Erde & Wasser #1: Der Einstieg ins Abenteuer – Coming Soon!

Erde & Wasser ist ein Megadungeon für D&D 5E 2014, das ich seit Jahren schreibe und playteste:

  • 38 Level mit über 350 Räumen
  • Pointcrawls mit über 100 Locations
  • Viele Storyfäden einer tiefen Sandbox

Der Text ist größtenteils fertig, zurzeit läuft der zweite Playtest. Aber bei dieser Menge an Material war mir klar, dass ich das nicht alles auf einmal veröffentlichen könnte. Daran würde ich jahrelang herumfeilen und wahrscheinlich nie zum Ende kommen.

Also ist der Plan jetzt, das Megadungeon über eine Serie von Booklets herauszugeben. Alles unter der OGL und einer CC-BY 4.0 Lizenz. Alles Human Made und ohne KI. Mit einem schicken Cover von Christian Laugsch!

Das erste Booklet ist jetzt so gut wie fertig. Die letzte Korrekturschleife läuft und noch diesen Monat kommt es als kostenloses pdf hierher zum Download. Herunterladbare Karten-Dateien wird auf der Übersichtsseite geben, auch mit separaten Versionen für die Spielenden, die nicht alle Geheimnisse zeigen.

Und als kleine Spoiler hier ein paar Eindrücke aus dem Heft.

  • EPSON MFP image

Kommt mit in die Berge von Yar und ergründet die Geheimnisse von Erde und Wasser!

#AbenteuerDesign #DD #DD5E #ErdeUndWasser #Megadungeon #PenPaper #pnpde #Rollenspiel

Anhang KF: Rackhir – allein gegen den Rest der Welt

Ich will gar nicht versuchen, hier eine biographische Logik zu konstruieren. Ich mag so einiges, was zu verschiedenen Zeiten meines Lebens auf meinem Radar auftauchte, aber da gibt es keine Chronologie. Ich kann nicht mal sagen, warum mich diese Dinge inspirieren und andere nicht.

Ein bisschen thematische Sortierung muss aber schon sein. Zwar gibt es Grenzbereiche und Werke, die die Genre-Schubladen miteinander verbinden, aber nur so kann ich eine gewisse Ordnung reinbringen. Erschöpfend ist es auch nicht und deckt nur ausgewählte Genres ab. SciFi oder Cyberpunk sind raus, obwohl ich meine Shadowrun-Erfahrungen in die Zeit vor und nach Pulp Fiction unterscheide…

Sword & Sorcery

Ich liebe die Klassiker: ein Abenteurer (zu selten: eine Abenteurerin) muss mit Wagemut sein Schicksal in die Hand nehmen. Es geht weniger um große Ideale, es wird keine Welt gerettet. Die Welt ist ungerecht, jeder kämpft für sich allein. Wenn es Götter gibt, sind sie distanziert und transaktional. Conans Stoßgebet vor der Schlacht finde ich einfach unfassbar gut:

Crom, I have never prayed to you before. I have no tongue for it. No one, not even you, will remember if we were good men or bad. Why we fought, or why we died. All that matters is that two stood against many. That’s what’s important! Valor pleases you, Crom… so grant me one request. Grant me revenge! And if you do not listen, then to HELL with you!

  • Robert E. Howard: Conan – so viele Kurzgeschichten! Der Film und die Musik von Basil Poledouris gehören natürlich ebenfalls dazu.
  • Michael Moorcock: Elric of Melniboné, wiederum am besten die ersten Kurzgeschichten.
  • Fritz Leiber: Fafhrd and the Gray Mouser – manchmal lustig, manchmal spannend, manchmal cringe.
  • C.L. Moore: Jirel of Joiry, auf dass diese Heldin wieder bekannter wird.

Natürlich bedienen nicht wenige dieser Geschichten, besonders von Howard und Leiber, rassistische oder frauenfeindliche Stereotype. Das will ich nicht schönreden und damit wird man konfrontiert, wenn man sie liest. Insofern möchte ich in Zukunft mehr zeitgenössische, progressive Sword & Sorcery suchen.

Mich inspirieren auch andere fantastische Werke. Ich mag, wo es dreckig wird, wo sich Abgründe auftun, wo der Horror aus dem Innersten der Menschen kommt statt aus übernatürlichen Kreaturen. Ist das Dark Fantasy? Keine Ahnung.

