition kriegen wir eine Neuauflage der Giants-Reihe wieder einmal im Yawning Portal, aber das Buch „Storm Kings Thunder“ (2016), deutsch „Sturmkönigs Donner“ (2021) nimmt das Thema Riesen auf und interpretiert es neu – was nichts daran ändert, dass es gegen Riesen einen Dungeoncrawl gibt. Mit „Bigby presents: Glory of the Giants“ von 2023, deutsch 2024, gibt es auch wieder ein Quellenbuch zu den Riesen. Die Dunkelelfen kommen auch zu ihrem Recht, in „Out of the Abyss“ (2015), deutsch „Aus dem Abyss“ (2021) spielen sie eine wichtige Rolle.
Ich denke, dass wir von Riesen und Dunkelelfen (und bösen Tempeln) noch nicht das letzte Mal gelesen haben.
Die erwähnten Bücher der 5. Edition
Teil 1: https://kritischerfehlschlag.de/2026/01/13/monochrome-module-teil-1/
Teil 2: https://kritischerfehlschlag.de/2026/01/16/monochrome-module-teil-2/
Monochrome Module, Teil 2
Oder: was daraus geworden ist.
Die monochromen Module waren sofortige Klassiker, vergleichbar vielleicht mit dem 1983 erschienenen „Ravenloft“. Das führte in der Folge dazu, dass die meisten dieser Module neu aufgelegt und später neu geschrieben oder angepasst wurden. Das will ich mal mehr oder weniger kurz darstellen.
B 1 “In Search of the Unknown” ist ein typisches, ziemlich absurdes Dungeon aus der Zeit, und wurde von TSR selber nicht wieder veröffentlicht, nachdem es ein vollfarbiges Cover erhalten hatte. Das blieb Goodman Games vorbehalten, die dieses und das berühmtere „Keep on the Borderlands“ 2018 in ihrer Reihe „Original Adventures Reincarnated“ als ersten Beitrag brachten. Das Buch enthält Faksimiles der originalen Abenteuer und eine Übertragung und Erweiterung für D&D5.
C 1 „The Hidden Shrine of Tamoachan” wurde einmal als Referenz im „Dungeon“ 141 von 2006 für D&D3.5 verwendet. 2011 wurde eine Version für D&D4 veröffentlicht, und auf D&D5 umgestellt in „Tales from the Yawning Portal“ (2017), deutsch „Geschichten aus dem Klaffenden Portal“ (2020) neu veröffentlicht, und somit erstmals auf deutsch verfügbar gemacht. Dieser Sammelband wird noch häufiger zu erwähnen sein.
Das waren die beiden einfachen Fälle…
S 2 „White Plume Mountain“
Die erste Wiederveröffentlichung war der Sammelband „Realms of Horror“ von 1987. Die vier dort enthaltenen Abenteuer haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Dieses Buch wurde dann 2013 als Hardcover unter dem Titel „Dungeons of Dread“ noch einmal neu aufgelegt.
Das Abenteuer selber wurde zum silbernen Jubiläum von TSR 1999 als (erkennbarer) Nachdruck mit dem monochromen Cover in der Silver Anniversary Box neu herausgegeben, aber damit nicht genug: ebenfalls 1999 schrieb Bruce Cordell „Return to White Plume Mountain“ in der Silver Anniversary-Reihe, dazu gab es noch einen Roman von Paul Kidd. Das Original und Return erhielten 2005 ein online-update für die damals aktuellen 3.5-Regeln. Zu guter Letzt wurde es im schon genannten Sammelband „Geschichten aus dem Klaffenden Portal“ neu für die 5. Edition veröffentlicht.
Wer hat mitgezählt? Monochrom, Farbcover, Nachdruck, Return, Sammelband zum 1., zum 2. und zum 3.
S 1 „Tomb of Horrors“
Das als Test für die PCs in seiner eigenen Kampagne und für großmäulige Spieler entworfene Abenteuer wurde von Gary Gygax 1975 geschrieben und 1978 in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht. Auch dieses Abenteuer wurde wie White Plume Mountain Teil der Sammelbände von 1987 bzw. 2013. Im Jahr 1998 wurde eine Box mit dem Titel „Return to the Tomb of Horrors“ veröffentlicht. Diese enthält ein Faksimile des Originals und eine umfangreiche Kampagne, die sich um das Tomb dreht – mit dem Hinweis im Vorwort, den Spielern den Namen der Kampagne nicht zu verraten… Das Faksimile ist als Vorläufer der Jubiläumsausgaben ein Jahr später zu sehen.
Erstmals auf Deutsch wurde die „Gruft des Grauens“ auf dem Fantasyspielfest 1999 veröffentlicht, in einer limitierten (1000 St.) und von Gygax signierten Ausgabe. (Wer davon ein Exemplar verkaufen möchte: ich bin interessiert…)
2002 kam ein Roman „Tomb of Horrors” heraus, und 2005 ein digitales Update. 2010 erschienen gleich zwei Versionen für die 4. Edition, einmal ein umfangreiches Abenteuer, das das Abenteuer aus der Box als Grundlage nimmt, und einmal eine Fassung des normalen Abenteuers für diese Edition. 2013 wurde eine weitere Version im Online-Magazin „Dungeon“ veröffentlicht. 2017 wurde eine weitere Fassung für 5e veröffentlicht, natürlich im „Klaffenden Portal“. Die im gleichen Jahr veröffentlichte Kampagne „Tomb of Annihilation“, auf deutsch „Grabmal der Vernichtung“ basiert auch auf diesem Abenteuer.
Ein Farbcover-Original, daneben der Inhalt der Box von 1998, inklusive Nachdruck
Teil 1: https://kritischerfehlschlag.de/2026/01/13/monochrome-module-teil-1/
Fortsetzung folgt…