Rechte blamieren sich mit Gender-LĂŒge ĂŒber Wiener GrĂŒne
Manchmal fragt man sich wirklich, ob die Rechten sonst keine echten Themen mehr haben. Aktuell versuchen sie, aus einer völlig harmlosen Aussage der Wiener GrĂŒnen-Spitzenkandidatin Judith PĂŒhringer eine Gender-Blamage konstruieren. Peinlicher geht es kaum! Dabei belĂŒgen sie dich dreist darĂŒber, was du mit eigenen Augen und Ohren hören kannst. Und natĂŒrlich fallen die naiven Rechten zu tausenden darauf herein. Und zwar war das so: Die Wiener GrĂŒne PĂŒhringer war in der Sendung ZIB2 (ab 15:45), sprach ĂŒber Klimaschutz und sprach ĂŒber ihre Forderung nach â100.000 BĂ€umen in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahrenâ. Doch rechte Hetzer und LĂŒgner wie die rechtsextreme FPĂ und diverse rechte Fake-News-Seiten (ja, die Kronen Zeitung hat hier auch brav bei der Verbreitung mitgespielt) wollen uns weismachen, sie hĂ€tte âBĂ€um:innenâ gesagt. Was fĂŒr ein Blödsinn!
Die Fakten zuerst â bevor wir ĂŒberhaupt auf diese absurde Behauptung eingehen
Im Interview (ZIB2 vom 24.03.2025, Minute 15:45) sagt Judith PĂŒhringer wörtlich: â100.000 neue BĂ€ume in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahrenâ. Das kann man sowohl im Transkript als auch im Videomitschnitt klar nachlesen und -hören. Wer reinhört, kann das sofort bestĂ€tigen. Aber Rechte denken nicht fĂŒr sich selbst, sie glauben blind, was ihre Medien ihnen vorbeten!
Es gibt ĂŒberhaupt keinen logischen Grund, warum jemand das Wort âBĂ€uminnenâ sagen sollte â das ist weder grammatisch korrekt, noch ergibt es irgendeinen Sinn.
Die rechten Hetzer können offenbar nicht richtig hören oder spinnen sich gleich irgendeinen Blödsinn zusammen, um wieder mal ihren âGenderwahnsinnâ-Popanz aufzubauen. Die meisten derartiger blöden âBeispieleâ fĂŒrs Gendern hat es nie gegeben â und waren alles LĂŒgen von Rechten. Sie wollen euch manipulieren!
Fahrspurende & weitere Blamagen â was sich die AfD von Peinlichkeiten erhofft
So verarschen euch Rechte!
Warum diese LĂŒge? Weil sie in das billige, aber leider effektive Propaganda-Schema der Rechten passt:
Dass diese Methode so dreist ist, zeigt, wie verzweifelt die Rechten mittlerweile sind. Ihnen fehlen anscheinend echte Argumente und seriöse PolitikvorschlĂ€ge. Also basteln sie sich absurde Gender-Fakes zusammen und hoffen, niemand merktâs. Ein echter Schuss ins Knie, denn wer das Video nur einmal anschaut, erkennt sofort: Da ist nichts, auĂer ein paar belanglose RechtsauĂen-Fantasien. Es tĂ€te gut daran, wenn wir diese LĂŒge nicht wiederholen, sondern lieben die Rechten und ihre blĂŒhende Fantasie auslachen. Anstatt sie fĂŒrs dreiste LĂŒgen auch noch zu wĂ€hlen.
Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. Artikelbild: Screenshots
Kohleausstieg fĂŒhrt zu mehr Energiesicherheit â Jahrzehnte an LĂŒgen entlarvt
Seit Jahren warnen rechtskonservative Medien vor mehr Blackouts, sollten strengere Umweltrichtlinien zu einem Ăbergang zu grĂŒner Energie fĂŒhren. Dieses Jahr hat GroĂbritannien nun seine letzten Kohlekraftwerke abgeschaltet und den Kohleausstieg beendet. Nur noch 24 % der Energie in England sind fossile Gaskraftwerke, der Rest kommt von Erneuerbaren (43 %) und Atomenergie. Doch statt Blackouts gibt es â rekordverdĂ€chtige Energiesicherheit.
Rechte Medien blamieren sich
WĂ€hrend sie die reale Bedrohung des Klimawandels herunterspielten, ĂŒbertrieben rechte Medien in GroĂbritannien massiv die Bedrohung durch Blackouts â die nie eintrafen.