  • François Marcela-Froideval, Olivier Ledroit: Die Chroniken des Schwarzen Mondes. Ein tolle, witzige, düstere Comicserie.
  • Joe Abercrombie: Die First Law-Trilogie und die Nachfolgebücher. Die Tragödie ist in der Fantasy ohnehin eine unterschätzte Stilform.
  • Glen Cook: The Black Company. Ein Klassiker der Military Fantasy.
  • Die Hexenromane von Terry Pratchett passen auch in dieses Spektrum. Aber ich mag eh alles von PTerry.

Aber über diese Themen sollte man nicht nur lesen, man sollte sie auch fühlen und erleben, und das kann ich am besten über Musik. Neben dem Soundtrack von Conan und anderen Filmen (Last of the Mohicans oder Dark Crystal sind auch toll) höre ich meistens Dark Ambient-Mixe und Dungeon Synth, wenn ich etwas schreibe.

Cosmic Horror

Mein anderes großes Thema ist der kosmische Horror – dieses kaum greifbare Schwindelgefühl, das sich einstellt, wenn man über die Vergänglichkeit der Menschlichkeit in einem sinnlosen, ja feindseligen Universum nachdenkt. Dieses Genre hat mir in jungen Jahren den Kopf verdreht und ich liebe es immer noch, solche Momente der deep time ins Spiel einzubringen.

Hier sind es natürlich die Kurzgeschichten von H.P. Lovecraft, die wesentliche Elemente des Genres definieren, für die aber die Warnungen vor Rassismus und Misogynie doppelt und dreifach gelten. Wem das zu viel ist oder wer Lovecraft barocken, „Adjektive auf 11 gedreht“-Stil nicht mag, kann auch zu Ramsey Campbells Kurzgeschichtensammlung „The Inhabitant of the Lake“, zu Arthur Machens „The Great God Pan“ oder zu den Geschichten um den König in Gelb von Robert W. Chambers greifen.

An der Grenzfläche von Cosmic Horror und Sword & Sorcery existiert, nein thront, Clark Ashton Smith. Die Kurzgeschichten aus dem Zothique-Zyklus haben mich wirklich verzaubert („The Weaver in the Vault“ ist ein absolutes Meisterwerk!) und ich hoffe, dass seine Hyperborea-Geschichten ähnlich gut sind. Smiths Geschichten spielen auf sterbenden Erden voller Dekadenz und Verfall. James Maliszewski bringt es auf den Punkt:

Doom is inevitable, but it arrives wrapped in velvet. This, too, comes from poetry, from the Decadent tradition that finds fascination in decline and ruin. For Smith, decay is not merely tragic; it is strangely lovely.

Diese Vorstellung einer dekadenten Welt, die kraftlos auf ihr Ende zutorkelt, betrunken von ihren Exzessen und altem Glanz, hat meine Zalú-Kampagne beeinflusst, genauso wie die Bilder von Melniboné aus den Elric-Romanen und der Film Event Horizon.

Dieselbe Ästhetik von Düsternis, vom Unnütz allen Strebens und der Verwundbarkeit der Menschen durch höhere Mächte sehe ich in Bildern von Jakub Rozalski und ähnlichen Künstler:innen (hier schon einmal andiskutiert), aber auch in klassischer Malerei, z.B. Arnold Böcklins Toteninsel, Bildern von Hieronymus Bosch und den Holzschnitten zum Totentanz von Hans Holbein dem Jüngeren.

Sandboxes

Ich bin einer von diesen Leuten, die Player Agency für das Größte am Rollenspiel halten. Soll heißen: Ich mochte schon immer diejenigen Computerspiele am besten, in denen ich Freiheit habe, meinen eigenen Weg zu gehen. (Gilt übrigens auch für Brettspiele wie Barbarian Prince.)

Weil ich ein alter Sack bin, der seit 1999 kaum noch was am Computer spielt, hier ein paar Klassiker:

  • Pirates – das platonische Ideal einer Sandbox. Klarer Rahmen, kein Spiel ist wie ein anderes.
  • Elite – fast genauso gut, noch puristischer, aber mit zu wenig Storyfäden, die dem Fliegen und Handeln einen Sinn geben.
  • Starflight – mehr storygetrieben, aber wie man sie sich erschließt, ist den Spielenden überlassen.
  • Lords of Midnight – interessante Mischung aus Rollenspiel und Taktiksimulation.
  • Ultima IV und V waren Open World-Spiele, bevor man je von Morrowind gehört hatte. Das System der Tugenden hatte ich für eine Kampagne komplett geklaut. Und das Zaubersystem mit den Runen war auch nicht schlecht!
  • Nethack – minimalistischer Look, maximale Möglichkeiten. Ich bin schon auf so viele interessante Weisen gestorben…
  • Ultima Underworld habe ich wenig selbst gespielt, aber nächtelang Freunden über die Schulter geschaut. Erst neulich ist mir klar geworden, wie sehr die Dungeonarchitektur aus verschlungenen Gängen, verschiedenen Höhenstufen und Wasserwegen meine Karten in Erde & Wasser beeinflusst hat!

