Wo die Welt jetzt fliegt

Die globale Luftfahrt erlebt gerade eine Verschiebung der Machtachsen – ausgelöst durch geopolitische Realität.

Als das System kippt

Als große Golf-Airlines ihre Operationen einstellen oder massiv einschränken mussten, entstand kein Vakuum – sondern ein Wettlauf. Innerhalb weniger Wochen verschoben sich jahrzehntelang stabile Verkehrsströme.

Plötzlich übernimmt etwa eine Airline die Rolle, die früher ein ganzes System getragen hat: Turkish Airlines wird zum zentralen Knoten zwischen Europa, Asien und Afrika.

Mit aggressiv ausgeweiteten Frequenzen und neuen Strecken – etwa nach London Stansted – nutzt die Airline mit Istanbul dessen geografische Lage kompromisslos aus. Wo früher Dubai oder Doha die Welt verbanden, entsteht nun ein neues Epizentrum. Der Unterschied: schneller improvisiert, politisch weniger exponiert, operativ flexibel.

Der stille Gewinner aus dem Osten

Parallel dazu passiert etwas, das die Wettbewerbslogik grundlegend verändert.

Auch Air China, China Eastern Airlines und China Southern Airlines bauen ihre Europa-Verbindungen massiv aus – und haben gegenüber westlichen Airlines einen entscheidenden (Kosten-)Vorteil:

Sie nutzen weiterhin den russischen Luftraum.

Während europäische Airlines große Umwege fliegen müssen, bleiben die Routen der chinesischen Carrier kürzer, schneller und deutlich günstiger. Das verändert nicht nur Ticketpreise – sondern ganze Marktanteile.

Der Effekt ist brutal klar:
Europa verliert Effizienz, die USA bleiben durch geopolitische Einschränkungen limitiert – und China und die Türkei füllt die Lücke.

Kleine Staaten, große Anpassung

Und dann gibt es die leisen, aber strategisch klugen Bewegungen kleinerer Akteure.

Air Seychelles startet eine neue Verbindung nach Rom – nicht aus Expansion, sondern aus Notwendigkeit.

Die Strategie dahinter ist bemerkenswert:
Wet-Leasing-Partnerschaften sichern Kapazität ohne eigenes Risiko. Europa bleibt erreichbar, der Tourismus stabilisiert sich – trotz globaler Unsicherheit.

Es ist ein Beispiel dafür, wie sich selbst kleine Netzwerke neu erfinden müssen, wenn die großen Drehkreuze wegbrechen.

Der eigentliche Bruch: Das Ende des Golf-Hubs

Über Jahre war für viele Reisende das Prinzip simpel:
Europa → Golf → Asien.

Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways haben daraus ein perfektioniertes System gebaut.

Dieses System zerbricht gerade.

Der Iran-Krieg hat den Luftraum über der Region faktisch in ein Risiko verwandelt. Gleichzeitig treiben gestörte Ölströme die Kerosinpreise nach oben. Für genau jene Airlines, deren Geschäftsmodell auf Langstrecke und Drehkreuz basiert, ist das toxisch.

Zwei Dinge passieren gleichzeitig:

Die geografische Mitte verliert ihre Funktion.
Und damit verschwindet der größte Vorteil der Golf-Airlines.

Der neue Luftverkehr entsteht jetzt

Was wir sehen, ist kein kurzfristiger Umwegverkehr. Es ist eine strukturelle Neuordnung:

Direktere Langstrecken werden wieder attraktiver.
Alternative Hubs entstehen – Istanbul, Teile Zentralasiens, punktuell auch Osteuropa.
Asiatische Airlines gewinnen an Einfluss.
Kleinere Carrier werden gezwungen, kreativer zu werden als je zuvor.

Die Welt ist weiterhin verbunden.
Aber nicht mehr über dieselben Knotenpunkte.

#Airport #Drehkreuz #Fluglinie #HelgaKleisny #Luftfahrt

Dreimal Aviation Sensation

Zweimal spektakuläre Abstürze, die es locker ins US-Fernsehen schafften, und einmal ein beabsichtigter Kunstflugstunt.

Fall 1 Absturz kurz vor Deer Valley Airport1

Am Mittwochmorgen (4.3.2026) stürzte ein Kleinflugzeug vom Typ Piper PA-28 in einem Wohngebiet im Norden von Phoenix ab. An Bord befanden sich ein Fluglehrer und ein Flugschüler auf einem Trainingsflug zum Deer Valley Airport. Der Absturz ereignete sich laut US-Luftfahrtbehörde FAA kurz vor 7:30 Uhr.