Der Express verband seine Blackout-LĂŒgen sogar mit Anti-EU Hetze. Was war jetzt schlimmer: die nicht vorhandenen Blackouts oder die massiven wirtschaftlichen SchĂ€den durch den EU-Ausstieg?
Wenn die Blackouts ausbleiben, wird das Datum einfach immer weiter nach hinten verschoben. Erst war es 2014:
Dann 2015:
In 2015 gab es dann tatsĂ€chlich StromausfĂ€lle â aber nicht wegen zu wenig fossilen Energien, sondern wegen eines starken Sturms, der die Stromversorgung zerstörte. Solche StĂŒrme werden schlimmer aufgrund des Klimawandels, der durch fossile Stromerzeugung ausgelöst wird. Die meisten StromausfĂ€lle passieren genau wegen solcher Unterbrechungen, nicht wegen zu wenig Strom im Netz.
Bedrohungen klicken gut
Das ganze erinnert stark Verschwörungssekten, die immer wieder von der RealitÀt widerlegt wurden.
Wir leben alle noch: Warum Querdenker immer noch Wendler & Co. glauben
Dabei ist natĂŒrlich in vielen FĂ€llen ein FĂŒnkchen Wahrheit dran: Erneuerbare brauchen Netzausbau, flexible Kraftwerke oder Speicher, damit es nicht zu Blackouts kommt, Impfungen brauchen groĂe Studien, die sie auf Sicherheit ĂŒberprĂŒfen.
Rechte Medien drehen das aber um: Sie sagen, dass Erneuerbare an sich die Bedrohung fĂŒr die NetzstabilitĂ€t sind, oder dass Impfungen grundsĂ€tzlich gefĂ€hrlich seien (Obligatorischer Hinweis: Sie retten Leben).
Die Gefahr wird gröĂer gemacht, als sie ist, und ĂŒbernimmt dadurch das gesamte Denken der Leser. Konservative und Rechte sind fĂŒr solche Manipulationen anfĂ€lliger, da sie stĂ€rker auf Bedrohungen reagieren.
Gute Nachrichten, wie die erhöhte NetzstabilitÀt nach dem Kohleausstieg hingegen werden weniger geteilt oder wahrgenommen.
Gleiches Problem in Deutschland
Medien und Politiker nutzen das, um durch Angst und Bedrohungsszenarien Wahlen zu gewinnen. Dabei geht von diesen Strategien eine viel gröĂere Bedrohung aus. Der Brexit in England oder auch der Klimawandel haben jetzt bereits viel gröĂere SchĂ€den angerichtet, als es Blackouts je hĂ€tten haben können.
Auch in Deutschland werden unsere Netze seit Jahren stabiler, sogar wĂ€hrend der âEnergiekriseâ durch die Abschaltung von russischem Gas durch Putin gab es viel weniger StromausfĂ€lle als noch vor ein paar Jahren.
Rechten Medien und rechten Politikern ist das egal, sie warnen vor âBlackoutsâ, die einfach nicht eintreten.
Blackouts in Deutschland, die nie kamen
Wer erinnert sich noch? âWutwinterâ? Blackout-Panikmache in den rechten Medien? CDU-Chef Friedrich Merz, der sagte, Anfang 2023 wĂŒrde ein Blackout drohen? Schlagzeilen wie in âWELTâ, die einen Blackout fĂŒr unausweichlich erscheinen lieĂen?
Die rechtsextreme AfD hat natĂŒrlich in diesen Chor mit eingestimmt und gleich einen âBlackoutâ-Karte erstellt, die keinen einzigen echten Blackout zeigte. Der Blick auf den Stand der Energieversorgung zeigt: Die Erdgasspeicher in Deutschland sind gut gefĂŒllt (98 %). Die Versorgungssicherheit ist gegeben, bei Rekord-Erneuerbaren und Negativ-Rekorden bei der Kohle. Vielleicht ist das Beispiel des Kohleausstiegs in GroĂbritannien eine gute Gelegenheit, um zu lernen, dass Panikmache in rechten Boulevardmedien vielleicht nicht der beste Ratgeber ist.
