Krieg der Schlachthöfe

*Fleischfresser*innen aufgepasst. Wir sind immer noch die Mehrheit. Auch wenn sie langsam, sehr langsam schmilzt. Da ist zweierlei von uns nicht zuviel verlangt. Erstens, es nicht zu übertreiben. Und uns zweitens dafür zu interessieren, wie unser Fressen produziert wird. Woraus sich zwangsläufig ein höheres Qualitätsbewusstsein entwickeln sollte … könnte … Tut es das? Da ist noch viel Luft nach oben. Dazu zwei aktuelle Hinweise.

Dazu zunächst ein langweiliger Vorspruch. Dass dem Kapitalismus die Tendenz zur Monopolisierung systembedingt eingebaut ist, ist seit rund 200 Jahren erforscht, aber seit rund 35 Jahren, dem Ende des sog. “realen Sozialismus”, in öffentlichen Mediendiskursen tief, tief vergraben. Nicht nur die Plattformökonomie unserer Zeit lehrt: entweder Monopol und Extraprofite – oder Untergang (mindestens gefressen werden, und glücklich mit einem gefüllten Konto ans rettende Ufer). So ist es auch bei den Schlachthöfen. Sie und die wenigen Einzelhandelskonzerne haben die Macht in der deutschen und EU-Landwirtschaft. Sog. “Bauern”, also z.B. der Verband dieses Namens, aber auch AfD-nahe Splittergruppen, die mit Traktoren öffentlich auftreten, sind nichts als dummes Lumpenproletariat, die sich von den genannten Monopolen an der Nase herumführen lassen. Individuell bedauernswert, aber zu dumm, um sich sinnvoll, d.h. in gesellschaftlichen Bündnissen zu wehren.

Sind Sie noch da? Dann hier meine zwei Hinweise.

Der Blog-Kollege Wilhelm Neurohr, wohnhaft am scheinidyllischen Nordrand des Ruhrpotts in Haltern, berichtet aus dem ebenfalls am Nordrand gelegenen Oer-Erkenschwick, das mir einst als Standort der deutschen Amataur-Fussballmeister bekannt wurde, die anschliessend in die Regionalliga West aufstiegen. Hans-Dieter Baroth hatte ein Faible für die, und Christoph Biermann (11Freunde) ebenfalls. Dann bauten die “Falken” dort eine hübsche Tagungsstätte, die ich in den 90ern für ein linkes Fussballfantreffen auf Einladung meines Freundes Dieter Bott besuchte, und dort prominente und talentierte Autoren, wie den genannten Biermann, aber auch René Martens oder Jürgen Roth kennenlernte. So eine Metropole ist also Erkenschwick, aber ich bin schon wieder abgeschweift.

Dass dort ein Schlachthof angesiedelt ist, war mir entgangen, bis der Kollege Neurohr das hier schrieb:

“‘Schweinejob’ für vietnamesische Arbeitsmigranten: Ein neues Kapitel in der unendlichen Skandal-Geschichte des Schlachtbetriebes Oer-Erkenschwick?”

Westfleisch ist ein klassisches Beispiel dafür, dass “genossenschaftlich organisiert” nicht automatisch gut ist. Und diesem Fall ein krasses Gegenteil. Absolut lernunfähig. Der konkurrierende selbstdokumentierte Rassist und Milliardär Tönnies, besonders verehrt vom CDU-Generalsekretär Linnemann, hat die gesamte Branche in Verruf gebracht. Und nicht zu unrecht. Sondern gut so. Das beweist Westfleisch.

Was ist nun das Geschäftsmodell dieser Art organisierter Kriminalität?

Das dokumentierte jüngst “Panorama 3”, gut versteckt im Dritten des NDR.

Nach Schlachthof-Schließung: Schweinebauern in Not – Schweinemäster im Norden stehen vor einem Problem: Der Schlachthof in Perleberg schließt. Doch die Umstände scheinen unklar – das Bundeskartellamt ist involviert, denn es steht der Verdacht der Marktbereinigung im Raum.” Video 10 min.