Die Maschine streifte zunächst ein Haus und kam anschließend im Garten eines zweiten Wohnhauses nahe der Kreuzung von Cave Creek Road und Deer Valley Drive zum Stillstand. (Beitragsfoto)

Der Fluglehrer und der Schüler wurden mit leichten Schnitt- und Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist stabil. Auch ein Bewohner eines der Häuser wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Fall 2 Cessna landet im Hudson River

Captain Sully Sullenberger macht es mit einem A320 vor, ein Cessna 172-Pilot machte es nun notgedrungen nach. Allerdings war der Hudson diesmal ein Eiswasserfluß.

Eine Land-Cessna 172 notwasserte erfolgreich am Montagabend (2.3.2026) im Hudson River bei Newburgh im US-Bundesstaat New York. Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA befanden sich ein Pilot und ein Passagier an Bord der einmotorigen Maschine. Der Vorfall ereignete sich gegen 20 Uhr während des Anflugs auf den New York Stewart International Airport.

Die beiden Insassen konnten das Flugzeug selbstständig verlassen und zwischen den Eisschollen ans Ufer schwimmen. Dort wurden sie von Rettungskräften untersucht und anschließend mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Cessna 172N aus dem Jahr 1978, die offenbar einer Flugschule gehört. Die Maschine war vom Long Island MacArthur Airport in Ronkonkoma gestartet und auf dem Weg nach Stewart International. Die Notwasserung erfolgte nahe der Newburgh-Beacon Bridge.

Die Feuerwehr von Middle Hope teilte mit, die Insassen hätten sich selbst aus dem Flugzeug befreien und ans Ufer schwimmen können. Rettungskräfte aus Newburgh untersuchten sie vor Ort, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurden.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls herrschten laut Wetterbeobachtungen am Flughafen Stewart klare Bedingungen mit etwa sieben Meilen Sicht und einer Temperatur von minus drei Grad Celsius.

Fall 3 Pilot landet auf 120-km/h-Zug

Bildcredit Red Bull

Wieder einmal ein Red Bull Spektakel. Aber die Besten der Besten fliegen, springen oder sporteln sonstwie nunmal für den Brausehersteller. Hier geschildert nach dem Motto: Don’t Try this at home oder besser – bitte nicht nachmachen.

Der italienische Pilot Dario Costa landete am 15. Februar in der Türkei mit seinem Kunstflugzeug vom Typ Zivko Edge 540 auf einem fahrenden Güterzug – und ist von dort wieder gestartet. Der Zug war mit etwa 120 Stundenkilometer unterwegs. Für das Manöver näherte sich Costa mit reduzierter Geschwindigkeit, setzte auf einem Container des Zuges auf und startete kurz darauf wieder nahezu senkrecht. Das gesamte Manöver dauerte weniger als eine Minute.

Beim Endanflug war die Landefläche aus dem Cockpit nicht sichtbar. Aufgrund der Fluglage des Flugzeugs und der Größe des Zuges musste Costa die Ausrichtung allein durch kontinuierliche Steuerbewegungen halten, während Luftströmungen rund um den fahrenden Zug zusätzliche Turbulenzen erzeugten.

Die eingesetzte Edge 540, ein einsitziges Kunstflugzeug mit Kolbenmotor, blieb grundsätzlich in ihrer Standardkonfiguration. Anpassungen konzentrierten sich vor allem auf das Verhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten. Dafür wurden zusätzliche aerodynamische Elemente eingesetzt, die den Luftstrom stabilisieren sollten.

Die gründliche Vorbereitung umfasste aerodynamische Analysen, Simulationen und spezielles Training für Timing und Koordination. Zusätzlich wurden Tests mit einer beweglichen Plattform durchgeführt.

Costa bezeichnete die „Train Landing“ als eines der anspruchsvollsten Projekte seiner Karriere. Eine Landung auf einer so kleinen, beweglichen Fläche ohne Sicht auf die Landebahn habe höchste Konzentration auf fliegerische und kognitive Fähigkeiten erfordert. Es sei ein komplexes Projekt gewesen, das Präzision, Teamarbeit und Vertrauen verlangt habe.