Artikelbild: canva.com/Screenshots
https://www.bachhausen.de/kohleausstieg-energiewende-gegner-blamieren-sich-in-england/
#blamieren #direkt #hetzer #komplett #mimikama #panik #regenbogenfahne
Nach einiger Verwirrung, vielen Unklarheiten und dem gezielten Streuen von Hass und Desinformation durch Rechtsextreme und anderen Transfeinde, hat sich langsam bei allen VernĂŒnftigen durchgesetzt, dass die algerische Boxerin Imane Khelif wirklich eine cis Frau ist. Nach ihrem Sieg ĂŒber die Italienerin Angela Carini brach letzte Woche eine aufgeheizte Debatte ĂŒber das Geschlecht der Algerierin los. Volksverpetzer sammelte frĂŒh alle verfĂŒgbaren Informationen zusammen, die belegen, dass Khelif als Frau geboren wurde.
Faktencheck: Imane Khelif ist eine cis Frau
Viele entschuldigten und korrigierten sich nach anfĂ€nglicher Falschmeldungen fĂŒr das Anheizen der absurden Debatte, insbesondere Khelifs Erstrundengegnerin Carini. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, eine derartige Kontroverse auszulösen.
âEs tut mir auch fĂŒr meine Gegnerin leid. Wenn das IOC (Internationale Olympische Komitee, Anm. d. Red.) gesagt hat, dass sie kĂ€mpfen darf, respektiere ich diese Entscheidung.â
Auch viele Medien mussten sich korrigieren, die US-amerikanische The Boston Globe zum Beispiel. Doch ideologische Desinformationsverbreiter und KulturkÀmpfer halten wie immer verbittert am Narrativ fest. Hier einige der neuen Fakes, mit dem sie die TÀuschung aufrechterhalten wollen.
Die Fakten, die wir kennen
Wiederholen wir nur zur Erinnerung mal die bisher bekannten Fakten. Khelif hat einst davon erzĂ€hlt, wie sie als MĂ€dchen in einem lĂ€ndlichen Dorf in Algerien aufwuchs, und dass ihr Vater ihr anfangs nicht erlaubte, Sport zu treiben, da ihr Vater Boxen nicht fĂŒr angemessen fĂŒr MĂ€dchen halte. Richtig: Imane Khelif ist als MĂ€dchen geboren und sozialisiert. Sie ist eine cis Frau, also eine Frau, die sich mit dem Geschlecht identifiziert, das bei der Geburt bestimmt wurde. Dieses Bild zeigt sie als kleines MĂ€dchen mit ihrer Familie:
Hier ein weiteres Bild:
Auch ein Sprecher des Olympischen Komitees erklĂ€rte unter anderem ĂŒber Imane Khelif: âAlle Teilnehmer halten sich an die Regeln fĂŒr die Teilnahme an WettkĂ€mpfenâ und fĂŒgte hinzu, dass es âfeststeht, dass sie Frauen sindâ. Khelif boxt seit 2018 bei den Frauen und bis 2022 hatte sie weder spektakulĂ€ren Erfolg in ihrer Karriere, noch wurde ihr Geschlecht infrage gestellt.
Vielleicht wurde das Testosteron von Khelif nie getestet
Imane Khelif wurde fĂŒr die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris 2024 zugelassen, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) sie nach medizinischen Bewertungen als geeignet befunden hatte. Sie sollte keinen unfairen Vorteil besitzen, so das IOC. Das IOC hat sie allerdings anscheinend nicht auf Testosteron getestet, was auch Volksverpetzer zunĂ€chst falsch berichtete.
Bei den Box-Weltmeisterschaften 2023 wurde sie aber von der International Boxing Association (IBA) wegen erhöhter Testosteronwerte disqualifiziert. Das sagt zumindest das IOC. In einem Statement der IBA von letzter Woche heiĂt es aber, dass 2023 angeblich auch kein Testosteron Test durchgefĂŒhrt wurde. Warum das IBA unzuverlĂ€ssig sein könnte, dazu kommen wir gleich noch. Es könnte also sein, dass bei Khelif demnach nie erhöhtes Testosteron festgestellt wurde. Viele Kommentatoren gehen aber wie selbstverstĂ€ndlich davon aus. Mehr dazu ebenfalls spĂ€ter.
