Klasse, Erinnerung und jüdischer Antizionismus

Jüdische Radikale haben schon lange das Staatsprojekt in Frage gestellt, das in unserem Namen aufgebaut wurde.

Angesichts des modernen Völkermords, den der israelische Staat gegen das palästinensische Volk begeht, scheint es vielleicht nicht ratsam oder wünschenswert, die eigene Position dazu zu hinterfragen.

Es kann egoistisch wirken, sich angesichts solch dystopischen Leids einen Moment Zeit zu nehmen, um die eigene Geschichte zu hinterfragen. Als Jude fühlt sich das aber etwas anders an. Uns wird gesagt, dass die einzige Möglichkeit, Sicherheit für #Juden zu schaffen, ein #Nationalstaat mit einer Politik der Ausgrenzung ist, die uns begünstigt. Aber wenn man sich, egal ob Jude oder nicht, für die Geschichte politisch aktiver jüdischer Gemeinschaften interessiert, findet man eine Fülle von radikalem #Antinationalismus – ja sogar #Internationalismus. Der #Zionismus war eine von der jüdischen Oberschicht geschmiedete Geschichte, und sein Projekt beruhte darauf, die Juden der #Arbeiterklasse davon zu überzeugen, den Kampf zu kämpfen und auf gestohlenem Land eine Festung nur für Juden zu errichten.

Die Geschichte der Beteiligung von Juden an linken Bewegungen ist viel zu umfangreich, um sie hier zusammenzufassen. Emma #Goldman und Rosa #Luxemburg sind nur zwei der bekannteren Namen, aber es gab unzählige jüdische #Streikoordinatoren in Fabriken, unbekannte #Zeitungsredakteure, #Pädagogen und #Künstler – Menschen der Tat und Menschen des Denkens, die nicht nur auf die Linke, sondern auf den politischen Diskurs insgesamt einen enormen Einfluss hatten. Milly #Witkopf zum Beispiel (1877–1955), die mit dem bekannteren Rudolph #Rocker verheiratet war, und die Juden ihrer Art werden in der Diskussion oft nicht erwähnt – obwohl sie einen Großteil der Grundlagen für diese Bewegungen gelegt haben.

In der heutigen Zeit sind diese Figuren Zielscheibe unverhohlener Verleumdungen durch zionistische Intellektuelle und Aktivisten. Ihnen wird oft vorgeworfen, sie hätten hochfliegende „linke“ Erwartungen (auch bekannt als politische Prinzipien) und kümmerten sich zu wenig um die Sicherheit des jüdischen Volkes. Aber für jeden, der auch nur ein bisschen Medienkompetenz hat, ist klar, dass diese Verleumdungen von denselben Leuten kommen, die die Politik der ethnischen Säuberung der #Netanjahu-Regierung bejubeln – und daher nicht vertrauenswürdig sind. Aber für diejenigen, die dumm genug sind, sie ernst zu nehmen, sehen solche Leute zumindest wie ernsthafte politische Akteure aus und müssen diskutiert werden, soweit man das ertragen kann.

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Weiterlesen in meiner Übersetzung des Beitrags  "Class, memory, and Jewish anti-Zionism" von James Horton ursprünglich veröffentlicht am 10. Juli 2025

#Anarchismus @anarchism @israel @palestine @gaza #Gaza #Israel

Scham oder Schlussstrich - Kritik der deutschen Geschichtspolitik

2025

#b1205 #berlinposter #politicalposter #antikapitalismus #antinationalismus

Vor etwas mehr als einem Monat wurde der Bochumer CSD abgesagt. Kurze danach wurde klar warum. Wir haben dazu ein Statement geschrieben,
"Jetzt hat die nationalistische Spaltung der deutschen Linken auch die queere Community in Bochum erreicht: Der Umgang mit dem Israel-Palästina-Konflikt hat zur Absage des Bochumer CSD geführt [...] Als eine Initiative, die sich nach zwei Anarchistinnen mit jüdischen Hintergrund benennt, sich selbst als queer versteht und momentan auch ausschließlich aus queeren Menschen besteht, wollen wir Stellung zu dem Geschehen beziehen. In diesen Text beziehen wir uns hauptsächlich auf die äußeren Umstände, die zur Absage-Entscheidung geführt haben. Denn diese Umstände bestehen weiter – vor allem der linke Nationalismus" - https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2024/08/04/die-csd-absage-in-bochum-und-die-nationalistische-spaltung-warum-wir-einen-anti-staatlichen-und-anti-nationalen-queeren-raum-in-bochum-brauchen/

#CSDBochum #CSD #Bochum #Anarchismus #Israel #Palästina #AntiNationalismus #Nationalismus #Queer #Anarchismus #Pride-

Die CSD-Absage in Bochum und die nationalistische Spaltung: Warum wir einen anti-staatlichen und anti-nationalen queeren Raum in Bochum brauchen | Fanny's and Fanya's – Initative für ein anarchistisches Zentrum in Bochum

DIE NULL-STAATEN-LÖSUNG: Für den Kampf gegen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und deren Linken Vertreter*innen.

"Wir leben in einer Welt, die im Nationalismus erstarrt ist. Kaum etwas ist unvorstellbarer, als dass es eine Bewegung geben könnte, die über alle Grenzen hinweg für Befreiung kämpft, nicht für Reformen innerhalb des Staates, sondern dafür dass alle Staaten auf dem Globus fallen. Der Schrecken und das Leid, die der Staat und sein Unterstützer*innen schaffen ist so normalisierte, erscheint so mächtig, dass wenn es eine andere Reaktion als den nationalistischen Jubel gibt, sie nur ein kaltes Schulterzucken ist. Kulturelle Selbstbestimmung wird nur (noch) im Rahmen von Nationen – Staaten gedacht. Doch damit kann gebrochen werden: Wir können Wut und Hass entwickeln, Abscheu gegen die Idee der Nation. Wir können auch ihren Linken Freund*innen den Kampf ansagen." -

https://breakingthespell.blackblogs.org/nationalismus/

#Anarchismus #Antinational #Antinationalismus #Israel #Palästina #Antisemitismus #Rassismus #LinkeSzene #'Linke #Nationalismus #Marxismus #Liberalismus

DIE NULL-STAATEN-LÖSUNG: Für den Kampf gegen Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und deren Linken Vertreter*innen. – Breaking the Spell