  • Bin selber öfter von Deer Valley weggeflogen und wieder gelandet. Am Airport. Traumhaft schöne Gegend mit viel alter Native American Kultur ↩︎
  • #Absturz #Crash #deerValleyAirport #HelgaKleisny #HudsonLandung #RedBull #SullySullenberger #trainLanding

    Tagesschau mit Fakebild

    Liebe Kollegen, das geht gar nicht: Dieses Bild ist KI generiert. Und das in den Hauptnachrichten. So plump.

    Sieht man sich die Jeans und die Beine der Frau an. Nicht klar, welches Bein wohin gehört. Auch die Finger an der linken Hand sind abartig. Aber das „Bein“ (welches?) an sich ist schon Beweis genug, dass dieses Bild KI generiert und damit nicht echt ist.

    Bild ist ein Screenshot von der Tagesschau um 20:00 Uhr am 3. März 2026. Sollte noch 2 Tage in der Mediathek abrufbar sein. Screenshot ist Momentaufnahme bei 6:39.

    Wer bitte soll uns Journalisten denn noch glauben, wenn die ARD Tagesschau Fake Bilder liefert?

    Hier das (Hintergund-)Bild nochmals in Groß:

    #332026 #ARD #Fakebild #HelgaKleisny #KIBilder #Tagesschau

    Das elegante Schwingen der Milchstraße

    „Unsere Galaxie flattert wie ein Schmetterling.“ Nach Beobachtungen der ESA-Mission Gaia, „schlägt” oder „wogt” die Milchstraße „mit den Flügeln“.

    Es wäre allerdings ein seehhr laaangsamer Schmetterling. Meist bewegen Schmetterlinge die Flügel mit 10 bis 15 Schlägen pro Sekunde. Manche Arten wie das Taubenschwänzchen „schwirren“ sogar, indem sie die Flügel bis zu 80-mal pro Sekunde bewegen, ähnlich wie Kolibris.

    Das Universum mag es beim Schwingen viel langsamer. Die Auf und Ab Bewegung ähnelt eher der eines Rochen, der sich mit seinen flügelartigen Brustflossen ruhig und elegant wellenförmig durchs Wasser bewegt. Sich dabei allerdings nicht dreht wie unsere Spiralgalaxie.

    Die Milchstraße – die Galaxie, in der sich das Sonnensystem mit der Erde befindet – ist also mit ihren Hunderten von Milliarden Sternen keine flache Scheibe.

    Sie rast dabei nicht nur mit einer Geschwindigkeit von 600 km/s durchs Weltall, sondern schwingt auch noch ästhetisch und langsam wie ein schwimmendes oder fliegendes Lebewesen.

    600 Kilometer pro Sekunde entsprechen etwa 2,16 Millionen Kilometer pro Stunde. Etwas flotter als der schnellste Ferrari… 🙂

    • Credit: ESA/Stefan Payne-Wardenaar
    • Credit: ESA/Stefan Payne-Wardenaar

    Die Gaia Mission

    Die Gaia-Mission entdeckte, dass sich die vermeintliche Scheibe nicht nur dreht, sondern gleichzeitig auch biegt, wobei sich vertikale Wellen über Zehntausende von Lichtjahren über die äußere Scheibe ausbreiten.

    Genau wie die Erde die Sonne umkreist, umkreist unser Sonnensystem das Zentrum der Milchstraße. Diese Galaxie ist so riesig, dass unser Sonnensystem etwa 250 Millionen Jahre für eine einzige Umdrehung benötigt – ein sogenanntes galaktisches Jahr.

    Der Warp der Milchstraße

    Die Verbiegung (Warp) bewegt sich um das Zentrum der Milchstraße und vollführt eine Umdrehung in 600 bis 700 Millionen Jahren. Das ist deutlich langsamer als die Geschwindigkeit, mit der die Sterne in der Scheibe das galaktische Zentrum umkreisen und wirkt dadurch anmutig und ästhetisch.

    Galaktischer Warp

    Die Galaxienscheibe liegt nicht in einer flachen Ebene, sondern verbiegt sich senkrecht zur Ebene in eine S-Form. Dies wird in der Astronomie als Warp bezeichnet. [Hat nichts nicht Cpt. Kirk zu tun 😉 ]

    Warps finden sich häufig in den äußeren Bereichen von Spiralgalaxien, besonders in den wasserstoffreichen, sternarmen Randgebieten.

    Als Hauptursachen gelten die gravitative Wechselwirkung und Verschmelzung mit kleineren Zwerggalaxien, die zu einem Drehimpulsübertrag führen. Oder auch der Einfluss von Dunkler Materie.