Keine Belege fĂŒr XY Chromosomen
Ebenfalls als Tatsache behandeln viele die unbelegte Behauptung, dass Khelif keine XX Chromosen haben solle. Umar Nasarowitsch Kremlew, PrĂ€sident der IBA, behauptete lediglich in russischen Medien, DNA-Tests der IBA hĂ€tten bewiesen, dass Khelif ĂŒber XY-Chromosomen verfĂŒge. Das ist jedoch eine Behauptung, die mit Vorsicht zu genieĂen ist. Die IBA hat diese nicht offiziell bestĂ€tigt, das ist eine Behauptung Kremlews in den russischen Staatsfernmedien. Aber daher stammt erst die Falschbehauptung, dass es sich bei Imane Khelif um einen Mann bzw. eine trans Frau handeln solle.
Die Aussagen der IBA und auch von VerbandsprĂ€sident Kremlew sind aber wie gesagt mit Vorsicht zu genieĂen. Das IOC hat den IBA ausgeschlossen, BoxwettkĂ€mpfe auszutragen. Die VorwĂŒrfe sind Korruption, konkret âmangelnde finanzielle Transparenzâ und âfehlende IntegritĂ€t der Schiedsprozesseâ und zu enge Beziehungen zu Putin.
Auch hat das IOC ein offizielles Statement herausgegeben, dass die Regeln, nach denen unter anderem Khelif damals ausgeschlossen wurde, âwillkĂŒrlichâ gewesen seien und ohne âordnungsgemĂ€Ăe Vorgehensweiseâ durchgefĂŒhrt wurden. Auch hier steht Behauptung gegen Behauptung und diese Aussagen sind keine unumstrittenen Tatsachen.
Es gibt Frauen mit XY Chromosomen
Sollte Khelif dennoch wirklich ĂŒber XY Chromosomen verfĂŒgen, wĂŒrde sie das trotzdem nicht zwangslĂ€ufig zu einem âMannâ machen oder einer trans Frau. Das ist eine eine seltene genetische Disposition, eine Variante der Geschlechtsentwicklung. Laut einer Studie sollen 6,4 von 100.000 Frauen XY Chromosomen aufweisen. Ja, ein Y-Chromosom macht einen nicht automatisch zum Mann. Es gibt auch Frauen mit XY-Chromosomen, die Kinder zur Welt gebracht haben.
Hier ist es wichtig in der Debatte zu unterscheiden, ob behauptet wird, dass Khelif ein âMannâ bzw. eine trans Frau sei, oder ob sie einen biologischen Vorteil hĂ€tte, obwohl sie eine cis Frau ist. Ersteres ist falsch, und darum geht es in unseren Faktenchecks, zweiteres kann man debattieren, jedoch leider als AuĂenstehender eigentlich nicht so selbstbewusst beurteilen, wie es viele tun. Ob die Frau Khelif einen âunfairenâ biologischen Vorteil besitzt, kann die Ăffentlichkeit mit den vorliegenden Informationen nicht beurteilen.
Es ist daher durchaus mĂŒĂig, darĂŒber zu diskutieren. Wir wissen nicht gesichert, was mit ihrem Testosteron ist und ob und welche genetische Disposition sie hat. Was jedoch klar ist: Es gibt keine Belege, dass sie ein âMannâ ist oder trans sei. Sie ist als Frau geboren und aufgewachsen. Eine Transition hat sie nie durchgemacht. Das wĂ€re in Algerien auch verboten. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz von geschlechtsangleichenden Operationen ist in Algerien sehr niedrig.
1. Fakt: Sogar Ihre Geburtsurkunde von 1999 belegt, dass sie als Frau geboren wurde
Khelifs Vater, Omar Khelif, hat in Folge der Kontroverse offizielle Dokumente offengelegt, um die Debatte ĂŒber ihr Geschlecht ein fĂŒr alle Mal zu beenden. WĂ€hrend eines Interviews mit Reuters prĂ€sentierte ihr Vater ein offiziell ausgestelltes Dokument, das bestĂ€tigt, dass Khelif als MĂ€dchen auf die Welt kam. Er wies auf die wichtigen Details des Dokuments hin und erklĂ€rte: âDies ist unser offizielles Familiendokument. 2. Mai 1999. Imane Khelif, weiblich. Es steht hier geschrieben. Sie können es lesen. Dieses Dokument lĂŒgt nicht.â
Omar Khelif betonte auch in einem GesprĂ€ch mit Sky News nach dem Viertelfinalsieg seiner Tochter gegen Carini: âMein Kind ist ein MĂ€dchen. Sie wurde als MĂ€dchen erzogen. Sie ist ein starkes MĂ€dchen. Ich habe sie dazu erzogen, fleiĂig und mutig zu sein. Sie hat einen starken Willen, zu arbeiten und zu trainieren.â
Rechte Verschwörungsmythen
Viele transfeindliche Hetzer und Desinformationsverbreiter wie Julian Reichelt, der stĂ€ndig vor Gericht wegen seiner LĂŒgen verliert, versucht davon abzulenken, dass es buchstĂ€blich eine Geburtsurkunde gibt, die seine LĂŒgen widerlegt, dass er behauptet, die Geburtsurkunde sei erst 2018 ausgestellt worden. Der rechtsradikale Verschwörungsideologe will damit insinuieren, dass es sich hierbei um eine FĂ€lschung handeln könnte, andererseits wĂ€re es ein direkter Gegenbeweis gegen seine LĂŒgen, dass Khelif ein âMannâ sei.