Damit es hier nicht nur um Computerspiele gehen soll: Bone ist ein toller Abenteuercomic, dessen Setting eines abgelegenen Tals, welches vom Herr der Heuschrecken bedroht wird, eine hervorragende Sandbox-Kampagne abgeben würde.

P.S.

Man kann sich seine Inspirationen übrigens auch selbst herstellen. Das Geheimnis ist Wiederholung! Ich erinnere mich sehr gut, wie wir in den Osterferien 1995 in Torstens Esszimmer HeroQuest spielten und dazu die neue Blind Guardian-Single sechs Stunden in Dauerschleife lief. Wenn ich heute HeroQuest sehe, höre ich A Past and Future Secret, wenn ich Blind Guardian höre, bekomme ich Lust auf HeroQuest.

https://youtu.be/4b8ipSojWf0?si=opRVfdI7epw9Uo_q

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Arctica - Annuminas (Extended Edition) [Ambient, Drone, Dark Ambient, Field Recordings]

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Kritischer Fehlschlag: Kampagnenfortschritt Erde & Wasser

Die Neuauflage meiner D&D-Kampagne „Erde & Wasser“ läuft seit dem letzten August und ich bin sehr happy damit. Wir stehen kurz vor unserer neunten Sitzung und die aktuelle Gruppe macht schon jetzt fast alles anders als die letzte, was das ganze auch für mich zu einem tollen neuen Abenteuer macht. Kurz zum Hintergrund: Erde &„Kampagnenfortschritt Erde & Wasser“ weiterlesen

#Pnpde #Dungeon #ErdeUndWasser #RackhirsZiggurat #Rollenspiel

Kampagnenfortschritt Erde & Wasser

Die Neuauflage meiner D&D-Kampagne „Erde & Wasser“ läuft seit dem letzten August und ich bin sehr happy damit. Wir stehen kurz vor unserer neunten Sitzung und die aktuelle Gruppe macht scho…

Kritischer Fehlschlag

Kampagnenfortschritt Erde & Wasser

Die Neuauflage meiner D&D-Kampagne „Erde & Wasser“ läuft seit dem letzten August und ich bin sehr happy damit. Wir stehen kurz vor unserer neunten Sitzung und die aktuelle Gruppe macht schon jetzt fast alles anders als die letzte, was das ganze auch für mich zu einem tollen neuen Abenteuer macht.

Kurz zum Hintergrund: Erde & Wasser ist ein selbstgeschriebenes Megadungeon, in dem die Mächte der Erde des Wassers miteinander und untereinander um die Vorherrschaft über eine mythische Unterwelt ringen. Dieses Ringen erstreckt sich bis an die Oberfläche, wo der Tempel der Erdgottheit Ceris und die heilige Quelle der Wassergottheit Lera die beiden größten Eingänge in den Dungeonkomplex darstellen.

Da ging es schon los: Die erste Gruppe durchsuchte die Ruinen des Ceris-Tempels und fand einen Abstieg. Als ihr Kleriker ein vom Erdgott Nethras verfluchtes Juwel mitnahm und daraufhin Edelsteine in seinem Inneren zu sprießen begannen, wurde er durch einen Segen von Ceris gerettet und versprach ihm daraufhin seinen treuen Dienst. In der Unterwelt bekämpfte die Gruppe die Feinde von Ceris, gab ihm sein gestohlenes Edelsteinherz zurück und schenkte ihm damit die Herrschaft über das unterirdische Land.

Die neue Gruppe befreite dagegen die heilige Quelle der Lera von der Vergiftung durch die Agenten von Leras eifersüchtigem Bruder Rivol. Sie erhielt daraufhin den Segen Leras, ihren heiligen Speer und ein magisches Boot, mit dem sie seitdem die Wasserwege erkunden. Der Barbar der Gruppe will zu einem Druiden multiclassen und dann in den Dienst Leras treten. Ich bin sehr gespannt, ob diese Treue anhält, denn den finalen Preis in der Unterwelt kann am Ende nur eine einzige Gottheit erhalten und das Handeln der Gruppe wird dabei den Ausschlag geben.