    Warps wurden erstmals 1976 von Renzo Sancisi in Galaxien in Kantenlage beobachtet.

    Das kann man auch in der simulierten Bewegung sehen. Wobei die Jahre Millionenweise am Betrachter vorbei rauschen. Bitte sehr:
    https://dlmultimedia.esa.int/download/public/videos/2020/03/002/2003_002_AR_EN.mp4
    (Credit: ESA/Stefan Payne-Wardenaar)

    Die Milchstraße

    Von der Erde aus ist die Milchstraße als bandförmige Aufhellung am Nachthimmel sichtbar, die sich über 360° auf der Himmelskugel erstreckt. Ihrer Struktur nach zählt die Michstraße zu den Balkenspiralgalaxien.

    © Bilder Milchstrasse: ESA

    © Bilder Rochen: H. Kleisny

    #ESA #gaia #Galaxie #graviation #HelgaKleisny #Milchstraße #warp

    Wie hört sich der Weltraum an?

    Gar nicht. Es ist mucksmäuschenstill. Außer vielleicht in einem Hollywood Action Film, der die Physik ignoriert. Oder auf Files, die die NASA veröffentlicht hat.

    Also nochmal

    In der Realität ist der Raum („Weltraum“) zwischen den Planeten, Galaxien und anderen Ungetümen ein Vakuum und Schall kann sich darin nicht ausbreiten.

    Immersives Erleben

    Die NASA nutzt jedoch die sogenannte Sonifikation, um Daten von Weltraumteleskopen in eindringliche Klänge umzuwandeln.

    Sonifikation

    ist die Umwandlung von Daten und Signalen in Klänge, um Informationen akustisch darstellbar zu machen.

    Sie dient der Analyse, Überwachung (Monitoring) und Exploration komplexer Datenmengen, oft als Ergänzung zur visuellen Darstellung.

    Durch den Einsatz von auditiven Parametern wie Tonhöhe oder Rhythmus können Trends und Abweichungen intuitiv erkannt werden.

    Sonifikation ist eine immersive Möglichkeit, unser Universum zu erkunden. Dazu wurden Beobachtungsdaten von Teleskopen wie dem Chandra X-ray Observatory, dem Hubble Space Telescope, dem James Webb Space Telescope und anderen in Frequenzen umgewandelt, die vom menschlichen Ohr gehört werden können.

    Ein Team aus Wissenschaftlern, Musikern und einem Mitglied der Gemeinschaft blinder und sehbehinderter Menschen arbeitete daran, die NASA-Daten anzupassen. Die Audiotracks sollen in erster Linie blinde und sehbehinderte Hörer unterstützen, können aber jeden begeistern, der sie sich anhört.

    Abgefahren. Surreal. Fake? Irgendwie schon, aber trotzdem entführt es in fremde Welten.

    Und bringt sicher wieder einige Filmregisseure auf abwegige Gedanken, uns das als Realität in einer Filmsequenz vorzugaukeln.

    Alle folgenden Links führen auf Original NASA Webseiten.

    Jetzt gibts was auf die Ohren

    Die Mäuse Galaxien (letzter Link oben) wirken tatsächlich fast wie Musik. Naja, moderne sphärische Musik. 🙂

    Weitere „Klänge“ des Weltalls

    Hörbar gemachte Daten, die aus explodierten Sternen, Bereichen um Schwarze Löcher, Sternhaufen und mehr übersetzt wurden.

    Credit: NASA, ESA, CSA, STScI, SAO, CXC, and K.Arcand (CXC/SAO), M.Russo & A.Santaguida (SYSTEM Sounds), Q.Hart & C.Blome (STScI), and C.Malec (consultant).

    #ESA #Hören #HelgaKleisny #NASA #sonification #Weltraum

    Fotostory Ostküste

    Nachtflug. Hoch über Washington, Baltimore, Philly, New York, Long Island, Cape Cod. Braucht es noch mehr zauberhafte Namen zum Träumen?

    Während selbst hiesige Nachrichtensender über die Schneestürme berichten, die seit Wochen (und laut CBS-Wettermann: Kein Ende in Sicht) quer über den amerikanischen Kontinent ziehen, ist die Sicht nach unten aus Flugfläche 370 einfach nur betörend.

    Einige Bilder aus dem Flug über die US-Ostküste, Ende Januar.

    Klick auf die Kartenbilder vergrößert diese.