Screenshot twitter.comAbgesehen davon, dass es eine absurde Behauptung ist, dass ausgerechnet das islamisch geprĂ€gte, konservative Land Algerien offiziell die illegale Geschlechtsangleichung anerkennen wĂŒrde und dafĂŒr sogar Geburtsurkunden fĂ€lschen, handelt es sich um das Dokument offenbar nicht um die direkte Geburtsurkunde, sondern um ein âFamilien(stamm)buchâ, das dem Vater im Jahr 2018 (möglicherweise nach dem Verlust seines alten Exemplars des Familienbuchs) ausgestellt wurde. Der Vater nennt es auch nicht selbst âGeburtsurkundeâ. Die originale Geburtsurkunde dĂŒrfte stattdessen beim jeweiligen Amt zu finden sein.
In dem Dokument heiĂt es auf arabisch, dass zur Erstellung dieses Familienbuchs im Jahr 2018 die Geburtsurkunde âkonsultiertâ worden sei. Der rechtsradikale LĂŒgner Reichelt will lediglich mal wieder seinen Followern die Desinformation prĂ€sentieren, die sein Narrativ aufrechterhalten soll und dazu klammert er sich an jeden Strohhalm. Sogar an VerschwörungsmĂ€rchen, dass ausgerechnet Algerien einen liberaleren Umgang mit Geschlechtsanpassungen hĂ€tte als Deutschland und sogar rĂŒckwirkend Geburtsurkunden anpassen wĂŒrde.
2. Fakt: Auch Boxerinnen tragen Tiefschutz
Auch Frauen tragen beim Boxen einen Tiefschutz, da sie genau wie MĂ€nner im HĂŒftbereich verletzt werden können. Laut dem deutschen Boxverband ist ein Tiefschutz fĂŒr Frauen freiwillig. Einfache Google-Suchen zeigen, dass es diese ganz normal zu kaufen gibt:
Screenshot amazon.deEin Bild von Khelif mit Tiefschutz lĂ€dt auch hier Transfeinde ein, ĂŒbergriffig ĂŒber die Genitalien von fremden Menschen zu spekulieren. So zum Beispiel Rechtsradikale oder auch Boris Becker, der dafĂŒr einen Shitstorm kassierte.
Screenshot twitter.comScreenshot twitter.comHier zeigt sich wieder einmal, wie Menschen, die keine Ahnung von einem Thema haben, ihre Unwissenheit als Indiz fĂŒr ihre Desinformation hernehmen. Auch Frauen tragen manchmal einen Tiefschutz. Es ist okay, das nicht zu wissen. Nicht okay ist es, darauf einen Skandal aufzubauen oder gar ĂŒbergriffig zu werden. Trotz der erdrĂŒckenden Beweise, dass Khelif eine Frau ist, versuchen Rechtsradikale wirklich jedes noch so flimsige Argument heranzuziehen, um weiter die RealitĂ€t zu leugnen. Und es wird noch schlimmer:
3. Fakt: Auch Frauen können Falten in Hosen haben
Transfeinde sind so verzweifelt, dass sie als vermeintliche Indizien fĂŒr ihre Falschbehauptungen sogar Stofffalten heranziehen. Es ist eine altbekannte Desinformationsstrategie, mit der versucht wird, jeder beliebigen Frau, gegen die ein derartiger Kreuzzug durchgefĂŒhrt wird, zu unterstellen, sie habe einen Penis. Es wird tatsĂ€chlich sogar gegen Khelifs Gegnerin Carini versucht:
Screenshot twitter.comEs zeigt, wie absurd diese manipulative Argumentation ist. Wiederum ist auch bei Khelif keiner der Hasskommentare haltbar:
Screenshot twitter.comEin Twitter-Nutzer kommentierte diese absurden, transfeindlichen Versuche mit: âHast du schon einmal Kleidung getragen oder gesehen?â Und wenn ich mir einen persönlichen Kommentar erlauben darf: Ich halte es fĂŒr extrem seltsam, dass hier mit wirklich absurden Argumenten darĂŒber spekuliert wird, was eine wildfremde Frau in ihrem Schritt haben könnte. Das ist extrem ĂŒbergriffig und bösartig.