Mitleid mit den Schweinebauern aufzubringen will mir nicht wirklich gelingen. Ihr Schicksal beweist immerhin: nicht die grausamen Vegetarier*innen sind für ihr Elend verantwortlich. Der Schweinkonsum im Inland sinkt beständig, nicht zuletzt, weil die Öffentlichkeit mehr Tatsachen über die Schlachtmonopole zur Kenntnis genommen hat. Der industrialisierten deutschen und EU-Landwirtschaft ist der inländische Konsum weitgehend egal. Sie orientieren auf massenhaften Export. Darum all die “Freihandelsabkommen”, die die EU anderen Ländern weltweit aufzunötigen versucht. Der mecklenburgische Schweinebauer ist ein vergleichsweise unwichtiges kleines Rädchen in dieser Apparatur, und wird gewiss in naher Zukunft durch KI in der Produktion ersetzt.

Und das Schwein? Das spielt überhaupt keine Rolle. Es ist Produkt.

Krieg der Schlachthöfe – Beueler-Extradienst

Westfleisch in der Kritik: Wucher-Gebühren für Arbeiter aus Vietnam?

Westfleisch rekrutiert verstärkt Arbeitskräfte aus Vietnam. Doch Vermittler sollen illegale, hohe Gebühren verlangt haben.

wdr.de

Besagte Stadt Halle ist übrigens - entgegen anderslautender Vermutungen - kein Standort von #Westfleisch. Das hier ist Tönnies-Land!

https://de.wikipedia.org/wiki/Westfleisch
#HalleWestf

Westfleisch – Wikipedia

Neokoloniale Auswirkungen der deutschen Tierindustrie: Gewalt gegen Indigene in Brasilien

Die Sojaproduktion zur Verfütterung an die (deutsche) #Tierindustrie ist verantwortlich für Landraub, Vertreibung und tödliche Konflikte in Südamerika. Dies bestätigt der Bericht "Gewalt gegen die Indigenen Völker Brasiliens" im Detail, mit einem Fokus auf #indigene Gruppen in #Brasilien.

Zu den betroffenen gehören unter anderem die Guajajara, Guarani-Kaiowá, Munduruku, Kaingang, Ava-Guarani, Kanela Memortumre indigenen Gruppen. Das bedeutet, dass neben der Abholzung des Regenwaldes und der Cerrados auch die existenzielle Bedrohung indigener Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden eine direkte neokoloniale Auswirkungen der Tierindustrie ist.

Erst vor wenigen Woche veröffentlichte die Deutschen Umwelthilfe (@umwelthilfe @squeet.me) eine ähnliche Studie und warf Fleischkonzernen wie #Tönnies, #Westfleisch oder #Rothkötter ihre Verantwortung für die Zerstörungen und Vertreibungen über undurchsichtige Handelsketten zu verschleiern.

Kurzfassung des Berichts (auf Deutsch): 
🔗 https://cimi.org.br/wp-content/uploads/2024/07/kurzfassung-gewalt-indigenen-volker-brasilien-2023-cimi.pdf

Der ganze Bericht (auf Englisch): 
🔗 https://cimi.org.br/wp-content/uploads/2024/10/report-violence-against-indigenous-peoples-brazil-2023-cimi.pdf

Bericht der Umwelthilfe:
🔗 https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/soja-tonnies-lieferketten

Nach wie vor werden Unmengen an Soja aus Südamerika für die Futtermittelproduktion der deutschen #Tierindustrie importiert. Eine Studie der Deutschen Umwelthilfe und der Umweltschutzorganisationen Mighty Earth und Client Earth zeigt abermals wie der Sojaanbau in Brasilien mit Naturzerstörungen, Menschenrechtsverstößen und großflächigen Entwaldungen im Zusammenhang steht. Profiteure seien u.a. #Tönnies, #Westfleisch und Geflügelfleischkonzern #Rothkötter.

Die Konzerne würden trotz aller Selbstverpflichtungen weiterhin vom Sojaanbau auf zerstörten Flächen der brasilianischen Feuchtsavannen (#Cerrado) profitieren. Der Import verläuft allerdings entlang undurchsichtiger Handelsketten. Die Studie wirft dem Agrarhandelskonzern #Bunge vor, Naturzerstörungen sowie Menschenrechtsverstöße wie Vertreibungen der lokalen Landbevölkerung zu ignorieren, um das Soja an die Futtermittelwerke der deutschen Tierindustrie zu verkaufen.

Tönnies & Co. seien damit mitverantwortlich für die neokoloniale Ausbeutung und stünden auch ganz konkret im Verdacht das deutsche #Lieferkettengesetz zu unterlaufen.