    Tipp: Auf einem ähmm vernünftigen Device 🙂 ungleich Smartphone (also Laptop, Tablet oder Computerbildschirm) sind die Fotos auch ansprechend zu sehen…

    Gesamte Flugstrecke der Fotostory

    KIAD Washington Dulles, KBWI Baltimore, KPHL Philadelphia, KJFK New York JFK, KBOS Boston Logan, KFMH Cape Cod Coast Guard Air Station.

    Luftraum Washington und Baltimore

    Washington, Baltimore, Philadelphia.

    • 1 Washington
    • 2 Baltimore
    • 3 Philadelphia
    • 3a Philadelphia

    Luftraum New York

    Blick Richtung New York

    • Blick Richtung New York
    • Küstenlinie N von Atlantic City
    • Küstenlinie N von Atlantic City

    Luftraum New York und Long Island

    New York

    • New York
    • New York
    • New York
    • New York

    Luftraum Boston und Cape Cod

    Long Island, Providence, Boston, Cape Cod

    • Long Island
    • Blick über Providence auf Boston (im Hintergrund)
    • Cape Cod
    • Cape Cod

    @alle Bilder (existieren auch in größerer Auflösung): Flugundzeit

    #Boston #CapeCod #Flugstrecke #Flugwegaufzeichnung #HelgaKleisny #LongIsland #Luftraum #Luftraumstruktur #NewYork #Washington

    Drei von hundert sind nicht gleich 3 Prozent

    Liebe Mathematiker, lasst das Hackebeilchen im Schrank. Natürlich habt ihr recht. Mathematisch ist das ein und dasselbe. Für Nichtmathematiker, vor allem wenn es um ihre Gesundheit geht, trifft das leider ganz und gar nicht zu.

    Das sahen sich die beiden Psychologen Prof. Tobias Kube von der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Winfried Rief von der Universität Marburg genauer an. Sie untersuchten die Auswirkungen von
    unterschiedlichen Aussagen der Ärzte zu ihren Patienten in Hinblick auf die Heilungschancen und Nebenwirkungen.

    Und da auch Piloten im Kopf oft schnell Werte überschlagen müssen (etwa, wenn sich etwa im Landeanflug die Umstände – Landebahn, Höhe, Anflugweg – ändern), ist die bildliche Vorstellung von Zahlen und Werten ein menschliches Problem, das uns alle angeht. Egal ob gesund, krank, am Boden oder in der Luft.

    Menschen reagieren auf drei von Hundert und drei Prozent oft spürbar unterschiedlich, obwohl beides exakt dasselbe meint. Der Unterschied entsteht nicht im Rechnen, sondern im Kopf – und im Bauch.

    3% wirkt wie eine technische Größe. Es sieht nach Statistik aus, nach Tabelle, nach PowerPoint. Die Zahl steht da, kühl, kompakt, abgeschlossen. Viele lesen sie eher analytisch als emotional. Sie wird schnell eingeordnet, verglichen, vielleicht sogar weggewischt: klein, fast nichts. Das Prozentzeichen macht die Zahl noch abstrakter; sie gehört in die Welt der Diagramme, Berichte, Verträge. Man fühlt weniger, man versteht.

    Drei von Hundert dagegen ist Sprache. Und Sprache aktiviert innere Bilder. Plötzlich ist es nicht mehr nur eine Kennzahl, sondern etwas, das man sich vorstellen kann: drei von hundert, drei Münzen, drei Menschen in einer Gruppe.

    Aus dem abstrakten Wert wird eine kleine Menge in der realen Welt. Das fühlt sich oft konkreter, manchmal auch schwerer oder bedeutungsvoller an, obwohl es objektiv identisch bleibt.

    Interessant ist auch, dass 3% oft kleiner wirkt als drei Prozent. Die Ziffer ist visuell kurz, fast unscheinbar. Das ausgeschriebene Wort braucht mehr Platz, mehr Zeit beim Lesen, mehr Aufmerksamkeit. Dadurch bekommt der gleiche Inhalt mehr Gewicht.

    In der Werbung und in der Politik wird das gezielt genutzt: die Zahlenform, wenn etwas harmlos oder technisch klingen soll, die Wortform, wenn es greifbarer oder eindrücklicher wirken soll.

    3% spricht den Kopf an, drei Prozent von Hundert eher die Vorstellungskraft. Beides transportiert dieselbe Information, aber nicht dieselbe Stimmung. Und genau deshalb lohnt es sich, sehr genau zu überlegen, in welcher Form man so eine Zahl zeigt oder ausspricht.

