Moin
#wiegehtesdir
Ich sehe gerade die aktuellen Wahlumfragen und mir wird einfach nur schlecht! Wenn ich mir ĂŒberlege, dass ich schon vor 15 Jahren oder so, mit SPD-Mitgliedern auf Twitter darĂŒber diskutiert habe, dass sie Rechte und Rechtspopulisten stĂ€rken, wenn sie mit ihrer Politik immer weiter nach unten treten. Dass sie einen Teil ihrer WĂ€hler*Innenbasis verlieren wird, wenn sie nicht fĂŒr eine gerechtere Gesellschaft kĂ€mpft. Wenn sie immer weitere Repressionen gegen arme Menschen schafft, wenn sie weiterhin das MĂ€r erzĂ€hlt, dass die schwĂ€chsten Gruppen in der Gesellschaft selbst an ihrer Lage Schuld sind, dass es individuelles Versagen des Einzelnen ist!
Ich habe ihnen gesagt, dass ihre Teilnahme an Demos gegen Rechts ĂŒberhaupt nichts bringt, wenn sie die eigene Politik nicht ĂŒberdenken und abĂ€ndern. Dass es ihre Politik ist, die Rechtspopulisten stĂ€rkt!
Es ist so traurig, denn damals kam immer nur zurĂŒck, dass die SPD die Partei ist, die fĂŒr Antifaschismus einsteht und dass es eine Frechheit ist, sowas ĂŒberhaupt zu sagen, auch wenn die SPD Fehler gemacht hat. Und es kam das Argument, dass diese Fehler halt nur korrigiert werden könnten, wenn eine eigene Mehrheit da ist. Es wurde nie was korrigiert, auch wenn es die Möglichkeiten gab! Es wurde weiter Stimmung gegen die Ărmsten der Gesellschaft gemacht, es wurde weiter nach unten getreten.
Damals gab es noch die Chance auf linke BĂŒndnisse! Ich erinnere da gerne an 2013. Aber auch da hat es sich die SPD bequem gemacht, hat nicht einmal GesprĂ€che mit der Linkspartei gefĂŒhrt, sondern einfach nur behauptet, dass die Partei nicht regierungsfĂ€hig wĂ€re. Es war - da bin ich mir heute ziemlich sicher - die letzte Chance, um die Rechtspopulisten kleinzuhalten und um die AfD schon im Entstehen zu verhindern. Es war damals die Zeit, wo ich mich endgĂŒltig von der SPD verabschiedet habe. Ich war da zwar auch schon kein Mitglied mehr, aber ich hoffte, dass Impulse von AuĂen noch fĂŒr ein Umdenken sorgen könnten.
Und heute? Heute sehen wir den Hass auf die schwĂ€chsten Gruppen der Gesellschaft, sehen wie Rechtspopulisten, Nazis und Faschisten diesen Hass fĂŒr sich nutzen und dadurch wieder zu stĂ€rksten politischen Kraft in der Gesellschaft werden. Es hĂ€tte nicht sein mĂŒssen!