Gesamten Artikel lesen: https://gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/soja-tonnies-lieferketten/

Futtermittelimporte: Tönnies & Co weiter in der Kritik - Gemeinsam Gegen Die Tierindustrie

Wir fordern eine Abschaffung der Tierindustrie und eine Agrarwende hin zu einer solidarischen und ökologischen Produktions- und Organisationsweise. Jetzt!

Gemeinsam Gegen Die Tierindustrie

Teilweise gute Nachricht: Das #Arbeitsschutzkontrollgesetz hat laut dieser WDR-Recherche die schlimmsten Jobs – z.B. bei #Tönnies – erträglicher gemacht. Einen gewerkschaftlich ausgehandelten Tarifvertrag gebe es allerdings nur bei #Westfleisch. Auch bleibe es dabei, dass die Arbeit in den #Schlachtereien bei 7°C die Menschen auf Dauer kaputt macht.

In der Logistikbranche, im Transportwesen und der Gastwirtschaftsbranche habe sich nichts verbessert.

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/feature-fleischindustrie-schlachterereien-arbeitsschutz-100.html

@arbeitsunrecht

Tönnies & Co.: Was hat das Arbeitsschutzkontrollgesetz in der Fleischindustrie gebracht?

Seit 2021 gilt das Arbeitsschutzkontrollgesetz. In der Fleischindustrie ist Leiharbeit nun teilweise verboten. Ist damit alles gut?

Vorletzten Samstag zogen mit uns 200 Tierbefreiungs- und Tierrechtsaktivist*innen mit einer Demonstration durch Hamms Innenstadt und forderten lautstark die Schließung aller Schlachthäuser.

Wir riefen die Passant*innen dazu auf, ihren Konsum tierlicher Produkte konsequent und dauerhaft zu beenden, um somit der Tierindustrie ein Ende zu setzen. Gründe hierfür sind die Degradierung der Tiere zur Ware, aber auch der enorme Beitrag zum Klimawandel durch die Fleisch-, Milch und Eierproduktion, die Lebensraum-zerstörung und das Artensterben, sowie nicht zuletzt das erhebliche Pandemie-Potenzial.

Vielen Dank an alle die mitorganisiert haben, Musik, Redebeiträge, Fotos/ Videos beigesteuert haben und/oder dabei waren! 🖤💚 😊✊

@ariwa_animalrightswatch
@fr.miezmiez
@lautstark_vegan
@ggtierindustrie
@gansnormalvegan
@clemens_the_vegan_vampire
Fotos:
@coffeeinthedesert & Christian A.
Musik:
@neo.c.band & @carrotsdontcry

#vegandemo #stopptwestfleisch #stopptwestfleisch #tierbefreiungstreff #tierbefreiung #tierrechte #hamm #hammvegan #veganinhamm #westfleisch #westfleischstoppen #schlachthäuserschließen #schlachthäuserschliessen #schliessungallerschlachthäuser

#Westfleisch will den großen Schweine-Schlachthof in #Coesfeld (NRW) erweitern. Gegen die dazu nötige Änderung im städtischen Bebauungsplan kann man online eine Stellungnahme einreichen. Hier findet ihr die offiziellen Unterlagen und den Link zum Formular:
https://www.coesfeld.de/planung/bauleitplanung/aktuelle-bauleitplanverfahren/082a
082a - Stadt Coesfeld

Zum neuesten #Westfleisch #Tierquälerei #Skandal:
Es ist systemimmanent, dass Landw. oft so viele Tiere halten müssen, dass sie dauerüberlastet sind. (Milch und Eierproduzenten: gleiches Spiel.) Wer tierische Produkte kauft, unterstützt das System und sorgt dafür, dass nachproduziert + weiter subventioniert wird, unser Ökosystem darunter leidet und der Klimawandel befeuert wird. Und dass woanders für Tierfutter Menschen hungern. WIE VERROHT MUSS MAN SEIN; UM SO KRANKE TIERE ESSEN ZU WOLLEN?
Der nächste #Tierquälerei-Skandal: bei #Westfleisch sind einige Schweinezuchtbetriebe mit übelsten Zuständen hochgegangen. /MS
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/westfleisch-skandal-kranke-schweine-krankes-system-100.html
Westfleisch-Skandal: Kranke Schweine, krankes System?

Dem ZDF-Magazin frontal und dem Spiegel sind schockierende Aufnahmen aus Schweineställen zugespielt worden. Alle diese Betriebe liefern an den Westfleisch-Konzern.

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