    Rief ist stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Treatment Expecation“, der Placebo-und Nocebo-Effekte erforscht, Kube ist assoziiertes Mitglied des SFB. Ein zentraler Forschungsaspekt des Verbundes SFB ist: Wie können BehandlerInnen in der ärztlichen Kommunikation Placebo-Effekte fördern und Nocebo-Effekte vermeiden? Welche Fallstricke sind zu vermeiden, wenn es darum geht Risiken, Heilungschancen und Nebenwirkungsraten bei der Aufklärung von PatientInnen zu kommunizieren?

    Link zur Studie (paywall, English)

    Zahlen im medizinischen Kontext bergen das Risiko der Framing-Effekte. Kube und Rief zeigen in ihrer Studie, dass bei der Wahrnehmung von numerisch dargestellten Testergebnissen und von Wahrscheinlichkeitsbeschreibungen gravierende Unterschiede bestehen.

    Framing

    Framing (Einrahmung) beschreibt die bewusste oder unbewusste Einbettung von Informationen in einen bestimmten Deutungsrahmen durch Wortwahl, Metaphern oder die Hervorhebung bestimmter Aspekte, um die Wahrnehmung und Bewertung eines Sachverhalts durch den Empfänger zu beeinflussen.

    Es geht darum, eine Botschaft so zu „verpacken“, dass sie eine gewünschte emotionale Reaktion oder eine bestimmte Interpretation auslöst.

    Das halbvolle/halbleere Glas

    90 Prozent der Patienten überstehen die Infektion, ist mathematisch die gleiche Aussage wie zehn Prozent überstehen sie nicht, aber mit der ersten Aussage wird für einen Patienten die hohe Wahrscheinlichkeit, dass alles gut wird, in den Vordergrund gerückt. Das halbvolle Glas.

    Die erste Formulierung wirkt eher beruhigend, während die zweite Ängste auslösen kann. Deshalb sollten, so das Ergebnis der Studie, Mediziner ein positives Framing anstreben, vor allem wenn es um potenziell negative und bedrohliche Nachrichten geht. Gerade dann sollten Erklärungen, zum Beispiel wie häufig die Behandlung erfolgversprechend ist oder mit welcher Wahrscheinlichkeit mit gravierenden Nebenwirkungen zu rechnen ist, positiv eingebettet sein.

    Aus der Praxis

    Bei meiner ersten Tour auf den Camelback Mountain in Phoenix, AZ, (vor Jahren), bereits recht weit oben, stand ich vor einer mir Achtung abfordernden, gefühlt senkrechten Steinwand. Der Gipfel nicht in Sicht – wie so oft bei Bergwanderungen – und mein Gesicht und die Körperhaltung drückten vermutlich ziemliche Erschöpfung aus. Zu gut deutsch: Ich war aufgrund der 30 Grad, der Knallsonne und des bisherigen mehrstündigen Aufstiegs bereits simpel und einfach platt.

    Da kam mir eine fröhliche Amerikanerin den Berg herunter entgegen und rief mir zu: „Almost! You are almost there!“ (Du hast es fast geschafft)

    Die Aufmunterung war sicher lieb gemeint. Allerdings wurde das „almost“ bei uns über die Jahre zum Running Gag. Denn es war noch ein anstrengendes Stück, bis auch ich auf dem Gipfel stand…

    3 Stufen von einer Treppe mit 100 Stufen sind sicher machbar, 3 Prozent von einer längeren, anstrengenden Bergtour können noch immer eine Anforderung sein.

    Jaja, die Relativität. Hatte da nicht auch schon einer namens Ein_stein mal was gesagt? 🙂

    Kleiner Tipp

    Wen das Thema Zahlen im Alltag interessiert, der findet hier weitere Beiträge auf Flugundzeit

    #almost #Arizona #Camelback #HelgaKleisny #KitYates #Mathematik #Mensch #Prozent #Psychologie #Statistik #Zahl

    Karte der schwarzen Materie

    Wo ist Dunkle Materie? Wie sieht sie aus? Wie stellt man sie dar? Ein Licht vermeidendes schwarzes Etwas (Dunkle Materie) ist nicht direkt darstellbar. Wie kann man trotzdem eine hochauflösende Karte der Dunklen Materie erstellen?

