Alle Neuigkeiten von einem AirVenture aufzuführen, würde vermutlich ein Buch sprengen. Aber genauso wie jeder „sein Oshkosh“ anders empfindet und sieht, sind auch die wahrgenommenen Dinge subjektiv ausgewählt. Je nach Interesse eben. 🙂
Was durch die fachliche Tagespresse geht, muss hier nicht auch noch breit getreten werden. Im folgenden einige Leckerbissen aus meiner Sicht 🙂
Flughafenwetter
Flugwetter (Wind, Sicht, Blitz, Temperatur…) schön anschaulich optisch dargestellt, zu Realbedingungen und das USA-weit. Warum gibt es das noch nicht für Europa? Oder zumindest für einige europäische Staaten? Laut dem Hersteller liegt das an den Flug-Karten, die der „Wall-Art“ zugrunde liegen. Die sind in Europa, im speziellen in Deutschland nicht kostenfrei verfügbar. So klappt die sinnvolle Kunst an der Wand von Flugschulen eben nur auf der anderen Seite des Atlantiks.
Mit ForeFlight geht das, die optische Darstellung auf den mobilen Geräten und am Computer auch in Europa. Der schöne Hingucker an der Wand, der eben auch noch Sinn macht, fehlt allerdings:
Flugzeuge tracken
Zeigt man die geparkten Flugzeuge in Oshkosh im Programm an, kommt der Computer an seine Grenzen. das menschliche Auge sowieso.
Momentaufnahme Oshkosh 2024: 3251 Flugzeuge geparkt, das zeigt der blaue Balken an. Oben sind die Take offs und Landings sekundengenau dargestellt.
1200.aero heißt das Programm, das Echtzeit-Verkehr in der Luft und am Boden, Live-CTAF/Tower-Audio, planmäßige Ankünfte und Abflüge sowie geparkte Flugzeuge aufzeichnet. Gedacht ist es für Flugschulen oder Flughäfen.
Sie erhalten damit Statistiken zu verschiedenen Bereichen, etwa die Flugzeugbewegungen mit Start- und Zielflughäfen.
Goose als Co-Pilot
Wäre doch praktisch, wenn man auch in kleinen Flugzeugen einen Co hätte, der einem die nächste und richtige Frequenz heraussucht und verbal mitteilt. Gibt es. In Anlehnung an den ersten Top Gun Film heißt das Programm GOOSE.
Eindrehen muss man die Frequenz noch selber.
VisionPro für Piloten
Sie ist teuer, richtig teuer. Und trotzdem, oder gerade deswegen Sehr begehrt: ForeFlight, ein Flug-Vorbereitungs- und Durchführungs-Programm macht seine ersten Schritte mit Apples neuer VR-Brille.
Bei Boeing, der Muttergesellschaft von ForeFlight, konnte man sich den Stand der Technik ansehen und ausprobieren.
Noch verbesserungswürdig, aber sich etwa die Flugplätze rundum aus der Luft in allen Richtungen anzusehen, hat etwas. Zumindest Potential.
Extra300/SX revealed
Am Dienstag wurde die neue von Walter Extra enthüllt: die erste in Amerika zugelassene EA 300/SX. Gebaut wurde sie natürlich in Deutschland.
Das Flugzeug, ein Nachfolger der Extra 330SC, verfügt über ein breiteres Cockpit, einen kürzeren Rumpf, eine neu gestaltete Cowling, mehr Bewegungsfreiheit für den Steuerknüppel und eine verbesserte Kopffreiheit im Vergleich zum Vorgängermodell.
Laut Walter Extra ist das Modell 330/SX wesentlich einfacher zu fliegen und ermöglicht es den Piloten, bei Kunstflugwettbewerben höhere Punktzahlen zu erzielen. Extra: „Die Einführung unseres Hochleistungs-Querruderpakets sorgt für eine überragende Rollautorität.“
Die NASA
Ist es schwierig, die Menschen für die amerikanische Raumfahrt zu begeistern, wenn gerade zwei amerikanische Astronauten auf der ISS seit Wochen auf ihre sichere Heimflug-Gelegenheit warten?
Anscheinend nicht wirklich. Der NASA-Pavillon ist wie eh und je gut gefüllt mit Menschen, vielen Kindern, die alles mögliche ausprobieren wollen und können.
Evan heißt der Junge, der den Start von NASAs zukunftsträchtiger X-59 mit VR-Brille erlebt.Auch Erwachsene greifen zum virtuellen Steuerknüppel 🙂
Greater Heights ist ein Virtual-Reality-Erlebnis, das die Teilnehmer auf einen aufregenden Flug der X-15 mit Neil Armstrong als Pilot mitnimmt. Das Erlebnis in seinem vollen Format nutzt Storytelling, um die Öffentlichkeit mit der Arbeit der NASA vertraut zu machen.
Im uralten Mondanzug bewegt sich der NASA-Chef der Ausstellung durch die Menge. Unerkannt, aber freundlich fürs Foto posierend.Oder bitte mal wie die Brüder Wright fliegen? Laut Burt Rutan war der erste Flug (Hüpfer aus heutiger Sicht) eigentlich der vierte. Drei mit Crashs endende Hüpfer gab es am gleichen Tag zuvor. Sie führten jeweils zu einer Änderung am Fluggerät.Das war im Federal Pavillon. Ein Fallschirmgurtzeug, das zwar flach aussieht, aber dreimal so groß ist wie ein Sportgurtzeug und mindestens auch dreimal so schwer. Und unhandlich.
Gurtzeug und Schirm sind für mehr als 470 Pfund Gewicht am Schirm zugelassen und für bis zu 170 Knoten Absetzgeschwindigkeit. Der Öffnungsautomat (m.E. kein Cypres) öffnet bereits in 14000 Fuß über Grund bei Fallgeschwindigkeiten von mehr als 35 Meter pro Sekunde. Dazu gibt es noch einen Sender (Beacon) und für 10 Minuten Sauerstoff.
Mein Tipp, zumindest auch Gurtzeuge für kleinere Personen vorzusehen, wurde angenommen. Denn so konnte ich locker, sogar am Boden schon, aus dem festgezurrten Gurtzeug schlupfen. Die rechteckige Form ist oben zu breit. Eine Trapezform, oben schmäler, würde helfen…
Und natürlich gab es am Mittwoch auch wieder das Women Venture Foto. Das immer mehr zur Farçe verkommt. Denn eigentlich soll es die Frauen in der Luftfahrt abbilden. Aber viele sind einfach nur AirVenture-Besucher und das meiste, was sie haben und können, ist der Wunsch auf dem Foto zu sein. 🙁
Die junge Frau im im schwarzen Fluganzug ist übrigens die derzeitige Miss Amerika, 2nd Lt. der US Air Force, Madison Marsh.
Die Ansammlung zur Aufstellung vor dem jährlichen Foto.Jack J. Pelton, CEO der Experimental Airplane Assoc., im Gespräch mit 2nd Lt. Madison MarshAusschnitt des GruppenfotosJack Pelton bei der Ansprache vor dem offiziellen Foto.
https://flugundzeit.blog/oshkosh24-4-fundstuecke/
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