Khelif ist eine cis Frau, sorry Reichelt & Co. Habt ihr nichts Besseres zu tun, als euch mit lĂ€cherlichen Behauptungen und absurden Verschwörungsmythen Gedanken zu machen, was in den intimen Bereichen fremder Frauen vorgeht? Na gut, vielleicht ist das bei Julian Reichelt eine mĂŒĂige Frage.
Artikelbild: Screenshots twitter.com
https://www.bachhausen.de/khelif-ist-eine-frau-3-fakes-mit-denen-sich-rechte-weiter-blamieren/
Eine SchlĂ€gerei zwischen englischen und serbischen FuĂball-Fans am Rande des EM-Spiels ihrer Nationen sorgte fĂŒr Schlagzeilen. Nicht nur wegen der Gewalt selbst â sondern auch, weil Julian Reichelt die Falschinformation verbreitete, es seien auch albanische Fans beteiligt gewesen. Das war schlicht gelogen und diente mutmaĂlich auch dazu, Ressentiments gegen SĂŒdosteuropĂ€er*innen zu schĂŒren. Dabei wĂ€re es gerade hier wichtig, genau hinzuschauen. Denn die realen Konflikte zwischen Serbien und Albanien gehen nicht einfach nur von ein paar wĂŒtenden FuĂball-Fans aus â sie sind tief verwurzelt im Nationalismus.
England â Serbien: Hochsicherheitsspiel in Gelsenkirchen
Am Gelsenkirchener Bahnhof herrschte Ausnahmezustand. Allerdings nicht wegen Fangewalt, sondern weil die Transportinfrastruktur unter dem Andrang der Fans zusammenbrach. Diese reisten, ganz nachhaltig, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Darauf schien die Stadt allerdings nicht vorbereitet gewesen zu sein. Viele EnglĂ€nder teilten wĂŒtend Videos von komplett ĂŒberfĂŒllten Bahnen. Die Fanlager wurden in der Stadt weitestgehend voneinander getrennt, weshalb es nur zu einigen wenigen ScharmĂŒtzeln kam.
Dennoch war die EM-Partie zwischen Serbien und England bereits im Vorfeld als Hochsicherheitsspiel eingestuft worden. FĂŒr die Fans beider LĂ€nder hieĂ es von Beginn an, sich auf eine stĂ€rkere PolizeiprĂ€senz als beim Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund sowie auf alkoholreduziertes Bier im Stadion einzustellen. Zu groĂ war die Angst vor einem Aufeinandertreffen zwischen englischen und serbischen Hooligans. Selbst im Stadioninneren war die Anwesenheit der Polizei massiv.
Rechte Accounts lĂŒgen ĂŒber SchlĂ€gereien in Gelsenkirchen
Die Sicherheitsvorkehrungen konnten allerdings nicht viel daran Ă€ndern, dass trotzdem schnell die ersten Videos aus der Gelsenkirchener Innenstadt viral gingen. Die Videos zeigen SchlĂ€gereien auf offener StraĂe, GegenstĂ€nde, die durch die Luft fliegen und MĂ€nner, die vor der herbei eilenden Polizei flĂŒchten. Also alles wie vorhergesagt? Nicht unbedingt, wenn man dem ehemaligen BILD-Chefredakteur Julian Reichelt und seinem Onlinemedium âNIUSâ Glauben schenkt. So titelte er fĂŒnf Stunden vor Spielbeginn: âVermummte Albaner greifen England-Fans und Serben an.â
Und Reichelt war mit seiner vermeintlichen Schlagzeile nicht alleine. Auch sĂ€mtliche Hooligan-Channels auf Telegram, der Twitter-Account âVisegrĂĄd 24â (ĂŒber eine Million Follower) oder AfD-nahe Accounts verbreiteten diese Information. Reichelt kommentierte zwar im Nachgang, dass es sich eventuell doch auch um englische Fans handeln könnte, aber die StoĂrichtung war gesetzt. Ein âfremderâ Konflikt, der gewalttĂ€tig auf deutschen StraĂen ausgetragen wird und unsere Politik versagt. Der Journalist Chaled Nahar sorgte eine Stunde vor Anpfiff fĂŒr Klarheit, dass die Polizei Gelsenkirchen den Berichten widersprach und keine albanischen Fans an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sind.