    Die Auswirkungen

    Ganz einfach, so wie die Physik das seit eh und je macht, wenn sie der ursprünglichen Verursacher nicht habhaft werden kann: über deren Auswirkungen. Das ist so ähnlich wie Verbrechensaufklärung, bei der man anhand der Schnittwunden am Opfer feststellt, wie lang die Klinge des Messers gewesen sein muss und wie dieses ausgesehen haben muss. Danach kann man in diesem Fall gezielt nach der Tatwaffe suchen.

    Dunkle Materie strahlt kein Licht aus, reflektiert es nicht, absorbiert es nicht und blockiert es auch nicht, sondern durchdringt normale Materie wie ein Geist.

    Sie interagiert mit dem Universum (nur) durch Gravitation.

    Der Beweis für diese Interaktion liegt in der Überlappung zwischen Dunkler Materie und normaler Materie. Die ist darauf zurückzuführen, dass die Schwerkraft der Dunklen Materie im Laufe der kosmischen Geschichte normale Materie zu sich hinzieht.

    Sinn der Forschung

    Als das Universum entstand, waren normale Materie und Dunkle Materie wahrscheinlich nur spärlich verteilt.

    Wissenschaftler glauben, dass sich die Dunkle Materie zuerst zu Klumpen zusammenballte und dass diese Klumpen dann normale Materie anzogen, wodurch Regionen mit genügend Material entstanden, in denen sich Sterne und Galaxien bilden konnten.

    Die erste Karte der Dunklen Materie in diesem Gebiet wurde 2007 unter Verwendung von Daten des Hubble-Weltraumteleskops der NASA erstellt, einem Projekt unter der Leitung von Massey und dem JPL-Astrophysiker Jason Rhodes, einem Mitautor auch dieser neuen Veröffentlichung.

    Auf diese Weise bestimmte die Dunkle Materie die großräumige Verteilung der Galaxien im Universum. Indem sie die Entstehung von Galaxien und Sternen früher als sonst auslöste, trug die Dunkle Materie auch dazu bei, die Voraussetzungen für die spätere Entstehung von Planeten zu schaffen.

    Denn die ersten Generationen von Sternen waren dafür verantwortlich, Wasserstoff und Helium – die den größten Teil der Atome im frühen Universum ausmachten – in die vielfältigen Elemente umzuwandeln, aus denen heute Planeten wie die Erde bestehen. Mit anderen Worten: Die Dunkle Materie verschaffte komplexen Planeten mehr Zeit für ihre Entstehung.

    „Wo immer wir einen großen Cluster aus Tausenden von Galaxien sehen, sehen wir auch eine ebenso große Menge an Dunkler Materie am selben Ort. Diese Karte zeigt uns, dass Dunkle Materie und normale Materie immer am selben Ort waren. Sie sind zusammen gewachsen.“

    Richard Massey, Astrophysiker an der Durham University im Vereinigten Königreich und Mitautor einer am 26.1.26 veröffentlichten Studie.

    Worauf basiert die Studie

    Das Gebiet, das von der neuen Karte abgedeckt wird, befindet sich im Sternbild Sextans und ist etwa 2,5 Mal so groß wie der Vollmond. Eine weltweite Gemeinschaft von Wissenschaftlern hat diese Region mit mindestens 15 bodengestützten und weltraumgestützten Teleskopen für die Cosmic Evolution Survey (COSMOS) beobachtet.

    Das James Webb Teleskop

    Das James Webb Space Telescope beobachtete diese Region insgesamt etwa 255 Stunden lang und identifizierte fast 800.000 Galaxien, von denen einige zum ersten Mal entdeckt wurden.

    Die Webb-Karte enthält etwa zehnmal mehr Galaxien als Karten des Gebiets, die von bodengestützten Observatorien erstellt wurden, und doppelt so viele wie die von Hubble.

    Das James Webb Space Telescope erforscht die Strukturen und Ursprünge unseres Universums und unseren Platz darin. Webb ist ein internationales Programm unter der Leitung der NASA mit ihren Partnern ESA (Europäische Weltraumorganisation) und CSA (Kanadische Weltraumagentur).

    Eine noch detailliertere Betrachtung der Dunklen Materie wird nur mit einem Teleskop der nächsten Generation möglich sein, wie dem Habitable Worlds Observatory, dem nächsten Flaggschiff-Konzept der NASA im Bereich der Astrophysik.

    #DunkleMaterie #ESA #HelgaKleisny #Hubble #JamesWebbWeltraumteleskop #Karte #NASA

    Achtung bei N-registrierten Flugzeugen!