Da die neue Gruppe bislang einen komplett anderen Weg eingeschlagen hat, bekommen damit ganz andere Level einen ausgiebigen Playtest, was mir ebenfalls entgegenkommt. Es ist einige Arbeit, die „first draft“-Notizen vom ersten Mal aufzubereiten, zu verbessern, die Karten digital zu zeichnen und so weiter. Aber gut, muss ja mal gemacht werden und meine Spielrunde gibt mir laufende Deadlines, an dieser Mammutaufgabe dranzubleiben.

#Dungeon #ErdeUndWasser #pnpde #Rollenspiel

Die Magie des zweiten Mals

Demnächst werde ich eine Kampagne ein zweites Mal leiten und ich freue mich darauf wie ein Kind auf Weihnachten. Nicht weil ich das Material in- und auswendig kenne und die Vorbereitung deshalb wen…

Kritischer Fehlschlag

Demnächst werde ich eine Kampagne ein zweites Mal leiten und ich freue mich darauf wie ein Kind auf Weihnachten. Nicht weil ich das Material in- und auswendig kenne und die Vorbereitung deshalb weniger zeitaufwändig ist. Ich bin einfach total gespannt, wie es dieses Mal läuft! Welchen Weg werden die Spielenden nehmen, wie gehen sie an Herausforderungen heran, welche Ziele verfolgen sie, welche Entscheidungen treffen sie? Ich bin so aufgeregt!

Kurz zum Hintergrund: Mein Corona-Projekt war ein Megadungeon für 5E mit dem Arbeitstitel „Erde & Wasser“. (Bei Gelegenheit erzähle ich mehr darüber.) Von 2022 bis 2023 habe ich es in ca. 30 Sitzungen mit einer ersten Gruppe durchgespielt und das hat schon reichlich Spaß gemacht. Die Gruppe bestand nur aus Castern (ein Sorcerer, eine Druidin, ein Kleriker, ein Barde) und setzte ihre Mittel unglaublich kreativ ein, um die Gefahren des Dungeons zu überlisten, ihnen aus dem Weg zu gehen oder Kämpfe auf andere Weisen zu vermeiden. Einmal rettete der Kleriker die ganze Gruppe vor einem gewaltsamen Ende mit Purify Water und einer Deception-Probe!

Die erste Runde war eine tolle Erfahrung. Ich hatte mir danach vorgenommen, das Dungeon zu überarbeiten. Erstens hatte ich ein paar neue Ideen. Als wir zu spielen begannen, waren die untersten Level noch nicht fertig und jetzt würde ich das ganze gerne noch etwas kohärenter machen. Und ein paar Ecken hatten mir nicht so gefallen und müssen umgebaut werden. Zweitens möchte ich es auch anderen Leuten geben können, die Notizen waren aber nur für mich geschrieben. Außerdem habe ich seitdem viel darüber gelernt, wie man Informationen in Abenteuern übersichtlich, effizient und stimmungsvoll vermittelt. Ich möchte den Text um 20% kürzen und ihn gleichzeitig besser machen.

Das stellte sich dann als etwas größere Aufgabe heraus. Das Word-Dokument hatte am Ende der Kampagne fast 110.000 Wörter und 241 Seiten. Dazu kamen dutzende Karten, alle handgezeichnet, die ich in Dungeonscrawl digitalisieren möchte. Und weil ich außerdem noch eine Offene Runde Swords & Wizardry leite, ging das nicht so voran wie ich es gehofft hatte. Deshalb – auch – der zweite Durchlauf, um mir konkrete Deadlines zu geben, das Material auf den neuesten Stand zu bringen, ohne mich in den Details zu verkünsteln. Notfalls kann ich es nach der zweiten Runde noch korrigieren. (Ja ja, ich weiß!)

Wegen der Sommerferien starten wir erst Ende August, deshalb ist jetzt noch etwas Zeit, um mit der Überarbeitung weiter zu kommen. Aber die Vorfreude ist jetzt schon riesig. Am liebsten würde ich gleich morgen loslegen!

Habt ihr schon mal eine Kampagne ein zweites Mal geleitet? Wie war es?

https://kritischerfehlschlag.de/2024/06/15/die-magie-des-zweiten-mals/

#Dungeon #ErdeUndWasser #pnpde

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