Die Schlagzeile klang fĂŒr Julian Reichel wohl einfach zu gut, da er zum einen auslĂ€ndische Krawalle in Deutschland thematisieren konnte sowie Ressentiments gegen SĂŒdosteuropĂ€er*innen schĂŒren und zum anderen fehlende Sicherheitskonzepte unterstellen konnte. Dabei ist Gewalt beim FuĂball historisch gewachsen. Aber viel wichtiger ist das tatsĂ€chliche Problem, womit er mit seiner Skandalisierung davon ablenkt: Nationalismus vom Balkan.
Teils enge Beziehungen zwischen Politik und gewaltbereiten Fans
Es war aller Voraussicht nach ein organisierter Angriff englischer Fans auf serbische Fans. Dabei wurden laut Polizei Gelsenkirchen sieben serbische Staatsangehörige in Gewahrsam genommen. Videoaufnahmen zeigen, dass sich auch Danilo VuÄiÄ, der Sohn des serbischen PrĂ€sidenten Aleksandar VuÄiÄ, an den Ausschreitungen beteiligen wollte. Er wurde jedoch von seinen Bodyguards zurĂŒckgehalten. Die Familie VuÄiÄ pflegt enge Beziehungen zu serbisch-nationalistischen Hooligans. So war Sohn Danilo bereits 2018 mit verurteilten Hooligans bei der Weltmeisterschaft in Russland. Und sein Vater war frĂŒher Teil der Szene von Roter Stern Belgrad. Und Hooligans von Partizan mit Verbindungen in die organisierte KriminalitĂ€t sollen fĂŒr VuÄiÄ politisch genehme Proteste unterstĂŒtzt und oppositionelle Demonstrationen gestört haben.
Dass es im Rahmen eines EM-Spiels mit Beteiligung einer Nation vom Balkan zu solchen Szenen gekommen ist, ist fĂŒr Krsto LazareviÄ nicht ĂŒberraschend. Er ist in Bosnien und Herzegowina geboren und floh als Kind mit seiner Familie nach Deutschland. Gemeinsam mit dem Journalisten Danijel MajiÄ betreibt er den Podcast âNeues vom Ballaballa-Balkanâ. Er sagt:
âMich hĂ€tte es ĂŒberrascht, wenn es bei Spielen mit Balkanbezug nicht zu Ausschreitungen gekommen wĂ€re. Die Bilder aus Gelsenkirchen waren krass, aber noch weit unter dem, was passieren kann.â
FuĂball, IdentitĂ€t und Nationalismus
Die enge Verbindung zwischen FuĂball und nationaler IdentitĂ€t lĂ€sst sich dieser Tage auch auf deutscher Seite wieder ziemlich eindrĂŒcklich beobachten. LazareviÄ sieht den FuĂball auch als konstitutiv fĂŒr den Nationalismus auf dem Balkan:
âBis heute behaupten manche, dass der Krieg am 13. Mai 1990 im Zagreber Maksimir-Stadion beim Spiel zwischen Dinamo Zagreb gegen Roter Stern Belgrad begonnen hat, bei dem es zu Ausschreitungen kam. Das ist natĂŒrlich ĂŒbertrieben, aber gerade fĂŒr Kroatien ist der FuĂball sehr zentral fĂŒr die nationale IdentitĂ€t. In Serbien wiederum wurden in den 1990er Jahren bei Fangruppen fĂŒr ParamilitĂ€rs angeworben â viele von ihnen haben schwere Kriegsverbrechen begangen.â
Nicht nur das Aufeinandertreffen englischer und serbischer Fans ĂŒberschattete das zweite Spiel der Gruppe C. Auch auf dem Fanfest und im Stadion sorgten serbische Fans fĂŒr unschöne Bilder. Vor dem Spiel wurde eine albanische Fahne verbrannt, im Stadion wurde mehrere Banner mit der Aufschrift âNema predajeâ (âKeine Kapitaluationâ) und den Umrissen Kosovos in serbischer Fahne gezeigt sowie die Freundschaft zu Russland mit der russischen Flagge unterstrichen.