    Es mag unterschiedliche Gründe geben, warum man außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika ein N-registriertes Flugzeug (Deutschland wäre D) besitzt oder fliegt. Die amerikanische Zulassung ist für manche Flugzeugausstattung oder Wartung besser geeignet als eine der europäischen. Zudem ist es eine Pilotenlizenzfrage.

    Legal ist und war das auch immer nur, wenn der Flugzeug-Besitzer seinen Wohnsitz innerhalb der USA hat. Dies wird (oft) so geregelt, dass der Flugzeugbesitzer über einen Trust in den USA festgelegt ist.

    Nun gab die amerikanische Behörde FAA am Dienstag bekannt, dass sie Southern Aircraft Consultancy Inc. (SACI) offiziell darüber informiert hat, dass alle deren Flugzeugzulassungszertifikate ungültig sind. SACI ist in Norwich, Norfolk, United Kingdom registriert.

    Flugzeuge sind gegrounded

    Die FAA erklärt, dass das Unternehmen bei der Einreichung der Registrierungsanträge gegen die US-Staatsbürgerschaftsvoraussetzungen verstoßen habe, und weist es an, alle seine Zertifikate abzugeben.

    SACI registrierte Flugzeuge sowohl für US-Bürger als auch für Ausländer unter Verwendung von Treuhandverträgen. Um ein Flugzeug auf diese Weise zu registrieren, muss der Treuhänder oder das Unternehmen aber entweder US-Bürger oder Ausländer mit Wohnsitz in den USA sein.

    Laut FAA hat das Beratungsunternehmen gegen diese Vorschriften verstoßen und damit sind alle darüber ausgestellten Registrierungszertifikate ungültig und müssen innerhalb von 21 Tagen an die FAA zurückgegeben werden.

    Die ungültigen Registrierungen führten zur sofortigen Stilllegung aller über SACI registrierten Flugzeuge mit amerikanischer (N) Registrierung.

    Eigentümer, die ihre Flugzeuge in den USA neu registrieren möchten, müssen einen Antrag auf Flugzeugregistrierung bei der FAA einreichen, einen Eigentumsnachweis vorlegen und eine Registrierungsgebühr von 5 US-Dollar entrichten. Der Eigentümer erhält dann eine vorübergehende Genehmigung, die nur innerhalb der USA gilt, bis die FAA den Antrag ablehnt oder eine Flugzeugregistrierungsbescheinigung ausstellt.

    SACI gab über die AOPA UK eine Erklärung ab, in der es sich schockiert über die Nachricht zeigte. Das Unternehmen behauptete weiter, dass die Stilllegung aller seiner Flugzeuge unangemessen sei und niemandem Zeit gegeben werde, seine Flugzeuge in angemessener Weise neu zu registrieren.

    „Das Wichtigste für uns ist es, einen Weg zu finden, der die Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten für unsere Kunden so gering wie möglich hält“, erklärte SACI in seiner Stellungnahme. „Zu diesem Zweck streben wir die Übertragung des gesamten Geschäfts an eine in den USA ansässige Treuhandgesellschaft an. Dies würde bedeuten, dass kein Kunde sein Flugzeug neu registrieren müsste – die neue Treuhandgesellschaft würde einfach zum neuen Treuhänder für alle unsere Trusts werden. Wir hoffen auch, mit der neuen Treuhandgesellschaft vereinbaren zu können, dass sie alle bestehenden jährlichen Treuhandgebühren, die bereits von unseren Kunden bezahlt wurden, anerkennt.“

    #FAA #gegrounded #HelgaKleisny #Zertifikat #Zulassung

    Bist du hochintelligent?

    Mit sich selber reden ist doch abartig? Oder? Und was ist, wenn eine(r) immer nachts die besten Ideen hat oder unter Dusche? Sollte man sich nicht am Schreibtisch konzentrieren und dann so richtig akademisch loslegen?

    Pustekuchen.

    ©Psych2go für alle Bilder aus dem Video

    Dieses Video fällt unter die FuZ-uralt Kategorie Fundstück und lohnt sich anzusehen. Selbst, wer sich nicht selbst darin entdeckt, kann vermutlich über andere schmunzeln.

    Video auf YouTube (englisch)

    🙂 Nach den Kommentaren zu urteilen, ist wohl hochintelligent eher normal als durchschnittlich intelligent?

    #HelgaKleisny #Hochintelligent #Humor #youtube