Die Feindschaft zwischen Serbien und Albanien geht mitunter auf den Kosovo-Krieg 1998 zurĂŒck. Davor gehörte das Kosovo mit seiner mehrheitlich albanischen Bevölkerung zu Jugoslawien, spĂ€ter zu Serbien und seit 2008 ist es ein unabhĂ€ngiger Staat, der von Serbien jedoch nicht anerkannt wird. Da das Kosovo jedoch Mitglied des europĂ€ischen FuĂballverbandes UEFA ist, wĂŒnscht sich Krsto LazareviÄ, dass die UEFA entsprechend handelt, wenn im Stadion die Existenzberechtigung eines Mitglieds negiert wird.
Nationalistische Symbole bei vielen Fans der EM-Teilnehmer vom Balkan
So ist es zu erklÀren, dass nicht nur im serbischen Fanblock nationalistische Symbole gezeigt wurden. Auch im Vorfeld und beim ersten Spiel der kroatischen Nationalmannschaft kam es zu mehreren VorfÀllen. So huldigten kroatische Fans dem verurteilten Kriegsverbrecher Slobodan Praljak, trugen das Wappen der HOS-Miliz, die sich in der Tradition der Nazi-Kollaborateure der Ustascha sieht oder trugen ein T-Shirt mit dem Konterfei des Ustascha-AnhÀngers Frane Tente.
Trotz der schönen Bilder von italienischen und albanischen Fans Ă€uĂerte sich auch in Dortmund der Nationalismus des Balkans. So wurde u.a. die Flagge GroĂalbaniens gezeigt. Dazu gehören Teile Griechenlands, Nordmazedoniens, Serbiens, Montenegros sowie das gesamte Kosovo. Die gleiche Fahne sorgte vor zehn Jahren beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien in Belgrad fĂŒr einen Spielabbruch. Damals flog eine Drohne, an der die Flagge âGroĂalbaniensâ befestigt war, in das Stadion. Es kam zu TĂ€tlichkeiten zwischen den gegnerischen Spielern sowie den Heimfans. DarĂŒber hinaus war das Wappen der albanisch-paramilitĂ€rischen UĂK (âBefreiungsarmee des Kosovosâ) im Westfalenstadion prĂ€sent. Beispielsweise als Fahne oder als Abzeichen auf einer MilitĂ€runiform.
Fazit: Es bleibt kompliziert â doch die UEFA kann nicht lĂ€nger zuschauen
Zwar hat die UEFA inzwischen Disziplinarverfahren gegen den albanischen und den serbischen FuĂballverband u.a. wegen der Verbreitung einer provokativen Botschaft eingeleitet. Nichtsdestotrotz sieht Krsto LazareviÄ Handlungsbedarâ: âMan muss von der UEFA verlangen, dass alle Symbole verboten sind, die sich positiv auf faschistische und ultranationalistische Ideologien beziehen. Auch die Glorifizierung von Kriegsverbrechern muss unterbunden werden. Kompliziert wird es dort, wo die Grenzen zwischen patriotischem Fahnenmeer und hartem Nationalismus flieĂend sind.â
Noch haben Serbien, Kroatien und Albanien mindestens zwei Spiele in diesem Turnier (die beiden Letztgenannten spielen gegeneinander, wĂ€hrend dieser Artikel entsteht). Die UEFA hat jetzt die Möglichkeit, entsprechend nachzujustieren. Das wird zwar Gewalt beim FuĂball nicht verhindern, da es diese mit und ohne Hooligan-Gruppen gab und gibt. Es könnten aber zumindest nationalistische Provokationen, die die Opfer der Jugoslawienkriege relativieren oder verhöhnen, verhindert werden. Nichtsdestotrotz gilt es, wie in vielen undurchsichtigen Situationen, nicht voreilige SchlĂŒsse zu ziehen, durch falsche Informationen rassistische Ressentiments zu schĂŒren und Erkenntnisse abzuwarten.
Artikelbild: twitter.com
https://www.bachhausen.de/rechte-blamieren-sich-mit-fake-ueber-fan-schlaegerei-in-gelsenkirchen/
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